Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 20 (21.5.1937)
- Date
- 1937-05-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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^I^f*4tQS^^^?^.i^ ^■^f^i^^^i^^^^ Seite 6 Nr. 20 Der Israelit ■21. Mai -1937 , A g u 'd a und Beizer C h a s s i d i m zusammen 2 Mandate, Poale Zion und Kldnhändlerverband je 1 Mandat. Die schwache Beteiligung erklärt sich durch Straßenexzesse, die die Nationaldemokraten an diesem Tage veranstalteten. * Eine Abordnung des Waisciauer Rabbinat es überreichte durch Vermittlung des polnischen Außenministeriums dem englischen Königspaare aus Anlaß der Krönung eine auf kostbares Pergament geschriebene künstlerisch ausgestattete Huldigungsadresse, die, von dem Königs- Psalm 72 ausgehend, die Festfieude der polnischen Judenheit und Ahr© Gefühle für das ©nglisohe Königs« haus zum Ausdruck bringt. Zum Schluß wird an das Königspaar die Bitte gerichtet, den unzähligen Frauen und Kindern in Polen, deren Männer und Väter in England seit Jahren ieine Existenz haben, Genehmigung zur Einwanderung in England zu'erteilen. Sämtliche Rabbiner Warschaus haben die Adresse unterschrieben. Personalien. Julius Hollander V'XT- Frankfurt a. M., 18. Mai. Aus Amsterdam kommt die erschütternde Kunde, daß Julius Hollander am Sabbat nwup :ny einem Herzschlag erlegen ist. Julius Hollander war als Philanthrop und „Mann der Tat", als einer der 's?38 r~iWü allgemein bekannt und geachtet. Die ganze Liebe «eines Herzens gehörte Israel und Erez Israel, wovon seine Tätigkeit in der Agudas Jisroel und seine Verdienste für den K e r e n H a j i s c h u w zeugen. Aus Hamburg stammend, verlegte er später Wohnsitz und Geschäft nach Kopenhagen, wo er eine zweite Heimat fand, die die Eigenschaften dieses unermüdlich tätigen Mannes zu schätzen und zu nutzen wußte. Von dort kam Julius Hollander nach dem Weltkriege nach Frankfurt, wo er sich der Israelitischen Religionsgesellschaft anschloß, als Mitglied mehrerer Konimissionen seine eminente Kraft in den Dienst der Gemeinde» besonders des. Schulwe.sen s, stellte und bald zu ihren Besten gehörte. Der Agudas Jisroel-Weltorganisation schloß er sich mit ganzem Herzen an und er 'diente ihr wie der Palästina-Zentrale der A. J.f dessen Vorstand er angehörte, mit den Gaben seines Geistes, seinem großen Organisationstalente als auch mit reichen materiellen Mitteln. Er gehörte dem Z. R. und früher vorübergehend auch dem G. A. der Agudas Jisroel an, und man sah ihn als eine der markantesten Gestalten auf .dem Podium aller großen Agudakonferenzen und Kongresse. Noch an der jüngsten Kenessio Mechino in Marienbad nahm er regsten Anteil. Neben Hamburg, Frankfurt a, M. und Kopenhagen beweint auch .die jüdische Gemeinde zu Amsterdam Hollander, der zuletzt seinen Wohnsitz in ihrer Mitte hatte und auch dort zu den geachtetsten Persönlichkeiten zählte. Der jähe Heimgang Holländers im Alter von erst 58 Jahren trifft uns alle überraschend und überaus schmerzlich. Zwei Söhne und eine Tochter, letztere in Palästina, die alle im Sinne des Vaters wirken, werden seine Traditio2 nen fortsetzen und sein Andenken in unserer Mitte lebendig erhalten. zur Frau hinter mir und saige: „A gar a Blinder iss er nicht". Worauf sie mir prompt entgegnet: „Nu boruchhaschem, er seht a bissel." * In Erinnerung an die frühere Zeit frag ich einmal meinen Fischhändler, ob er „lebendige" Fische habe. „Lebbedige Fisch,'? was heißt lebedige Fisch. Ich darf leben, Ihr darft leben, der Fisch darf auch leben? keinmol nicht gehert." Hier werden die Eingeweide und die inneren Teile des Viehes von besonderen Metzgern verkauft. So ist die Polizeivorschrift. — In Jargon nennt sich diese Verkaufsstelle „a Kischkes Kleed". Die Inhaberin eines solchen Kleeds sprach mich eines- Tages in folgender Weis© an: „Sogt mir Madame, for wos koift Ihr bei mir nicht kein Agude-Ki5ch>ges?!! Wochenkalender. Vom 22.-29. Mai 1037 / Vom 12.-19. Siwan 5697 'ST Jp Samstag •pVin 22 12 a '3 'r pis KW Sonntag 23 13 j Montag 24 14 i Dienstag Mai 25 ]T»D 15 n Mittwoch 26 16 - i Donnerstag 27 17 i Freitag 28 18 n * Samstag 29| 19 & 'i 'A pis irbvnz Die sterblichen Reste JuEus Holländers werden auf seinen letzten Wunsch nach Kopenhagen, der Ruhestätte seiner Gattin, überführt, wo am Donners tag .die Bestattung stattfand. jrasari * Von einem sich zur Zeit in' Holland aufhaltenden Mitglied eines orthodoxen Kibbaz in Erez Jisroel wird' uns noch geschrieben; Es ist nicht zu ifassen! Auf dem Weg von einer •Simcha schel Mdzwah, heiter und vergnügt, wie stets vor seinem Heim, buchstäblich aus der Mitte seiner Freunde, nahm ihn rvapn- Der väterliche Freund ist uns genommen, mitten aus seiner Arbeit. Stunden um Stunden verbrachten wir gerade in den letzten Wochen bei ihm, Stunden der Beratung um die Zukunft unserer Gemeinschaf ten in Erez Jisrael, Stunden, in denen er uns Rat gab, Antwort auf sorgenvolle« Berichten und Fragen Mut für weitere Arbeit. Wer konnte raten wie er, nicht nur mit dem Weitblick des Kaufmanns, sondern vor Allem mit der heißesten Liebe zum heiligen Lande, stärkste Verbundenheit fühlend gerade zu unserem Werk, das er von den Anfängern kannte und über dessen Fortschritt er sich freute, wie ein Vater sich freut seines Kindes. , Wer konnte mehr Mut geben, als wenn er von eigener Arbeit und Sorge für Klall Jisroel sprach und uns damit den Weg zeigte, .den auch wir zu gehen hatten. Für immer schloß sich der" Mund, der Mut sprach und Rat gab, für immer ging von uns ein ^miP'a "W A. Letzte Nachrichten. Agudas Jisroel protestiert gegen die neue Schedule. Jerusalem, 19. Mai. Rabbi Mosche Blau und Dr. Isaac Breuer hatten eine längere Aussprache mit dem High Com missioner, in der sie .die Erbitterung auch der orthodoxen Judenheit über .die lächei^ lieh geringe Zahl der bewilligten Zertifikate zum Ausdruck brachten. „ Große Enttäuschung herrscht, wie aus Warschau berichtet wird, unter der Judenheit Polens, deren Vertreter in einem Telegramm an .die Jewish Agency in Jerusalem kategorisch verlangen, daß sie die Annahme der Schedule unter allen Umständen verweigere. Inzwischen hat auch das Oberste Arabische Komitee ein C o m m u n i q u e ausgegeben, in dem scharfer Protest gegen jede jüdische Einwanderung eingelegt wird. Die Protestnote wurde auch den arabischen Königen übermittelt. Weitere Pogrome in Polen. Warschau, 20, Mai.. Noch hat sich die jüdische Oeffentlichkeit über die Vorgänge in Brest nicht beruhigt, wo die jüdische Gemeinde ein Schowuausfest in Schrecken verlebte, und schon kommen neue Pogromberichte aus einer anderen Gegend, der Stadt K a m i e n - Kaszyrski bei Kowel. Die Plünderungen, Verletzungen und der Sachschaden stehen denen in Brest nicht nach. Schon Wochen vorher hatten die Juden der Stadt bei den Behörden und bei den jüdischen Parlamentariern um Schutz nachgesucht, weil sie die Dinge vorauskommen sahen. Die Parlamentarier hatten interveniert, aber die Behöirdeu rührten keinen Finger, um das Unheil zu verhüten. Hier, wie in Brest, fanden die Exzedenten fast igar keinen Widerstand. Erst nachdem das Unheil geschehen war, wurde da wie dort der Polizeischutz verstärkt. Rumänische Regierung läßt Numerus clausus für Rechtsanwälte der Minderheits-Nationen nicht zu. Bukarest, 18. Mai. Der Unterstaatssekretär im rumänischen Justizministerium, Bentoiu, erklärte Vertretern der Presse zu den jüngsten Beschlüssen des rumänischen AdvokatensKongress.es über die Einführung eines Numerus clausus für /Rechtsanwälte der Minderheitsnationen: „Das Justizministerium findet keinen Anlaß, zu den Beschlüssen des Advokaten-Kongresses Stel-> lung zu nehmen oder irgendwie gegen die Union der Advokatenkammern einzuschreiten, weil bein» Kongreß nur Forderungen vorgebracht wurden, die noch nicht in die Tat .umgesetzt worden sind. Die Gesetze sind bisher nicht verletzt worden. Das Justizministerium sah sich .daher noch nicht veranlaßt, irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen." Die Erklärung des Justizministeriums^ wird dahin gedeutet, daß sowohl der Numerus clausus-Beschluß, als auch der Beschluß, die Anwälte .der Minderheiten aus den Kammern auszuschließen, ungesetzlich seien. Die Frankfurter Woche. Von der Kaschruthkommission der I.. R. G. Die Kaschruth-Kommiission der , Synagogengemeände Israelitische ReHgionsgesiellschaft Frankfurt a. M. veröffentlicht folgende Bekanntmachung; Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß der Verkauf von Geflügel unter Aufsicht des Rabbinates ein gestellt'ist. Es stehen demnach für Fleisch - waren, nur noch die Met zig e r eien und Wurstle-reien unter Aufsicht des Rabbinates. Vorträge des Herrn Gemeinderabbiners. Herr Gemeinderabbiner Josef J. H o r o v i t z hält während des Sommerhalbjahres im Hörsaal, Friedberg er Anlage 5/6, jeweils Donnerstag, abends 8.30 Uhr, einen Zyklus von Vorträgen über das Thema „Jüdische Welt- und Lebensans>chauun.g"; auch Damen sind hierzu höil. eingeladen. Bertha Pappenheim-Gedenkfeier. Der Mädchenklub veranstaltete anläßlich des Jahrzeitstages von Bertha Pappenheim für seine Mitglieder eine Weihestunde, die einen würdigen Verlauf nahm. Frau E 1 i a d i s las Gebete von Frl. Pappenheim und Frl, Mohr das Märchen „Von den Ktitzelmännchen". Im Mittelpunkt der Feier stand eine warme, tiefempfundene Rede von Frau Irene Darmstädter, die die Verdienste der Gründerin und langjährigen Vorsitzenden in dankbarem Gedenken hervorhob. Umrahmt war die Feier von instrumentalen Darbietunigen von Frl. Margrit O p p e n heim er und Frl; Eldod, die in/eindrucksvoller Wiedergabe eine Adagio von Händel und Träumerei von Schumann zu Gehör brachten. Frankfurter Vereinskalender. . Verein Mekor Chajim. Scbabbos 1 Stunde vor Nacht, MLdrasch, Herr Joseph Schwarz. (Alles andere wi« üblich.) * Jahrzeitsstifttmgen. Sonntag, 23. Mai 1937, Jacob Löwenstein-Stiftung. Dienstag, 25. Mai 1937, Nanette Isaac geb. Prager-Stift. Donnerstag, 27. Mai. 1937, Falk Goldschmidt-Stiftung. Freitag, 28. Mai 1937, Benjamin Röos-Stiftung. Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho (5.15 Uhr) im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnöwitz über: „Priester segnen und Fürsten spenden"v Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und MuSSar. (Alle Schiurim wie üblich.) AgudistiSche Frauenortsgruppe. Am Montag, den 24. Mai, 8.45 Uhr, wird im Hörsaale, Fniedber.ger Anlage, .die Arbeitsgemeinschaft des Herrn Rabb. Mayer fortgesetzt über „Einfühnung in die Idee der Sabbatvorschriften". Gebetzeiten. xbu naw Freitag abend 7.40 Samstag nnawn 6.35 Samstag morg. 7.45' Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag Abend 9-10 Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.30 2. Minj an 7.30 An G'ttesdienst anschließend: Lernen des 0"»n ipn- Vereins im Hörsaal Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 3.15 Wegen der Feiertage und der nötigen Raumbeschränkung mußte eine Reihe von Aufsätzen, Berichten und Notizen zurückgestellt werden. Familien-Nachrichten. N Barmizwoh: Otto, Sohn des. Harra Max Zellner, Franlcfuirt a. M„ Hermesweg 16, 1. bei Gans. 29. Mai (19. iSiwan). irforna na«? — Samuel, Sohn von Moritz Staschewskii, Frankfurt a. M., Wingertstraße 12, "2. in. der , Synagoge, Friedbergeranilage, 29. Mai 1937. i^yrn ttv ~ 8 5 Jahre:* Frau Lea Jacobsohn, Plauen (Vgtl.),, Kaiserstr. 39 bei Königshofen, früher Hamburg. 17. Siwan (27. Mai).. Briefkasten. Rabb. Dr. R. in B. Wir haben bereits zwei Nachrufe gebracht, so daß sien weitere Würdigungen eiübrigen.