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Der Israelit · 1937-05-13 · Heft 19 (13.5.1937) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 19 (13.5.1937)
Date
1937-05-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Nr. 19 Der Israelit 13. Mai 1937 E REZ =^ä£ IS RA Et Jubiläum einer Jeschiwa, Jerusalem, 9. Mai. Die Jeschiwa „Ez Chajitn",. 'die größte Thoralehranstalt Palästinas) feiert dn dem nächsten Tagen . ihr hundertjähriges Jubiläum. 1300 Jünger, vom jüngsten bis zum Jünglingsalter, <zählt zur Zeit die. Lehranstalt. Ihr Monatsbudget beträgt 1500 Pfund, das aber leider nur zur Hälfte gedeckt wird. Die Jeschiwa besitzt in Jerusalem zwei Zentren und neun Abteilungen. Leiter der Jeschiwa ist Rabbi Jechiel Michael Tukotczynski. Das Jubiläum bietet den Thorafreunden Anlaß, die bedeutsame Lehranstalt nach Kräften zu unterstützen. Die Leistung der Palästina-Regierung für den Aufbau. Jerusalem, 4. Mai. Der soeben erschienene Bericht des Regierungsdepartements für öffentliche Arbeiten für die Zeit vom 1. April 1935 bis Ende März 1936 ist in seinen einzelnen Angaben durch die letzten Ereignisse zum großen Teile, überholt. Immerhin sind einige Daten von Interesse. Die der Regierung zur Verfügung stehenden Mittel für öffentliche Arbeiten stiegen von Jahr zu Jahr, im Jahre 1934/35 betrugen sie ca. 850.000 Pfund. Der größte Teil wurde für das Verkehrswesen ausgegeben, ein kleinerer Teil für Häuserbau usw. Ausgaben dm Gesamtbetrage von 146.000 Pfund figurieren unter „Verschiedenes", Dazu gehört die T r o c k e n 1 e g u n g des Gebietes an der Bucht in Haifa. Die Beschäftigung jüdischer Arbeitskräfte in der Berichtszeit 1935/36 erstreckt sich auf 174.570 Einzelarbeitstage und eine Gesamtlohnsumme von ca, 74.000 Pfund. Bei d&n übrigen Arbeitskräften ist die Nationalität nicht angegeben; man kann aber errechnen," daß auf die jüdischen Arbeiter nur 9 Proz. entfielen, allerdings etwas über 22 Proz. der Löhne, Das kommt nicht infolge einer Bevorzugung der jüdischen Arbeitskraft, sondern dadurch, daß es sich bei den Juden zumeist um gelernte Arbeiter und technische Spezialisten handelt. Kleine Berichte aus Palästina. Jerusalem, 8. Mai. Der Oberkommandierende der britischen Streit* träft© in Palästina, Generalleutnant John G. Dill, wurde aus Palästina abberufen und zum Kommandanten der Garnison der ersten Division in Aldershot ernannt/ Der Tel Awiwer Stadtrat, hat beschlossen, ein Städtisches N ait ur k u nd Ii c<h e s Museum zu errichten. In einigen Teilen Transjordaniens sind Heuschreckenschwärme aufgetreten, ebenso im Sudan wie .ain der Küste des. Roten Meeres. In Palästina wenden Vorkehrungen .getroffen, der drohenden Plage wirksam entgegenzutreten. Von einer Expertenkommission, der Zionisten und Nichtzionisten angehören, wurde beschlossen, schon in den nächsten Monaten <f ü n f n e u e S i e d 1 u n g e n für mindestens tausend Einwohner zu errichten. Es ward noch nicht gesagt, wo sich diese neuen Siedlungen befinden sollen. Von den im Jahre 1936 nach Palästina eingewanderten 29.387 Personen waren 27.910 Juden. 41 Proz. der Einwanderer kamen aus Polen und 27 Proz. aug Deutschland. Eine neue Luf tlini e, die von der polnischen Luftverkehrsgesellschaft „Lot" eingerichtet wurde, ermöglicht den baltischen Staaten den Anschluß an (die Luftverkahrsverbindiung Warschau-Palästina. Die Reisedauer von Finnland nach Palästina wird dadurch um zwei Tage abgekürzt. Die Palästina'Reigiieruiig hat 25,000 Pfund zur Durchführung öffentlicher Arbeiten in Tel Awiw bewilligt. ■ * . Im Jahre 1936 waren über 3000 Kraftfahrzeuge in Palästina zugelassen. Von der Palestine Corporation Ltd. wird bekanntgegeben, daß eine A %X o s % r a ß e P a - läetina-Irak demnächst in Bau genommen wird, Die Palästinaindustrie setzt auf diese neue Autostraße weitgehende Erwartungen. Londoner Berichterstatter arabischer Blätter wollen wissen, daß gleichzeitig mit dem Berichte der Königl, Kommission ein neue® Weißbuch über die englische Palästinä=PoHtik erscheinen wird. Die holländische Regierung hat in' Jerusalem einen Ha n d e 1 s a 11 ä c h e ernannt, der mit der Aufgabe betraut ist, für den Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen den Niederlanden und Palästina zu sorgen. Immer noch kleine Ausschreitungen. Jerusalem, 8. Mai. Neue ernstliche Ausschreitungen sind GsD. nicht zu melden. Kleine Ueberfälle kommen immer noch vor. Am 7, Mai wurde in der Altstadt der 15jährige Jehsochüa C h a i m s o h n überfallen und verwundet. Chaimsohn war seinerzeit Hauptzeuge gegen angeklagte arabische Terroristen, die in der Nähe der Westmauer auf Juden (geschossen hatten. Ein jüdischer Arbeiter aus P et ach Tikwah wurde im arabischen Dorfe Ana schwer mißhandelt. Große Besorgnis herrscht um den jemenitischen Arbeiter Schlaumo Maalim, der in Emek C hei er beschäftigt war und seit einiger Zeit verschwunden ist. Nach langer Zeit wurde auch wieder Flurschaden angerichtet, und zwar in den Pflanzungen der Gesellschaft „Jachin'' in Ckedeta, wo in der Nacht 150 junge Orangenbäume ausgerissen wurden. Auf dem K armel wurden bei der Untersuchung eines Araberdorfes große Mengen Gewehre und Munition gefunden. Auf dem Markt in Tulkerem wurde ein arabischer Polizist e r - schössen. In all diesen Fällen konnten die Täter entkommen. In S a f e d ist nach einem Besuch des neuen Chefsekretärs der Palästinaregierung ein jüdischer Polizeiinspektor durch einen Schuß verwundet worden. Die Distriktsbehörden haben die arabischen Notabein verständigt, daß sie die schärfsten Maßnahmen für den Fall einer Fortdauer der Gewalttaten treffen werden. Ein Dankschreiben. Anläßlich der Uebersendung einer Nähmaschine an die Beth Jakob-Schule in Haifa, erhielt die Palästina-Zentrale folgendes', von den Mädchen der vierten Klasse geschriebenes Brdefchen; cnispjnsn ViwpK wtb binw mus ram m:^ •a •» YiKa lanaff üb bnnVw n-rann-rutt» bv tnb. 'jn >p na '^QT\b mbb bsu -qd nw -o ',nmx ubip urnin nsrnn na Dys ti» i^ap ••niPSH ->nbi "n DTipnv ms inao-n">:i «linsr unbmv b"mn ddhid bv -nybvn hiTB^rin is8»i -rmsfi» 'n MT»aw aipa ^»a« fip •btr 'fnmm 'n 1:2*7 m nmb nmin ptwib mwn nanaa mpSP-iT-i niin*; *iso rnn 0*2*2 •H WD Empfang für Oberrabbiner Herzog in Jerusalem. Wiederaufbau Hebrons. Jerusalem, 6. Mai. Oberrabbiner Dr. Isaac Herzog ist am 5. Mai in Jerusalem, eingetroffen, um .sein Amt anzutreten. Am Abend wurde ihm in der Jeschurun=Synagoge ein eindrucksvoller Empfang bereitet. Nachdem Gebete zum Andenken der bei den Unruhen gefallenen Juden gesprochen worden waren, hielt Oberrabbiner Herzog seine Antritterede, Eine weitere Ansprache hielt M. M. Uösischkin, der die Waederbesiedlung von Hebron und anderer nach den Unruhen von 1929 und späterhin von jüdischen Institutionen und der jüdischen Bevölkerung verlassenen Ortschaften forderte. Die palästinensische Zitrus-Industrie — Fnichterzeugnisse. Jerusalem, 4. Mai. Die gegenwärtige schwierige Lage der Zitrusindustrie in Palästina und die Mittel, die angewendet werden müssen, um eine Besseirung herbeizuführen, sind in Jerusalem in einer Konferenz besprochen worden, an der die Vertreter der jüdischen Planiagenbesiizer und Mitglieder der Zionistischen Exekutive teilnahmen. Die größte jüdische Konservenfabrik Palästinas, ,,Peri Mason" in Natania, kann in diesen Tagen auf die Arbeit des ersten Retwebsjahres zurückblicken. Die Fabrik ist mit einem Kapital von 23.000 Pfund von einem französischen und zwei deutschen Juden begründet worden. Die Zahl der Arbeiter, 'die im Anfang 75 betrug,' konnte bereits auf 150 gesteigert werden. Gearbeitet'wird jetzt in zwei Schichten. Die Fabrik (stellt Obst5, Gemüse- und' Fischkonserven heri Es ist ihr bisher nicht nur gelungen;' ausländische,. Produkte "vom palästinensischen Markt fast völlig "zu verdrängen, sondern' auch den Anfang eines -Exportes zu organisieren, der in die'•entferntesten Länder,-auch nach Amerika, geht. ' Die landwirtschaftliche, Yertriebsgeniossenschaft Tnuwa hat veirsuchs weise eine kleinere Menge Frühkartoffeln aus jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen nach London gesandt. Sollten die Erfahrungen mit dieser Sendung zufriedenstellend sein, so wird die _ Tnuwa zu einem Kartoffelexport größeren Umfang es nach England übergehen- Die dem Institut für Wirtschaftsforschung angeschlossene 'Kommission für das Ernährungswesen hat im Zusammenhang mit der Aktion zur Erhöhung des Verbrauche® inländischen Obstes, in den Volksschulen von. Jerusalem und Tel Awiw Erhebungen darüber angestellt, welche Obsiarten von den Schulkindern mitgebracht werden. Die Erhebung erstreckte sich auf 33 Schulen mit 357 Klassen und 7670 Schülern. Es ergab sich, daß an einem Tage von den Kindern 3938 Zitrusffrüchte, 2891 Bananen und 71 andere Palästinafrüchte, ferner 1703 Aepfel, 127 Birnen und 69 andere ausländische Früchte mitgebracht worden waren. Auf palästinensisches Obst entfielen somit 6900 Früchte oder 78,4 Proz., auf ausländisches 1899 Früchte oder 21,6 Proz. In Tel Awiw betrug der Prozentsatz der einheimischen Früchte 72,2 Proz, in Jerusalem 81,8 Proz. Obwohl die Erkenntnis' von der unter den gegebenen klimatischen Verhältnissen größeren Bekömmlichkeit der einheimischen Früchte und der wirtschaftlichen Bedeutung ihres Verbrauchs ziemlich verbreitet erscheint, muß eine entsprechende Aufkläi'ungsaktion fortgeführt werden, da in einzeln nen Schulen der Verbrauch ausländischen Obstes 35 bis 40 Proz. betrug. Die palästinensische Schiffahrt. Rückgang des Schiffsverkehrs im Haien von Jaffa, Jerusalem, 3. Mai. Eine Uebersicht über den Umschlag in den Häfen Palästinas ergibt, daß sich im Januar 1937 die über die Häfen gehende Einfuhr um 8 Proz. von 95.000 to auf 87.350 to verrringert hat. Der Ausfuhrumschkg vermehrte sich dagegen durch die erhöhten Zitrusverschiffungen von 51.500 .auf 89,500 to. Die Tonnage der Haifa anlaufenden Schiffe betrug 426.437. Nettoregistertonnen gegenüber 406.149 im Januar 1936, die der auslaufenden Schiffe 428.224 gegenüber 400.412 to. Im Hafen von Jaffa liefen Schiffe mit 109,000 to ein (Januar 1936: 214.511) und mit 112.600 (210.670) Nettoregistertorien aus. Deif Rückgang im Häfeil Vöö Jaffa ist darauf zurückzuführen, daß ein Warenumschlag von Juden im Hafen nicht mehr erfolgt. Die jüdischen Handelskreise benutzen im weiten Maße •die Landungsbrücke in Tel Awiw, an der im Januar 1937 3560 to entladen und 2450 geladen wurden. ■ Im Jahre 1936 wurden die Häfen Palästinas von Schiffen mit einer Gesamttonnage von 5.000.690 angelaufen, während Schiffe mit 4.800.000 to ausliefen. Die entsprechenden Zahlen von 1935 sind 5.526.000 und 5,502.000. Das Ree d e r e i g e s c h ä f t in Palästina hat in der letzten Zeit einen erheblichen Aufschwung erfahren. Neue Reedereien sind gegründet worden. Die Bestrebungen zur Entwicklung des Seeverkehrs haben sich erheblich verstärkt. In Haifa ist die Middle East and Continental Shipping Cp. mit einem Kapital von 10,000 Pfunid gegründet worden.. Die Gesellschaft wird sich wahrscheinlich im wesentlichen dem Küsten« dienst in den östlichen Mittelmeergebieten widmen. Der Palestime Maritime Lloyd in Haifa, vor einigen Jahren mit einem Nehnkapital von 30.000 Pfund gegründet, betreibt mit zwei Dampfern einen regelmäßigen Wocbemdieinst zwischen Haifa und dem Schwarzen Meer. Neben Pasisaigeren wird auch Frachtgut befördert. ». ': '' ' ■ '.'.' Seit Betriebsaufnahme im September 1934 bis Ende 1936 machten die beiden Dampfer hundert Fahrten. Infolge der Unruhen hat die Gesellschaft mit .einem buchmäßigen Verlust abgeschlossen. Die Palestine Shipping Co., die mit dem Personeildampfer Tel Äwäw .die Linie Triest-Haifa 14tägig bediente, konnte bekanntlich der Konkurrenz der großen TourenJinien nicht standhalten und' mußte ihren Damp-- fer im Herbst 1936 stillegen. Die Atid Navigation Co. in Haifa, die den - Küstenverkehr nach Aegypten und der Nordlevante betreibt, soll befriedigend arbeiten. Die Gornia-Am^riean Shipping Line unter« nahm 1935 insgesamt 59 und 1936 60 Fährten mit den Dampf ern Polonia und Kosiciuskö nach' Palästina. - Der Dienst wurde im Herbst ■ 1936 eingestellt und ist im Februar d. J. mit der Polonia wieder aufgenommen worden, die .die Linie.-Konstanza-Haifa Htägig bedient. Bs wird gehofft, daß das neue Trans* ferabkommen zwischen Polen und Palästina dem Touristenverkehr und der Beförderung von Auswanderern neüen Auftrieb geben wird. Seit März laufen auch die •Dämpfer der Messageries Märitinie Palästina an. ' : " ' ,;. '"'-■' '•

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