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Der Israelit · 1937-04-29 · Heft 17 (29.4.1937) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 17 (29.4.1937)
Date
1937-04-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 2 Nr. 17 _ Begleitschreiben erklärt die Exekutive, daß insbesondere für das neue Elektrizitätswerk am J a r k ö n zahlreiche jüdische Arbeiter benötigt werden würden. Die von der Regierung zur Feststellung der Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes eingesetzte Kommission, der zwei Araber und D er I s r a e 1 i t__ ein Jude angehörten', hat die Zahl der jüdischen Arbeiter, für die Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden wären, mit 8000 beziffert. Die Eni-. Scheidung über die Höhe der neuen Arbeiterschedule haben nunmehr der High Commissioner und das Colonial Office zu treffen. 2£. April 1937 Eine Entschließung der A.C.-Sitzung in Jerusalem. Die Beratungen des zionistischen A. C. in Jerusalem schlössen mit der emstimmigen Annahme . einer Entschließung, die sich gegen jede Beschränkung der Entwicklungsmöglichkeiten des Jüdischen Nationalheims durch Teilung Palästinas richtet. In der Entschließung wird die Zustimmung zu der Haltung zum Ausdruck gebracht, die die Exekutive der Jewish Agency vor der Köngil. Kommission eingenommen hat. Es werden sodann die klaren Verpflichtungen hervorgehoben, die Großbritannien dem jüdischen Volk gegenüber mit dem Mandat übernommen hat. Es wird er-: klärt, daß das jüdische Volk auf Grund seiner im Mandat anerkannten historischen Rechte auf Palästina, sowie angesichts der schrecklichen Not der jüdischen Massen in der Diaspora, der ungeheuren Entwicklungsmöglichkeiten, die in Palästina vorhanden sind, und der wirtschaftlichen Prosperität, zu der Palästina durch die Juden gebracht wurde, sich in schärfster Weise gegen jeden Versuch wendet, die jüdischen Rechte und die Möglichkeiten der räumlichen Ausdehnung des jüdischen Nationalheims zu beschränken, ebenso* gegen jeden Versuch, von dem Grundsatz abzugehen, daß nur die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes für die Regelung der Einwanderung maßgebend sein soll, gegen jeden Versuch, den Verkauf von Grund und Boden zu verbieten und das Mandatsgebiet durch Teilung oder Kantonisierung oder auf andere Weise einzuschränken. Auch die Ver-1 hinderung jüdischer Einwanderung nach Transjordanien wird als ein .Abweichen vom Mandat bezeichnet. Es wird erklärt, daß die jüdische Not in vielen Ländern der Diaspora dringend eine Beschleunigung des Palästina-Aufbaus und eine Ausdehnung der Kolonisation erfordere. Die zaudernde Politik der Palästina-Regierung sei eine der Ursachen der jüngsten Unruhen, gegen die das Aktions-Komitee schärfsten Protest erhebe. Schließlich wiederholt das Aktions-iKomitee die vom Kongreß zum Ausdruck gebrachte Bereitschaft der Juden, mit den Arabern in Frieden und Harmonie zusammenzuleben. (Ueber die Verhandlungen siehe Seite 7.) Verordnung über Heranziehung der deutschen Staatsangehörigen im Ausland zum Wehrdienst. Berlin, 27. April. Durch eine Verordnung vom 17. April ist unter Aufhebung der bisherigen Bestimmungen die Heranziehung der deutschen Staatsangehörigen im Auslande zum aktiven Wehrdienst und zum Reichsarbeit&dienst geregelt worden. Danach hat sich jeder Dienstpflichtige deutsche Staatsangehörige, der seinen dauernden Aufenthalt im Auslande hat, bei dem örtlich zuständigen deutschen Konsulat schriftlich anzumelden. Als Dienstpflichtiger wird jeder männliche deutsche Staatsangehörige bezeichnet, der einem zur Erfüllung der Arbeitsdienstpflicht und der aktiven Dienstpflicht aufgerufenen Geburtsjahrgangs angehört. Auch' ist jede Aenderung des Personenstandes oder des Wohnsitzes schriftlich zu melden. Als eine der Voraussetzungen für die freiwillige Ableistung des aktiven Wehrdienstes und des Reiphsarbeitsdienstes wird u. a. genannt, daß der Bewerber Ndchtjude ist. Auch die Verordnung über die Musterung und Aushebung ist neu gefaßt worden. Ihr § 19 bestimmt, daß dienstpflichtige Juden im binne des § 5 der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz im Frieden zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht und der^ Arbeitsdienstpflicht nicht herangezogen werden. Sie sind der Ersatzreserve II zuzuweisen. Dienstpflichtige jüdische Mischlinge im Sinne des § 2 der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz haben die aktive Dienstpflicht und die Arbeitsdienstpflicht zu erfüllen. Mohelbücher und Grabstein-Verzeichnisse der Juden in Deutschland« Berlin, 26. April. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden und das Kuratorium des Gesamtarchivs der Juden in Deutschland richten folgenden Aufruf an die jüdische Oeffentlichkeit: Wir haben wiederholt auf das Gesamtarchiy der Juden in Deutschland hingewiesen und zur Unterstützung seiner Bestrebungen aufgefordert. Das Gesamtarchiv hat bereits die Akten und Register von Hunderten von jüdischen Gemeinden gesammelt und so die Grundlagen für die Erforschung der Gemeinde- und Familiengeschichte gesichert. Durch Sammlung von Mohelbüchern und durch Gewinnung von Grabsteinverzeichnissen sollen die Bestände und damit die Auskunftsmittel des Gesamtarchivs systematisch erweitert werden. Wir bitten alle Besitzer von Mohelbücharn, sich mit dem Gesamtarchiv in Verbindung zu setzen und ihm die Herstellung von Abschriften bezw. die Erwerbung der Originale zu ermöglichen. Ebenso legen wir allen Gemeinden, die über Grabsteinverzeichnisse verfügen, nahe, diese Verzeichnisse dem Gesamtarchiv im Original oder in Abschrift zugänglich zu machen. Das Gesamtarchiv ist ermächtigt, im Rahmen seines Etats die Aufnahme der Grabsteine alter Friedhöfe finanziell zu fördern. Es kann natürlich in jedem Jahr nur eine bestimmte Anzahl solcher Friedhof suwentarisierungen durchführen oder unterstützen. Diejenigen Gemeinden, die eine solche Verzeichnung ihrer alten Grabsteine herstellen lassen wollen,, werden daher gut tun, sich umgehend an «das Gesamtarchiv zu wenden. Zuschriften sind zu richten ari den Leiter des Gesamtarchivs, Herrn Dr. J. Jacobson, Berlin N 4, Oranienburgerstr. 28. Die nächste' Nummer -des „Israelit" kotipat; wegen des bürgerlichen Feiertages erst am *Freitagt den 7. Mai, zur Ausgabe. Ä Lag b'Omcrfeicrn, die stattfinden und ausfallen. . Jerusalem, 25, April. Nach Besprechungen des Rabbinäts und des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde von Safed mit dem Regierungskommissar haben die; Behörden ihre Zustimmung dazu erteilt, daß auch in diesem Jahre die tradi.tipn.elle Lag b'ome.r- Feier am Grab e R a b b i Simonbar Joachais in dem Dorfe Feton bei Safed abgehalten werde; Verstärkte Polizei und Militärabteilungeh werden anläßlich der ,,Hadlaka" (Entzünden der Freudenfeuer) die Bewachung der Ortschaft Meron und der Landstraßen Safed — A k k o und Safe d — T i - b e r i a s übernehmen. Warschau, 26.. April, Die üblichen A u f m ärseke und Ausflüge d e r S c h u 1 j u g e n d anläßlich Lag b.'omef finden in diesem Jahre aus Sicherheitsgründen nicht statt. Die Bemühungen der Jugendorganisationen, diese Ausflüge am 2. Mai zu veranstalten, haben gleichfalls zu keinem Erfolg geführt. Geschlossene Aufmärsche der Jugendlichen durch die Straßen Warschaus, sogar in den rein jüdischen Stadtvierteln, nach. Beendigung von Ausflügen unterbleiben auf jeden Fall. Agudas Jisroel, auf einer Völkerbundkonferenz. London, 26. April. Der High Commission er für F l.ü c h 11 i n g s f ü r s o r g e hat die Agudas Jisro el - Weltorganisation eingeladen, sich an der in den nächsten Tagen in Brüssel zusammentretenden V ö 1 k e r bu n d k o n f e - r e n z zur Regelung der F1 ü c htlings frage zu beteiligen. Als Vertreter der Agudas Jisroel wird aü±~<lieser Konferenz Advokat M. Müller, Paris, anwesend sein. Die Bemühungen der Agudas Jisroel gehen dahin, daß die Emigrantenfrage auch bei der Imperial e xi k o nier e n z , die in London in den Tagen der Krönungsfeierlichkelten zusammentritt, behandelt' werden möchte. (Siehe; Leitartikel,} Die Ausweisung von Juden aus Portugal* — Einschreiten des Auswanderungskommissars abermals gefordert. Paris, 21. April. Da trotz der von den portugiesischen Behörden vor kurzem dem Völkerbundsöberkommissar für Auswandererfürsorge gegebenen Zusicherungen, die Ausweisung jüdischer Eingewanderter aus P o.r t u g a 1 andauert, hat die Leitung der Hias-Ica-Emigration Association (Hicem) den Oberkommissar abermals ersucht, bei der Portugiesischen Rß* gierung einzuschreiten. Obwohl dem. Oberkonv missar erklärt worden war, daß kein Grund vorhanden sei, Massenausweisüngen zu befürchten, deuten die von Hicem erhaltenen Mitteilungen darauf hin, daß sich die Lage zahlt eicher Ausgewanderter sehr ernst gestalten wird, wenn nicht eine wirksame Intervention erfolgt. Besichtigen Sie unsere Auslagen -und Sie kleiden sielt modisch.

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