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Der Israelit · 1937-04-29 · Heft 17 (29.4.1937) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 17 (29.4.1937)
Date
1937-04-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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9^S^!^!wZm!^^^^f'i3'-i:-ii,t^' ^iV;'r-{vvt" ^mmm^^^x^ ■ w ^kw«.» Frankfurt a. M- 29, April 1937 18; Ijar 5697 Nummer 17 Die religiöse Hallung der jüdischen Arbeiter-Jugend in Polen Warschau, 26. April. Eine vor kurzem von einer Vereinigung der jüdischen Arbeiterjugend in Polen durchgeführte Erhebung hat gezeigt, "daß entgegen der allgemein verbreiteten Meinung, die religiöse Haltung in d e n K r ei sen der j u g e n d- 1 i c h e n Arbei t eirs c ha f t k e i n e s w e g s geschwunden ist. Die Vereinigung hat xn über zweihundert Städten und Städtchen eine Umfrage über die Lebensweise der jüdischen Arbeiterjugend Veranstaltet. Der Fragebogen enthielt u. el. eine^ .Rubrik, die zur Feststellung des Prozentsatzes .der Jugendlichen, bestimmt war, die regelmäßig beten, Es. ergab sich, daß die Religiosität ihre stärkste Stütze nicht, wie man anzunehmen geneigt war, in den Kleinstädten,' sondern gerade umgekehrt in den große re n Z e n t r e n besitzt;. Man führt dies darauf zurück, daß in den Kleinstädten fast alle arbeitenden Jugendlichen von den G e w e r k - schaften erfaßt werden und damit in eine wenig religiöse Atmosphäre geraten, während es in den Großstädten zahlreiche nichtorganisierte Arbeiter gibt und auch die organisierten Arbeiter in die Gewerkschaften nur von Zeit zu Zeit zur Erledigung beruflicher Angelegenheiten kommen, nicht aber eigentlich in diesem . Kreis .leben. Der Prozentsatz der regelmäßig Betenden beträgt bei Jugendlichen unter 14 Jahren in . den Großstädten 83, in den Kleinstädten 71 Proz.; von den über 20 Jahre alten Personen beten in den Großstädten 48, in den Kleinstädten 36 Proz. Bis zum Alter, von 30 * Jahren sinkt der Prozentsatz, um ""bei höherem Alter wieder zu steigen. , Bemerkenswert ist auch, daß der Grad der, Frömmigkeit nicht nur in den verschiedenen Lebensaltern, sondern auch in den einzelnen Berufszweigen verschieden ist. Fromme Juden sind am stärksten in der H o 1 z b r a n c h e vertreten, und zwar mit 65 Proz. In der Kleid e r - in dustrie beträgt die Zähl der Beter 61 Proz., ebenso hoch ist sie im iNahrungsmi tt e 1 g e w e r b e. Im B ä u g e w erbe beträgt Slü 60, beiden Hand e 1 sang e s t e 111 e-n ^nd den Textilarbeitern 58 Proz. Die Metall a r b e i t e r s c h a f t zählt nur noch 46 Proz. regelmäßige Beter und am geringsten. lst deren Zahl bei den Druckern und S e te r n. Sehr gering ist die Religiosität in den Kreisen der w ie i: B 1 i c h e h Arbeiterjugend, von der nur 5 Pf dz. angegeben haben, daß sie regelmäßig beten. _......,.........., „............... ' Bei der Ergebnissen dieser Umfrage » ist :zu berücksichtigen, daß "nur die A r b e,i t e rJugend nicht aber auch die c h a s s i d i s c h e und b tifi?-"'; £ e r 1 i c h e Jugend 'erfaßtwurde. ' Ob hierbei die nach Zehntausenden zählen-' <len P o a 1 e A g u d as J i s roel und bei der. Feststellung der religiösen Haltung der Mädchen die, Bnoth Agudas Ji s r o ,e .1-und die Schülerinnen der B e s J aakauw-Sckul en mitberücksichtigt sind, wissen wir nicht. Das „Nichtbeten" der Mädchen kann übrigens nicht als Maßstab gelten, da ein Synagogenbesuch der Mädchen im. Osten nicht üblich ist. Man handelt um die neue Schedule - Forderung der Jewish Agency und Antrag der Regierungs-Kommission. Jerusalem, 23. April. Wie die ITA. aus bestunterrichteten maßgebenden Kreisen erfährt, hat die Exekutive der Jewish Agency am 16. April der Palästinaregierung ein Ansuchen um Bewilligung von 11.000 Zertifikaten für die. Halfjahres-Schedule April—Oktober 1937 unterbreitet. In einem Aiis dem Inhalt: Verordnung über die Heranziehung der deutschen Staatsangehörigen im Ausland zum Wehrdienst . . . . . . . . . . Sexte 2 Familienforschung der Juden in Deutschland . 'j. Seite 2 Abgehaltene und abgesagte Lag b'Omerieiern Seite 2 Wochenrundschau (Seelische Betreuung der Auswanderer, nationaler Block in Polen, Chubaa Chebrön) . .... . Seit« 4 Nach Abschluß der Jüdischen Winterhilfe -; Seite 5 Gedanken und Formulierungen' Dr. Nathan Birnbaums ..... . .... Seite 5' Lohnauszahlung an jüdischen Feiertagen Seite 6 Ausschreitungen in Polen vor Gericht Seite 6 Londoner Brief . . . . Seite 6 Erez Israel .; . . . '. Seite 7 Beilagen; Der Kleine Israelit Von Jacob Rosenheim in London. ... 1. Noch im Laufe des Monats Mai, bald nach der Krönung, werden sich die führenden Politiker der englischen Dominions mit den britischen Ministern zu einer „Imperial Conference" vereinigen, deren Tagesordnung vor einigen Wochen im Parlament bekanntgegeben worden ist. Zwei Gruppen von Fragen werden im Vordergrund der Erörterungen stehen: die der Reichsverteidigüng und der« große Komplex der handelspolitischen und verkehrspolitischen Beziehungen des Mutterlandes und der Empire-Staaten untereinander. Ganz am Schluß erscheint auf der Tagesordnung aber auch das Problem der „ W a n d e - r u ri.g", das heißt zunächst das Problem der staatlich subventionierten A u.- s w a n d e r u n g' britischer Bürger ' aus England nach den-Dominions, das anläßlich einer Regierungsvorlage während der letzten Monate wiederholt Gegenstand mehr oder minder ernster Aussprachen in den, beiden Häusern des Parlamentes gewesen war.- : ~~ Wie gerade diese Aussprachen und nicht minder die daran sich' 'knüpfenden Erörterungen in der ernsthaften politischen Presse unzweideutig erwiesen, besitzt das Problem der Empire - B i n n e n w a n d e r u n g eine verzweifelte Aehnlichkeit mit dem der Quadratur des Zirkels, solange man es so enge faßt, wie dies bisher der Fall war. Auf der einen Seite/ sind sich sämtliche Dominions, Australien sp gut.wie Südafrika, Canada und Neuseeland darüber klar, daß die ungeheuren menschenleeren Gebietsteile, die sie umfassen, auf die Dauer eine Bedrohung ihrer Stabilität zu ihrer Existenz darstellen. Der australische Ministerpräsident, Mr. Lyons, hat offen ausgesprochen: „ A u s i. r a 1 i e n kann seine Position nicht rechtfertigen, so lange es seine Territorien nicht entsprechend bevölkert." Mr. Savage, der Prime-Minister von Neuseeland, hat vor kurzem eine Empire-Konferenz gefordert, um Mittel und Wege zur Besetzung der leeren Landstrecken ausfindig zu machen. Der konservative Parteiführer von Canada hat > in einer zugespitzten Gegenüberstellung das S i e bt e l der Welt, das den Dominions zu eigen gehöre, mit dem fünfundsiebzigstel Anteil ihrer Volkszahl an der .Bevölkerung der Welt verglichen. Und selbst aus Südafrika ist — trotz der unbegreiflich kurzsichtigen neuesten Wende der Einwanderungspolitik — eine Erklärung von. General S m u 1, s zu verzeichnen^ lautend: „Wir haben nicht die menschlichen /Hilis- (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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