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Der Israelit · 1937-04-29 · Heft 17 (29.4.1937) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 17 (29.4.1937)
Date
1937-04-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Naturschätze ruhen * in diesem „Toten Meere", in dessen Einsamkeit durch Ausbeutung und Nutzbarmachung in den letzten Jahren Leben gekommen ist. Es ist die Lagerstätte von Millionen Tonnen Pottasche, Magnesium-, Natrium - und Calciumverbihduagen, mit deren industrieller Ausnützung ein Großbetrieb begonnen hat. Die Palestine Potash-Gesellsehaft hat durch Errichtung umfangreicher Anlagen zur Gewinnung der Minerale eine verlassene und verödete Gegend in eine belebte Arbeits- und Wohnstättß. verwandelt. Man hat auch damit begonnen, die Wasser und Quellen des Toten- Meeres für Heilzwecke auszunützen. So hat sich Kallia am Nordwestufer zu einem Bade- und Kurort entwickelt, O. Das mißglückte Radio, Von Alice Oppenheimer. „Fritz, komm'," ruft so leise als möglich Franz zum Fenster hinauf, „komm', ich habe alles." Franz, ein Junge von 10 Jahren, hält etwas in Zeitungspapier unter dem Arm, er hebt sich auf die Fußspitzen, daß Fritz ihn besser sieht. Fritz Öffnet einen Spalt des Fensters und ruft: „Gleich, warte!" Er geht zum Garderobenständer, nimmt seine Kappe, läuft an die Vorplatztüre und schaut sich scheu um, denn er weiß, Mutter liebt nicht das Fortgehen, ehe die Aufgaben gemacht sind* dann aber gibt er sich einen Ruck und marschiert ganz stolz die Treppe hinab. Er hat ja ein Recht wegzugehen, denn der Lehrer, als er von den Feiertagen am Morgen in der Schule sprach, meinte: „Wer Zeit hat, gehe in den Zoologischen Garten und sehe sich den Widder an, um das Widderhorn, das uns den Schauforton am Roschhaschana vermittelt, kennen zu lernen." „Franz, was hast Du denn da alles bei Dior?" meint Fritz. ,,Frage doch nicht so dumm, ich sprach doch am Morgen schon mit Dir darüber. Vater hat eine Zeitung über Radiobasteln, die habe ich mir genau angesehen. Jetzt weiß ich, wie man's macht, eine ganz einfache Sache, das gibt was Feines!" Dabei wirft er seine Kappe hoch, fängt sie wieder auf. „Franz, aber im Zoo? Was willst Du denn dort mit Radio?" „Ich habe Dir schon einmal alles erklärt. Erzählte ich Dir nicht von dem Wärter, der mich nicht leiden kann und der mich jedesmal aus dem Giraffenhaus wirf|? Dem stecke ich es heute, darauf kannst Du Gift nehmen!" — Die beiden Knaben setzen ihren Weg fort und kommen an den Zoo. „Fritz," meint Franz, „ich bin nicht abonniert und mein Taschengeld reicht nicht." „Macht nichts." Wir haben Familienkarte, Du bist halt mein Bruder."' Beide Jungens gehen unbehelligt hinein. „Laß' uns gleich zu den Giraffen gehen." „Wollen wir nicht lieber zuerst den Widder ansehen, wenn wir -morgen gefragt werden, wissen wir sonst nicht Bescheid!" „Du Jammerlappen, stecke Dein ewiges Gewissen fort in Deine Tasche' und komm' mit." — Sie sehen die Löwen^dierAffen tummeln sich in Außenkäfigen, alles lockt Fritz zum Stehenbleiben. Die Affen sind aber auch'zu ) possierlich. Fritz steht,, schaut und-rührt sich nicht vom Fleck/.Franz stößt ihn in die-Rippen, „komm' mit, in einer halben Stunde muß alles fertig sein." Sie gehen zum Giraffenhaus. „Zu dumm, zu dumm, Fritz, die Tiere sind im Freien, da geht's schlecht, wenn uns nur keiner ertappt." Zufällig ist weit und breit niemand zu sehen. Franz bindet sein Paket auf, nimmt eine Rolle Draht heraus. „Höre, Fritz, es muß alles schrecklich schnell gehen. Hier hast Du Brot und' Grünzeug, locke die Giraffen an, füttere sie, daß sie sich still verhalten, ich steige unterdessen die Käfigstangen hoch, suche auf den Hals einer Giraffe zu kommen, schwinge einen Draht wie ein Lasso um der Giraffe hohen Kopf, d. h. um ihre kleinen Hörner. Ich will , dann den Draht mit dem Tierhaus verbinden, also den Giräffenkopf als Hochantenne benutzen und im Giraffenhaus dann ein Radio Jegen, Kommt dann der Wärter, spielt auf einmal Musik im Stall!" Franz hüpft von .einem Bein* aufs andere. „Wunderbar, wunderbar!" „Franz, die Giraffe, wird aber weglaufen und der Draht reißen!'^ „Nee, ich habe ganzdicke Kordel, damit bindest Du die Giraffenbeine an die Stäbe. Du mußt Dich halt geschickt anstellen!" „Franz, wenn sie mir aber wegläuft?" „Du alte Memme, entweder mache, daß Du wegkommst, oder hilf mir!" Ein paar Leute kommen vorüber und bleiben stehen, Fritz und Franz werden ganz zappelig, wenn nur die Besucher fortgehen, wie bald kann der Wärter kommen. Endlich gehen die Leute weiter. „Hier, Fritz, nimm' das Brot und die Salatblätter, locke sie, ich steige am Zaun hoch." „Tz, tz, komm', komm', komm'," macht Flitz, aber die Tiere reagieren nicht, sie sehen einen Menschen die Stangen zu ihrem Käfig hochklettern, sie werden scheu, rennen, in der Umzäunung hin und her. „Pack' die Tiere!" schreit Franz. „Es geht nicht!" ■— Als Franz die oberste Sprosse erreicht, verhält er sich still, denn er denkt, vielleicht gewöhnen sich die Tiere an meinen Anblick. Er behält recht, zwar braucht es eine Weile, bis die Tiere Fritz das Futter abnehmen, aber dann essen sie mit Behagen, lecken sich mit ihren schwarzen Zungen das Maul ab. Franz rutscht unterdessen auf der obersten Stange immer näher an die Tiere heran, schwingt seinen Draht, ohne das Ziel zu erreichen. (Schluß folgt.) Auflösung des Silbenrätsels. 1. Mäjjhn. 2. Esel. 3. Gedera. 4. Isar. 5. Lateme. 6. Altar. 7. Tebeth. 8. Hanna. 9. Else. 10. Samuel. 11. Tiberia®. 12.' Hugo. 13. Enschede. 14. Rabbiner. MEGILATH ES TH E R

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