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Der Israelit · 1937-04-22 · Heft 16 (22.4.1937) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 16 (22.4.1937)
Date
1937-04-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Nr. 16 . Das Gemeindeleben liegt Heute in den Händen der H^iholaus der Botei Mddroschdm, *die -alsjuridische Per^n gegenüber der Regierung anerkannt sind. Da die jüdischen Massen vollauf mit der bisherigen.' Ordnung zufrieden sind und1 kein© Sehnsucht nach der Gememdekonstruktion von; 1919—-24 haben, ist zu hoffen, daß die Gememde Vertretung sich auch weiterhin in den; Händen der Hanholaus der Botei Midroschim befinden wird. *v. Rede-Verbot für Ausländer als Folge der Sprengung einer Keren Hajessod-Versammlung in Köwiio. Kpwio, 161 .April In Anbetracht der ernsten Rühestörungen, die' sich bei einem von .Revisionisten gesprengten Vor tragsabend ereigneten, an dem der Direktor des Ke ren Hajessod, Leib Jaff>e, gesprochen hatte, hat die litauische Regierung Y<t r t r ä g e na u &I ä n d i scher Red stier bis auf w ei t eres verboten. Es ist dadurch Direktor Jaffe und der Vertreterin der WIZQ, Frau, Karl, unmöglich gemacht worden, sich, an der zionistischen Arbeit in Litauen zu beteiligen. England. Wird das Parlament erst -befragt? Baldwin vermeidet eine klare Antwort. - * . . y L o n d o n , , 14. April. Der Frage, ob dem englischen Parlament Gelegen beit geboten werden wird, zu dem Bericht der Kgl. Kommission über Palästina Stellung' zu nehmeri, fbe vor die Regierung eine endgültige Entscheidung trifft, die von dem Abgeordneten Geoffrey Man der in der Unterhaussitzung vom 14, April dem Ministerpräsidenten Stanley Baldwin vorgelegt wurde, ging dieser aus dem Wege, indem er erklärte, er könne sich hierüber nicht äußern, bevor nicht der Bericht der Kgl. Kommission vorliege. Als der Abgeordnete weiter fragte, ob der Mönisterpräsadeait die Zusiche rung geben könne, daß der Bericht früher als jemand anderem den Mitgliedern des Hauses zugänglich gemacht werden wird, wurde er vom (Ministerpräsidenten aufgefordert, diese Frage für eine kommende Sitzung anzumelden. Einen scharfen Vorstoß gegen den High Commissioner für Palästina und gegen den Kolonienminister unternahm der Abgeordnete Colonel Josdah W e d g <e w o o d im Anschluß an eine Frage über die Ermordung der Kolonistin Engelhardt bei Petach Tikwah. Minister Ormsby-Gore antwortete, er werde darüber vom High Commissdoner einen Bericht verlangen. In der . Zeit vom 18. März bis 11. April seien keine Mord« oder Mordversuche gemeldet worden. Am 11. April habe er zu seinem Bedauern nicht nur von dem vom Abgeordneten Wedgewood erwähnten Verbrechen, sondern auch von bewaffneten Angriffen auf mehrere Araber erfahren. Weitere Fragen Wedgewoods blieben unbeantwortet. Auf .eine Anfrag« des Abg. Morgan über die Schädigung der Palästinaindustrie durch Verderb von Früchten bei der V er s c h,i f f un g nach England antwortete der Koltoni enminist er, der in diesem Jahr besonders hohe Verlust sei vermutlich nicht ausschließlich auf ungünstige Transportverhältnisse, sondern vor allem auf die schweren Regengüsse während der Ernte zurückzuführen. Die Palätinaregierung beabsichtige Nachforschungen über die Möglichkeit des Vermeidens von Verlusten durch Verderb durchzuführen. Der Israelit Vom . Board of Deputies. London, 14. April. Der Board bf Deputies beschloß in seiner letzten Sitzung,- die Beratung über den Bericht der Untersuchunigs-Kommission zu vertagen. Mit der Anglo-Jewish' Ass'o'ci at'ion sollen neue •'Verhandlungen angeknüpft werden.; Präsident Neville L a s'k i gab einen Ueberblick' über die Arbeiten und: Erfolge' des Board in' der letzten Arbedtsperiodei Seine Tätigkeit steigerte sich entsprechend der Steigerung der jüdischen Not in Polen. Viel Zeit und Mühe mußte auch zur Abwehr von Angriffen auf die jüdische Gemeinschaft in England aufgewandt werden. Man strebe die notwendige Vereinheitlichung der Abwehrarbeit an, jedoch' nicht unter Aufgabe das Grundsatzes; daß der Board eine vollständig unpolitische Körperschaft sei. Die Abwehrarbeit war im ganzenj vön Erfolg gekrönt, aber , sie müsse noch weiter in jeder gesetzmäßigen Form fortgesetzt' werden. Das Palästinaproblem betrachtet der Board* als lebenswichtig für alle. 1 In einem 'isoeben erschienenen Jahres1 r/e rieht für 1936 bietet der Board of Deputies einte Ueber- sieht über die Tätigkeit'der einzelnen' Komitees so»-', wie des Joint F o r e d g n. C o m. m ä■ 11 e e1neb en der Jahresabrechnung1 und dem:;,6eriohte Hiber die Huldigungsadresse ' de® - Board an K^önig Eduard VIII. Die Woche- < Berlin. Die „Westpreußische'Zeitung" in Elbing meldet, daß die Zigarrenfabrik Loeser u. Wolff in Elbdng, ein© der größten Zigarrenfabriken Europas, seit dem 1. April 1937 nunmehr in rein arischen Besitz übergegangen sei. Alleiniger Inhaber des Werkes sei Direktor Beyer-Berlin. Köln. Das „Gemeindeblatt für die jüdischen Gemeinden in Rheinland und Westfalen" . meldet, 'daß die S c h wimmhalle in einem Schwimmbad Köln® .am Montag von 18—20; Uhr - für Juden zur alleinigen Benutzung freigegeben worden sei. Warschan. In den Monaten. Januar bis März 1937 wurden durch das Zentrale Palästinaamt in Warschau 1256 Auswanderer abgefertigt. Davon entfielen auf Inhaber von Arbeiterzertifikaten 714. Bei den Übrigen ■■ Auswanderern handelt es sich um Studenten, Schüler, Rabbiner msw. —^ Am 12. April ist von Warschau ein Transport von 200 Auswanderem über Konstanzanach '- Palästina abgegangen. ' Ein weiterer größerer Transport ist für .den 27. April vorgas-eiWii. — In Otwock.ist der Leiter der Lubawit-; scher Jeschiwa, Rabbi Salman 1 Gur=Ar}eh, . von Nationaldemokraten; überfallen : und schwer mißhandelt worden. KownO;. ' Eine; Versammlung des Keren Hajessod in Kowuö, bei der Direktor Leib Jaffe sprach, ist von Betarim gesprengt worden. Infolge des entstandenen Tumults wurde .die Fortsetzung des Vortrags von der Polizei verboten. Die Fenster des Palästina-Amtes in Kowno sind zertrümmert worden. Paris. Am 26. Mai findet in Paris die Generalversammlung des französischen „Verbandes der Gläubigen" statt, dem Katholiken, Brotestanten und Juden angehören. Der französisch-jüdische Dichter Edmond F1 e g wird den Vorsitz führen. London. Die mit künstleri- , sehen Glasmalereien ausgestatteten Fenster der Leytonstone and Wansteai Sy-; nagoge in London sind durch Axthiebe und' Sternwürfe zertrümmert worden. Die Täter konnten entkommen, bevor Polizei eintraf. Eine strenge Untersuchung wurde i eingeleitet. —■ In einem Konfereuz=Zimmer ' des Unterhauses fand unter dem Vorsitz des Abgeordneten Colone] Josiah Wedge- . wo o d eine gut besuchte Versammlung des Propalästina-Komitees des englischen Parlaments statt, bei der Lady Reading über ihre während ihrer letzten Palästinareise gewonnenen Eindrücke sprach. Kairo. Seit vier Jahren veranstaltet .der ägyptische Rundfunk regelmäßig ein© "~ „ J ü d i sehe Stunde", in der Sendungen in; i^ddis c h e r Sprache verbreitet ^werden. Während die zionistische Zeitung „Israel" die Sendungen propagiert, verlangt das Blatt „Kadima'V daß ,an Stelle des Jiddischen Hebräisch für die „Jüdische Stunde" eingeführt werde. Sao Paulo. Der» jüdische Radiotechuiker Dr. .Leon Schulmann hat den,Auftrag erhalten, für .die Marconi Comp, in Santo Amaro. den Sender „Tufan" zu bauen, der der größte Bra si.liens, und einer der., größten von ganz Südamerika sein soll. Jerusalem.- Wie;die ' Tagasaeitung ..Haarez" meldet, dürfte sieh j der Generalsekretär .des Obersten, Arabi-; sehen Komitees, ,vA uni . ,B,e yr; A b d-u;l H a d i , in den nächsten .Tagen-, nach. London begeben, um an; der;Spitze-der: oiiiziellen arabischen Propaganda-Abordnung' ' die politische Aktion zu leiten. New ^fjV^] Der bekannte .jüdische Hästpriker? und Nestor der. sepbardischen Gemeinde von New York, Rabbi Henry Pereira M e n d e s, feierte am 13. April seinen 85. Geburtstag. Zahlreiche führende amerikanische Persönlichkeiten, unter ihnen Staatsgouverneur Herbert H. L ehm an und; der New, Yorker; protestantische . Bischof Dr. Manninig, .haben den Jubilar kerzlieh tb^lficU^pj&ifht. \ —'In New:Yörk starb der^o&liza^ie.'P^ms. throp'1 'Henry Goldman kurz vor ,Vblleri-' "dung seämies'. 80.. Lebensjabiek.' Seit' Jähreu' j hat der Verstorberie, der iii. <ä^,Be^ruädem. ' des Bankhauses Goldman^; S.ächs ü. Co. ^e-.; hörte, .sich in -großzügiger ^eise ipnilanthro-'; pisch betätigt. . :' ' ' h' i , - . ■ ■ ------ .-. . .) -'i i. ■ .,; : fri! *.b« __ . :■ ' .- 22r April 1937 Zum dritten Mal in iüni; Jaliren ein Jude iQ Bombay zum Bürgenfifeister gewählt, .', B;Am-b ay , 14..' April. Zum dritten Male jinmernalb^ von , fünf Jahren üt .in Bombay .ein Jude zum B ü r g e r m e i s t e r gewählt wordenf Der. neue Bürgermeister., Dr. E. Mo. ses, ist gleichzeitig der erste Angehöriigetder Bne I s r a e 1 f der zu daesein Ehrenamt berufen wird. Die früheren jüdischen Bürgermeister, waren Sir David J. Sasso.on und Dr. Meir Nissim. - Die Bne Israel, zu denen de-r neue Bürger« meister gehört, gleichen äußerlich den indischen Eingeborenen. Sie sind von dunkelbrauner Häutfarbe und sprechen den Maharati*Dialekt. Ihren UeberMeferungen zufolge sind sie 'die Nachkommen vön Juden, 'die nach der Zerstörung des zweiten Tempels aus Palästina, flüchteten. Nur sieben Mäa- ■ner und sieben Frauen sollen aber Indien erreicht haben, während 'die übrigen auf der Reise zugrunde •gingen. Von diesen 'sieben Paaren leiten, die Bne Israel ihre Herkunft ab. Bis vor .w^enigen , Jahren lehnten sie eine engere Gemeinschaft. .. mit anderen Juden ab und heirateten nur unter sich. Bezirksrabbiner Dr. Magnus Weinberg 70 Jahre alt. Wiirzbur^ 16, April. Am Montag, den. 8. Ijsur (iQ, -Apmlj' leieirt Bs= ,Kirksrabbinier Dn M. Weinben| in vbller körperlicher RüS'tigkeit und Produktivität des Geistes seinen 7 0. Geburtstag. Unzählige Freunde werden an. diesem Tage im Geiste bei dem vielverehrten Manne sein. Herr Dr. Weinberg hat sich als Rabbiner, als welcher er 40 Jahre wirkte, große Ver/dienste für die Jüdischkeit, 'die Entfaltung der Gemeinden1 und die Jugenderziehung erworben, als Gelehrter einen Ruf in der jüdischen geistigen Welt und als gütiger, liebevoller und opferfroher Mensch die Verehrung aller errungen, die mit ihm beruflich odr gesellschaftlich in Berührung kamen. Herr Rabbiner Dr. Weinberg, der seine rabbinische Ausbildung am Hildeshedmier'schen Rabbiner- Seminar und außerdem bei rabbinischen Autoritäten erhielt) begann 1895 seine Amtstätigkeit in Sulzb ü r g (Oberpfalz), von wo aus er das weitverzweigte Bezirksrabbinat mit Eifer und väterlicher Liebe verwaltete. Später wurde : der Sitz de® Bezirksrabbinat©s nach N>eumarkt, und nach dem Ableben von Rabbiner Dr. Meyer $>"xt nach Regensb u r g H verlegt, wo Dr. W. zum Segen seiner* Gemeinden wirkte, bis er sich vor etwa ll/2 Jahren von seinem Amte zurückzog, um .die wohlverdiente Ruhe, die aber für ihn weitere geistige Betätigung bedeutet, in 'Würzburg zu genießen. Von den literarischen Arbeiten des Jubilars', von denen ein guter Teil den Lesern unseres Blattes wohl bekannt 'ist ,ein anderer Teil in den „Jahrbüchern" der Jüdischen Literarischen Gesellschaft und in Büchern ,jOtnd Broschüren erschienen Ast, nennen wir u. a. die Abhandlungen über Raschi und Rabbenu Tarn, Abhandlungen über talmudische Biegriffe und Ausdrücke wie „iKji", „Cheber ir". Keiner wie Dr. Weinberg kennt sich so in den, Gemeinde; und Memorbüchem seines Heimatiande® aus. Von seinen Veröffentlichunigen zur Geschichte der oberpfälzischen Juden hat die Historische Kommission des Bayrischen L andes-y er band es drei Bände veröffentlicht. .Hochinteressant und von Wissenschaft* liebem Werte sind auch seine Forschungen über die h e b r ä i s c h e n D r u c k e i n . S u 1 z b a e h. ' Sein vor kurzem erschienenesi .Buch über Memorbücher bayrischer :Kehilloth: bildet - nur einen Auftakt zu^ weiteren wertvollen Erscheinungen dieser Art.i.äeiaiie. hd^orascliieii -St;adaeni,.faa!dein. auch die jBeachtung .nichtjüd^dher; Gölehrter.' Auch kost« liehe Skizzen und i Novellen sind - aus. der Feder des mit Geist und Humor begabten Jubilars hervorgegangen, die die" Leser: des „Israelit" noch in guter angenehmer Erinnerung! haben* •:- ' a\ . . Wir wünschen dein verdienstypllen Rabbiner! und Gelehrten, uns^em Freunid] ,upid ^tarbedte^^ 'ein I weiteres Wirken;;b ei volle/r}:: Gesundbedt < ■ «midi' Rüstigk eit des. Geiste® an der Seite seiner Gattin und im Kreise seiner Familie, die. alle in seinem Geiste leben, niv D'iwsi nsn tv Bezirksrabbiner Dr. L. Weingarten ^*^T- 1 - , _Bad Ems, 14, April. •ii : . .'i-.i - <■ :.:?'.!r- .- - *;t Am 11. April .m^jj^-. i^^uBe^k^bbaaejr.rd. R Dr. Laser Weingarten unter großer Beteiligung des ganzen Rabbinatsbezirkes und vieler Freunde zur letzten Ruhe (geleitet. Deir.Verewigte cwunde' 1863 in Felsberg bei 'Kassel geboren,) Nach - Absol\räerung des Öildesheimer'schien. Rabbinerseminars dn Berlin und mehr al^ ^eifährigem Studdenairfenthalt in Rußland, trat er am^l^r?^ 18W. isein Amt" aljs' B^zirkscrabbiner in 5Bad Ejni .an. tSWneJ ganze, Kraft un*,Arlbei;:i: stellt er jja. den Dienst der h^Ii^ejn ^Sa^b^./;^rojies.,J|ei(5tete e'r 'in.; der ^sojrifaleh'VFu^rgg.nj^V,V;>'i*>,?-, . .. Tm Jahre;11892'jßrvin^te^ 4r.yjpii^pI^Eg^|imit>ea das^ Sanatorium. „Emser ^^i^^ftfü^^r^^^&ri" tigfi; minderbemittelte Jüdeiti» Inj! 'Ja'hre. ,189(7. gründlete

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