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Der Israelit · 1937-04-22 · Heft 16 (22.4.1937) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 16 (22.4.1937)
Date
1937-04-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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^pysyr.Z.:- -ar.^ Seite 2 Nr. 16 D r a e 1 i t . ,.,22/. April 1937 die dereinstige wahre Wiederaufrichtung des Königtums G'ttes sich an die Ruinen der Westmauer flüchten und dort in den Tränen der Q^tPITl ]V2 sich ausweinen könnte. Aber ein tiefer Riß mitten durch das jüdische Volk, tiefer noch als der heute bestehende, und dabei für die. Staatsbürger Westpalästinas die furchtbare Hybris eines gefälschten jüdischen Geschichtsbewußtseins, das das Golus beendet wähnt und das trat? ITD^tt Vltf erst recht abschüttelt, wären die unvermeidlichen Folgen der neuen Staatskonstruktion. G'tt schütze sein Volk vor diesem Spiel mit dem Feuer! Wäre es da nicht besser — Realpolitik statt Fassadenpolitik zu treiben, ein palästinensischar abisches Königreich mit Emir Abdulla an der Spitze, mit bi-nationaler Staatsverwaltung, arabischen und jüdischen. Ministem und gesicherter jüdischer Ei n w a n d e r u n g zu schaffen, die j ü d i s c h e W i r t s c ha f t s k r a f t mit dem arabischen Prestige zu verbünden und so — unter der/ bewaffneten Garantie Englands —• eine Politik der Versöhnung und Interessengemeinschaft anzubahnen? Dann wüßten wir, daß wir auch in Erez Jisroel im Golus sind, und daß das En d e des Golus nur um den Preis sittlichen Aufstiegs, nicht aber durch Kraftmeiertum und Gewalt, nicht durch jüdische Legionen, aber auch nicht durch ein mit Stacheldraht eingezäuntes westpalästinensisches Staats-Spielzeug erobert werden kann. Was uns fehlt, sind nur ein p^ar mutige politische Führer, die sich vom Geschrei der Straße nicht einschüchtern lassen. Sonder-Angebot zur beschleunigten Einwanderung nach Palästina. Berlin, 16. April, Die Palästina-Treuhandstelle zur Beratung deutscher Juden GmbH, teilt mit: Am 15. April 1937 ist an den nachstehend bestimmten Personenkreis ein Transfer-Sonderangebot der Trust and Transfer Office Haavara Ltd. in Tel Awiw ergangen, durch das die Einwanderung nach Palästina beschleunigt werden soll. Beteiligen können sich alle Personen, die auf Kapitalistenzertifikat (AI) nach Palästina einwandern wollen, ein solches Zertifikat noch nicht besitzen und entweder bei der Reichsbank für den Erwerb des Vorzeigegeldes unter den Nummern 1771 bis 3000 vorgemerkt sind oder mit dem Betrage des Vorzeigegeldes anstatt bei der Reichsbank bei der Paltreu bis Nr. 2543 zur Einzahlung auf Sonderkonto I vorgemerkt waren und das 55. Lebensjahr noch nicht überschritten hatten. Angeboten werden 110 Einheiten ä LP 1060 zu RM. 26.292. Die Einheit von 1060 EP setzt sich zusammen aus 850 Pfund in bar, 210 Pfund in Wertpapieren der Nir Ltd. Zeichnungsschluß ist der 30. April 1937. Nähere Einzelheiten sind bei der Palästina- Treuhandstelle zur Beratung deutscher Juden GmbH,, Berlin SW. 68, Friedrichstr. 218, dem Palästinaamt Berlin, seinen Zweigstellen und bei den Devisenberatern zu erfahren. Palästina-Frage und Mandatskommission. Ordentliche Kommissionstagung vorverlegt, außerordentliche Tagung verschoben, Genf, 18. April. Amtlich wird bekanntgegeben, daß die außerordentliche Tagung der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes, die über die Lage in Palästina beraten soll, auf unbestimmte Zeit verschoben worden ist. Die ordentliche Tagung der Kommission, wird nicht, wie früher vorgesehen, am 14. Juni, sondern bereits am 31. Mai d. J. in Genf eröffnet werden. Ursprünglich war beabsichtigt, die außerordentliche Palästina-Tagung unmittelbar an die ordentliche Tagung anzuschließen. Daß sie jetzt verschoben wurde, dürfte darauf zurückzuführen sein, daß der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichtes der Kgl. Kommission noch immer nicht feststeht. Aktion zur Unterbringung nehmer in Amerika. New York, 14. April. Auf einer Konferenz der Vereinigung Young Israel in New York wurde die Frage der Arbeitslosigkeit unter der sabbathaltenden jüdischen Jugend erörtert. Mehrere Redner schilderten die großen Schwierigkeiten, mit denen junge Leute, die die religiöse Vorschrift der Arbeitsruhe am Sabbat einhalten wollen, bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz zu kämpfen haben. In den letzten zwölf Jahren konnten durch das Arbeits Vermittlungsbüro der Vereinigung Young Israel 16.000 sabbathaltende Jugendliche untergebracht werden. Weit größer aber ist die Zahl derjenigen, die vor die Wahl gestellt wurden, das Sabbatruhegebot zu verletzen oder arbeitslos zu bleiben. Es wurde im Lauf der Konferenz betont, daß es ein Leichtes> wäre) sämtliche arbeitslose sabbathaltende Jugendliche unterzubringen, wenn die sabbathaltenden Betriebsinhaber in erster Linie diese Jugendlichen bei der Aufnahme von Arbeitern und Angestellten berücksichtigen würden. sabbathaltender Arbeit- Im Zusammenhang mit dem Sabbatschutz wurde auch die Frage einer Unterstützung des Gesetzesvorschlages auf Einführung der Fünftagewoche besprochen. Schließlich wurde dagegen Protest erhoben, daß manche Gewerkschaften ihre Versammlungen am Freitag Abend abhalten. * * * Wie'^der Verband Young Israel mitteilt, ist in New York durch ihn ein Kaschrut-Laboratorium eröffnet worden, in dem alle auf chemischem Wege hergestellten Nahrungs- und Genußmittel auf ihre rituelle Zulässigkeit untersucht werden. Mit der Errichtung des Laboratoriums soll ein weiterer Beitrag zur Einhaltung der religiösen Speisegesetze bei den Juden von New York geleistet werden. Die Analysen werden unter persönlicher Aufsicht von Dr. F. Kraßner, Professor der Chemie und leitender Chemiker der amerikanischen Marine, durchgeführt. Nachfrage nach jungen {Mischen Landwirten in Amerika. New York, i5. April. Die. jüdische Laridwirtschaftsschule 'in Doyle, stone (Pennsylvania), «Jie einzige ihrer Art ia den Vereinigten Staaten, hat. dieser Tage vier. zig Absolventen entlassen, denen durchweg schon im vorherein Stellungen zugesägt waren Jetzt treten siebzig Schüler aus verschiedenen Staaten neu in die" Schule ein. Erhöhung der Einwanderungs- Kaution in Kuba. ' Havanna, 14, April, Die Kaution, die Einwanderer zu hinterlegen haben, damit verhindert werde, daß sie der Oeffentlichkeit zur Last fallen, ist von 300 auf 500 Dollar erhöht worden. Ferner wird die Kau* tion in Zukunft vollständig bar hinterlegt wer. den müssen, während bisher für die Hälfte des Betrages Schuldscheine zulässig waren. Tagung des Zionistischen Aktions- Komitees eröffnet. . Jerusalem, 20. April. Die Tagung des Zionistischen A k - t i o n - Komitees begann am 20. April mit der Ehrung der jüdischen Opfer der Unruhen durch den Präsidenten des Aktions-Komitees, M. M. Ussisehkin. Die ersten Referate wurden von dem Vorsitzenden der Exekutive der Jewish Agency, David Ben Gurion, über die gegenwärtige politische Lage und von dem Vertreter der Jewish Agency in Genf, Dr. Goldmann, über Probleme des Zionismus im Rahmen der internationalen Politik erstattet. Emir Abdulla auf dem Wege nach London. > Jerusalem; 18. 'April. Emir Abdulla von Transjordanien ist auf der Reise zu den Krönungsfeierlichkeiten in London am Freitag in Jerusalem eingetroffen. Weder der Großmufti von Jerusalem, noch irgendeiner seiner Anhänger hatten sich zur Begrüßung des Emirs eingefunden. Offiziell wird mitgeteilt, daß die an den Sekretär des Obersten Arabischen Komitees, Auni Bey Abdul Hadi, ergangene Einladung zu der Londoner Krönungsfeier zurückgezogen worden ist. Auni Bey hatte vor einiger Zeit unter dem Druck der extremen arabischen Nationalisten erklärt, daß er dieser Einladung nicht Folge leisten werde. Anläßlich des Aufenthaltes Emir Abdullas in Jerusalem fand in dem Hause des Rechtsanwalts Hassan Sidky Dajani eine Beratung statt, an der auch der frühere Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Bey Nashashibi, der gegenwärtige Bürgermeister, Dr. Hussein Khalji, und der Sekretär des Obersten Arabischen Komitees, Auni Bey Abdul Hadi, teilnahmen. Es verlautet, daß die Pläne besprochen wurden, die der Enur in London politischen Kreisen vorlegen will. Im Zusammenhang damit wird in einer in Nablus erscheinenden arabischen Zeitung gegen den Emir der Vorwurf erhoben, daß die Pläne einer Teilung Palästinas von ihm ausgegangen seien, weil er die Herrschaft über den arabischen Teil Palästinas anstrebe,. Um die Verwirklichung dis* ser Pläne zu fördern, unternehme der Emir auch die Reise nach London. Er wolle dort die in Palästina begonnenen Verhandlungen mit den Mitgliedern der Kgl. Kömmission fortsetzen, und die von; ihm gewünschte Teilung Palästinas mit den maßgebenden britischen Faktoren erörtern. Modische Neuheiten Blumen - Tucher - Kragen

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