Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 15 (15.4.1937)
- Date
- 1937-04-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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^s^SE®^1?^»??^^ IS. April 1937:;, ■■. _, j nten itt 'Polen ■■< schildert Redner ..als eines, der hönsten Beispiele jüdischer Würde in -der Ge- Schichte. Brodet^ky wendet sich scharf gegen "die Versuche, diezionistische Bewegung mit " einer sog. f v sl k Iii er ung® p o litd k zu Verknüpfen. Den Jüdischen Politikern, die auf die Eyajktdertm^politik o0len® eingehen, wirft er (Mangel an Selbst würde y0r. Unsere Pflicht sei, -die. polnische Regierung zu veranlassen, die, Verhältnisfi-e wieder herzustellen, wie sie bei der Schaffung des polnischen Staates. durch den Friedensvertrag bestandeni Man wünsche kein« Vorrechte.;für die Juden, 'sondern das primitive Lebensrecht. Die britische Judenheit sei berufen, eine Katastrophe größten Ausmaßes von unseren jüdischen Brüdern in Polen abzuwenden. . Irland« Vertreter der. Regierung bei einer Abschiedsfeier für Oberrabbiner Herzog. ... D ub lin, 11. April. Zu Ehren des palästinensischen Oberrabbiners und früheren OberrabbinierS' von Irland, Dr. Isaac Herz o g, fand in Dublin eine A b & c h i e. d s f e i e r statt, bei der der Oberbürgermeister Alfred Byrne, Vertreter des Präsidenten des Freistaates, de Valera, und des 'Ministerpräsidenten Cosgrave, der katholischen und protestantischen Kirche, der Judenheit Irlands und aller politischen Parteien die Verdienste des scheidenden Oberrabbinienst hervorhoben. In seiner Erwiderung rühmte Oberrabbkier Herzog die Haltung des irischen Staates und des irischen Volkes gegenübernder jüdischen Bevölkerung und zog eine Parallele zwischen der Geschichte und den Freiheitsbestrebüngen der ürländer und der Juden. Griechenland. Die griechische Regierung und die Juden, Athen, 9. April. Fast alle großen Zeitungen, die in Athen und in Saloniki erscheinen!', haben das Dankschreiben veröffentlicht, das der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Saloniki, G a 11 e g n o , an den Minist <e rp r ä s i d e n t e n M e.t. a.x a s für die Gewährung finanzieller Pessachhiife durch die Regierung an die bedürftige jüdische Bevölkerung gerichtet hat. Amerika. Präsident Roosevelt uber den Grundsatz der religiösen Duldsamkeit. , New York, 6. April. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin D. R o o's e v e 11, hat anläßlich der 300=Jahrfeier der Landung der Calvert Pilger in Maryland in einer Botschaft erklärt, daß der Grundsatz der religiösen Duldsamkeit allen Amerikanern tief eingeprägt sein müsse, wenn die Einrichtungen der amerikanischen Volksherrschaft erhalten bleiben und fortdauern sollen. Der Präsident erklärt weiter, daß er selbst mit all seinen Kräften für ein harmonisches Zusammenleben aller Bevölkerungselemente der Vereinigten Staaten wirken werde. Es wird stets mein Gebet sein, schreibt Präsident Roosevelt, daß unsere Nation unter dem Walten G'ttesi für alle Zeit innerhalb unserer Grenzen das heilige Recht freier Religionsübung, wie das Gewissen es vorschreibt, wahre. Personalienwürzburg, 12. Äpwlv Am ersten IT ag noa -wurde nach schwerer Operation infolge, eines plötzlich zutage getretenen Leidens der 16jährige Schüler des Lehrerseminars Ludwig St ei n h aü s e r, einziger Sohn des Direktors' Stemhäuser, seinen Eltern, Verwandten und Freunden .entrissen,, nachdem er noch am Abend vorher, den *no am Bett gehört hätte. Mit ihm schiedein zu größten Hoffnungen berechtigter, vielversprechender Jüngling dahin, der Stolz der Eltern und der Schule, ein würdiger Enkel von Gedalja Ehrenreich ^"UT und Urenkel von Rabbi Jakob Ehrenreieh b"ST* von dem man hoffen konnte, daß er einst deren geistiges Erbe fortsetzen würde. n"nn-:Lernen war sein höchstes Ziel. Am y^n mit Q'a^a und anderen D'^ns» hatte er seine besondere Freude. Ernste nilttR .war der Grundzug seines Charakters, ohne sich den: Sportfreuden der Jugend fern zu halten. Sein Tag war mit Lernen und /emster Ar-- beit ausgefüllt. Möge den Eltern n'">Vim n'&na werden..' n"asan. " ' ". J. ' ".'i '■ 1>M: .i ■.! - -, ■ •'!•' : .-. -.ri ' -iRabbiner-Semmar: zu Berlin. ' Berlin, 8. April, f Das ,Programm im Spmmerhäitj jähr 1937 . (5697) weist folgende Vorlesungen, auf; Dr. Jechiöl: 1W e i'n-» Der Israelit berg : Talmud. (Oberabts): Baba Mezia (Forts.) So bis Do7-.30V9!-'Uhr; Dezisoren: Taaruwoth Mo, Di und Do 9—lü. Halachische Vortrage Fr 7.30—9. Besprechung; von Responsenliteratur für Fortgeschrittene, einmal wöchentlich, . zweistündig, nach Verein* baruilg, Dr. Samuel Grünberg: Pentateuch: Genesis So ll—12. Bibelexegese; Hiob So und .^Mi 9 bis 10. Historische Bücher: Richter Di 11—13. Talmud (Mittelabt.)i: Baba Batra III So bis Do 7.30—9. Hebr. Grammatik: Das Vedbum Do 10—11. Hebr. Die Woche. Berlin. Im Alter von 62 Jahren starb iii Berlin Rechtsanwalt fFerdinand S a m o j e. Im 'jüdischen^ Leben Berlins und in den zentralen Organisationen des Judentums in Deutschland nahm der Verstorbene eine hervorragende Stellung ein. Breslau. Der Jüdisch©' Schwimmverein in Breslau eröffnet am 15. Mai ein Schwimmbad für die jüdische Bevölkerung < Breslaus'. Wien. Im Alter von 83 Jahren ist in Wien Julius Stern, einer der bedeutendsten österreichischen Wirtschaftsführer, gestorben. Bis zum Jahre 1934 war er Präsident der Wiener Börse und Zensor der Nationalbank. — Alexander Kipnis ist .eingeladen worden, bei den Opemauf führunger? der diesjährigen Salzburger Festspiele mitzuwirken. — Nach der Rückkehr von einer Auslands* reis© ist der bekannte Revisionistenführer Dr. Wolfgang von W«isl schwer erkrankt. Sein Zustand ist ernst. Prag. Als Nachfolger des vor kurzem verstorbenen Vorsitzenden der Prager Jüdischen Kultusgemeinde, Dr. Maximilian Reiner, ist mit den Stimmen der Vertreter sämtlicher Par- , teien Adv. Dr. Emil Kafka zupa . Vorsitz zenden der Gemeinde gewählt worden. — Der " Landespräsident der Slovakei, Josef Orszagh, hat das Protektorat über das . vom 4. bis-6. Juli 1937 in Zilina •stattfindende .K reistu'rnf est des tschechoslowakischen M a k k a b i übernommen. Ba- , ranowitz. An den Sederabenden,. die 'die hiesige jüdische Gemeinde für die jüdischen Soldaten der hier stationieren Garnison einrichtete, nahmen zwei Generäle der polnischen Armee teil. Beide begrüßten in Warmen Worten die jüdischen Soldaten zu ihrem Feste. London. Im Alter von 75 Jahren ist in London die Witwe des vor. zwanzig Jähren verstorbenen Finanzmannes Leopold de Rothschild gestorben. Dublin. Der Senat des T r i - n i t y - C o 11 e g e in Dublin hat^einen eigenen Lehrstuhl für Hebräisch errichtet und ihn dem Professor Dr. Jacob W e i n g r e e n verliehen. Paris. Zum 'Nachfolger des vor kurzem verstorbenen Generalsekretärs der Palestine Jewish Colonisation Association (PICA}, Henri rTranck, ist Robert G o 111 i e b ernannt worden. Dorpat. In der Aula der Universität wird aus Anlaß des 500. Jahrestages der Geburt von Don Isaac Abarbaoel eine akademische Feier stattfinden. Die einleitende Anspräche wird der Inhaber des Lehrstuhls für jüdische Wissenschaft, Prof. G u I k o - w i t s c h , halten. Den eigentlichen Festvprtrag über „Die historische Bedeutung Don Isaac Abarbanels" hat Paul G o o d m a n ' aus London übernommen. In Verbindung mit der Feier ist auch für die Jüdische Gemeinde in . Dorpat ein Festg'ttesdienst in der Synagoge in Aussicht genommen. Bagdad. Die Irak-Regierung hat das Komitee -*ur Verteidigung, der Palästina r Araber auf gelös^/ Von dem Komitee war im ganzen Lande; ein© antijüdische Aktion durchgeführt worden. New York. Das Administrative \Cpmmittee der Zionistischen , Organisation Amerika.» hat beschlossen, der Zionistischen Exekutive die Abhaltung des nächsten Z.i o n i s t e n k ongresses in -Washington vorzuschlagen. Literatur und Uebungen So 12—13.30. Dr. Jacob F r e i<m a n n : Geschichte der Juden in Palästina Mo 12—13. Dr. Esriel Hildesheimer: Geschichte der Jüden; in 'Spsnieii' seit 1350 Mo und Mi 11—12. Die Liturgie dn: 'gaonäischer Zeit So 10—11. Geschichte der Juden iai Spanien und Nordafrika während des 10. und III' Jahrhunderts Di 10—11. Talnäch'^er Zerstörung des zweiten Tempels Do 11—12. Nachbiblische jüdische' Literaturgeschichte Do 12—13. Einführung in die rabbinische Praxis (mit Uebungen) mud: Sanhedrin, Abschnitt III, IV Mo,' Di uad Do .9—rlÖ. Dr. Alexander Altmann : ■ Jüdische Reli-i gionsphälosöphie von1 Abraham ibn Saud bis zum Ausgang des Mattelaltefs Mi 11—12. Uebungen über das Problem der Ikkkrim Mi 12—13. Homiletische Uebunge'h Fr. 10—II/' Dr. Maximilian L a n d a u : __Nr. 15 Seite 7 Geschichte der Juden im slaviischen Raum, II Mo 19—20. . Einfühirung dn die Geschichtswisseinschaft: Methodologie und Quellenkunde Mo 18—19. Rabb. Abraham Wolf: Talmud (Unterabt.): Traktat Sabbat So bis Fr 7.30—9. Grundlagen der rabbinischen Gesetzgebung Di 19—20 Uhr. Die Aufnahmeprüfung ist auf Dienstag, den 13. April, 9 Uhr, die Eröffnung das Sommersemestefrs auf Dienstag, den 13 .April, 17 Uhr dm Hörsaal I angesetzt. Aus Anlaß der 500. Wiederkehr des Ge-- burtstages von R. Isak Abarbanel wird Herr Dozent Dr. S. Grünberg einen Eröffnuogsvortrag halten über: „Don Isak Abarbanel und seine Stellungnahme zu bxbelkritischen Fragen". Berlin, 11. April. Die Schul*Abteilung der Reichsvertretung erinnert noch einmal daran,- daß Ende April an dem Orthopädischen Gymnastischen Institut von Frau Alice'B 1 o c h in Stuttgart, ein neuer von der .Reichsvertretung und vom Öberrat der Israelitischen Religionsgemeiinischaft Württembergs veranstalteter einjähriger Lehrgang zur Ausbildung von, Turn- und Sportlehrern beginnt. Schulgeld monat- . lieh RM. 35.—. Dauer des Lehrganges ein Jahr. Nach Abschluß Erlangung eines Diploms, das zur Lehrtätigkeit an (jüdischen Schulen und Vereinen berechtigt. Aufnahmebedingungen: Zeugnis der mittleren Reife sowie besondere sportliche Befähigung.. Weitere Meldungen können nur dann noch Berücksichtigung finden, wenn sie umgehend erfolgen, und zwar an den Oberrat der Israelitischen Religionsgeminschaft Württembergs, Stuttgart-W., Köndgstr. 82. Altona, 12. April, Sonntag Abend veranstaltete der Gemeind&vorstand einen Empfangsabend für den neugewählten Oberrabbiner Dr. Weiß. Herr Paul Möller begrüßte die Gäste und erklärte, der Vorstand habe die Vorstandsmitglieder und Repräsentanten und Beamten eingeladen, um dem neugewählten Oberxabbiner Gelegenheit zu geben, mit denselben in persönliche Fühlungnahme zu treten. Hierauf ergriff Rabbiner Dukesz das Wort. Er sagte u. a.: Er habe der Amtseinführung von drei, Oberrabbinem beigewohnt. Oberrabbiner Dr. M. L ern er prägte in seiher Antrittsrede den schönen Satz, daß es die Aufgabe des geistlichen Führers sei, nicht nur das Wissen, in seiner Gemeinde zu verbreiten, sondern auch das jüdische, Gewissen wachzuhalten, nicht nUT Kenntnisse ZU. mehren, sondern dadurch die Erkenntnis^ G'ttes herbeizuführen, welches Ziel er in 36jähriger Tätigkeit erstrebte. Oberrabbiner Dr. J. Carlebach in seiner Antrittsrede gab das Losungswort *~>T<pn daß es seine vornehmste Aufgabe sei, alle auch entferntesten Mitglieder zu einer Gemeind« zu sammeln und zu einen, Oberrabbiner Dr. Weiß gelobte in seiner Antrittsrede, in erster Reihe das Limud Haftora zu vertiefen und zu verbreiten, um dadurch zur richtigen Erfassung der „Awoda" zu gelangen, die dann von selbst zur Uebung der Gemillus Chassodim führt, da beide auf r-illfl basieren müssen. Rabbin-ei* Dukesz wünschte dem neuerwählten Oberrabbiner, daß es ihm gelingen möge, in friedlicher Arbeit sein Programm zu verwirklichen. Rabbiner J. C oben wünschte dem Oberrabbiner, daß er sich das rarn bv seinen Feuereifer stets bewahre. Der Vorsitzende der Hamburger Gemeinde, Rechtsanwalt B. David, begrüßte den Oberrabbiner im Namen der Hamburger Gemeinde und wies darauf hin, daß, wie sehr das Gesetz des Großhamburgs sich auswirken wird, doch die Rechte und die Eigenart der Gemeinde Altonas gewahrt bleiben werde, er wünschte ein harmonisches Zusammenwirken der Oberrabbiner beider Gemeinden. Hierauf dankte Oberrabbiner Dr. Weiß in tiefempfundenen Worten dem Vorsitzenden. Sanitätsrat Dr. Frank, Herrn Oberrabbäner Dr. Carlebach und Rabbiner Dukesz für die herzlichen Worte der Begrüßung zu seinem Amtsantritte. Der Hamburger Oberrabbiner, Dr. J. Carlebach, feierte in seiner fesselnden Art die hohe Mission einer Rabbinerfrau auf dem Gebiete des lon die die junge Altonaer Rebbezin erfüllen wird. Es trugen dann noch zur Erhöhung der Feier ' die . Vorstandsmitglieder Dr. Beer, Direktor Lichtenheim und Rechtsanwalt . Dr. Moses L e v y durch schöne geistreiche Ansprachen bei. Würzburg, 8. April. Die aus über 50 Mitgliedern bestehende Schachgemeinschaft der Jüdischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg gewann Altmeister Mieses für eine Simultanvorstellung. Von 25 Partien konnte er nach viereinhalbstündigem, interessantem Kampfe 22 für sich entscheiden und mußte nur zwei Partiell abgeben, während eine remis wurde. •' , ' -''.-) Ichenhausen, 11. April. In der heutigen Generalversammlung der Israelitischen Kultusgemeinde wurde mit überwiegender Mehrheit beschlossen, Herrn Gerhard F r ä nje aus Ichenhausen, Schüler des Berliner Seminare, zum Bezirksrabbiner zu berufen. Herr Rabbiner Frank wird die Stelle am 1.- Mai an*, treten. Briefkasten. J. F. Nein! Ein Kauhen (natürlich auch seine Frau und seine Tochter) ist genau ebenso verpflichtet, Challo abzusondern,* wie jeder andere Jude. p •; ■ .