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Der Israelit · 1937-04-15 · Heft 15 (15.4.1937) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 15 (15.4.1937)
Date
1937-04-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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'•V-f ^V^^^nfjj**-^ fW&^nfJwssi**;) Seite 2 Nr. 15 De Israelit 15, April 193? In Erwartung der neuen Arbeiter^iiawanderungs-Qudte- Jerusalem, 13. April. Meldungen der palästinensischen. Presse zufolge hat die von der Palästinaregierung zur Feststellung der Aufnahmefähigkeit Palästinas im Halbjahr April bis September 1937 eingesetzte Kommission ihre Arbeiten abgeschlossen und der Regierung bereits ihren Bericht vorgelegt. Obwohl die Kommission aus zwei Arabern und einem Juden besteht, hat sie ihre Vorschläge mit Stimmenemhelligkeit erstattet. Die beiden arabischen Beamten sind erst vor kurzem dem jüdischen Beamten beigegeben worden, der mit der Vorbereitung der Arbeitereinwanderungsschedule beauftragt war. Es verlautet, daß. der einstimmige Bericht der Kommission sich für die Zulassung einer stärkeren jüdischen Einwanderung nach Palästina ausspricht. Weiter wird mitgeteilt, daß auch die Jewish Agency die Vorschläge für die neue Schedule bereits fertiggestellt und der'Regierung unterbreitet hat. Der politische Korrespondent des Londoner „Evening Standard" behauptet, Informationen darüber zu besitzen, daß der Bericht der Kgl. Kommission nicht, wie es zuerst geheißen hat, vor der, Krönungsfeier am 12. Mai, sondern erst in der Woche um den 20. Mai veröffentlicht werden wird. Man rechne damit, däß die Kgl. Korhission eine K äntohisierung Palästinas als Lösung des jüdisch-arabischen Problems, keinesfalls aber eine Teilung des Landes und den Anschluß eines Teiles an Transjordanien empfehlen - werde. Der Korrespondent teilt schließlich mit, daß auch die französische Regierung einen starken Anteil an der gegenwärtigen Konstellation um Palästina nehme. Arabische Tendenzmeldungen über Verhandlungen zwischen Arabern und Juden* f London, 12. April. Die in der arabischen Presse Palästinas aufgetauchten'Meldungen über angebliche Verhandlungen zwischen zionistischen und arabischen Führern werden in zionistischen Kreisen kategorisch dementiert. Die Meldungen seien vollkommen aus der Luft gegriffen. Mosche Shertok sei in letzter Zeit überhaupt nicht in der Schweiz gewesen, und Dr. Weizmann auch nicht in Genf. Die bereits vor einiger Zeitangekündigte Entsendung einer arabischen Abor d - "n u n g nach London, um dort in englischen Regierungskreisen eine proarabische und antizionistische Propaganda zu machen, ist erfolgt. Die Abordnung hat Palästina bereits verlassen. Sie besteht aus Dschemal el Husseini, Dr. A. Tannous und der Vorsitzenden des Verbände's arabischer Frauen, Mathilde Muranom. Ansiedlung von Juden aus Deutschland in Palästina, London, 13. April. Der. Council for German Jewry aht der Exekutive der Jewish Agency offiziell mitgeteilt, daß, er in sein Budget für das laufende Jahr einen Betrag von 50.000 Pfund für die Ansiedlung von 400 Juden aus Deutschland im Verlauf dieses Sommers eingesetzt hat. Die Anzusiedelnden sollen sich mit gemischter Landwirtschaft beschäftigen. Aus dem allgemeinen Budget der Jewish Agency für die Ansiedlung von Juden aus Deutschland in Palästina wurden weitere 18.000 Pfund für die landwirtschaftliche Ausbildung von 300 Jugendlichen aus Deutschland bestimmt. Die Schweizer Regierung, und das Flüchtlingsproblem. Zürich, 13. April.' Der Leiter der Eidgenössischen Fremdenpolizei, Dr. Rothmund, hielt in der Neuen Helvetischen Gesellschaft einen Vortrag über die Richtlinien für die Abwehr der durch den Andrang von,Fremden entstehenden Gefahren, Der Vortragende befaßte sich auch mit dem jüdischen Problem und stellte es in Abrede, daß die fast ausnahmslose Verweigerung von längeren Aufenthaltserlaubnissen an Juden auf judenfeindliche Motive zurückzuführen sei; vielmehr geschehe dies, nur, wejil der Arbeitsmarkt durch Fremde nicht belastet werden dürfe, ■i Demgegenüber wandte Nationalrat M e i e;r - hans etin, daß es sich 'nur'uni etwa 150 Personen handele; man sollte sich diesen gegenüber' menschlicher erweisen und ihnen die Arbeitserlaubnis gewähren; es gebe ohnehin 300.000 arbeitende Ausländer in der Schweiz, die durch Verträge geschützt sind. Man sollte beim Völkerbund auf eine "weitere Regelung dieser Frage hinwirken. Dr. Rothmund erwiderte, die Schweiz habe kein Interesse daran, in Genf besonders aktiv aufzutreten. Die Erfahrungen mit den Nansenpässen .hätten gezeigt, daß die Schweiz, die stets ihren unterschriebenen Verpflichtungen nachkam, durch das illoyale Verhalten anderer Länder geschädigt iwurde. Die Schweiz wolle erst abwarten, ob die anderen Mächte das Genfer Abkommen nicht nur .unterschreiben, sondern, auch halten werden; dann Verde auch sie es unterzeichnen. '' Südafrika verschärft seine bestimmungen. K aps.t a d.ti: 12. April. Die südafrikanische Bundesregierung hat neue . Bestimmtingen für. die Zulassung vo$. Ausländern erlassen. Ausländern, die die Reise nach Südafrika nach dem 31. März angetreten haben, wird nach ihrem Eintreffen auch die Erlaubnis . zu vorübergehendem Aufenthalt nicht, mehr erteilt. Künftighin müssen Auslädner^'sich die; Ge- Einwanderungsnehmigung zum Betreten südafrikanischen Gebietes schon' vdtj. der Abreise beschaffen'. Diese neuen Bestimmungen stellen' ekleDurchführungsverordnung zu dem neuen -Einwanderungsgesetz' dar, das bekanntlich die Regelung der gesamten Einwanderung einem eigenen Einwanderungs;- Äusschüß (Immigränts'! Seleciion Board) ' übertragen, p0i . r .•(...•' .nf:; Kommission nach Madagaskar. Warschau, 11. April, .'Wie die ITA.erfährt,- beabsichtigt die p0ji nische -Regierung eine K o m m 1 ss i on n a M a d a g a s k ar zu entsenden, die die Möglic|J keit jüdischer/ Ansiedlung in diesem'L,ande prjj, fen soll. Die polnische Regierung hat sich auci| an jüdische Organisationen mit der Auf for dermal gewandt, sich an dieser Expedition zu beteilj. gen. Wie die ITA. erfährt, haben die betreffe^ den Verbände die Einladung der polnischen Re.| gierung abgelehnt. Die Zahl der jüdischen Aerzte in Deutschland.; , Berlin, 12. April. Nach einer im Aerzteblatt^für Berlin verö{. feritlichten Aufstellung gibt es im Bezirk der Aefztekammer m Berlin. 6319 Aerzte. Von] ihnen waren--1471 oder 23,3 Proz. der Religion! nach \ ü d i s c h. Im Bezirk 'der Aerztekärnrner | Schlesien gibt es 12,8 Proz., jüdische Aerzte, i in H a rn b u r g . 11,8, in Off e s s e n - N a s s au! 10 ProzJ Es folgt Baden mit 5,4 Proz., Ost-! p'r e ü ße n mit 4,9 Proz., das R h e i tt 1 and mit 4 Proz.j V o m m e r n mit 3,4 Proz., Brande nb u r g mit 2,9. Proz. und Niedersachs e a j mit 1,9 Proz. Der Rassenzugehörigkeit nach wa-i ren in Berlin von den verheirateten Aerzten 1Ö17 oder 26,1 Proz. in beiden Partnern jüdisch, 276 oder 7,1 Proz. der jüdischen Aerzte waren mit deutschblütigen Frauen verheiratet. Von den 1984 ledigen Aerzten waren 18,8 Proz. jüdisch, von den verwitweten 45,5 Proz-, von den geschiedenen 33,9 Proz. Rassenmäßig sind in Berlin 29,5 Proz. der Kassenärzte Juden, 9 Proz. Mischlinge oder jüdisch Versippte. In- Schlesien sind 13,3 Proz. der Kassenärzte Juden, in Hessen-Nassau 10,7 Proz., in Hamburg 9,5 Proz., in Baden 7 Proz., in Bayern 4,5 Proz., in Niedersachsen und Westfalen je, 2 Proz. und im Rheinland 3,9 Proz. Spaniolische Sprache in der Türkei nicht verboten. Istambul, 12; April. ' :t .'. Die vor kurzem von der „Times" veröffentlichte Nachricht,, daß der Gebrauch fremder Sprachen in der Türkei verboten und Verstöße dagegen bestraft werden sollen (Siehe "Wochenrundschau in Nr. 14), wird von der türkischen Presse, insbesondere von dem halb offiziellen ,,Tan" entschieden in Abrede gestellt. „Tan", erklärt, das Innenministerium habe nicht nur keine derartig© Anordnung getroffen, sondern vielmehr die Gouverneure aller Provinzen angewiesen, eine derartige Maßnahme nicht in Betracht zu ziehen.' Bie.' Verhängürig von Strafen wegen, des Gebrauchs einer nichttürkischen Sprache > wär.e,;. so erklärt das^ Blatt, durchaus gesetzwidrig. Die türkischen Zeitungen wenden sich besonders dagegen, daß; dur^ch' den, ^.ericht des englischen Blattes der Eindruck erweckt wird, als ob von den türkischen Behörden beabsichtigt werde, Juden, Griechen und Armeniern Härten zuzufügen. In einem Lande, schreibt „Tan", in dem alle den Gesetzen gehorsamen Bürger ohne Unterschied der Rasse und des Glaubens, gleiche Rechte genießen, kann von einer solchen Verordnung keine Rede sein, Richtig ist1 es, daß eine- B£wegrai$ füt den' allgemeinen Gebrauchtet türkischen Sprache im öffentlichen Leben entstanden ist, doch geschah dies zum Teil auf:'efgefre Initiative der Juden. >r >;.• :• .••• . i :.;;.; Für die Haus schnei der ei Alle Zutaten - Modische Kleinigkeiten

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