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Der Israelit · 1937-04-15 · Heft 15 (15.4.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 15 (15.4.1937)
Date
1937-04-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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|^jgB^P^Sf^g|j^ljj^j^^^p^^^^^^Pj^^^^|g[!^ ^W:?^ST R (y Frankfurt a. M. 15 . April 1937 4. Ijar 5697 Nummer 15 Tel Awiw, 13. April. Auf Grund verschiedener Anregungen ist leine Wirtschaftsabordnung aus Palästina' nach ■England abgefahren. Sie. wird dort. Verhandlungen über -den Einkauf englischer Rohstoffe [führen und Kredite für die jüdische Industrie in IPalästina zu erlangen suchen. Mit Hilfe, des englischen Handelsministeriums wird die .Delegation [in England mit verschiedenen Handelskammern, [Wirtschaftsorganisationen und Exporteuren Fühllung nehmen. Es wird vor allem angestrebt, den jEinkauf englischer Rohstoffe und Halbf ertig- |waren zu vergrößern. * * * Bukarest, 14. April. Palästina nimmt von Rumänien in größerem Umfange hauptsächlich Geflügel und Eier [ab. In den Sommermonaten des Jahres 1936 jwurden allein 36 Waggons Eier;ha'ch Palästina -verschifft. Im gesamten Jahr 1936 sind 19.928 Stück Vieh und 1,774.000 Stück Geflügel nach IPalästina ausgeführt worden. Demgegenüber hat Palästina nach Rumänien:'200.-000 Kisten Zitrusfrüchte geliefert, 62.000 Kisten mehr als im Jahre 1935. Warschau, 13. April. In einem Vortrag hat der Vorsitzende der Kommission für den Tr'änsf er zwischen Polen und Palästina, Ministerialrat Dr. Nieldz i n s k i, Ausführungen über die Einwirkungen des kürzlich zwischen der polnischen Regierung und Palästina abgeschlossenen Clearing- Abkommens auf die Handelsbeziehungen Polens zu Palästina gemacht. Der„ Referent befaßte sich eingehend mit der wirtschaftlichen Lage in Palästina. Er schätzte den Zustrom von Kapital nach Palästina zwischen 1932 und 1935 auf etwa 35 Mill. Pfund. Im Jahre 1932 sind von Polen nach Palästina 5 Milk'. Zloty Kapital gegangen. Der Transfer erreichte im Jahre 1935 Summe von 50 Mill. Zloty. Diese 50 MdlL fetzten sich aus 25 Mill. Geldüberweisungen, 23 ■Will. Kapital von Einwanderern und 2 Millionen ^ioty Ausgaben von Touristen zusammen; ' Zwischen 1932 und 1935 sind insgesamt 111 Mill. 21oty nacn Palästina geflossen. Auf Grund dieser Kapitalbewegungen ist auch die ] HandelsbjWz zwischen Polen und Palästina fortgesetzt aktiv zugunsten von Polen gewesen. Trotzdem J935 der Export Polens etwa 14% Mill. betrug, hat Polen doch 43 Mill. Zloty Kapital nach Palästina abgegeben. Diesem Abfluß von Kapital at erst die Einführung der-.Devisenbewirtschaftun£ in Polen im April 1936 ein Ende gemacht. Im Jahre .1936 ist die Ausfuhr Polens nach Palästina um 50 Proz. gefallen. Sie hat dm Jahre 1935 kaum 7 Mill. Zloty betragen. . . Der Vortragende befaßte sich sodann eingehend mit der Bedeutung des Transferabkommens zwischen Polen und Palästina, das er nicht als ein gewöhnliches Handelsabkommen bezeichnete, das sonst zwischen zwei Ländern geschlossen wird. In Palästina besteht keine Devisenbewirtschaftung , und deswegen muß das Abkommen als ein Zahlungsclearing aufgefaßt werden, das zu dem Zweck geschaffen worden ist, durch die Kapitalausfuhr in Form von Waren Nichtkapatalisten die Einwanderung nach Palästina zu ermöglichen. Es wird daher eine entsprechende Zuteilung von Arbeiterzertifikaten für Polen notwendig sein. Die Auswanderung von Arbeitern wird selbstverständlich nicht durch das Abkommen betroffen. Aas dem Inhalt: Neue Verschärfung der Einwanderungsbestimmungen in Südafrika . . . Seite 2 Die Schweiz zur Regelung der Emigrantenlrage Seite 2 Wochenrundschau Seite 4 Sabbat und Schmittoh. Von Wally Wolf. Seite 4 Nathan Birnbaums Bekenntnis .... Seite 5 . Gemeindewahlen in Rumänien . . Seite 6 Erez Isxael ............Seite 8 Aus der Agudas Jisroel-Bewegüng . . Seite 8 Der Jossef Omez und religiöse Disputationen Seite 9 Kuriosa...... . ... . . . Seite 10 Jüdische Volksseele........ Seite 10 Zur Auseinandersetzung über S. R. Hirsch und seine „Tbora im Derech Erez"-Devise. Von Jacob Bosenheim in London, In den beiden letzten Heften der Frankfurter Zeitschrift „Nach'lath Zwi". beschäftigen sich Dr. Maximilian Landau und Rabbiner Dr. Weinberg mit der tieferen Würdigung der geistigen Lebenswirksämkeit Rabbiner Hirschs s. A. und insbesondere des wahren Sinnes seiner sogenannten „Thora im Derech Erez "-Devise. Landaus Auseinandersetzungen wenden sich in deutlicher Tendenz gegen die in einem Teile der gesetzestreuen Jugend Deutschlands zutage tretende einseitige Hinwendung zur östlichen, ganz und ausschließlich an der Jeschiwa orientierten Lebensordnung und Weltauffassung \ sie wollen einer Ueb er Schätzung dieser östlichen Geisteswelt entgegentreten und vor allem die Wertlosigkeit' einer die eigene legitime Tradition herabsetzenden b 1 i n d e n Anpassung an die geistige Atmosphäre des Ostens erweisen. Landau tritt aber ebenso auch einer „starren Konservierung" des'Hirschischen Systems in seiner ursprünglichen Erscheinungsform entgegen und nennt sie edne schwere Versündigung gegen^ seinen Geist und innersten Sinn. < Vorausgesetzt, daß "hier *unter „Hirschischerip System" nicht etwa die geschlossene und doch überaus reiche und bewegliche Gedankenwelt Hirschs a n s i c h verstanden wird, sonderen lediglich ihre gesellschaftliche Erscheinungsform in ihrer historischen und lokalen Bedingtheit im Frankfurt des 19. Jahrhunderts, wird jeder wahre Kenner Hirschs sowohl diesem Vorbehalte zustimmen, als auch der vorangehenden Landau'schen Kritik an der oft höchst oberflächlichen, ja dünkelhaften Ablehnung von Hirschischen Gedanken, die mancher dieser jugendlichen Stürmer gar,nicht ernsthaft studiert, noch .viel weniger in ihrer Tiefe erfaßt hat. Landaü macht «ich aber, meiner Ansicht nach, selber einer verhängnisvollen, mit der historischen Wahrheit in Widerspruch stehenden Uebertreibung schuldig, wenn er S. R. Hirsch mit Gewalt aus der Reihe der überragenden Geistesheroen der jüdischen Geschichte herauszureißen und auf das Piedestal eines „legitimen Revolutionärs" zu stellen versucht; wenn er sich demgemäß insbesondere dagegen wendet, das „Thora im Derech Erez"-Prinzip (wie es Hirsch verstanden hat), als „harmlose, traditionsgemäße*) Devise" betrachtet zu wissen. Er erhebt gegen die „Hirsch-Apologetik" den —- offenbar auf meine Broschüre „Das B i 1 - d u n g s i d e a 1 S. R. Hirschs und die Gegenwart" **) gemünzten — Vorwurf, sie (Fortsetzung siehe Seite 3.) *) Von mir gesperrt. D. Verf. ") Frankfurt a. M- 5695, Hermon-Verlag-

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