Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 14 (8.4.1937)
- Date
- 1937-04-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 Nr. 14 DT e r I s r a e I i ^.t $.^pril: 1937 nehmen Abschied YOn' deir Dffi schalt ihr Geptä^e^^benV- ,jWeißt'Du Was, Friede!, wenn ich Zeithabe^gehenjwir,beide täglich noch ein wenig durch Mainz spazieren. Wir ^gehen in' die kleinen, schmalen Crasseh, * wir suchen die breiten Straßen mit ihren Vielen Geschäften auf, wir marschieren^ .a^. Khqin, .enltlang^ um . die Bilder unserer, gewesenen Heimat mit uns hinüberzuretten in; die neueV Am Abend yor der Afereis^ .Bittet Friedel den \ater: „Geh* noch ein r Stündchen mit mir, Vater, Du weißt doch." „Schick' den Jungen ins Bett," schilt die Großmutter, „Kinder gehören längst ins Bett, besonders er, er sieht so schon so schlecht aus!" „Mutter, bist Du .böse,., wenn ich dem Jungen nachgebe?" >,,Du bist - der Vater, Du mußt wissen, was Du tust." „Dann gehe ich noch ein wenig mit dem Kind/'' » 'V "^ : ■ Heinz geht aus der Stube," ruft nach Friedel, der. noch schnell einen Mantel überziehen muß, dann marschieren die. beiden lbs.; Unten vor dem Hause treffen sie Herrn "'Dr.' Winter. „Guten Abend, Herr Doktor ruft/Friedel. „Du kleiner Mann, zu so späterStunde noch äuf den Beinen?" „Ja, und gehe sogar noch mit meinem Vater spazieren." „Willst Du m|ch mitnehmen?" „Gern, bitte, bitte, kommen Sie, mit, Vater und ich wollen Abschied nehmen von allem; was wir hier gerne haben, gerne habe ich Sie auch, darum gehen Sie mit," fügt Friedel leise hinzu.' „Ja, schließen Sie sich uns an," bittet Heinz. — So wandern die zwei Männer, den Jungen in der Mitte, dem Rhein entlang. Der Himmel ist klar ausgestirnt, das Wasser leicht bewegt, die Brüfckenbeleuchtungen werfen kleine Irrlichter auf den Fluß. {Schluß folgt.) Wie die Araber nach Palästina kamen. Von Dr. Spiegel in Wien. Es erscheint heute wondeflieh; daß die Eroberung des heiligen Landes -durch die Araber im Jahre 636 nichts geringeres bedeutete, als die Errettung des palästinensischen Judentums vor dem gänzlichen Untergang. Im Jahre 614 hatten die Perser das Land erobert, freudig begrüßt von den Juden. Bald aber machten die Juden die traurige Erfahrung, daß die neuen Herren, fanatische Zoroaster-Gläubige, um kein Haar besser und duldsamer waren als die unterlegenen byzantinischen Christen. Sie wandten sich daher an diese um Hilfe, und Kaiser Heraklius sagte sie ihnen1 zu. Unter dem Drucke des Klerus brach ah&ir der siegreiche Kaiser sein Wort und die Juden sahen sich vor die Wahl zwischen Tod und Taufe, gestellt. Aus diesem Dilemma wurden sie von den A r a b e f n gerettet. Diese hatten schon seit Jahrhunderten als Nomaden und Kaufleute das Land friedlich besiedelt. Nunmehr machte sie der Sieg des Kalifen Omar am Jarmuk zu den Herren Palästinas. Für die Juden bedeutete dies eine Besserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage sowie« einen Aufschwung ihres Geisteslebens. Jerusalem, seit der Niederwerfung des Bar-Kochba-Aufstandes den Juden verschlossen, wird ihnen nach der Besetzung durch die Araber wieder zugänglich. Der jüdische iPilgerverkehr steigert sich, viele Juden von auswärts bleiben im Lande. Zwei Jahrhunderte lang '{700—900) arbeiten jüdische Gelehrte in Tiberias an der endgültigen Festsetzung der Massora. Langsam erholt sich das palästinensische Judentum von den .Schrecken der früheren Herrschaft im Lande (320—635jt Nach zwei Jahrhunderten friedlicher Entwicklung bringen die aus Babylonien nach Palästina geflüchteten Karäer (um 860) fanatischen Streit ins jüdische Lager, der aber nebst blutigen Raufexzessen auch geistige Befruchtung mit sich bringt. Denn die jüdische Reaktion gegen das Karäertum zeigt sich in einer Steigerung des Talmudstudiums. Es kömmt zur Gründung 'einer bedeutenden Jeschiwah, die sogar die Vorrechte des 425 aufgehobenen Synhedrions; besonders die Üeberwachung des Kalenderwesens, beansprucht, jedoch bei dem Gaon von Bagdad diesen Anspruch nicht durchzusetzen vermag. Infolge kriegerischer Ereignisse wird die Jerusalemer Jeschiwah zunächst nach Tyrus, wo eine bedeutende jüdische Gemeinde von Handel und Industrie lebt, und dann nach Damaskus verlegt. Diese kriegerischen Ereignisse — Seldschukene?nfäile unÖ bald darauf der erste Kreuzzug — bewirken eine völlige Verarmung der palästinensischen Juden, für deren leiblichen und geistigen Bedürfnisse ausländische Wohltäter, so Paltiel in Kairo iind Manasse, Wesir'" von "Üamäsküsj' söwie dessen .Sohn! Ädafa'"sorgten.;: Palästina würde yori "den 'siegreichen Kreuzfäh^ rern zuä einem ' klerikal:TnUitariit.^ ünigewandelt, in dem 'dfef jjüdisc^^ einen schrecklichen Tiefstand erfeichte. ' "'• Und wieder war es ein'a r'aTjS is'c h er Sieger;; der den palästinensischen Juden eine : wirtschaftliche und geistige Renaissance' Krachte: der von Walter von der Vogelweide wegen seiner Milde tüjd -Freigebig» keit gepriesene Sultan,. S ä 1 a d i n , der die Rückwanderung der Juden aus Westeuropa, wo sie da« mals den größten Verfolgungen ausgesetzt waren, nach Palästina sehr begrüßte. Im Jähre, 1211 kämen . 300 Rabbiner aus England und Nördfrankreich: ins heilige Land. Einige von diesen siedelten sieh in Akko: an, das im dritten Kreuzzu'g {1191) von den Christen erobert wurde' und- bis 1291 den Juden" Düldungf'und Teilnahme an dem einträglichen Handelsverkehr mit Europa bot. . . \- . , Unter den "schwachen Nachfolgern Saladins brachen die Mongolen ins Land ein, denen unter anderem auch die jüdische Gemeinde von Jerusalem zum Opfer fiel. Als der ägyptische Sultan Kotuz die Mongolen in der Schlacht bei Äin-Charod (1260} besiegt und das heilige Land von dieser Plage befreit hatte, begründete der aus Spanien 1267 eingewanderte Nachmanides die Jerusalemer Jüdengemeinde aufs Neue, und sie besteht seitdem ununterbrochen. Unter der Herrschaft der Mameluken genossen die Juden Palästinas _ im 14." Jahrhundeft,,'das in Europa die furchtbarsten Judenverfolgungen' brachte, die größte Freiheit. Sie'konnten 'ijedem 'Gewerbe nachgehen und so übte das heilige Land damals auf die aus vielen Ländern des Abendlandes ausgewiesenen Juden eine starke Anziehungskraft aus. Ein aus 'der Provence eingewanderter Gelehrter, der Arzt Estori ha=Farchi, bereiste das Landsieben, Jahre lang und schrieb dann die erste'TopögraphiePalästinas. (1325). Neuerliche Mongoleneinfälle (1400), dann die Ent?- deckung des Seeweges von Europa nach Indien und Schließlich die Eroberung Palästinas durch .die Türken (1517) wirkten sich auf das Land katastrophal aus. Anfangs brachte die junge Türkenherrschaft (im goldenen Zeitalter der Türkei) allerdings einen Aufschwung mit sich. Bald versank Palästina als entlegene Provinz und Opfer ausbeuterischer Paschawirtschaft in jenen kulturellen und wirtschaftlichen Tiefstand, aus dem es-jetzt jüdischer iFleiß zu neuar Blüte bringen will. Wo ist der Vtnnfc, Rabbi Salomon ben Jechiel Luria, geboren? ■Es ist bezeichnend für den Stand unserer jüdischen Geschichtswissenschaft, daß der Geburtsort einer Zelebrität, wie sie der V'tnnn schließlich war, noch heute von unseren Historikern so verschieden angegeben wird. De Rossi, Historisches Wörterbuch, 1802 italienisch erschienen, schreibt wörtlich: Luria war ein Pole au® der Stadt Ostrow, woselbst er 1573 starb. Graetz: Luria ist X1X Posen geboren, Eisenstein im ^»w tüis: 'Luria ist in Brest-Litowsk geboren. Das Jüdische Lexikon gibt gleichfalls Brestütowsk als Geburtsort Salomon Lurias an. Winniger, Jüdische Nationalbiographie und Jüdische Enzyklopedie nennen Posen als Geburtsort. S. L. Wo ist nun eigentlich der gewaltige Mann, der Verfasser des nnto bff o» und anderer bedeutender Werke wirklich geboren? Rabbi Salomon ben Jechiel Luria ist ein Wormser Kind. Sein Großvater Rabbi Elieser Oppenheim, war in Worms Vorsteher der Gemeinde. In dem Vorwort zu seinen n~iV' die wiederholt gedruckt wurden, sagt er wörtlich: »»'WH p'pa vnbia fisa a*a» ppa w>»n i»ka run ">51 K*K £»V»3 tt>1"VTV Rabb. Dr. Rosenwasser, Berlin. Auszeichnung einer Jüdin. Im Amsterdamer „De Telegraaf" vom 1. März 1937 lesen wir: Aus z e ichnung für Lea Halper n. Di© französische Regierung hat einigen Teilnehmerin' nen an der Ausstellung von weiblichen Künstlern in dem JeU de Paume zu Paris Beweise besonderer Anerkennung gegeben. In der holländischen Abteilung ist diese Auszeichnung der Keramikerin Lea H a 1pern zuteil geworden. Heute, am Schlußtage der Ausstellung, ist ihr eine Vase der berühmten Pqrzellanfäbriken zu Svres im Namen des Ministers für Unterricht, Kunst und Wissenschaft, begleitet von den Glückwünschen .des Direktors der Ecole des Beaux Arts, überreicht worden. 75 Jahre Israelitische Kultus- Gemeinde Zürich.* Am 29. (März wären, es 75 Jahre seit der Gründung der Is r a e 1 i t is c h'en Kultusgemeinde Zürich. Im Jahre 185Ö wohnten in Zürich erst 56 Juden; sie hätten noch kein Recht zur Niederlassung, die Bewilligungen mußten periodisch erneuert werden. Durch den Bundesbeschluß vom Herbst 1856 fielen die ersten Schranken; die niedergelassenen Juden, die .Schweizer waren, erhielten politische Rechte und würden zum ,Militärdienst .herangezogen...;.Am 3. März 1862 wurden durch ein Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Juden die Verkehrs- und Nie=. derla&sung&beschränkungen:, ganz auf gehaben. Am 29. /März^I ls. raeliiischen Kultusgemeinde statt, an der-zwölf iMänner ^dhahment/ Schorfvör "der. :pffiziellen *€rründung hatten sie sich zum G4tesdienÄt versammelt; Zum' ersten/Mal seit Jahrhunderten in Zürich war dies zu Roöch^H'asetah'a im Jähre'-1858 "der" Fall;" Am i6. Sep. tember 1884' würde -die Synagoge in der^LÖwehstraße •die mit einem Kostenaufwand von '300)000' Fr.' erbaut würde, eingeweiht. "v ■'/;->:: -;Ly" Aus der Agudas Jisroel-Bewegung. Agudath Israel, Ortsgruppe Paris. Die Ortsgruppe /Paris der Agudath, Israel beschloß in diesen Tagen daserste Jahr "ihrer Arbeit nach ihrer Rekonstitution im Januar 1936. Der damals gewählte Vorstand, bestehend aus den Herren Rechts« anwalt Mäthieu M ü 1 le'r . Präsident, Dn.Taüt K u l p, Dr. Herz und Marc B r e u'e r, Sekfetärv hat seit diesem Termin die Arbeiten der Gruppe geleitet. Die Mitglieder der Agudath Israel versammelten sich regelmäßig jeden zweiten Mittwoch in den Räumen des Herrn Dn-Herz Sitzungen, bei denen äußer'den T'a-- gesfragen und der Erledigung der laufenden lokalen Geschäfte von einem der'Mitglieder ein .Referat über jüdisch-wissenschaftliche 7 Probleme, Berichte über auswärtige ägudistieshe Veranstaltungen, Presseschau u. a. gehalten würden. (Wir bemerken, daß Freunde, die sich vorübergehend in Paris aufhalfen, gerne zu diesen. Veranstaltungen eingeladen sind, Die Versammlungen finden statt: 8 bis, rue de lTArrivee, Metro Montparnasse). Die Gruppe hat weiterhin bei Gelegenheit von Chanuka, Pürim usw.. kleine gemütliche Zusammenkünfte veranstaltet, die gut gelungen wären und die Familien unserer Mitglieder in einem schönen Rahmen vereinigten. 'Den agüdistischen Fonds,' vor allem dem Keren Ha^ischüw, galt die besondere Aufmerksamkeit der Gruppe, die für dessen Propaganda Hand in Hand mit dem Gomite des K. H. arbeitet. Eine größere Versammlung' wurde im März 1936 mit den Herren Rosenheim und Goodman veranstaltet, die von mehreren hundert Personen besücht war. Es ist zu erwarten, daß auch die künftige1 Arbeit der Gruppe unter der bewährten ^Leitung Herrn Müllers den Erfolg finden wird/, -den ihr die Freunde der agudisti* sehen Idee wünschen. Film-Matinee des Keren Hajischuw in Paris. ■ Die Pariser Ortsgruppe der Agudath Israel veranstaltete gemeinsam mit der französischen Zentrale das Keren Hajischuw eine Film-Matinee zu Gunsten des agüdistischen Palästina-Fonds. Die Veranstaltung fand am Sonntag, .den 28. Februar statt und vereinigte eine stattliche Anzahl unserer Pariser Freunde, vor allem Jugendlicher. Da es durch technische Schwierigkeiten nicht möglich war,_ einen . Palästinafilm vorzuführen, wurde da® Programm außer durch Gesangs-voi1träge und einem kurzen Werbevortrag von Herrn Sa« muel Ko h n mit einem künstlerisch ausgezeichneten französischen Film „Der kleine König" ausgefüllt, der uns durch befreundete Seite zur Verfügung gestellt war. Der Kartenverkauf hatte ein für die hiesigen Verhältnisse recht befriedigendes .Ergebnis. Veran-. staltungen dieser Art dürften es ermöglichen, auch bei fernstehenden Kreisen Sympathien für Keren Hajischüw und seine Arbeit' zu erwecken/ Briefkasten« H. B. in W. W^r sind mit Material so, überhäuft, daß wir Berichte über Vorträge in lokalen Vereinen, sofern Sie uns nicht direkt zugehen, aüs anderen Zeitungen nicht bringen können. Besten Dank. . R. K. Wir können Ihre Ansicht verstehen, doch möchten wir sie aus naheliegenden-. Gründen nicht zur Diskussion stellen. Gruss. - . B, D. Es ist bei uns niqht üblich, über zehnjähriges Jubiläum zu derichten.. L H. in K. Ai Wir haben vor Kurzem erst Aufsätze und : Anregungen . zum; Schmittojähre gebracht, durch die sich Ihre Ausführungen erledigen, Besten Qruß! A/M. in G» Don Jizchak Abarbanel starb 1505 (nicht 1518). Der Druckfehler auf Seite 11 ist;in diesem Sinne zu. berichtigen, Besten Dank. S. in R. Die Barmizwohtermine sjnd-folgendermaßen i 1} 10. Januar 1925, . 18. Dez. vm. 2.) 28- Dez. 1924. 11. Dez. W'i.. .... S, W. in "Ki 1*) geb. am 6. 11. 1924 i? rav »'3, 14. Öktobef. .2.) geb. am 22. 11.1924 m» Mri nw-»^» 30. Oktober. '^ ' B^cfitigungw.? Der in der Besprechung des j?nf» "insermähnte. Nachtrag Kina Kinrin umfasst 90 (nicht 20) Seiten..': . .