Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 14 (8.4.1937)
- Date
- 1937-04-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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8. April 1937 Der l;s-,r;a e k iJ'J Nr. 14 Seite fl E R E - Z ISRAEL Jiskor! Nach einer von der ITA. veröffentlichten Aufstellung haberf seit 'dem 12. Oktober 1936, dem Datum des offiziellen Abbruch® des arabischen Generalstreiks und Terrors;in_ Palästina, die folgenden Märtyrer ihr Leben 'für,-den jüdischen Aufbau hingegeben: 1. Jehuda Spiwak, Chedera; 2. David Malachi, Rechowot; 3. Secharja AwaHar, Rechowot; 4. Elieser Turgeman (Kind), Tiberias; 5. Jacob L.- Kopperman, Jerusalem; 6. Chaja Dehan, Tiberias; 7. Victor Emanuel Dvaik, Jerusalem; 8. Mordechai Feldmann, Dsfchida; 9; Jizchak Kascher, bei Kfar Witkin; 10. David- CHamami, bei Chedera; 11. Chaim Brock, Emek Bet Schean; 12. Dr. Lehrs, Bet' Schean; 13. Henoch Metz, Kfar Hachoresch; 14. Schlomo Gafni, Kfar Hachoresch; 15. Gedalja Geller, Jawniel; 16. Salman Ben Sasson, Jawniel; 17. Jehuda Elyowitsch, Jawniel; (18i Schmuel Gottfried, Rosch Tina. — Ferner ist in. Neß Ziona der aus. Polen eingewanderte christliche; Arbeiter. Stanislaw Sluga getötet worden, weil man ihn für einen Juden hielt. Neue Äüssehreitwigen, und neue Opfer. Jerusalem, 5. April. Die Lage in T i b e r i a s hat sich neuerlich verschärft. Am Mittwoch Morgen haben Araber wieder begonnen,'jüdische' Passanten in den Straßen mit Steinen zu bewerfen. Es kam zu kleineren Zusammenstößen, wobei zwei Araber und ein Jude verhaftet wurden. Die Siedlung' Sedschera bei Tiberias ist in der Nacht vom Sohnabend zum Sonntag von allen Seiten her durch bewaffnete Araberbanden beschos* sen worden. Die Beschießung dauerte eine halbe Stunde. Der Angriff wurde durch die Polizei abgewehrt. Die Siedler und die Polizisten haben keine Verluste erlitten. , Acht Araber, die unter der Beschuldigung ver=; haftet worden waren, in der vergangenen Woche jüdische Arbeiter bei Kfar Tabor beschossen zu haben, sind durch das Schnellgericht zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Am Sonnabend ist ein Araber auf der Straße Jaffa—Tel AwiV* durch einen Schuß v e r 1 e t z t worden. Bei. der Polizei gab er . an, daß der. Ueberfall von A r a b e rn verübt worden sei. Trotzdem behaupten die arabischen Zeitungen, Juden seien , die Angreifer gewesen. Eine aus zehn bewaffneten Arabern bestehende Bande hat die Siedlung Kfar Tabor bei Nazareth beschossen. -Ein jüdischer Hilfspolizist wurde leicht verwundet. Polizei Verstärkungen, nahmen später einen verwundeten Araber gefangen. Dieser ist seinen -Verletzungen erlegen. Die Siedler -von Kfär Tabor haben ai: die Behörden1 und an den Waad Leumi einen Hilferuf .gerichtet, da die Erregung in der Gegend infolge des Todes des gefangenen Arabers stark gestiegen sei. ,;; . Eine Pblizeiabteilung, die bei. Rechowot Nach* forschungen anläßlich eines Mordes an einem Beduinen anstellte, würde von, einer starken Beduinenab* teilung angegriffen und müßte sich zurückziehen. Die Polizei hatte keine Verluste. Vor einigen Tagen ist der aus Polen stammende jüdische Ingenieur Zwang er spurlos verschwunden. Nunmehr ist seine Leiche in einem Gräben bei Rechojvot gefunden worden. Die Polizei hat ein Communique ausgegeben, wonach der Mord an Zwanger nicht aufpolitischeMotive zurückzuführen ist. Ein Jude und ein Araber wurden unter dem .Verdächt' <*er Tat verhaftet. ' -., " ' ' In ein arabisches Gäfehaü^ in Yazur bei Jaffa ls* eine Bomb e g^cBleüdert forden. F ü;n f Ä r a b e r ^u.Tdenv e'r 1 et z f ,,^Äe'i voniHn^ii schwer. . ... Im Zusammenhang mit diesem Anschlag wurde ein Chauffeur der Autobuslinien in Südjudäa festgenommen. Da er nachweisen konnte, daß er sich zur Zeit, des Anschlages ununterbrochen in Tel Awiw aufgehalten hatte, würde" er freigelassen. Durch einen unglücklichen" Zufall ist am 31. März Elijahu Saklaw, ein Siedler in Chefziba, von dem jüdischen Hilfspolizisten Herbert Goldstein er s c h o s s e n worden. Schutz- und Abwehrmaßnahmen, — Jüdisches Korps. ( Jerusalem, 30. März. Der Generalinspektor der Polizei und der Gefängnisse Palästinas, Roy Gottfrey S p i c e r , ist am Montag in Syrien mit dem Generalinspektor, der dortigen Polizei zusammengetroffen und hat mit ihm die Regelung des Patrouillendienstes an der syrisch-palästinensischen Grenze ^besprochen. ' Die Werbungen für das neue palästinensische Grenzkoxps, das aus Engländern, Arabern und Juden unter dem Kommando britischer Offiziere bestehen und mit dem Sicherhetisdienst in den Nordgebieten betraut werden soll,, haben bereits begonnen. Die Abteilungen dieses Grenzkorps werden fast durchweg motorisiert sein. Man. erwartet, daß es durch, die hierdurch gewährleistete große Beweglichkeit der Truppen möglich sein wird,' den Waffen* Schmuggel, das 'Eindringen bewaffneter Banden über die Grenze und Grenzüberschreitungen illegaler Einwanderer wirksam zu bekämpfen. Die Werbungen für das neue aus 750 Mann bestehende jüdische SI i c h e r h e i t s k o r p s sind, wie die ITA. erfährt, abgeschlossen. Das Korps, das unter dem Kommando britischer Offiziere stehen wird, nimmt nach der für morgen zu erwartenden Bekanntmachung über seine Aufstellung am 1. April den Dienst auf,^ Auf der anderen Seite rechnet der Voranschlag für das kommende Jahr mit der Erhaltung einer gegenüber der jetzigen bedeutend verringerten Garnison in Palästina. Insgesamt sollen-bei allen Waffengattungen nur 2879 Soldaten in Palästina dienen. Es wird somit vorausgesetzt, daß völlig normale Verhältnisse in Palästina wiederhergestellt werden können. Die palästinensische Garnisbn soll umfassen 2634 Mann Infanterie (3 Bataillone anstatt der jetzigen 8); 5 Offiziere und 128 Mann des Royal Army Service Corps, 2 Offiziere und 12 Mann des Royal Army Medical 'Corps, und verschiedene Mann* Schäften sonstiger Abteilungen. Wie die Tageszeitung „Haboker" meldet, sollen die transj orda n is c h e n Streitkräfte durch eine demnächst zu mobilisierende Reserve verstärkt werden. Die zusätzlichen Truppen sollen hauptsächlich die Auf gäbe, haben, die Erdölleitungen auf trans* jordanischem /Gebiet zu . bewachen. Auch die arabische Legion in Transjordanien soll durch weitere 400 Mann verstärkt werden. Der Stab der britischen Streitkräfte in Palästina hat angeordnet, die Truppen der Garnison Nablus- Dschenin um 350 Mann zu verstärken. Aus England sind 61 junge Leute eingetroffen, die für den Dienst in der PaläsBnapolizei ausgebildet werden sollen. Laut „El Liwaa" treffen demnächst aus Aegypten 400 englische Polizisten zur Verstärkung in Palästina ein. Auf Grund des Gesetzes zur Verhütung von Verbrechen sind in Jerusalem .-mehrere .nationalistische arabische Agitatoren sow;ie - Kommunisten' verhaftet worden, um eine^Hetzpropaganda,-:runter der arabischen Bevölkerung anläßlich des Nebi Musa-Festes "~~ ' , ' ■'" ■ ■■»(.-:'''■* . i - •';- .'. .■, zu verhüten. In Ramie wurden fünfzehn Araber ver* haftet. .v». "; : In einem Pöliz'eicömiä^iqüe. wird bekänntgege-. ^en, ^aß'< m der Gegendri V^fiJ''N tf b 1 us viele W a ffen.un.d Bomben beschlagnahmt wurden. Mehrere Personen wurden im Zusammenhang damit verhaftet. „El Dschämea el Islamia" meldet, daß bei Ras el .Nakura an der syrisch-palästinensischen Grenze dreiundzwanzig. Juden als illegale. Einwanderer verhaftet worden sind, unter ihnen auch Frauen und Kinder. Die Beschießung des .jüdischen Viertels von Sas f®d, die gezeigt hat, daß dort die Situation besonders gespannt ist, hat den High Commissioner Sir Arthur Wauchope veranlaßt, - sich nach Safed zu begeben, um persönlich die erforderlichen Anord* nungen zu treffen. Die Läden in dem gesamten jüdischen Viertel waren geschlossen. Der fögh Commissioner war von dem, was er gesehen. 'hatte, tief beeindruckt. Er sagte zu, daß besondere Maßnahmen ergriffen werden sollen, um eine Entspannung der Lage und Befriedung der Stadt herbeizuführen. Bei einer Razzia in Jerusalem wurden mehrere Hauraner aufgegriffen, die nach dem Hauran zurückgeschickt werden sollen. Putsch Tikwah zur Stadigemeinde erklärt, J.erusalem, 30. März. Wie in der „Official Gazette" bekannt' gegeben wird, ist die jüdische Kolonie P et ach Tikwa nunmehr zur Stadtgemeinde erhoben worden. Die Erhebung zur Stadtgemeindeerfolgt auf Grund der Municipal Corporation Ordi* nance vom Jahre 1934. Der Stadtrat wird aus fünfzehn Stadtverordneten bestehen, einer von ihnen wird das Amt des Bürgermeisters, ein zweiter das •des Vizebürgermeisters bekleiden. Die erste Wahl des Stadtrates findet frühestens in zwölf, spätestens in fünfzehn Monaten nach der Proklamierung der Erhebung zur Stadtgemeinde statt. Im übrigen sind für Petach Tikwah, das nunmehr die zweite rein jüdische Stadt Palästinas ist, dieselben Verfassungebestimmungen vorgesehen wie für Tel Awiw, mit einer Aunahme: Gattinnen und Kinder eines in die Wählerliste eingetragenen Bürgers, die in seinem Haushalt leben, werden, sofern sie über zwanzig Jahre alt sind, auch selbst in die Wählerliste eingetragen. Die hebräische Tageszeitung „Dawar" meldet au* arabischer Quelle, daß der High Commissioner 150.000 Pfund zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in den palästinensischen Städten bewilligen wolle. Dieser Betrag soll für die Durchführung öffentlicher Arbeit ten ausgegeben werden. Zur Organisation der jemenitischen Jugend. Jerusalem, 5. April. Die Poale A g u d a s J i s r o e 1 organisieren * mit bestem .Erfolg die j e m e n i tis c h e Jugend, und es wird in absehbarer Zeit gelingen, einen guten Teil dieser wertvollen Elemente in die Agudas Jisroel einzureihen. Neben dem schönen Bau der Chaurew=Schule ist eine Synagoge für orthodoxe Juden aus Deutschland errichtet worden, die 150 Plätze zählt. Die Schechuna in der Nähe der Ghaurew-Sohule begrüßt mit Freuden diesen neuen religiösen Sammelpunkt. Die Reform in Erez Israel. Jerusalem, 6. April. Das J. P. B. weiß zu berichten, daß sich be-; reits zwei R © f ö r m s y n a g o g e n nach deutschem Muster in Erez Israel befinden, eine in Haifa unter! dem Namen „Beth Israel" und eine in Jerusalem unter Führung des Rabbiners Wilhelm aus Düsseldorf. Beide Synagogen werden unterhalten' von der Weltorganisation des liberalen Judentums. Der Jischuw', auch der nichtorthodoxe Teil, nimmt eine negative Stellung zu diesen Neugründungeri ein.