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Der Israelit · 1937-04-08 · Heft 14 (8.4.1937) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 14 (8.4.1937)
Date
1937-04-08
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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8. Afrril'1937 , %_■ Öffnung .der Tagung des Council der Jewish Agencv ist für den 15. August festgesetzt. Die Vertreter der britischen Judenheit Vor dem Kpnig. rf \ London, 26. Marz. Die Juden Englands haben am Donnerstag, den 25. März, König Georg VI. anläßlich der Thronbesteigung eine Ergebenheitsadresse überreicht. Die Ueberreichung erfolgte durch Vertreter des Board of Deputts of British Jewish und der Anglo-Jewish Association, die zu den Körperschaften gehören, welche das Vorrecht genießen, vor dem König zu erscheinen. Die Abordnung bestand aus dem Oberrabbiner des Britischen Reiches, Dr. J. H. Hertz, dem Präsidenten: des Board of Deputies, Neville J. tlaski, dem Präsidenten der Anglo=Jewish Association, Leonard G. iMontefiore, dem Präsidenten der United Synagogue, Lionel ^de Rothschild, dem früheren Präsidenten des Board of Deputies, -Sir Osmond d'Avigdor Goldsand, Lionel Cohen u. v. a. Um 10.30 Uhr vormittags betrat die Abordnung nach Anmeldung durch den Staatssekretär den Thronsaal. Die Mitglieder der Abordnung verneigten sich vor dem König. Sie traten hierauf 'bis zu der vorgeschriebenen Entfernung näher, und verneigten sich abermals. Lionel 3e R p t h s c h i 1 d trat drei Schritte* aus der Reihe vor und verlas den Wortlaut der Adresse: . t „An des Königs erhabendste Majestät, den allergnädigsten Herrscher. Wir, das Londoner Komitee des Board of Deputies of British Jews-, die erwählte Vertretungskörperschaft der Juden des Britischen Reiches, und wir, die. Anglo-Jewish Association, wenden uns an Eure Majestät untertänig im eigenen Namen und im Namen aller unsrer Zweigverbände im ganzen Britischen Reich, um Eurer Majestät anläßlich der Thronbesteigung unsere aufrichtigen und ehrerbietigen Grüße zu entbieten. Wir wollen Eurer Majestät ehrfurchtsvoll die Versicherung abgeben, daß Eurer Majestät Untertanen jüdischen Glaubens in der Aufrichtigkeit und Tiefe ihrer Empfindungen hinr ter keiner der Kundgebungen der Hingabe und Treue für Euren Thron und Eure Person zurückstehen, die Eurer Majestät. von. treuen Untertanen jeden Glaubens und jeder Rasse in allen Teilen der Welt überbracht worden sind. Es ist unser glühendes Gebet und unsere Hoffnung, daß . Eure Majestät mit der geliebten Königin=Gemählih länge leben mögen, um in Frieden und Glück .zu regieren und sich der Liebe eines einigen undgedeihenden Volkes zu erfreuen." Darauf überreichte Lionel de Rothschild dem König .die Adresse. König Georg VI. antwortete: „Es gereicht mir; zur hohen Genugtuung, diese herrliche Adresse zu bekommen, die mich' der" Treue und Hingabe meiner jüdischen Untertanen in der ganzen Welt versichert. Im Namen der . Königin und im eigenen Namen danke ich Ihnen für Ihre Glückwünsche." * Lionel de Rothschild stellte dem König sodann den Oberrabbiner -Dr.- Hertz, den Präsidenten des Board of Deputies, Neville Laski, und den Präsidenten der Anglo-Jewish Association, Xeonard Monteiiore vor. iNach nochmaliger Verneigung verließ die Abordnung den Thronsaal. (ITA.) Das Budget des Council for German. Jewry. London, 26, März. Der Council for German Jewry hat am 22, März und an den folgenden Tagen Beratungen abgehalten, denen zwanglose Besprechungen inder Vorwoche vorangegangen waren. Den Vorsitz führte Sir Herbert Samuel. Neben den Vertretern der englisch=jü=; •dischen Organisationen, die dem Council angeschlossen sind, nahmen an den Beratungen auch Delegierte der amerikanischen Judenheit teil, und zwar deir Vorsitzende der 'amerikanischen Sektion des^ Council, Felix M, Warburg, die Herren Dr. Bernhard Kahn, < David J. Schweitzer und' Nathan Katz vom American Jewish Joi^t Distribution Gömmittee, Dr. Maurice J. Karpf, der Exekutivedirektor des Verbandes zur Förderung der jüdischen, philanthropischen Vereinigungen voii New York, Dr, S. Löwenstein, und \ George Backer, ' '. ' : D ■ e r Israelit _ Der Council hat für das nächste Jahr ein Budget von 500.000 Pfund angenommen. Es wird gedeckt aus Mitteln, die der Council im Britischen Reich aufgebracht hat, aus Zuwendungen des Joint in Höhe von 220.000 Pfund und des United Palestine Appeaf in 'Höhe von 40.000 Pfund sowie aus Mitteln, di© auf dem europäischen Kontinent für Änsäedlung von Juden aus Deutschland in Palästina aufgebracht wor? den sind. Für Hilfeleistung an aus Deutschland stammende Juden in Großbritannien, in den Vereinigten Staaten und in verschiedenen europäischen Ländern sind, 150.000 Pfund vorgesehen. Italien. Jüdische Delegation beim König Viktor Emanuel. V "■' Rom, 4. April. König Viktor Emanuel hat den neuen Oberrabbiner von Rom, Prof. David Prato, und den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde von Rom, Ing. R e c a n a t i , in besonderer Audienz empfangen. Im Verlaufe der Audienz, die eine halbe Stunde dauerte, erkundigte sich der König bei Prof. Prato : eingehend nach der Lage der Jüdischen Gemeinde , von Rom und erörterte allgemeine Fragen, die die Organisation der jüdischen Gemeinden in Italien betreffen. Es wurden auch die Verhältnisse der Falaschas in Abessinien besprochen. Besonder« für dieses Thema bekundete der König außreordentliches Interesse. Albanien Die erste jüdische Gemeinde in Albanien. Tirana, 4. April. Die Regierung von Albanien hat eine in Valona gegründete jüdische Gemeinde als die erste jüdische Gemeinde öffentlichen Rechts anerkannt. Valona besitzt die älteste jüdische Ansiedlung des Landes. Der neuen Gemeinde gehören zehn^ Familien an. Demnächst soll in Valona mit dem Bau1 der ersten Synagoge Albaniens begonnen werden. 350 Napoleondors wurden für diesen Zweck aufgebracht. In ganz Albanien gibt es insgesamt 35 jüdische Familien. Algier. Die algerischen Juden verlangen Stimmrecht für die mohammedanischen Eingeborenen. A1 g i e r , 30. März. Der französischen parlamentarischen Untersuchungskommission, die sich mit der Frage der Gewährung des Stimmrechtes an die Eingeborenen von Algier befaßt, ist von einer Abordnung der algerischen Jucken eine Denkschrift überreicht worden, in der der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, daß diese Angelegenheit zugunsten der mohammedanischen Eingeborenen geregelt werden wird. Von keinem Juden werde gegen die Gewährung des Wahlrechtes an die Mohammedaner Einspruch erhoben. Die Tatsache, daß den mohammedanischen Eingeborenen von Algier das Wahlrecht bisher vorenthalten wurde, während die Juden e» besaßen, hat viel zum Entstehen einer, feindseligen Stimmung gegen die;jüdischen Einwohner von Algier beigetragen. Vor kurzem hatten führende algerische Juden in einer Zuschrift an eine in Algier erscheinende iuden= -feindliche. Zeitung auseinandergesetzt, wie schwer es für die jüdische Bevölkerung sei, in der Wahlrechtsfrage Stellung zu nehmen. Schweigen sie zu den Forderungen .der Mohammedaner, dann heiße es, daß sie Gegner der Wiederherstellung der Rechtsgleich-: heit der mohammedanischen Bevölkerung seien. Protestieren sie aber , gegen die ungerechte Behandlung der Mohammedaner, dann würden sie>- beschuldigt, gemeinsam, mit ihnen den französischen Einfluß zu bekämpfen. Zum -Schluß wird erklärt, daß die Ju* den für die Sache der Gerechtigkeit nicht nur deshalb eintreten, weil sie dies überlieferungsgemäß als ihre Pflicht erachten,;sondern . auch Weil sie wisseh, Jdaß sie die ersten Opfer von Unruhen und Feind - "Seligkeiten sind. ,; Wie die ITA. erfahrt, wird von den französischen ^Behörden ein Gesetz vorbereitet, durch das Aufrei* .__Nr. 14 Seite 9 zung zu Gewalttätigkeiten, und Rassenhaß in den französischen Kolonien Nordafrika® verboten werden soll. Tripolitanien. Pessach-Hilfe der Regierung für die Juden in Tripolis. Tripolis, 30. März. Die Jüdische Gemeinde in Tripolis hat von der Regierung einen Betrag von 10.000 Lire für ihre Armen erhalten. Dieser Betrag ist zum Einkauf/ von Mehl und Reis als Pessachhilfe verwendet worden. Es wurden ungefähr 1500 Familien bedacht. Die Jüdische Gemeinde der Hauptstadt der Cyrinaika, Bengasi, hatte zum Andenken an den Besuch Mussolinis ennen Betrag von 20.000 Lire für Wohltätigkeitszwecke ausgeworfen. Dem Gemeindevorstand ist nunmehr mitgeteilt worden, daß dieser Betrag nach dem Wunsche Mussolinis hilfsbedürftigen jüdischen Gemeinden in der Cyrinaika nach dem Ermessen des Gemeindevorstandes von Bengasi gegeben werden soll. Südafrika. Eine „nordische Front" in Südafrika. Johanne s b u r g , 22. März. In einer Versammlung seiner Anhänger hat der südafrikanische (Nationalistenführer Dr. Malan die Bildung einer gegen die Juden gerichteten „Nordischen Front?' gefordert. Der Redner erklärte, das; neu© Einwanderungsgeisetz genüge ihm nicht, da die Einwanderung von Juden durch dieses Gesetz nicht wirksam verhindert werde. Die englisch sprechende Bevölkerung wurde von Dr. Malan aufgefordert, sich der von ihm geplanten Front anzuschließen, um die „jüdische Gefahr" zu bekämpfen. Zum Schluß richtete der Redner an die Versammlung den Appell« nicht bei Juden zu kaufen. Südafrikanische Geistlichkeit gegen judenfeindliche Propaganda, Jo h an n e sb urg , 30. März. Von der südafrikanischen Geistlichkeit ist eine Aktion zur Bekämpfung der judenfeindlichen Propaganda eingeleitet worden. In einer von der Exekutive des Witwatersrand Church Council gefaßten Resolution heißt es; „Der Witwatersrand Church Council mißbilligt in schärfster Weise die auf gewissen Wegen in Südafrika verbreitete judenfeindliche Propaganda. Der Council ist der Ansicht, daß die christlichen Kirchen Südafrika« durch Kanzel und Sonntagsschulen zurückhaltend gegen die Verbreitung solcher Propaganda einwirken sollten. Die ordentlichen Ge* setze des Landes genügen zum Vorgehen gegen Angehörige jeder Rasse in der Bevölkerung, deren Verhalten dem- Gemeinwohl widerspricht, und gegen ungesetzliche Aktionen oder gegen Aufreizung hierzu. Der Council stellt mit Genugtuung fest, daß viele Führer unseres Landes in öffentlichen Aeußerungen* gegen den drohenden Judenhaß konsequent Stellung nehmen;er betont nachdrücklich die Pflicht der christlichen Bevölkerung, diese Haltung zu unterstützen und, soweit es an ihr liegt, Gewähr dafür zd schaffen, daß es in diesem Lande keine Zurücksetzung einer 'Nationalität gegen die andere gebe." Wochenkalender. Vom 10.-17. April 1937 /Vom 29. Nissan bis 6. Ijar 5697 '01» sp 'R p"1S >3'»fr niruö Bnnn panaa Samstag 10 29 DO Neumond: Nacht auf Sonntag 11 30 V Sonntag 12 U. 53»/is M. Pin PKTT 'K Montag Apr. 12 1 K? snn ttm*n 'a Dienstag 13 1"R 2 3? Mittwoch 14 3 ys Donnerstag 15 4 W Freitag 16 5 Samstag 17 6 w 'a piö nxa ywv

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