Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 12-13 (25.3.1937)
- Date
- 1937-03-25
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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Seit© 33 Doch Serel rief, ohne erst lange zu überlegen: „Sag' dem HerrnT daß die sieben guten Jahre noch heute beginnen sollen." . „Aber nach sieben Jahren werden wir wieder arm sein und nach der giiten Zeit wird es uns sehr schwer fallen, wieder im Elend zu leben," wendete Tewje ein. „Mach' dir keine Gedanken, sondern nimm, was man dir gibt und dank' dem lieben G'tt dafür," erwiderte Serel. „Sieh, man hat heute die Kinder aus dem Cheder geschickt, weil wir das Lehrgeld nicht bezahlen konnten," ' Tewje eilte gleich auf den Markt und erklärte dem Fremden, daß die sieben guten Jahre gleich jetzt. beginnen sollten. „Ueberleg' es dir gut," sagte der Fremde. „Jetzt bist du ein kräftiger Mann und - kannst verdienen, aber dann wirst du die Strapazen nicht mehr so gut ertragen können." Tewje aber .sagte: „Mein Weib will es so» haben. Erstens sagt sie, sollen wir dem lieben G'tt für alles Gute, das er uns heute beschert, danken und uns für später keine Sorgen machen, und dann will der Lehrer die Kinder nicht mehr unterrichten, weil wir ihn nicht be-zahlen können/' - „Wenn es so ist, dann geh' nur nach Hause," erwiderte der Fremde. „Bevor dudie Stube betrittst, bist dü" ein reicher Mann." Tewje wollte noch etwas fragen, aber der Fremde war plötzlich verschwunden. Der Träger ging als nach Hause. Vor seiner Hütte spielten die Kinder im Sand, doch als er näher trat, erkannte er, daß es kein Sand, sondern pures Gold war. Für den Träger begannen nun die sieben guten, glücklichen Jahre. Die Zeit jagt dahin — und die sieben guten Jahre waren gar schnell vorüber. Während dieser Zeit wären alle Sorge und aller Kummer aus T e w j e s Haus gewichen. Wie immer ging er jeden Morgen auf den Markt, um sich Arbeit zu suchen. Serel, sein Weib, arbeitete unverdrossen iin. Hause. Die Kinder lernten fleißig im Cheder. Tewje war bei jedermann beliebt, ganz besonders aber bei den Armen. Er wußte, was es heißt, arm zu sein. Darum half er, wo er konnte. Eines Tages stand T e w j e wie vor sieben Jähren auf dem Markte, hatte sein Trägergewänd an und' wartete auf Arbeit. Da plötzlich stand der gute alte Fremde vor ihm und sagte: „Lieber Tewje, die sieben Jahre des Reichtums und des Glückes sind vorüber. Du mußt alles "Geld, welches sich noch in deinem Besitze befindet, abgeben." ' "~r." ' Ühd'Tewje erwiderte: „Sagt * das meinem Weibe, denn sie hat das Geld während der ganzen Zeit verwaltet." Die beiden gingen nun in die Vorstadt, dein Tewje wohnte immer noch in der alten Lehmhütte auf dem freien Felde. Serel stand vor der Tür im Arbeitskleid, aber ihr Gesicht strahlte. Der Prophet sagte ihr nun, daß die sieben guten Jahre vorüber seien, aber Serel erwiderte: „Das Geld habe ich gut verwahrt, und ich werde es dir sofort aushändigen. Das Geld haben: wir nie als unser Eigentum betrachtet, denn nur das, was ein Mensch durch seine Arbeit verdient, ist sein Eigentum. Ein Reichtum aber, der einem mühelos in den Schoß fällt, ist nur dazu bestimmt, die Not der Armen zu lindern." Als der Prophet Elijahu diese Worte hörte, sagte er: ^Behaltet alles, ihr seid-würdig, reich zu sein. Seid weiter so fromm, gut und arbeitsam, dann wird der Segen G'ttes nicht ius eurem Hause weichen." Dann war der Prophet verschwunden. Tewje und sein Weib lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. von Perez bearbeitet von Deka. Hebräische Zahlzeichen. Noch einige praktische Beispiele. Man .teilt die Schöpfungsjahre in Mondzyklen ein; jeder derselben heißt machspr koton und besteht aus 19 Jahren. Es wird Euch interessieren, daß nach Ablauf von solch 19 Jahren immer wieder das, jüdische. Datum mit dem sog. „deutschen" zusammenfällt. Wenn also jemand am 10. Ijar geboren - ist, der auf den 15; .'Mai fällt, so kann er darauf rechnen, daß auch sein 19., 38., 57. usw. Geburtstag auf den 15. Mai und zugleich 10. Ijar fällt. Für den Kalender ist es nun wichtig zu wissen, in welchem Jahr' des augenblicklichen Mondzyklus wir stehen und zwar um feststellen; zu können, ob unser Jahr ein gewöhnliches oder ein Schältjahr ist. Innerhalb eines solchen Möfi'dzyklus sind nämlich die sieben Jahre: »TT'fJ'l tj> /f» 'T> ,S' (Merkwort: Guachadsaf), also -das 3., 6., 8., 11., 14.,. 17., und 19. Schaltjahre/Wir wollen das auf unser Jahr anwenden. 5697:-'-19 : 299 (Rest 16). Es sind seit der Weltschöptung demnach 299 Zyklen vorüber und wir befinden uns im 16. Jahre des 300. Zyklus. Das 46. Jahr aber ist -nach1 obiger Regel kein Schaltjahr; wohl, aber wird das kommende (das 17.) ein solches sein. Die Stunde .wird in chalokim („Teile") eingeteilt; jede Stunde besteht aüs 1080 chalokim ^"nrinj man merkt sich das Wort „tatfaf". Diese Einteilung erweist sich praktischer .als die in Minuten und, Sekunden, weil die Zahl 1080 durch fast alle gangbaren Zahlen teilbar ist, 2, 3, 4, 5, ,6, 8, 9, JO, 12 usw., was viele Vorteile bietet. ' ■■> ■ '■' •' '. Str,: