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Der Israelit · 1937-03-25 · Heft 12-13 (25.3.1937) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 12-13 (25.3.1937)
Date
1937-03-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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25- März 1937 Der 1 s rae 1 it Nr. 12/13 Seite 9 dessia"uten kennen bloß ein e n stellvertretenden y0lSilz2nden, der -Kongreß hat aber ihrer zwei gewäll t. Die Wahlen würden per -Akklamation 0(Jfr hg^führt, die Statuten schreiben abet geheime Wahl vor. -■. v ■ . Di2 Ze ntralka nzle i d er-orthodoxen Juden S i e b e n bürge n s beschwert sich' vor. der Oeffentikhkeit wie auch in einer Eingabe an (jas Ministerium darüber, daß die< Annullierung; der Wahlen, ohne vorherige Anfrage an sie erfolgt ist. Dieser Vorgang verletzt die gesetzlich gewährleistete Autonomie der Orthodoxie. Die Nagykaroiyef Gemeinde hatte sich in einer strittigen Prags gaweigert, vor einem Schiedsgericht zu er- Scheinen,\ und hat sich damit automatisch aus der Ort»io£oxie; ausgeschlossen. Sie hat also auf eine Tel. nähme an dem Landeskongreß kein Anrecht. Nicht Haß und Feindschaft, sondern Einigkeit und Brüderlichkeit, Botschaft des Königs im rumänischen Parlament V Bukarest, 22. März. Anläßlich der Beendigung dar gegenwärtigen Sesiion des rumänischen Parlaments wurde vom AU-i-tarpräsidenteri Gheorghe Tatarescu eine königliche Botschaft verlesen, die die Ergebnisse der gesetzgeberischen Arbeit in dieser Session zusammenfaßt. Die königliche Botschaft enthält folgenden bemerkenswerten Passus zu dem vor kurzem angenommenen Gesetz, das Studenten und Schülern die Teilnahme an politischen Kundgebungen verbietet: „Wir sehen in der neuen Maßnahme ein höchst wirksames Mittel zur 'Aufrechterhaltung einer höheren Disziplin untur unserer Jugend, deren Enthusiasmus und Energie' nicht in Haß und Feindschaft vergeudet werden darf, sondern verwendet werden muß zur Verwirklichung des großen nationalen Ideals der Einigkeit un4 Brüderlichkeit." Am letzten Sabbat sind in allen Synagogen Rumäniens Gebete um die Wiederherstellung der vor einiger Ze.t schwer erkrankten Königin-Mutter Maria gesprochen worden. Der Zentralrat der Juden Rumäniens hat der Königin telegraphisch die Wünsche der rumänischen Judenheit für ihre baldige Genesung übermittelt. Der geschäfismhrende Präsident des Zentra.rates, Dr, Wilhelm Fildermann, hat von der Königin folgendes Telegramm erhalten: „Ich danke Ihnen und der gesamten jüdischen Bevölkerung für die aufrichtigen guten Wünsche. Marie." Italien. Ein silberner siebenarmiger Leuchter für Mussolini R ö.m 19. März. Der Oberrabbiner von Tripolis, Dr. Aldo Laltes, hat Mucsodni im Namen der jüdischen Bevökerung einen silbernen siebena rmigen Leuchter überreicht.. Er - versicherte, daß die Juden von TripO.iS dam Duce ebenso ergeben seien wie die Mohammedaner. In Rom ist der Präsident des Verbandes der Jüdischen Gemeinden Italiens, Adv. Feiice Ravenna, ein bewußter Jude und Vorkämpfer des religiösen Gedankens in Italien, im Älter von 67 Jahren g e sto rben. Die " Staatsbehörden haben dem Verband ihr Beileid ausgesprochen. England. NeUe Vollmachten für den High Cominissionet? London, 21. März. In dieser Woche wird in Palästina eine' neue Defence Order in Council im Amtsblatt veröffentlicht werden. Durch die neue Verordnung' sollen die außerordentlichen Vollmachten des High Commissioner neu bestätigt und eine Klärung der durch dj2 gsgan außerordentliche Maßnahmen dzr Re- SJ2rung gerichteten Urteile palästinensischer Gerichte geschaffene Lage herbeigeführt werden. In der Verordnung wird der Inhalt der beiden Verteidigunsgesetze vom Jahre 1931 bzw. 1936 neu zusammengefaßt werden. Es wird erklärt, daß der Er aß der neuen Verordnung nicht wegen der jüngsten Unruhen notwendig/geworden sei, sondern weil durch die gerichthehen Entscheidungen die von der Regierung beabsichtigte Fortsetzung ihrer Maßnahmen auf Grund, der Verordnung von 1931 als gesetzwidrig erklärt-worden ist. In der neuen Verordnung werden nicht nur die Dekrete von 1931 Die Woche- Berlin. Laut Meldung des „Berliner Tageblattes"' hat die. Münchener Bankfirma August Lenz u. Co. die bisher im Besitz des Vorstandsmitgliedes August Kaufmann •befindliche Aktienmehrheit der Schuhfabrik Herz, Offenbach a, M., einer der größten Schuhfabriken Deutschlands, erworben. Die Aktienmehrheit ist damit in arische Hände übergegangen. Wien. Bundespräsident Mik- las hat den Dichter Franz Werfel durch Verleihung des Oesterreichischen Verdienstkreuzes, für Kunst und Wissenschaft I. KL, des Höchsten österreichischen Ordens für künstlerisch© Und wissenschaftliche Verdienste, ausgezeichnet. — Anläßlich seines 75. Geburtstages war der Wiener Oberrabbiner Dr. Israel Taglicht Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Amsterdam. Der Präsident der französischen Republik, .Lebrun, hat den bekannten holländischijüdischen Gelehrten 'Dr. W. J. de Haas, Professor der Staatsuniversität in Leyden, zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Budapest, Nach Mitteilungen des Statistischen Amtes der Stadt Budapest entfielen von den * 740 im Januar 1937 in Budapest geschlossenen Ehen 54 auf, Ehen zwischen Christen und Juden. . Nur in acht Fällen wurden hierbei Vereinbarungen über die Religionszugehörigkeit der Kinder getroffen, und zwar in sieben Fällen zugunsten des christlichen, in einem Falle zugunsten des jüdischen Bekenntnisses. Warschau. Wie das J. P. B. berichtet, erscheint nun das polnische Organ der Poale Zion, „Das neue Wort", wiederum auch am Sabbat. Ein«* Zeitlang hatte das Blatt unter dem . Drucke der öffentlichen Meinung das Erscheinen am . Sabbat eingestellt. — Bei der dritten Internationalen Chopin=Konkurrenz haben jüdische Pianisten den ersten und zweiten Preis errungen. Di« Preisträger sind der . 23jährige Jakow Z a k und die 16jährige Rosa Ta mark in. Auch unter den nachfolgenden fünf Preisträgern - befinden sich drei Juden. Saloniki. Die Norwegische Mittelmeerlinie hat beschlossen, einen d i - rekten Schiffs verkehr Saloniki- Tel Awiw einzurichten. Es wird dies die erste reguläre Schiffsverbindung von Griechenland nach Tel Awiw sein. Der Verkehr auf der neuen Linie , wird demnächst durch den Dampfer „Sardinia" eröffnet. Istambnl. Auf Grund des neuen Gesetzes, das die W e h r h a f t m a c h u n g aller türkischen 'Staatsangehörigen beiderlei Geschlecht» im Alter von 16 bis 65 Jahren vorsieht, wird die türkische Judenheit 30.000 Mann zum Deinst stellen. 1300 ■jüdische Schulmädchen werden bereits militärisch ausgebildet. Auch in den jüdischen Schulen wird an jedem Montag ein F1 a ggenap pell abgehalten, bei dem Schüler und Lehrer schwören, in der Stunde der Not ihr Leben für das Vaterland zu opfern. Chicago. An den Folgen einer Operation ist in Chicago der jüdische Schriftsteller und Journalist Jona Spiwak gestorben. Von 1910—1917* war er Feuilletonredakteur "de,s „Chicago Jewish Record". Spiwak hat eine Reihe jüdischer Theaterstücke geschrieben und den Roman „Daniel-de Ronda" von George Eliot für die Bühne bearbeitet. und 1936 erneuert, sondern auch die von der Regierurig auf Grund der Verordnung von 1931 getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt. Der neue Terror in Palästina vor dem englischen Unterhaus, i London, 18. März. Äm 17. März befaßte sieh das Unterhaus mit der neuen Terrorwelle und den jüngsten Morden in Pa ästir.a. Der Kolonien-Minister O r m s b \y Gore sagte, die Verkündung des Kriegsrechtes sei nicht beabsichtigt, da er in den Ereignissen' nur Untaten e i n z e 1 n e r Banden und nicht einen planmäßigen Terror auf Geheiß des Obersten arabischen Komitees sieht. Es seien in/ Palästina alle Maßnahmen gstroffen worden, um die Schuldigen zu fassen, auch größere Prämien für die Erfassung der Mörder seien ausgesetzt worden. Freilich szi es sehr schwierig, in einem, unruhigen Land enzeine Verbrechen zu verhüten und zu ahnden. Der High Commissioner werde am Freitag gleich nach seinem Eintreffen in Palästina mit den Trägern der Militär- und Polizeimacht eingehend die Lage besprechen. Dem Abgeordneten M a n d e r , der die Ergreifung radikaler Maßnahmen wünscht, hält der Minister vor, daß er als Q gner der Gewaltanwendung und c er Rüstungskredite solche Wünsche nicht äußern dürfe. Äuf eine weitere Anfrage stellt der Minister fest, daß er keinen Grund habe, anzunehmen, daß der sogenannte MäcDonald-Brief an Weizvnann einen" Vertrag darstelle. Der Brief habe nur den Zweck gehabt, gewisse Mißverständnisse und Mißdeutungen bezüglich des Weißbuches von 1930 zu beseitigen. Eine jüdische Einwanderung nach Trans Jordanien komme zur Zeit nicht in Betracht, wobei der Minister auf frühere Antworten in dieser Frage verweist. Bezüglich der Bewaffnung sagt der Minister, daß der Besitz von Feuerwaffen an eine Genehmigung gebunden sei, welche im Ermessen der zuständigen Behörde liegt. Freilich werden gegen Beduinen in gewissen Fällen Ausnahmen gemacht. Die Entwaffnung der Beduinen in Südpalästina sei sehr schwierig. Im weiteren kommt noch der Besuch Mussolinis in Libyen und die italienische Rundfunkpropaganda zur Sprache. London,» 22. März. Der Abgeordnete Major Procter brachte im Unterhaus den in vielen Fällen in Palästina vorgekommenen Raub von ganzen Herden zur Sprach. Kolordenminister Ormsby-Gore erwiderte schriftlich, daß er all diesen Fällen seine Aufmerksamkeit schenke, daß er aber keine Informationen darüber habe, ob die arabischen Räuber, wie der Abgeordnete angegeben hatte, aus Transjordanien und Syrien stammen. Er habe bereits einen Bericht über den Tierraub bei dar jüdischen Kolonie M i z p a angefordert. Im übrigen verwies der Kolonienminister auf seine am 17. März im Unterhaus gegebene Erklärung, in der er die gesamten Sicherheitsverhältnisse in Palästina eingehend erörtert hatte. Die Vaterlandsliebe der Juden Englands, Ansprache des stellvertretenden Chefs der britischen Armee. London, 17. März. Die Vaterlandsliebe der englischen Juden wurde von dem stellvertretenden Chef der britischen Armee, General Sir Harry Knox, in einer Ansprache hervorgehoben, die er bei einem feierlichen Appell der Jewish Lads' Brigade (jüdischer Pfad" finder-Verband) gehalten hat. „Ihr Angehörigen der jüdischen Gemeinschaft," sagte ddr General; „habt ein hervorragendes Beispiel der Vaterlandsliebe gegeben. Ich weiß, daß über 50 000 eurer Glaubensgenossen im Kriege Hee-' resdienst geleistet haben, und daß die Jugend, zu der ich jetzt spreche, innerlich verwandt ist mit den j ü dis che n So Id a t e n der britischen bewaffnete n Macht". Der General erinnerte daran, daß fünf Juden mit dem Viktoria-K re uz ausgezeichnet worden sind und viele andere verschiedene Tapferheitsauszeichnungen erhalten haben. Londoner Brief« Mädchenerziehung in EnglamLund Osteuropa. — Sir Airthür Wauchopes Rückkehr. — Royal Commission. — Die Lage in Palästina. — Chiefrabbi Dr. Herzog und die Orthodoxie, — Von der Mosley.Partei. — Sammlungen in England. x~ London, 19. März. Die abgelaufene Woche hat in der Fülle der jüdischen '.-Meetings und Komitee-Sitzungen zwei Zusammenkünfte gebracht, die zwar nicht durch die

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