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Der Israelit · 1937-03-25 · Heft 12-13 (25.3.1937) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 12-13 (25.3.1937)
Date
1937-03-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 12/13 Der. 1 s r a e Ii t 25. März 1937 gruppe Bresau hat Sprachunterricht in Englisch und Spanisch eingerichtet. 25 Jahre Höhere israelitische Schule in Leipzig. Leipzig, 19. März. Die Höhere Israelitische Schule in Leipzig besteht 25 Jahre. Die Schule, die von dem vor kurzem verstorbenen Gemeinderabbiner Dr. Carlebach gegründet worden ist, begann ihr erstes Schuljahr mit 276 Schülern und Schülerinnen in 9 Knaben- und 5 Mädchenklassen. Die ständig wachsende Schülerzahl, insbesondere nach 1933, hat dazu geführt, daß das jüdische Schulwerk in Leipzig jetzt eine achtklassige Volksschule, eine sechsklassige Rea'sehule mit Knaben- und Mädchenklassen hat. Im letzten Jahre ist damit begonnen worden, eine Oberstufe ab Obersekunda aufzubauen. Ungarn. Neuwahl des Zentral-Komitees und der Landes- Vertretung der ungarländischen Orthodoxie. Budapest, 1§. März. Die ungarländische Orthodoxie hat in Budapest unter dem Vorsitz des Präsidenten der orthodoxen Landeskanzlei, Samuel Kähan-Franki, eine dreitägige Landeskonferenz abgehalten, an der über 200 Delegierte, unter ihnen über 100 Oberrabbiner, teilnahmen. Der Präsident gedachte in seiner Eröffnungsansprache seines Vorgängers, des verstorbenen Oberhausmitgliedes Adolf Frank!, schilderte die Lage der Judenheit in der Welt und gab dem Mitgefühl der uhgarländisehen Orthodoxie mit den vor schwierige Aufgaben gestellten Judenheit in Palästina und Deutschland und mit den religiöser Verfolgung ausgesetzten Juden in Sowjet-Rußland Ausdruck. Er wies auf die traurige wirtschaftliche Lage der ungarischen Juden hin, die durch eine radikale Agitation noch verschärft werde. Syndikus Dr. Emmerich Reiner behandelte in seinem Bericht insbesondere das neue Ergänzungsstatut und gab der Erwartung Husdruck, daß auch das aktuslla Problem einer Öberhausvertretung des orthodoxen Judentums im Geiste der Einmütigkeit gelöst werden wird. Der Redner erinnerte daran, daß Adolf Frankl vor vier Jahren die Leiter aller Kirchen sowie die zu positivem Glauben sich bekennenden Gelehrten und Politiker ohne Unterschied der Konfession zu einer Stellungnahme gegen den glaubenzerstörenden Bolschewismus aufgefordert hat. Zum Schluß betonte der Redner, daß das einheimische Judentum durch die jüngste Deklaration des Regierungs - Chefs in seiner Zuversicht bestärkt worden ist, daß die Regierung wirksamen Schutz gegen Aufreizung gewähren wird. In den neuen ZentralausschuB wurden 40 Rabbiner und 60 weltliche Delegierte gewählt, unter ihnen als lebenslängliche geistliche Ehrenmitglieder Oberrabbiner Simon Schreiber (Eger-Erlau), M. Markus Benedikt (Szombathelg-Steinamanger), Saul Rosenberg (Ujfeherto) und Moses Vorhand (Mako).' Holland, Vorsitzender der Aguda-Jugend zum Oberrabbiner von Nordholland gewählt, Amsterdam, 22. März. Der Vorsitzende der Aguda-Jugend, Rabbiner Ph. Frank aus Hiiversum, ist zum Oberrabbi ner der Provinz Nordholland (mit Ausschluß Amsterdams) mit dem Sitz in Haar lern gewählt worden. Der neue Oberrabbiner, der bisher Lehrer am Rabbinerseminar war, ist erst 26 Jahre alt. Dänemark. Neuwahl des Vorstandes der Jüdischen Gem«inde Kopenhagen, Kopenhagen, 22. März. Auf Grund des vor einiger Zeit angenommenen neuen Statuts des Jüdischen Gemeinde Kopenhagen wurde die für jedes zweite Jahr vorgesehene Neuwähl eines Teiles des siebengliedrigen Gemeindevorstandes vorgenommen. Zum Vorsitzenden der Gemeinde ist der Adv. C. B. Henriques wiedergewählt worden. Wiedergewählt wurden ferner Direktor Meyer und Adv. Oppenheim. Prof. F r e d e r i c i a ist als Mitglied des Gemeindevorstandes zurückgetreten. An seine Stelle wurde der Präsident der Zionistischen Vereinigung Dänemarks, Slor, in den Vorstand der Kopenhagener Jüdischen Gemeinde entsandt. Mit ihm zieht zum ersten Male ein Vertreter der „neueingewanderten" Juden. in den Gemeindevorstand ein. Polen. Herstellung und Vertrieb von christlichen Kult-Geräten durch Juden in Polen verboten, * Warschau, 21. März. Der Sejm hat in zweiter und dritter Lesung ein Gesetz angenommen, durch das es NichtChristen verboten wird, christliche Kultgeräte und religiöse Andenken herzustellen und zu vertreiben. Es dürfen auch bei der Herstellung durch christliche Unternehmer keine nichtchristlichan Arbeiter beschäftigt, werden. Auf Gegenstände, die für den Export bestimmt sind, finden die Vorschrifter; des neuen Gesetzes keine Anwendung. Der Berichterstatter bemühte -sich darzulegen, daß das Gesetz im Interesse der Beziehungen zwischen polnischer und jüdischer Bevölkerung notwendig sei und verhüten solle, daß die Volkserregung gegen die Juden sich verstärkt. Andererseits wandte er sich aber auch gegen den zu großen Anteil der Juden am Wirtschaftsleben im allgemeinen und wies darauf hin, daß die Juden nicht nur im Handel, sondern auch im Handwerk eine beherrschende Stellung einnähmen. Der Anteil' der Juden am Handwerk betrage in den verschiedenen Städten 50 bis 79 Prozent, in Warschau seien 57 Prozent aller Handwerker Juden. Streik der jüdischen Studenten in Wilna durch Kompromiß beigelegt, Warschau, 17. März. Der Streik der jüdischen Studenten in Wilna, die sich gegen die Einführung einer Ghettositzordnung gewehrt haben, ist nach Abschluß eines Kompromisses abgebrochen worden. Die jüdischen Studenten haben den Vorschlag angenommen, Sitzplätze in den Hörsälen und Arbeitsplatze in den Laboratorien in Gruppen einzunehmen, denen außer ihnen auch die freiheitlich gesinnten polnischen Studenten sowie die weißrussischen und litauischen Studenten angehören. Andererseits bilden die nationaldemokraiischen polnischen Studenten besondere Gruppen. Der Ausschluß der 54 jüdischen Studenten, die in der letzten Zeit an den Laboratoriumsübungsn nicht teilgenommen haben, wird zurückgezogen. Die Durchrührung des Transfer-Abkommens zwischen Polen und Palästina. Warschau, 14. März, Die zur Unterzeichnung des Transferabkommens zwischen Polen und der Jewish Agency in Warschau weilende Delegation der Jewish Agency hat der jüdischen Telegraphen-Agentur Erklärungen über die Durchführung des Abkommens gemacht. Durch das Abkommen ist eine besondere Kommission eingesetzt worden, die die Durchführung der Abmachungen zu überwachen haben wird. Vorsitzender der Kommission ist Ministerialrat Niemuszinski .vom polnischen Außeministerium, Vizepräsident Dr. Hindes, einer der Vertreter der jüdischen Interessen. Die Jewish Agency wird uriter Mitwirkung der Änglo-Palestine-Bank eine besondere Gesellschaft gründen, die sich bei der Durchführung des Transfers einschalten soll. Die Tätigkeit dieser Gesellschaft wird sich auf Palästina und auf Polen erstrecken. Unabhängig. von den Vergütungen,, die. die polnische Regierung gewähren wird, wird die Gesellschaft besondere Bonifikationen für die Importeure von polnischen Waren in Palästina gewähren. Auf diese Weise wird es sich ermöglichen lassen, daß die Konkürenzfähigkeit der polnischen Waren gegenüber denen anderer Lander sich erhöhen wird, so daß der Export polnischer Waren nach Palästina ' sich wird bewerkstelligen lassen können. Die Fonds, aus denen die Bonifdkationer gewährt werden, sollendurch entsprechende Abzüge bei Geldüberweisungen nach Palästina auf. gebracht werden; Den Exportauren und Importeuren werden keine Abzüge gemacht. Das Verfahren bei Geldüberweisungen und Kapitaltransferieruhgen von Polen'nach Palästina ds| bereits grundsätlLh festgelegt worden^ Kapitalisteneinwanderer aus Polen, die im Besitze eines Visums des englischen Konsulates sind, werdsn im Warschauer Büro der heuzugrühdenten Transfergesellschalt CkaringsbeschJnigüngenbekommen, Auf Grund dieser Bescheinigungen wird die polnische Verrechnungskasse, das Polski Instytut Rq. zrachunkowy, Einzahlungen entgegennehmen. Ueber- "Weisungen . für andere Zwecke werden ebenfalls von dem Institut ausgeführt werden, sofern entsprechende Bescheinigungen von dem Warschauer Büro der Gesellschaft vorgelegt, werden. < Die Durchführung des Transferabkommens wird am 1. Mai beginnen. Der Ueberwachungskommissian für den Transfer werden von jüdischer Seite als Beauftragte der Jewish Agency Adv. Hartglass, Direktor Hindes, Ing. Reiss, Dr. Schmorak und Adv. Weiss angehören. Auch der Vorsitzende der Polnisch-Palästinensischen Handelskammer, Levite, wird in der Kommission sitzen. Tschechoslovakei. Die jüdische Minderheit in der Tschechoslowakei, Prag, 14. März. Ministerpräsident Dr. Hedza empfing - die Vertreter der jüdischen Minderheit, die ■ Abgeordneten Dr. Ähgelo Goldstern und Dr. Chaim Kugel, sowie den Vizepräsidenten der - Jüdischen Partei, Ing. Zucker- Die Delegation überreichte dem Ministerpräsidenten ein Memorandum und trug ihm die kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Forderungen der jüdischen Minderheit in der Tschechoslowakei vor. Der Ministerpräsident stellte fest, daß die Regierungserk.ärung, die im Parlament am 18. Februar 1937 über die Regelung dQr nationalen Politik abgegeben wurde, sich selbstverständlich auch auf die jüdische Minderheit bezogen habe. Die vorgetragenen Forderungen, die sich auf der Linie derr Regierungspolitik bewegen, erkenne die Regierung ais berechtigt und gerecht an. Sie1 werde darum die Verstaatlichung des hebräischen Schulwesens durchführen (es handelt sich um sieben hebräische Schulen in Kärpatho-Rußland); weiter werde die Regierung bei Behandlung, des in Vorbereitung befindlichen Gesetees über die Einführung der Sonntagsruhe in der gesamten Tschechoslovakei auf üte religiösen Gefühle der orthodoxen jüdischen Bevö.kerung Rücksicth nehmen; sie werde feiner die produktive soziale Fürsorge für die jüdische Jugend, besonders im Osten der tschechoslovakischen Repubiik, durch Subventionierung der in Betracht kommenden jüdischen Institutionen 'in dem gleichen Maße unterstützen, wie es bei den anderen nationalen Gruppen geschieht. Der Ministerpräsident sagte zu, daß auch die anderen vorgetragenen Forderungen und Wünsche im Verwaltungswege günstig und befriedigend, gelöst werde« würden. Rumänien. Rumänische Regierung annulliert die Wahlen in die orthodoxe Zcntralkanzl«i. 1 Bukarest, 21. März. Wie die jüdische Tageszeitung „Uj Kelet" in Klausenburg meldet, hat das Kultusministerium auf Grund von Eingaben der in die Organisation der Orthodoxie nicht aufgenommenen Kultusgemeinde in Naggkaroly und einen Redakteur namens Weiß, der in einer kleinen Ortschaft eine Zeitschrift in jiddischer Sprache herausgibt, die Wahlen des orthodoxen Landeskönrgresse s an ri ü 11 i e r t. Die Neuwahlen müssen auf einem neuen LandeskongreB innehalb von 30 Tagen durchgeführt; werden. Die Annullierung wird folgenden Gründen motiviert: Nicht alle Gemeinden wurden zum Kongreß eingeladen. Die Lan"

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