Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 12-13 (25.3.1937)
- Date
- 1937-03-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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25.. März 1937 Der Israelit scharfen Worten wendet. Insbesondere nimm|; er in dieser Kimdgßbung Bezug auf die Zustände in S o w je t r u ß 1 a n d. Dem ' wahren russischen Volk, den U n t erdrü ckten u n d L e i d g ep r ü f t e n , drückt der Papst dabei sein väterliches Mitgefühl aus. und empfiehlt sie der moralischen und materiellen Unterstützung der positiv eingestellten Welt. Zu den unterdrückten und leidgeprüften .Menschen in Rußland, so fügen wir hinzu, gehören die r e 1 i g i 6 s e ri Juden, denen bei aller, wirtschaftlichen Not, die sie mit der Bevölkerung teilen ,noch die Möglichkeit zur religiösen Lebensbetätigung genommen ist. Es stand zu befürchten, daß sie am Pessach ohne JVlazzoth bleiben, da die in den staatlichen 'Bäckereien hergestellten Mazzoth den religiösen Vorschriften nicht entsprechen, sondern wie ein Hohn aul dieselben 'anmuten. Wir lasen, daß in London, auch in der Schweiz und änderswa Pessach- und Mazzoth-Aktionen für die notleidenden religiösen Juden in Rußland eingeleitet wurden. Hoffen wir, daß die brüderliche Liebesgabe sie noch recht-' zeitig erreicht und daß auch n.a ch den Feiertagen das Interesse für diesen „gedrückten und leidgeprüften" Teil der russischen Bevölkerung im jüdischen Kreise wach bleibt. ■ '. . * * ' Der Entwurf zur Nationalisierung d e r r u m ä n i s c h e n Wirt s c h a f t wurde in dem Sinne abgeändert, daß sich nunmehr: das Gesetz nur auf die Minderheiten in den nach ■dem Kriege angeschlossenen Provinzen erstrecken soll. Danach werden nur die Juden in Beßarabien, in der Bukowina und in Transsylvanien der Prozentnorm in der Wirtschaft unterworfen sein. Das Wort ethnisch" wurde durch „autochthon". ersetzt, Womit zum Ausdruck gebracht wird, daß die der Minderheit angehörenden Staatsbürger von früher her als autochthon e Elemente nicht unter das neue Gesetz fallen. Leider erfreuten sich aber die Juden auch in Altrumänien früher schon nur ausnahmsweise des Bürgerrechtes. In den nach dem Kriege angeschlossenen Provinzen werden aber die Juden die ganze Schärfe des Nationalisierungsgestzes zu spüren bekommen. Es geht für diese, wie einige Zeitungen nachweisen, weniger um Bürgerrechte, als mehr um primitive Lebensrechte. Es wird fortan drei Arten von Bürgern geben: 1. Bürgererster Klasse, die Rumänier von Geburt sind; '2. Bürger zweiter Klasse, die sich aus autochthonen Minderheiten zusammensetzen; 3. Bürger dritter Klasse, zu denen die Minoritäten in* den neuen Provinzen gehören. Diesem Gesetzt iindüngsärt geschlagen hatte. Die Wahrheit und Wirklichkeit zerriß schonungslos die schönen Bilder kindlicher Phantasie und vor uns stehen vier Männer, %virkliche Männer mit ihren Fragen, nicht Kinder. In der Tat spricht der ' "»vfrwn'» in der Antwort, die zu geben ist, von rü« dem „Manne". Unsere „klugen Kinder", welche in der nanm nn die vier alten Fragen stellen,, um die alte Antwort - darauf zu bekommen, sind wirkliche rljrwv die nicht einschlafen «ollen, bevor sie ihr Pensum erledigt haben. So will es der, Talmud. Man hat nun mechanisch das Kin- •desalter auch auf die vier tm» übertragen, wenigstensin der deutschen Uebersetzung, um dem kindlichen Empfinden entgegen zu kommen. Der Bibel- Kundige weiß längst, daß unter p auch der Erwachsene begriffen. Man denke an die von Ezechiel mit Vorliebe gebrauchte Vökativform tn« p- Es handelt sich also um viererlei Merischenkategorien, die man an den so verschieden geformten Fragen erkennt. Auffallend mag es manchem erscheinen, daß selbst die heilige Thora die Existenz eines y«n< eines ^vxvb yny> m->*v stillschweigend voraussetzt. Nun, der Talmud geht auch nicht dieser Frage aus dem Wege. rrw ■OR^n1' nun naro sb Die Thora wurde Menschen gegeben, Menschen aus Fleisch und Blut, nicht den Engeln' G'ttes. Es könnte beispielsweise eine falsche Prüderie zu dem Gedanken führen, mit Rücksicht auf die tierischen Blößen an unserem Körper keine T^sn anlegen zu wollen. Ihm gilt der Hinweis fii» »a«ba^> mm nana« Ob osn. ob -ob on. oder S>it«^ »Ti« w>«9, siesind G'ttes Geschöpfe und Kinder und «ollen individuell behandelt werden. Die Thora ..spricht von . ihnen allen, auch vom ytzn» der durch die Willensfreiheit freilich auch für sein Tun und Lassen verantwortlich ist. Mag es uns Kindern besonders gefallen haben, daß, man ihm „die Zähne ' wird von anderer Seite der Artikel 5 der rumä- Jiischen Verfassung entgegengehalten, der lautet: „Die Rumänen ohne Unterschied der völkischen Abstammung, der Sprache oder der Religion erfreuen sich der Freiheit des Gewissens, des Unterrichts, der Presse, der Versammlung, der Koalition und aller in Gesetzen festgelegten Freiheiten und Rechten," Die Worte ethnisch oder autochthon kommen im Gesetze nicht vor. * * Wieder s c h 1 i e ß t s ich e i n T o r f ü r d i e jüdisclie Wanderung. Wie Hias mitteilt, Ist ihr aus Montevideo der telegraphische Bericht zugegangen, daß die Regierung von P ar a g u a y 'den Schiffen, die die Verbindung zwischen Montevideo und den Auswanderungshäfen aufrechterhalten, verboten'hat, jüdische Pa ssagiere an Bord zu n e h m e n, Die Auswanderungs-Organisationen halten es für richtig, warnend darauf hinzuweisen, daß dieVe Maßnahme einem vollständigen Verb o t jüdischer Einwanderung nach Paraguay gleichkommt. Auch diejenigen Personen, die bereits im Besitze der nötigen Papiere sind und alle Vorbereitungen getroffen haben, müssen aufgefordert werden, von der Reise abzusehen, um sich eminente Kosten und Enttäuschungen zu ersparen, * *. Der Entwurf für eine neue Verfassung wurde in Litauen fertiggestellt und wird dem Parlamente nach den Osterferien unterbreitet werden. Soweit bis jetzt bekannt, sollen in der neuen. Verfassung „die kulturellen und nationalen Rechte der Minderheiten" gewährleistet werden. Eine Ausnahme für die jüdische Minderheit ist nicht vorgesehen. Was wir unter „kulturellen und nationalen Rechten" zu verstehen haben, kann mit voller Klarheit noch nicht gesagt werden. Gerne hätten wir etwas über die religiös e n Rechte gehört, wollen aber damit keineswegs die Befürchtung aussprechen, daß die religiösen Rechte der Juden in Litauen nach der neuen Verfassung geschmälert werden könnten. Noch wissen wir nicht, wie nach dem neuen Gesetze die Regelung sdes Ra.bbin.at.es in Litauen, von der schon vielfach die Rede war, gedacht ist. Ob das Konsistorium mit Oberrabbiner an der Spitze für die Gemeinden kommt, und wie es zusammengesetzt sein soll, das sind Fragen, deren Erörterung man für verfrüht halten könnte, würde nicht gerade diese Frage in Litauen schon seit Jahr und Tag alle Gemüter beschäftigen. Man darf hoffen, daß die berufenen stumpf" macht. Wir wissen, daß der Bruch mit ihm die ultima ratio ist, wenn er, die Grundlehren des Judentums ableugnel lf>?a isp- Ein Stachel bleibt trotzdem zurück. Ahron verkehrte in freundlichster Art mit Gesetzeslosen, um sie in dieser Form zu gewinnen. Er hatte Erfolg. Die je obwaltenden Umstände söllen taktvoll und klug benützt werden. Der Dan, welcher schon o'bspöi D»pin nn» zu unterscheiden weiß, ist kein Kind mehr. „Gib dem oan und er wird noch klüger." Selbst vom Aphikomon gib ihm Aufschluß und gewiß über alles Sonstige. 'ttinnsriKi Dem ön gehört elementare Belehrung. Er verkörpert wohl die große Klasse des- Volkes. Dagegen bedarf der ganz Unmündige der Anregung von außen,* durch andere. l£ nna hr. Ach, die Gelegenheit im pflichtenreichen jüdischen Leben ist ja so reichlich geboten. ' Sind also die bildlichen (Darstellungen der „vier Kinder" wirklich so harmlos und verwunderlich? Erklärungen zu den „zehn Plagen". Mitgeteilt von S. Speier. Kap, 10. V. 14. Vm bx rai nnsa ps bs nai«a byn •p ">,t mb v-msi wasi nr>« p ">n xb visb nun -im Dnsa „Die Heuschrecke kam herauf über das ganze Land Aegypten und ließ sich iin ganzen Gebiete Aegyptens 'nieder. Sehr schwer war sie, zuvor war also keine Heuschrecke ihr gleich und .nach ihr wird also keine sein." Die Worte p. '»n-- sb i»mm sind auffallend. Heißt es doch bezüglich der Heuschreckenschwärme, die in den Tagen des Propheten, Joel Erez JIsrael verheer-. ten:„ ... seines gleichen war nicht von Ewigkeit." Joel 2, 2? Antwort einiger Erklärer: In den Tagen Joels kamen verschiedene Heuschreckenarten: Der religiösen Instanzen in Litauen auf der Wacht bleiben. * *. In New Yorker Zeitungen tauchen Berichte — oder Gerüchte? — über bevorstehende jüdisch-arabische Friedensverhandlungen auf, für die wir ihren Verbreitern in Amerika die volle Verantwortung überlassen müssen. Nach einer Meldung der ITA. berichtet die „New York Times" über bereits stattgefundene geheime Friedensverhandlungen •in Paris, bei denen die Zionisten durch Dr. Weizmann und Mosche Shertok und die Araber durch einen Mann von großem Einfluß im nahen Osten vertreten gewesen seien. Dem Bericht der „New York Times" zufolge habe den Gegenstand der Verhandlungen in erster Reihe ein Plan gebildet, der eine Einschränkung der jüdischen Einwanderung nach Palästina auf 40.000 Personen jährlich für einen Zeitraum von zehn Jahren vorsieht, wobei 20.000 jüdische Einwanderer jährlich nach Transjordanien zugelassen werden sollen. Nach Beendigung der zehnjährigen Frist soll die jüdische Einwanderung eingestellt werden. Die künftige Politik „Ml von der Entscheidung einer gesetzgebenden Versammlung abhängen, der Juden und Araber angehören. „New York Times" behauptet, daß Aussicht auf Annahme des Planes durch beide Parteien vorhanden sei. Wir meinen, die ITA. hätte Gelegenheit gehabt, in London oder Jerusalem festzustellen, was an jenen amerikanischen Meldungen wahr und was dabei aus der amerikanischen Luft gegriffen sei. Sie hätte sich dann das Dementi vom 19. -März sparen können. ■te * Die jüdischen Hilfskomitees hielten in Paris wieder eine Konferenz ab. Führend auf dieser Konferenz waren Council for German Jewry und Hias-Ica Immigration Association. Aus dem auf der Konferenz erstatteten Berichte erfährt man, daß in Frankreich gemäß den Bestimmungen des Genfer Abkommens 2000 Identitätsausweise an aus Deutschland ausgewanderte Juden erteilt wurden. Abgelehnt wurden vom Ministerium höchstens nur 6 Proz. der Bewerbungen um solche Ausweise. Durch die Ratifizierung des Genfer Abkommens, welches vorsieht, daß deutsche Staatsangehörige, die sich am 4. Juli 1936 außerhalb Deutschlands aufhielten, als R efugi.es anzusehen und damit einen auf bestimmte Zeitdauer ausgestellten Identitätsausweis erhalten, ist der Rechtsstatus der Gasam, der Arbe, der Jelek und der Chasil. In den" Tagen Mosches ließ G'tt nur ein Art, den Arbe, kommen. Diese Auslegung ist befremdend, da der Tehillimsänger in seiner Schilderung der über Aegypten verhängten Heuschreckenplage verschiedene Heuschreckenarten erwähnt. In Tehillim 78, 46 heißt es: ,;Er gab dem Chasil ihren Ertrag, dem Arbe ihren Erwerb." Und in Tehillim 105, 34 berichtet der Sänger: ,,Er hatte gesprochen, und Arbe kam, und Jelek, ohne Zahl." Folgedne Deutung ist einleuchtend: Der Nachsatz bezieht sich auf die im ersten Teile Aes Verses erwähnten Worte o,,"> » b^i ^X Im ganzen Gebiete Aegyptens wird solch eine Heuschrecke' nicht ferner sein. Damit ist nicht gesagt, daß ein anderes Land nicht in noch stärkerem Maße von Heuschrecken heimgesucht werde. * * map. 11. V. 3.' w>«fi öi n-oisa wyi nyn m n« 'n Jn»i ■nvn iy>sy\ ny-ia na? 'rya b^s» paa im bm ima „Und G'tt gab dem Volke Gunst in den Augen Aegyptens. Auch der Mann Mosche war sehr groß im Lande Aegypten, in den Augen der Diener Pharaos und in den Augen des Volkes." Dieser Vers bezieht sich nicht auf die Sympathien, die die Aegypter dem Volke Jisrael anläßlich seiner Bitte um Gold und Silber bewiesen. Der Bericht über dieses Entgegenkommen wird uns erst später in Kap. 12, V. 36 mitgeteilt. Vielmehr besagt unser Vers, daß Jisrael nun, im Gegensatz zu früher, bei den Aegyptern in hohem Ansehen stand. Di Auch Mosche ward von Pharaos Dienern und der ägyptischen Bevölkerung hochgeschätzt. Der König aller* dings hatte seine Haltung Mosche gegenüber nicht geändert. — Es Hegt auch nicht zu fern, unter '•J'Ml D?n> des Vordersatzes, das jüdische ovn analog dem Volk zu verstehen. Ehedem hatten Söhne Jisraels