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Der Israelit · 1937-03-18 · Heft 11 (18.3.1937) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 11 (18.3.1937)
Date
1937-03-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite. 10 Nr. 11 De r; I s r a e I i t legen der aus dem Ausland bereits eingetroffenen Bewässerungsröhren beginnt in den nächsten Wochen. Die Kosten der geplanten Arbeiten dürften 80.000 'bis 90.000 Pfund betragen. Man erwartet, daß die Felder um Nahalal bereits in einem halben Jahr bewässert sein werden. Die zentrale Synagoge in Jerusalem. (Eingesandt.) Wiederholt brachten Sie Notizen über die zentrale Synagoge in Jerusalem, ein Bedürfnis der Char&dim, nachdem die Synagogen der Altstadt immer mehr verlassen und verwaist werden, und verwiesen daraus, daß die Golah solcher Aufgaben sich nie entzogen hat. Man kann darüber im Zweifel sein, ob eine solche zentrale Synagoge eine Notwendigkeit ist. Hier ist Jeder mit seiner kleineren Schul', die nur wenige Hänser von seiner Wohnung entfernt liegt, verwach* sen und zufrieden. Aber daß es an einer Betmöglichkeit in Jerusalem fehlt, ist Jedem klar, der sehen will. Ich konstatiere zu meiner Freude, daß der „Israelit" auch hier Sprachrohr der deutschen Orthodoxen ist. Daher bitte ich Sie, diesen Zeilen, die sich an diese Kreise richten, Aufnahme zu gewähren. Im allgemeinen sind die deutschen Orthodoxen hier Selbstversorger, sie machen sich ein eigenes Minjan auf, vornehmlich an den hohen Feiertagen, und sind sehr glücklich, unter sich zu sein. Aus Gelüsten einer Vorsteherbetätigung und aus Gründen persönlicher Zwistigkeiten vermehren sich solche Gebetsplätze, was vollkommen begreiflich ist. Denn der „Westler" — kurz gesagt — kann sich mit der Unruhe und den Methoden der Betstuben nicht ohne Weiteres abfinden; es sei denn, er macht in derselben Art mit und vergißt, was er früher — mit Recht — geschätzt hat. Aber dieses Prinzip, seine Seele zu retten, ist nur das bequemste, aber nicht das edelste. G'tt hatte einst von Abraham, unserem Stammvater, nur die eigene Treue verlangt, nur gewünscht, daß er und sein Haus ihm dienen. Und dennoch hat er sich bemüht, Andere für seine wahren Ideen zu gewinnen. Wir kennen'am besten die Verfassung der deutschen Juden, die links von uns in Deutschend legten; es schmerzt uns, daß. sie ihr unjüdisches Leben hier fortsetzen. Wenn aber überhaupt Jemand, so werden wir den Weg zu ihnen finden, und müssen das gewaltige Opfer bringen^ sie durch Synagoge und Lehrhaus zum wahren Judentum allmählich wieder zu führen. Gelegentlich hört man, daß da und dort sich Einzelne freuen, daß die Bibel ihnen kein Buch mehr mit sieben Siegeln , ist; aber Viele behaupten noch heute, es sei Selbsttäuschung zu glauben, die hebräische Sprache der Gegenwart würde Wege zur Erkenntnis der Quellen ebnen und damit das Wesen des Judentums leichter verstehen helfen. Es ist ein dornenvoller Weg, eine edle Missions* aufgäbe, die nur erfüllt wenden kann, wenn wir nicht zufrieden sind, für uns das Notwendigste gefunden zu haben, sondern uns unserer Brüder annehmen. Warum geht. — wird man fragen — der Wunsch nicht von ihnen aus? Wer nie da« Licht der Welt gesehen hat, kann gar kein rechtes Verlangen ha- , ben, seine Blindheit zu verlieren. Wie sollen, sie suchen, was sie nicht kennen, oder wovon sie nur wissen, daß es Opfer und Einschränkungen kostet? Vielleicht wird man auf die jetzt größte Synagoge in Jerusalem verweisen. Aber — zunächst einmal 1 weht dort der Geist der Unnahbarkeit, dann ist der Rahmen bereits zu weit gespannt. Der Talmud sagt: einstens werden die Bethäuser des Galuth in das heilige Land versetzt werden. Es" wird nicht sofort eine große Vermischung aller Juden aus allen Ländern werden, sondern jede Synagoge wird hier ihre Tore öffnen, um alte liebgewordene -Sitte fortzuführen und unter dem Geiste des heiligen Landes eine neue Zukunft,, eine gemeinsame Arbeit, ein Ziel zu erstreben, das dann vereinigend wirken wird. ' Tel Awiw hat sozusagen seine deutsche Synagoge, Haifa so etwas Aehnliches, in Jerusalem fehlt das deutsche Zentrum. Es ist schade, ein Verlust für unsere Ueberlieferung, wenn wir Juden aus Deutschland dies weiter so hingehen lassen. Keine zahlenmäßige^ Verluste statistischer Art lassen sich bringen, aber Seelen verlieren wir, und sie sollten wir hier retten, wie Abraham, unser Stammvater. P. Berichtigungen aus Haifa.; Von der Jawne Sich-u 1 e in Haifa wird uns geschrieben: .;' In Berichtigung . der Ausführungen in Nr. 5 des „Israelit" vom 4. Februar 1937 unter dem. Titel „Von der Tätigkeit des Keren Hajischuw in Haifa" .stellen wir — um Mißverständnissen zu begegnen — folgendes fest; . 1. Das „Beth Häsefer ,Hareali „Jawneh", Haifa" ist von jeder po 1 i t i S!c h en R i c h tu n g und Bindung (Agudath Jisrael Und Misrachi) völlig unabhängig. Dem Kuratorium, Waad mefakeach, Lehrkörper und Elternschaft gehören Persönlichkeiten aus allen .gesetzestreuen Kreisen Haifas an. Ihr gemeinsames Ziel ist die Verwirklichung des"" neu* artigen Schulprogramms zum Besten der gesetzestreuen Judenheit Haifas. . 2. Der größte Teil des S c h ul b ü d g e t s dieses Jahres hätte durch die Schulgel de r allein gedeckt werden können. Jedoch hat die wirtschaftliche Lage vielen Eltern die Möglichkeit genommen, den anfangs eingegangenen Verpflichtungen voll nachzukommen. —- Die Schule hat bis heute weder von den offiziellen Instanzen (z. B. Waad Hakehillah) noch von irgend , einer politischen Organisation — also auch nicht vom Keren Hajischuw — die allergeringste Subvention erhalten. * * Ferner schreibt uns die Chewra „Ahawath Thora'' in Haifa: Zu Ihrem Artikel „von der Tätigkeit des Keren Hajischuw" („Israelit" Nr. 5 vom 4. Feibr. cr,fy bemerken wir, um Irrtümer zu vermeiden und den Tatsächenbestanid festzustellen, folgendes: 1, Unsere „Ahawath Thora" ist weder eine Institution des Keren Hajischuw, noch hM sie bis; jetzt irgendwelche Subventionen von irgend Jemand erhalten. Sie ist von keinerlei Parteien oder Part■2i- Instanzen abhängig und erstrebt die restlose Zusammenfassung aller aus Deutschland eingewanderten Jereim. 2. Die Leitung der „Ahawath=Thora" liegt ausschließlich in den Händen der drei geschäftsführenden Vorstände. Ein Rabbinatssitz betseht bis heute nicht, infolgedessen auch kein amtierender Rabbiner. NEU ERSCHIENEN: EINFÜHRUNG DIE JÜDISCHE GESCHICHTE Von Dr. PH. BIBERFELD Auf 95 Seiten werden in vier Kapiteln Grundfragen der jüdischen Geschichte behandelt, Material zur Chronologie geboten, das Zeitalter der Patriarchen und die religiösen Zustände im alten Israel geschildert. Es ist eine Einführung in die jüdische Geschichte, wie wir sie in unserer neuen jüdischen Literatur noch nicht besitzen. Hervorgegangen aus Vorlesungen des Autors in der Thora-Lehranstalt Jeschiwa zu Frankfurt a. M., werden die Abhandlungen nun nicht verfehlen, einem großen Kreis suchender und ringender jüdischer Menschen den Zugang zu den Grundwahrheiten der jüdischen Geschichte und des jüdischen Lebens zu sichern. Das Buch ist broschiert zum Preise von RM. -1.80. i» zu beziehen beim Verlag des Israelit und Hermon £• £ Frankfurt a. M. - Schützenstraße 12 Telefon 21084 - Postscheckkonto Frankfurt/M. 19802 NEU E R SCHI EN E N! VERSTREUTE FRÜCHTE (pmofe mvs) von Rabbiner Wolf S. Jacobson. Das Werk umfaßt in seinem deutschen Teile 130 Seiten und hat einen hebräischen Anhang, welcher sechs talmudische, bezw. halachische Abhandlungen über zum Teil aktuelle Themen enthält. , Die 24 Abhandlungen des deutschen Teiles enthalten tiefschürfende Betrachtungen zu mehreren Wochenabschnitten und Festtagen, in einer gehobenen Sprache und leichtverständlichen Diktion, wie sie alle Veröffentlichungen des Verfassers auszeichnen. Die fünf Monographien über den Lübliner Raw, den Hamburger Oberrabbiner Dr. $pitzeis Dr.;:Leb Deutschländer, Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer und Rabbi Beer Friedmahn führen uns groß Persönlichkeiten in einer Lebendigkeit und Eindringlichkeit vor Augen* daß wir uns noch einmal in .ihrer Nähe sonnen. Es ist ein Buch voller Liebe und Wärme, ein Buch für jeden religiös eingestellten und wahres Judentum suchenden Menschen, der hier von einem heißen jüdischen Herzen angerührt und angeredet wird. Die Drucklegung des Buches ermöglichten Freunde des deutschen Keren Hat hör a, dem auch der Reinerlös zufließt. Das Buch ist in schönem Leinwandeinband zum Preise von RM. 2;75, zuzüglich 30 FPfg. Porto (bei Abnahme von 10 Exemplaren ein Freiexemplar) zu beziehen beim H a m b ur g 13 Hch. Barthstr. 21 2 4 753 » Gegen Überweisung von M. 3.05 erfolgt portofreie Zusendung. des Keren Hatoraii Postscheckkonto Hamburg

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