Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 11 (18.3.1937)
- Date
- 1937-03-18
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2450961-2450972--82874-2540834- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 2× ep/1047930
OCR text
18. Mäi-2cl937 D e r 1 st a e 1 i t Nr. 11 Seite 9 E R E Z Neuer Terror und neue Opfer. Füni Chäluzim ermordet. . " Jerusalem, 14. März. Zwei .als Hirten beschäftigte Chaluzim, der aus Polen eingewanderte 28jährige Schlomo Gafni, und der aus Deutschland stammende 21jährige Henoch Metz, sind im Gebiet des König Georg-Jubiläumswaides des Jüdischen Nationalfonds zwischen Nazareth und Nahalal von einer englischen Militärpatrouille ermordet aufgefunden worden. Die beiden Chaluzim sind erstochen worden. Die aus. 400 Schafen bestehende Herde wurde geraubt, Die Polizei hat energische Nachforschungen nach den Tätern einge* leitet. ... - . Am Freitag wurden englische Polizisten auf einem. Patrouillengang in der Altstadt von Jerusalem von Arabern überfallen. Die Angreifer benutzten Eisenstangen als Waffe. Es wurden ein Polizist schwer und zwei leicht verwundet. Die jüdischen Siedlungen Sedjera und Jawniel in Untergaliläa, die Kolonie Benijamina im Gebiet von Waadi Hawarit, das . zwischen Petach Tikwah und Tulkerem gelegene Kfar Saba sowie die Vorstadtsiedlung Bajit Wegan sind durch bewaffnete Araberbanden beschossen worden. In allen Fällen wurden die Angreifer durch das iFeuer der Wachmannschaften vertrieben. Es gab keine Verletzten; Ueber einen vor etwa vierzehn Tagen im Heereswaffen=Depot von Haifa verübten Waffendiebstähl ist jetzt ein amtliches Communique ausgegeben worden, in dem festgestellt wird, daß insgesamt 1000 sogenannte Mills=Handgranaten, die eine besondere starke Sprengladung-besitzen, aus dem Depot verschwunden sind. Im Zusammenhang mit der von den Militärbehörden gemeinsam mit der Polizei durchgeführten Untersuchung würde bisher ein Araber verhaftet. Man vermutet, daß die arabische Terroristenzentrale sich der Bomben bemächtigt hat. Die im Jischuw herrschende Erregung über die Ermordung der beiden Chaluzim Schlomo Gafni und Henoch M e t z bei Kfar Hachoresch ist durch die Meldung, daß in den frühen Morgenstunden des Sonntags wieder drei Juden dem Araberterror zum Opfer « gefallen sind, außerordentlich gesteigert worden. In Obergaliläa wurden unweit der Kolonie Jawniel die Siedler Gedalja G e 11 e r und -Mosche S a l m-a n aus dem Hinterhalt ermordet. In derselben Gegend ist ferner Jehuda E l j o w i t s c h , der Sohn eines . Kolonisten aus Jawniel, von Terroristen getötet worden. Aus der Ferne konnten die Kolonisten sehen, wie Jehuda Eljowitsch. den Angreifein heldenmütig Widerstand leistete. Bevor die Siedler jedoch dem Ueberfällenen zu Hilfe kommen konnten, war der Mord geschehen und die Angreifer waren geflüchtet. Unweit der Mordstelle .wurde ein Schuh geiunden, den einer der Mörder bei der Flucht verloren hatte. Gedalja Geller stammte aus Ostgalizien und war 36 Jahre alt. Sein Vater befindet sich gerade auf dem Wege nach Palästina. Der gleichzeitig ermor* dete Salman war 33 Jahre alt .und ebenfalls aus Polen eingewandert. Das dritte Opfer, Jehuda Eljowitsch, war im Galil geboren und 28 Jahre alt. Die Polizei hat einen Betrag von 1000 Pfund für die Ergreifung der Mörder' von Schlomo Gafni und Henoch Metz ausgesetzt. Das Kommando der britischen: Luftwaffe in .Transjordanien und die PoKzei im Libanon.: sind aufgefordert worden, bei der Ausfindigmachung der Mörder mitzuwirken. Die Grenze ISRAEL von Palästina nach Syrien wurde gesperrt,, um eine Flucht der Banditen nach dem Ausland zu verhin-f dem. Sowohl von Syrien als von Palästina aus sind die Grenzpolizeiposten erheblich verstärkt worden. Flugzeuge suchen die palästinensisch-transjordanische Grenze ab. Auf einem Felde bei Kfar Tabor sind zwei junge? Juden, Schlomo Rothstein und Jacob K i r s 1 e r , beim Pflügen am Abend von einer bewaffneten Araberbande beschossen und verwundet worden. Sie wurden ins Krankenhaus nach Afulerr gebracht. Die Verletzungen Kirslers sind ernst. Das Feuer der Araber war von den jüdischen Pflügern erwidert worden. Polizei verfolgt die Spuren der Bande, die. aus Transjordanien gekommen sein dürfte. Der jüdische Teil der Stadt S a f ed ist von Arabern von drei Seiten her beschossen worden. Das Feuer wurde von Polizei und Militär nicht erwidert, dagegen wurden jüdische Passanten von einer englischen Militärpatrouille nach Waffen durchsucht. Du erwartest Leistungen vom Keren Hajischuw? Der Keren Hajischuw erwartet Leistungen von Dir! Palästina-Centrale der Agudas Jisroel Frankfurt am Main Postscheck-Konto Ffm. Nr. 5 3 9 0 0 In dem an Tel Awiw angrenzenden Jaffaer jüdisehen Viertel Florentin ist am Mittwoch ein Jude namens Mosche G a o n . durch Messerstiche schwer verletzt worden. Er wurde in das Hadassakrankenhaus nach Tel Awiw gebracht. Vertrcter des Jischuw beraten über Sicherheits- Fragen. Eine vom Waad Leumi einberufene Konferenz. Jerusalem, 10. März. Am Mittwoch Nachmijttag traten Vertreter fast sämtlicher Siedlungspunkte des Landes in Jerusalem zu einer vom Wäad Leumi einberufenen Konferenz zusammen, um Fragen der Sicherheit des Jischuw zu erörtern. An der Beratung nahmen auch Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency teil. Das einleitende Referat hielt der Vorsitzende der Exekutive der Jewish Agency, Ben Gurion, der eine Reihe politischer Forderungen aufstellte, die die Sicherheit im Lande gewährleisten sollen. Die Vertreter der Siedlungen im Norden schilderten die Verhältnisse in .dem Gebiet vonSafed, Mizwa, im nördlichen Jordantal und in der Beisan=Ebene und wiesen auf die Gefahren hin, denen die jüdische Bevölkerung in dieser Gegend ausgesetzt ist. Ben Gurion forderte zum Schluß die Versammlung auf, auf den Zusammenschluß aller Kräfte zwecks erfolgreicher Bewältigung der für die nächste Zeit bevorstehenden po* litischen und Abwehraufgaben hinzuwirken. ' Einwanderung aus Deutschland nach Palästina in den letzten drei Jahren. Jerusalem, 11. März. Die Abteilung für Statistik bei der Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem hat* eine Aufstellung über die Einwanderung von Juden aus Deutschland nach Palästina während der letzten drei Jahre veröffentlicht, Es sind danach in diesem Zeitraum 35.000 Juden aus Deutschland eingewandert, unter ihnen 23.000 deutsche Staatsangehörige. Die Einwanderung aus Deutschland machte in dieser Zeit durchschnittlich 21 Proz. der jüdischen-Gesamteinwanderung aus, und zwar 1933 25 Proz., 1934 23 Proz., 1935 13 Proz. und 1936 29 Proz. Die Gesamtzahl der in diesen Jahren nach Palästina aus allen Ländern eingewanderten Juden betrug 164,267. Von den Eniwanderern aus Deutschland entfielen 37 Proz. auf Personen mit einem Eigenkapital von mindestens 1000 Pfund und 41 Proz. auf Zertifikate-Inhaber. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Einwandererkategorien, Angehö* rige, Handwerker .usw. Der Altersgliederung nach waren die jugendlichen Elemente bei der Einwanderung aus Deutschland vorherrschend. 77 Proz. deit Einwanderer standen im Alter bis zu 40 Jahren, 54 Proz. waren Männer und 46 Proz. Frauen. Der Etat der Stadt Tel Awiw für das Jahr 1937. Tel Awiw, 11. März. Die Stadtverwaltung von Tel Awiw hat den Haushaltsvoranschlag für da® Jahr 1937 veröffentlicht. An Einnahmen sind 455.000 und an Ausgaben 488.648 Pfd. vorgesehen. Es ergibt sich somit ein vorläufig ungedecktes Defizit von über 30.000 Pfund. Mit Rücksicht auf die durch die politischen Verhältnisse bedingte Krise wird dieses Defizit als unbedeutend empfunden. Bürgermeister Israel Rokeach konnte in einer **- der letzten Sitzungen des Stadtrates mitteilen, daß die Schuldenlast der Stadt sich im Jahre 1936 um 50.000 Pfund verringert bat. Etat der Stadtverwaltung von Haifa, Jerusalem, 11. März. Der Stadtrat von Haifa hat in Anwesenheit von Vertretern der Regierung den Etat für das Finanzjahr 1937/38 angenommen. Die Einnahmen wurden mit 182.000 Pfund, die Ausgaben mit 172.000 Pfund veranschlagt. Arabische Arbeiter verlasscn Petach Tikwah. Jerusalem, 11. März. AUS Petach Tikwah wird gemeldet, daß nach den jüngsten blutigen Ereignissen in Jerusalem arabische Arbeiter, die beim Verpacken der Früchte von den arabischen Exporteuren beschäftigt werden, die die Ernte der jüdischen Pflanzer aufgekauft haben, nicht zur Arbeit gekommen, sondern auf halbem Wege umgekehrt sind. Auch in einer Reihe von Plantagen haben arabische Arbeiter ihre Arbeitsplätze verlassen. Ein neues großes Bewässerungs-Unternehmen in Palästina. Jerusalem, 12. März, Die Gesellschaft „Nir" hat gemeinsam mit dem Keren Kajemeth ein neues großes Bewässerungsunternehmen mit einem Kapital von 30.000 Pfund gegründet.. Zweck des Unternehmens ist es, Brunnen •zu bohren und das Wasser an bestimmten Punkten zu sammeln, um es an die landwirtchaftlichen Siedlungen zu verteilen. Der Name , der neuen Gesellschaft ist „Mekorot". Es sollen hauptsächlich die dem Nationalfonds gehörenden Ländereien von Scheich Abrek bewässert werden. Schon jetzt oragnisieren sich hunderte Arbeiter in Haifa, um sich auf dem durch guten Boden und gesundes Klima ausgezeichneten neuen Siedlungsgebiet niederzulassen. Das Aus-