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Der Israelit · 1937-03-18 · Heft 11 (18.3.1937) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 11 (18.3.1937)
Date
1937-03-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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18. März11937 De r I s r a e Ii t Nr. 11 Seite 7 Vormerkung für das Vorzeigegeld entweder vor Aus= Wanderung beim Palästina-Amt oder nach Einwanderung bei der Haavara Anträge auf Vorschußleistungen. Die Transferorganisationen : sind leider in Zukunft infolge der Transferlage. nicht mehr .imstande, derartigen Anträgen angeforderter Personen, die au$ D-Zertifikat einwandern, zu entsprechen. Es wird ausdrücklich'darauf aufmerksam gemacht, daß jemand, der in Zukunft auf Anforderung seiner Kinder nach Palästina einwandert, nicht damit rechnen -'kann, bei der Transferierung seines Vörzeigegeldes bevorzugt' behandelt zu werden. "i: Von der Jüdischen Winterhilfe Berlin. ' Berlin, 15. März. Die Jüdische Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin wendet sich in diesen Tagen, noch einmal an /alle., diejenigen, ■ die ihr,, monatliches Wjnt^rhilfsopfer noch nicht oder nur. yteilw-eise; bezahlt_.haben. Größe Aufgaben seilen rioch3;zu. erfüllen und keiner-, dürfe beiseite stehen. Die .Spende zu den Haus-, und Eintopfsammlungen entbindet niemand von ,derl(Verpflichtung. zur Zahlung des vom.. Herrn Reichsbeauf? tragten.für das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes; errechneten Monatsopfers von .1 Proz.Mmonatlich, der Reichseinkommensteuer 1935 bezw. 10 Proz, der monatlichen Lohnsteuer. '■ ' e ■ ' . ■. ' ' N An, der Angestellten-Spende der Jüdischen Wiri* terhiife zuv;Berlin beteiligen sich zurzeif 1328 Firmen mit 7477 -jüdischen Angeist eilten, 1' 'Nach der neuesten Statistik der Jüdischen Win» terhilfe "der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sind., in der Zeit vom Oktober 1936 bis März 1937 88.222 Zentner Kohlen, (davon allein - im iMqnat Februar 22,572), 94.361 Pfund Zücker, 26.845 Pfund Mehl,, 56.931 Pfund Reisr, 22.590 Pfund' Hülsenfrüchte . undt 35.883 Pfund Nudeln sowie sonstige; Lebensmittel äusr. gegeben wordeh/ Außerdem würden insgesamt 45.000 Kleidungsstücke verteilt, darunter 3000 Herrenanzüge, 1800 Kleider:, 3100 Obrehemden;v 250ÖiDameWäriM,;q«CT 2000 Herrenmäntel usw. r Die P e s s a c h - H a u s s a m m 1 u n g , findet am Sonntag, den} 21. März 1937, statt. Aus den Gemeinden, -r , Köln ,9, März. Die Synagogengemeinde in Köln'zählte1 'Ende 1936 etwa 13.900 Personen, gegenüber "18.280; im Jahre" 1933. ..... ~ ' v ... * * V >' . ' * -.•:*;>:•• :> M a h n h e i m , 9. März. Die zwei badischen Gemeinden Heidelberg und Bruchsal sind seit dem Jahre 1925 fast um die Hälfte der Mitglieder zusammengeschmolzen. Heidelberg, das im Jahre 1925 noch 1350 Juden hatte, 1933 nocV 900, zählte am 1. Januar 1937 nur noch 679. Einer Geburt und 5 Zuzügen im Jahre 1936. stehen 20 Sterbefälle und 58, Personen, die fortgezogen sind, gegenüber., Die Gemeinde in Bruchsal hatte 1925 6(|8 Seelen, "1933 :501, am l:^^nuar,l?37 326nJ ,;: Die Israelitische Kultusgemeinde- Ludwigshafen hatte bei der Volkszählung 1933 ' 1120 Mitglieder. Am 1, Januar 19.37 betrüg'der Bestand der 'Gemeinde ' 772 Personen,. Besonders groß ist die- Zahl1' <ler ' von der Jüdischen Winterhilfe1 Betreuten. Sie "betragt'5 zurzeit 238 Personen, oder -31 Pr'oz.1 der Gemeinde-' mitglieder. " ' 1 \'' M änchen, 9. März. Die Israelitische Kultusgemeinde Augsburg hatte im Jahre 1933 noch 1030 Personen. Gegenwärtig zählt die Gemeinde etwa 850 Seelen. Die Israelitische Kultüsgemeinde München umfaßte im Jahre 1933 9005 Personen. Der Beyölke? rungsrückgang seit dieser Zeit wird auf 15'Proz. geschätzt, : so daß gegenwärtig hoch etwa 7600 Gemeindefnitglieder .vorhanden 'Sind.: Die Jüdische Wihterhilfe betreute 1025 Personen oder etwas mehr äl'£( 13 ProZ, ,,j i;-:- -; ■ ' '' 'Vi tv.' 'V - * " "*;/ " ,'; -.' ■<>- .'. : . *• , V Die Woche. Hamburg. Die Talmud Thora-Schule in Hamburg hat in ihrem Schulgebäude eine Tafel zum Andenken an die im Weltkriege - gefallenen Lehrer und Schüler angebracht». •!" Sie enthält die Namen von fünf Lehrern und 126 ehemaligen Schülern de*r Anstalt. Wien. :,, Die jüdischen. Studenten der Universität Wien haben zum Zeichen* ihrer Sympathie T* für die in .Polen im Kampf , gegen die Ela-; führüng von Ghetto-Bähkeri stehenden jüdischen Studenten, einen 24stündigen H u n - _ gerstreik proklamiert.' Amsterdam. Die von Nathan Birnbaum begründete und ■ frü- ' her von ihm gemeinsam mit. Alfonso P a c if i c i und Aime P a 1 Ii e r e herausgegebene .Zeitschrift „Der Ruf" erscheint nunmehr nach längerer. Unterbrechung wieder. Die Leitung der Zeitschrift wurde .von Hans Goslar ''' neu übernommen. — Bei der im Haag. ta-.. :'p' genden Konferenz der "sogenannten „ O s 1 o- . - Staa ten" Holland, '■" Belgien, Schweden- .\ und. Norwegen,: die..-.stuf Veranlassung de« ^niederländischen iMinisterpräsidenten Dr. H.; Coiijin einberufen wurde, ist der Vorsitz dem Führer des holländischen Handels- und" Industriedepartments, Dr. H.-~M. Hr'rsVh- . v e ld , , übertragen, worden.;/.; Auch <das: zweite Mitglied der, ^holländischen Delegation, Prof. Dr. J. v a n <<j e 1 d e r e n ist Jude. Prag. In Prag ist eine .der Haupt? .straßen nach dem Mitglied des Obersten .'V Gerichtshofes der Vereinigten Staaten Louis D/ fi r a n d e i s benannt.,- worden zur Erin? ' rieru'ng an die Hilfe, die er seinerzeit in -Amerika Prof. Thomas G. Masaryk bei sei5 _ nen Bemühungen um die Gründung des tschechoslovakischen Staates zuteil werden ließ. Warschau, Anläßlich, dep .Jahrestages des Pogroms von P r z y t yk -wird -der toBäuer W-i'eszniak, der Während der •; Unruhen getötet wurde, •" von äet national: . demokratischen Presse als „Märtyrer" gefeiert. Die Zeitungen behaupten, daß ejne Straße in Ra'dom nach WJes'zniak benannt werden soll.1 — .Ein Jude atis' Sochaczew -namens Lust mann hat vönv* "polnischen . Staatspräsidenten den polnischen Unabhän-; gigkeitsqrden verliehen erhalten. Lustmann hat sich, bei den Revolutionskämpfeir für die-polnische Unabhängigkeit und Befreiung verdient gemacht und ist im Jahre 1907 wegen seiner Teilnahme an den polnischen1 Unabhängigkeitsbestrebungen nach Sibirien * vers chiökt wörd'en. London." Das Lröhdoner Hilfskomitee für notleidende polnische1 Jüden hat 30.000 Zloty gesammelt. Davon werden: 25.000 Zloty sofort in Polen verteilt werden. — Am 29. April wird def> Kanzler der Universität London die feierliche . Er= Öffnung dös neuen bei der Universität errichteten Archäologischen Instituts vornehmen. In dem .Institut sollen -Ausgrabungen aus dem Nahen Osten Aufnahme;finden, in erster Reihe . die reichhaltige Sammlung, die den Ausgrabungen von Sir Flinders Petrie in Palästina iu verdanken ist. Paris. Zu dem i Pavillon, in ' dem auf der P ä r i s e r W.e 11- --Ausstellung das Berufsschulwesen der Gesellschaft ORT zur Förderung..der Landwirtschaft und des Handwerks unter - den , Juden gezeigt" werden soll,' ist am 3. März feierlich der Grundstein gelegt worden. An* - sprachen hielten der französische ' Unter» richtsminister J;ean Zay, .der Handelsmiriister Paul B a s t i d und der Ausstellungskömmissar der französischen Regierung L' A b e y. — Im Älter von 47 Jahren starb in Paris nach längerer Krankheit der Schöpfer des Moskauer Jiddischen Kammertheaters, Alexis G r a n o w s k i. Zuletzt. lebte Granowski in Paris als Filmregisseur, da er sich schon vor vielen Jahren geweigert hatte, nach. Moskau zurückzukehren. Während seiner Tätigkeit am Jiddischen Kammertheater hat Granowski &' a. Werke von Scholem Alechem, Gutzkow, Perez und' Mendele Mo eher Sforim inszeniert, Athen. König Georg von Griechenland hat die Vor-- sitzendeh;ider ijüdischen Gemeinden in Preveza und Jahnina; mit hohen Orden .ausgezeichnet. Der; König besuchte vor kurzum diese Orte . und fand ,|dort eine sehr herzliche Aufnahme. .New York. Nach län-, gerer" Krankheit stärb in New' York der frühere Leiter des Gesundheitsdiesntes der Hadassa ,jn Palästina, Dr. Simon Ten n e n bäum. , •. i Karlsruhe, 9. Marz. Die Israelitische Gemeinde jn Karlsruhe zahlte im Jahre 1933 3119 Seelen. Am 1. Januar 1937 waren noch etwa 2600 Personen vorhanden. Das Ende des Grindelfriedhoies in Hamburg. Hamburg, 11. März. In dieser Woche würde mi.t den Äbräümungsarbeiten auf dem früheren Begräbnisplatz der Hamburger Gemeinde, dem Grindelfriedhof, begonnen. Die dort ruhenden prominenten Persönlichkeiten werden ti. a. in Einzelgräbern auf dem Friedhof in Ohlsdorf beigesetzt werden, so vor allem Chacham Bernays u. a. m. Die Ueberreste der übrigen etwa 6000 Toten werden in Gräbern zu je sechs umgebettet Werden. Der :Friedhöf 'hat ' e'twäs über 200; Jahre ^bestanden.- Als letzter wÜrde, ldort im Jahre ' 1905 Sders' bekannte Philanthrop und Schriftsteller Gustav "Tuch beigesetzt.! 7 Reife-Prüfung am Jüdischen ReformrRcalgymnasium in Breslau. : , . . ■') r Breslau» 12. März, i :. . ii- ■<< j : ) 1 . - ■ ■ - '...... Am Jüdischen R^eform-Realgymnasiumitin jBre^lau, -das bisher als oberste Klasse nur eine .ynterpr£ma hatte, haben» sichil(im Zusammenhang mit-der allgemeinen Regelung: 4?P,- Unterprimaner rder ReiLe£\? p rüf un g unterzogen., Dabei bestanden von fünf 'Schülern -vier, darunter der einzige, der die ijüdische Volksschule und das jüdische Reform-Realgymnasium in Breslau seit seinem ersten Schuljahrebesucht : hatte, mit dem Gesamtprädikat, g u t. Am Tage vorher, hatte die hebräische Fachprüfung mit einem außerordentlich günstigen Ergebnis stattgefunden. Bei einigen Schülern konnte die Prüfung zum .-Teil in he* bräischer Sprache abgehalten werden. TschechoslovakeL Die Autonomie Karpathorußlands und die Juden. ' Prag, 12. März. An den letzten Verhandlungen der Koalitionsabgeordneten aus Karpathorußland mit dem Ministerpräsidenten Dr. Hodza über die künftige Autonomie Karpathorußlands nahm auch der Abgeordnete der Jüdischen Partei, Dr. Ch. Kugel, teil. Er präzisierte •die Stellungnahme -der jüdischen Minderheit zur Frage der Autonomie und brachte die Wünsche der iüdi- . y . . ■ " - ■ ...... - ■ * sehen" Bevölkerung in diesem Zusammenhang vor. Der Ministerpräsident zeigte volles Verständnis für die Forderungen der jüdischen Midnerheit und stellte die Erfüllung dieser Forderungen in Aussicht. Später fandenbeim Gouverneur für Karpäthorußland, Hrabar, Beratungen der Koalitionsparteien, über, die Ernennung der Mitglieder des Gubernialrates für Karpathorußland statt. Auf Antrag des Abgeordneten Dr. Kugel würde einstimmig beschlossen, der Jüdi* sehen Partei einen Vertreter im Gubernialrat zuzubilligen. Die nationalen Juden werden in den Rat als ihren Vertreter Dr. Leopold Palkovic entsenden. Rumänien. Die Prozentnorm in der Wirtschaft. B'ukä'resf; 9. März. .Der von den 'großen jüdisch-pölitisch'eh Organisa* tionen in''Rumänien eingesetzte1 Zentralrat der Juden Rumäniens hat ih einer unter dem 'Vorsitz von Dr. Wilhelm Filde r man abgehaltenen außerordentlichen Sitzung, an der auch der Vertreter der jüdischen Religionsgemeinschaft im rumänischen Senat, Oberrabbiner Dr. I. Niemirower, und Delegierte der jüdischen^ Bevölkerung sämtlicher Provinzen des Königreiches teilnahmen, beschlossen, ah'König Cärol II. den. Appell zu richten, die vom rumänischen Kabinett geplanten Maßnahmen zur Beseitigung jüdischer Angestellter aus Privatunternehmungen nicht zuzulassen. Der" rumänische -Ministerrat hat bekanntlich vor kurzem die. Schaffung eines sogenannten „Gesetzes zur Ermutigung der nationalen Arbeit" beschlossen, in dem vorgesehen ist, daß nur 25 Proz. aller Angestellten privater-5Wirtschaftsbetriebe den ethnischen •Minderheiten angehören dürfen, während die übrigen Stellen von „Stammesrumänien" besetzt werden müss

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