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Der Israelit · 1937-03-18 · Heft 11 (18.3.1937) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 11 (18.3.1937)
Date
1937-03-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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f 18. März ,1937 D 1 s el i t Nr. 11 Seite 3 Die Kibbuzim im Schmittojahr. wir natten es Nötauggängen (Fortsetzung von Seite 1.)' :;< oder gär der Gesetzesübertreter; Man kann den Rabbinen, die eifrig auf Auswege in Uebereinstimmung mit der Halaeha bedacht sind, zugute halten, daß sie darhit der Menge die schwere Sünden- und Gewissenslast nehmen wollen, zumal, die Nachwirkungen der letzten Verwüstungen sich noch im nächsten Jahre bemerkbar machen werden; Besäßen wir aber die rabbinische Oberinstanz von umfassender Autorität, hätten es dann nicht nötig, nach Türen und aus - diesem Gesetze zu suchen. Es wäre < dann wohl möglich gewesen, die gesamte gesetZestreue Gola zu mobilisieren und' die Summen aufzubringen, die es dem jüdischen Jischuw. im Lande ermöglicht hätten, das Schmittogebot ohne Vorbehalt und ohne Ausflüchte genau .nach' Vorschrift der Thora zu halten. Wir haben abeV leider einmal diese Möglichkeit nicht:, so verlohnt es sich nicht, Phantomen sehnsuchtsvoll nachzugehen. Nachdem wir nun kurz gestreift haben, was hätte geschehen können, wollen wir nun etwas deutlicher d a s aussprechen, was noch geschehen kann, Wobei ich in erster Reihe die wenigen agudistisc'hen Kibbuzim im Lande im Auge habe. Von vornherein sei ausgesprochen,* daß wi r n i c h t die Ab sieht ha b e n , u nsir g eh d eines H et e r s zu bedien ei, das von* einzelnen Thoralehrern ausgeht, während die anderen diese Konzessionen entweder bekämpfen oder nur stillschweigend dulden. Wir haben unsere Kibbuzim unter der Voraussetzung gegründet, daß es uns möglich sein werde, d i e Thora in ihrer Totalität 'zu halten.' Der Kibbuz soll das Modell'eines Judenstaates sein, in dem die Thora souverän und unabdingbar herrscht. Mitten im Meere der G'ttesleugnung wollten wir mit unseren Kibbüizim den Thoragedanken verankern und" allen Zweiflern gegenüber beweisen, daß es wohl möglich sei, eine: jüdische Gemeinschaft auf der Basis der Thora zu errichten~~und zu, leiten. Pioniere eines solchen Unternehmens dürfen nicht erschlaffen und nicht paktieren, wenn die erste Versuchung -.r:ane, sie herantritt. Wir lehnen es ab, nach bekannten Mustern auf einen Scheinverkauf des Bodens einzugehen, um dann doch auf dem Boden zu arbeiten und die Frucht der Arbeit zu ge-jj nießen. Die gesetzestreue Judenheit überall hat die, heilige Verpflichtung, den orthodoxen Kibbuzim den Landes-Sabbat in seiner Ganzheit und Unversehrtheit so zu sichern, wie den heiligen Sabbat der Woche, damit, wie dieser, der Lan-. des-Sabbat im siebenten Jahre den Menschen zu, einer Quelle der geistigen Erneuerung und Verjüngung wird. Wir, die wir. an, der Scholle gebunden sind, bedürfen einer solchen Ruhepause für die innere Vervollkommnung, für die seelische Aufrichtung. Diese Erkenntnis tut der anderen Erkenntnis von der Notwendigkeit einer Verbindung von Thora und Aübeit keinerlei Abbruch. Gestehen wir uns ein, daß eine volle Verquickung von Thora und Arbeit, ,Wjie man s^ vielleicht zur;Zeit der Talmudweisen erlebte, bell uns schwachen Anfängern noch nichtsvöllzögei3f};; ist. Die schwere aufreibende körperliche Arbjeijti geht doch leide* teilweise auf Kosten d.er geistiP gen Vervollkommnung. Die späteren Generationen,, die auf dem* eigenen Boden geboren werden, werden vielleicht diese Doppelaufgabe besser lösen. Heute aber ist uns das Ruhejahr zur Stärkung und Aufrichtung, zum Ausgleich -und; zur Sanierung unseres Geisteslebens eine L e. - b ensno t w e n d i g k e i t, wenn das Wort'vom ^gesunden Geist im gesunden Körper" in seinem;,! tieferen Sinne bei uns noch seine Gültigkeit ha-.! ben soll. : /;„!.. Damit sind wir am Kernpunkt unseres Wollens 'angelangt; Wir wollen in unserem Kibbuz in * unserem iSchmittojahre e i n e J e s c h i w o aufrichten. Erhalten wir leider in den einfachen Jahren die uns zukommende Unterstützung nicht oder in sehr beschränktem Maße, so verlangen wir für dieses Schmitto-Jeschiwojahr volle 'Beachtung und Unterstützung. Schließlich bestehen ja hunderte von Jeschiwoth in ' der Welt, so wird es nicht unmöglich sein, für ein Jahr; noch drei Jeschiwoth zu erhalten, besonders, wenn es sich, dabei -um die Erfüllung einer Ehrenpflicht für das gesetzestreue Judentum handelt. Man prüfe ernstlich diese Frage, man berate "und organisiere und bringe die nötigen Gelder auf.. Es ist uns bekannt, daß Prof. Chawkin s. A. seinen Nachlaß den Jeschiwoth zugedacht hat, mit der letztwilligen Bestimmung,' daß die Lehrstätten bevorzugt werden, die ihre Schüler auch zu einem tätigen arbeitsfreudigen Leben erziehen. So ist es nicht zuviel verlangt, wenn ausgesprochen wird, daß ein Kibbuz, der von der Arbeit der Chawerim lebt, den vollen "Anspruch hat auf. diese Gelder, für die Zeit» die er dem Thorastudium gewidmet hat. Man müßte jetzt schön mit den Verwaltern ' des Chawkin'schen Legates in dieser Angelegenheit in Verbindung treten, und man darf hoffen, daß die Verhandlung zu dem gewünschten Erfolg führt. Wird solchergestalt mit Kraft und Energie an die Arbeit herangetreten, so Wird diese Arbeit, die beste Propaganda sein und ein besseres Mittel, die Herzen aller thoratreuen Juden, die zum Schmittogesetz halten, zu entflammen als alle Artikel, Vorträge und Kundgebungen. Wjr haben uns durch unsere ehrliche fleißige Arbeit die Achtung des gesamten Jischuw, einschließlich des ffeigesinnten Teiles desselben, erworben. ■ Mögen alle iBewohner des Jischuw im Schmittojä'hre unsere verwahrlösten Felder sehen, dann aber die Stimme der Thora aus dem Lehrhause auch an den Werktagen auf sich «einwirken lassen und wissen, daß hier nicht aus Trägheit die Arbeit eingestellt wird, sondern auf Geheiß G-ttes, der allein1 Herr und Eigentümer i des Bodens und der Arbeit ist und bleibt. Eine größere Heiligung des g'ttlichen Namens im Lande G'ttes ist schlecthhin undenkbar, i Dem Artikel ist ein in allen Einzelheiten ausgearbeiteter Art e i t s p 1 a n der Schmitto-Organisation angefügt, mit dem sich die zentralen Agudainstanzen zur Zeit beschäftigen. ,f Plan für die Organisation! Ziel: Aufbringung der Gelder zur Erhaltung der agudistischen Kibbuzim in Erez Israel und ihrer Weiterführung in der Form von Jeschiwoth während des ganzen Schmittojahres. . Die zuständigen Stellen: Sonder=Kommiösionen in «dleir Länder», die den Zentralen des K. e r e ri H a ij i s c h u w unterstellt sind und sich aus den autoritativen Männern der Thora und der Tat zusammensetzen,; befassen sich mit der Propaganda und der Aufbringung der Gelder. Eine besondere Kommission in -Erez Israel gliedert sich in eine Abteilung für geistige und eine für finanzielle Arbeit: Der g e Is t i g e n Abteilung, der die Größen der Thora angehören, obliegt es, den Plan der Jeschiwoth nach Programm und Lehrgängen aufzustellen und zu überwachen. Die finanzielle Kommission setzt sich aus den Mitgliedern des Keren •Hajischuw-Direktoriums zusammen und sorgt , für den Etat der Jeschiwoth-Kibbuzim. Die Tat ig k e f t i n der Gola; Propaganda» /arbeit und Popularisierung des Schmittogedankens. Die Erwerbung einmaliger großer Beiträge von Einzelnen und die: Einleitung einer allgemeinen Aktion , unter den Massen am 33. im Omer, Bewirkung entsprechender Unterstützungen bei den Stellen, die der Erhaltung von Jeschiwoth dienen, insbesondere aus dem Nachlaß des Prof. Chawkin s. A. Der A r b ei tsp 1 a n f ü r Erez Israel: Die geistigei Kommission ernennt den Rosch Jeschiwa in jedem Kibbuz und arbeitet auch den Lehrplan aus, der sich dem Einjahrlernen anpaßt. Die Kommission richtet eine Bücherei ein, die all dieim Kibbuz erforderlichen Werke umfaßt, sie stellt auch einen jahresplan für die Vorträge, Vorlesungen und Aussprachen auf. Anerkannte Thoraautoritäten werden eingeladen, von Zeit zu Zeit im Laufe des Jahres die Kibbuzim zu besuchen und. zur Verwirklichung des Planes beizutragen. Periodisch werden auch Zusammenkünfte der religiösen Jugend Erez Israels in, den Kibbuzim veranstaltet zwecks Gedankenaustauschs über die .Lebensfragen des thoratreuen Judentums und zur Beratung über die Hebung des ' religiösen Lebens im Lande. Es werden außerdem Spaziergänge für die in den Kibbuzim lernende Jugend an freien Tagen veranstaltet. Wochenrundschau. Abarbanel und die Organisation — Polnische Studenten "randalieren und jüdische Studenten werden ausgeschlossen — Rumäniens Juden im Kampfe um ihre Gleichberechtigung — Freiland-Bewegung auf der Suche nach freiem Land für Juden; — Nansenhilfe für Staatenlose — Auch Prag spricht von Evakuierung — Eine Stimme aus und über Ecuador. Vor kurzem wurde in einem Berliner Vortrag gesagt: „Don Jizchak Abarbanel, wie alle Stadlanim vor und nach ihm, haben ihre Rolle ausgespielt. Heute, da das jüdische Schicksal nicht mehr in den Höfen entschieden und nicht mehr von Fürstenlaunen gestaltet wird, gilt der Einzelne wenig. An seine Stelle tritt die 0 r - g a n i s ation! ' Das trifft im Ganzen zu. Wenn aber die jü-' dische Organisation nach einem Jizchak^ Abarbanel gebildet sein soll, so kann gar kein Zweifel darüber herrschen, Fi e die Organisation gestaltet seih muß. Abarbanel war Lehrer und Führer, seine Politik, seine Führung basierte eben auf der Lehre, die für ihn keine Wissenschaft war, sondern die Ursubstanz des jüdischen Volkes. Für Abarbaneji war 'Religion nicht eine Privatsache, sondern das Zentrum des jüdischen Lebens. Der S a b-- bat war für ihn kein 'Problem und kein ,jLuzerner Abkommen'', sondern das vierte Gebot des Zehnwortes in der Thora, das Judentum nicht eine Glaubenslehre und eine "Ideologie, sondern eine Verpflichtung für das Leben, für den Einzelnen und die Gesamtheit. Palästina' war für Abarbanel nicht ein Land wie andere Länder, und Israel nicht ein Volk neben anderen Völkern, sondern Palästina war für ihn Erez I s - r a e 1 und Israel das Volk Seiner Wahl , . ' Soll nun heute, die Organisation das Erbe v,on Don Jizchak Abarbanel antreten, so ist mit obigem zur Genüge gesagt, welche Organisation die legitime Erbin dieses Führers ist. Die Agudas Jis.roeU We ltorganisation erstrebt mit ihren Instrumenten K e r e n Hator a h und K e r e n H:a jischuw die Lösung a 11 e r j ü d i y ch e n Fragen in. der Gola wie in Er e z I s r a e 1 i m G eiste der Thora und T r a d i t i o n. Danach wäre der Anschluß an diese Organisation und die Mitarbeit an ihren Aufgaben wirklich die schönste Art, das Andenken Abarbanels zu feiern. J Frühj ahrs-Mäntel und -Anzüge i n . -e i n f -a ch e r b i s e I e g a n' t e s t e,'r Auf . Wunsch ups Verarbeitung in MaB, und Maßkonfektion -.\\ ß'; Au s f ü h |!-|'. Frankfurt a Für Auswanderer: LEINEN-ANZOGE, leichte FRESCO-ANZOGE ' ' POPELINE-REGENMÄNTEL, LEDER-JACKEN sowie sämtliche Spezial-Wäsche etc. Hlndenburgpiäjrj 12 - gegenüber dem H^upibahnhof

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