Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1937-03-11 · Heft 10 (11.3.1937) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 10 (11.3.1937)
Date
1937-03-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2446951-2450961-2450971--82855-2540814
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

711, '.März 193? ■ftl,e'-r.-v.I. s ^r.a^e.L i t .«-... ,Nr. Ift Seite 7 schisten. Sie .'haben sich in Sprache und. Sitte rasch'.an die Ettröpäer assimiliert'und erweisen, sich nicht-nur für die Landwirtschaft, sondern auch für Industrie und Handel als geeignet/ Die übrigen? Volksstämme, "die auf einer weit niederen Kulturstufe stehen, sind afrikanischer Herkunft, Die Zahl der-Europäer beträgt nur etwa 20.000. ' N e u k a 1 e.d o. n i eh.. ( Diese Insel, die im großen Ozeannordöstlich von Australien zwischen dem; 20. und \23., Grad südlicher ßreite gelegen ist,-.■hat einen Mächen-' umfang von 18.653 qkm und eine Bevölkerung von 62.919 Einwohnern / (Zählung. , 1931), von denen etwa die Hälfte aus Eingeborenen Kanakeni etwa ein Drittel aus Weißen und der, Rest\ aus Javanern und Torakinesen besteht.; ' Die Hauptstadt N orme a -zählt 10.708 Einwohner.,Die Bevölkerungsdichte beträgt drei Ein- * wob.ner-.prp qkm. };t>ie Insel ist von Gebir^sket-. ten durchzogen;; die., eine Höhe von! 1834 m er reichen. Der Boden ist fruchtbar. Es gibt Wäl der von Ko'kos- und Sagopalmen sowie Ebenholz-: bäumen,. Auf TdenSFlatjeauö gibt es gute Weideplätze mit beträchtlichen!; RinderrundHammelherden. In den?Tälern baut man Mais;-' 'Reis, Kaffee, Zucker,rohri:i,- .^ /. .-.■>": :; Das Klima ist gesund. Die Insel wird daher} als sehr geeignet' für (Europäer '<■ bezeichnet, die sich der. Bodeabearbeitang "Widmen; Die' Ausbeutung von Mineralien (vor allem Nickel, aber auch Kupferj Blei, Antimen, Mangan; Chrom, Kohle) ist zurückgegangen. Die Häuptausfuhrartikel sind Nickelsieine, Kaffee, Ghromerz, Perlmuttermüscheln, Kopra; -;v'tr. .H vr. '.. > f \. r •"« .," k: A •■ ■ N e u e H e b r i d e n; ... Diese Inselgruppe, im Großen Ozean nordöstlich von Australien hat .einen Flächenumfarig ff •, -vm* ~'5iti$;?r{ ■ ••«'''t*•*,*V^*»>i>, '' '' ' von 13230 qkni und eine Bevölkerung von 64,570 Einwohnern, die zum i;gröjBt^i-Tf!eil- ^^Eingeborenen — wilden,- merWcherittessehd^ — bestehen. Europäerr|.gibt es nur etwa 1000. Auf-, Grund eines. . Abkommens ' von 1906 besteht 'dort ein französische englisches •Kondominium. Die Bevölkerungsdichte beträgt fünf Ein* wohner pro qkm. Die .Hauptstadt! i Porta Vilä hat 1200 Einwohner. Das Klima ist weniger ge? sund als das Neukaledoniens. Die Inselgruppe ist sehr fruchtbar. Die Haupterzeüjgnisse sind Kaffee, Kakao, Mais, Baumwolle, Köpra, Vanille. F r a n z ö s i s C h - G u y a n a. Dieser zu einem Teil noch unerforschte Teil der " Nordostküste Südamerikas Hat eine Oberfläche von 90.000, qkm und eine Bevölkerung von ■25.679' Einw^ohnern/w zu denen noch' etwa 20.000 Wilde kommen. Die Hauptstadt C a y e n n e hat 10.744 Einwohner* Die Bevölkerungsdichte beträgt nur 0,5 qkm. Das Gebiet fällt terrassenförmig zum Meere ab. Die Küstenebene ist feuchtheiß, versumpft und sehr ungesund. Das Klima im südlichen; Bergland ist dagegen günstigere i'; Während die Engländer bereits mit Erfolg Sanierun^sarbeiten.• sin ihrer Guyana-Kolonie < vorgerioinmen haben, <)War fdiejs im französischen Guyana^ 'bisher nicht ,5der »Fall, Bis vor einiger Zeit war Guyana Strafkolonie. r :•. -!- •: Der Böden ist äußerordentlich ^ütrutbar und bringt alle tropischen Erzeugnisse hervor, insbesondere auch Farbhölzer und Holz für Kunst- , tischlere^, Heilpflanzen,? Oelbäume, Dies! 'Plan- ..tage^nWirtschaft (Kaffee ,und Kakao) ist seit der Ausbeutung der 'Qcddf eider sehr zurückgegangen. ( Neben. Gold findet man dort.;'Silber, Blei, Eisen, Kupfer, Mangan und Platin. - Hauptausfuhrartikel sind Gold und .(Rosenessenz. Die unter Leitung eines Gouverneurs stehende ' Kolonie ist in'■' der französischen Kämmer durch einen Abgeordneten vertreten. . V Die Entwicklung der Kolonie hat offenbar immer unter ihrem Ruf als Strafkolonie gelitten und man erwartet nach der Aufhebung dieses Charakters eine aufsteigende Entwicklung. Vorraussetzung dafür ist in erster Reihe eine' systematische Sanierung und Verbesserung der Verkehrswege durcl} die Regierung. Die erheblich besseren Verhältnisse in den englischen und holländischen Kolonien (Brif. Guyana, Surinam), die ähnliche natürliche iBedingungen aufweisen, zeigen, daß bei geeigneter Bearbeitung Entwicklungsmöglichkeiten gegeben sind. Deutsches Reich. Vorsicht bei Auswanderung, /Frankfurt a. "<M.(i 3. März, . Von der A g u d a s J i s r o e 1 L a n,d e s o r g a r n i s a t i o n (Frankfurt a. JV!.,. Uhlandstr. 39),. wird unsf geschrieben: "',' '•<.._. ,, •';•" _ - " Eswird nochmals darauf aufmerksam gemacht,; daß die ''Anschriften, „streng koscher" jin Restaurationen usw. des überseeischen "Auslandes keinerlei' Gewähr für einwandfreies Kasehrus bieten. —' Die?- ser Tage erhielten wir z, B. aius S^dafrrka die Mitteilung, daß . es in manchen dieser als s t r e n g. koscher sich bezeichnenden Restaurationen ganz selbstverständlich ist, zu (Fleischspeisen Butter zu servieren. — Wir haben von einigen überseeischen Ländern Adressen, die uns von beglaubigter Seite als zuverlässig k o s ch e;r bezeichnet, werden, ,wes-< halb jedem. Aus-Wanderer nahegelegt, .wird, sichj/y ■q.r Se'fler Ausreise diesbezüglich mit uns t in Verbindung )■■ ■.; . i . r i . ■ ** zu setzen. ' . - * . ■ ' ., . , . ipie Zahl; <ievrinden in Berlin.^-;... i,"„'.'-..'v.;.'';';:",., V; B e-4iii'( 3,'' März.; Nach; dein; Zeitungsdi^nst ■, Reichsnä)u:staiides gibt es";, in Berlin 250:000 Rassejuideja^'PaYbnj gehören^ 150.000'^«a jüdischen (glauben an,.;'40^00; sind nacht; m der jüdischen/Religionsgemeinschaft wd 60.008 sind Ählinge., '"".,1;.:, ' -5 - v .'Ü : Die Vertreter des Preußischen. Landesverbandes jüdischer Gemeinden im Rate der Rcichs- -A Vertretung. Berlin, 8. März. ' ■>' Der Preußische Landesverband j ü d i scher Gemeinden hat seine Delegierten zu dem auf Grund der Beschlüsse des Organisations-Ausschusses bei der Reichsvertretung zu bildenden Rat benannt. Diesen Rat sollen außer -den Vertretern der Organisationen und Einzelpersonen in der Hauptsache die Vertreter der Gemeinde verbände angehören. Nach der bisherigen Schlüsselung stehen dem Preußenverband' 8 ordentliche und 8 stellvertretende Ratsmitglieder zu. Dan-, Beschlüssen gemäß sollen die 8 stell=; v.etrretenden Ratsmitglieder als Fachsachverständige zii allen Sitzungen des Rates der Reichsvertretung zugezogen werden. 16 Herren werden vom Preußen- I yerband als Mitglieder bezw, stellvertretende Miti; glieder. in den- Rat der Reichsvertretung entsandt; ' Dem Rät stellt irr erster Linie 'die Beschlußfassung über den Etat der Reichsvertretung zu. Kundgebung des Jüdischen Zentral-Vereins., , Berlin, 9. März.,, I! - Unter dem Motto: „Geist und Gestaltung jüdischer i Ärb'fe'it^^ veranstaltete der Jüdische. C e;n t r a 1 - IVer^iji 'im >B.rüder-Vereinshaus :eine Massenkund- I gebung. Der Vorsitzende des CentralrVereins, Dr. jiH er z f e ld ,-Essen,' nan'nte als das "neu formulierte Ziel, der Vereinsarbeit „geistige, seelische undwirtscTiaftliche> Betreuün,g dfer Juden-in Deutschland, Er-- ziehiung zu G.emeinschaftsbewußtgein, Gemeinschafts-, stolz tand Gememschaftsyerijilichtung.'!:ln einem großaügeTdgten Referafö" schilderte', 'der > gleiche Redner, die einzelnen Phasen der Entwicklung des Central* Vereinsyund den organischen-Zusammenhang zwischen dem Grundgedanken des Vereins und seiner jetzigen : Betätigung. Iii all seinen Entwicklungsphasen habe der Central-Verein die eigentliche Assimilation verneint. Heute bestehe seine Aufgabe darin, Verständnis für die Notwendigkeit jüdischen Wissens zu wecken, den Abfall zu bekämpfen und für Selbstbehauptung ytatkräftig einzutreten. Zusammenfassend kennzeichnete der Vortragende die Lage dahin, daß eine täglichs. zahlenmäßig sich verringernde Minderheit die schwere Aufgabe hat, sich selber zu helfen. Der intakte Lebenswille der jüdischen Gemeinschaft und ihre erprobte Fähigkeit, Leiden zu tragen, 'wer* den auch dieses Wunder schaffen. Gemeinschaftsarbeit der jüdischen Jugend. , Ber,lin, 6. März. Der R ei c he a u ss c huß de r J üd.isehen J u g,e n d y erb ä n d 1 tgibt. unter dem Titel „Gemeinschaftearbeit derjüdischen Jugend", ein umfangreiches Buch heraus, das in Einzeldarstellungen und übersichtlichen Zusammenfassungen ein Bild von der gegenwärtigen Situationder jüdischen Jugend in Deutschland, ihren Problemen1 und Aufgaben, sowie von der Tätigkeit des ^eichsausschueses der jüdischen Jugendverbände zu' geben sich bemüht. Das Buch wurde von Dr. 'Bruno Sommerfeld redi* giert; ■ ■ _ r' ' ' ' '''' . ";;' ' Rabbrnerversammlun^. . Köln, 7. März. Am Montag, den 1. März, veranstaltete der R h e i* n is c h - w es t f äIi s'ch e R abbin e r v erb and in Köln; eine ganztägige Lerntagung.' Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden 'Rabbiner Dr*. S c h ö nberge'r (Aäthen) zeigte Gemeihderabhhier Dr. Rose n tJi a 1 (Köln) an 'Hand des „Hamatmid" den sich an T'näch1 anlehnenden Stil B i a 1 i k s, welcher In •allen seihen Dichtungen,-' wörtlich -und' andeutungs* weise, immer wiederkehrt. Als Ergänzung hierzu wufde - das Referat von Rabbiner Dr. Neu mark (Duisbürgy über Bialiks religiöse Stellung aufgenommen, wobei der Referent an Hand! seiner Gedichte zeigte, wie Blialik nach einer neuen positiven Stellung zur' Halächarang und sie forderte, persönlich aber am Eingang zur Halachä („al saf beth hami* drasch"!) stehen blieb. Rabbiner Dr. ßschel-' b acher (Düsseldorf) behandelte in Förm eines Schiurs die Gemoro Aboda Sara 36b/37a, die ein Problem, der Apologetik bildet. iNeben einer Diskussion über den Text entspann , sich eine. Diskussion über den gegenwärtigen Sinn einer jüdischen Apologetik, der in der .notwendigen Wirkung nach innen erkannt wurde. Rabbiner Dr. Schönberger (Aachen) und Rabbiner Dr. P.hilipp (Elberfeld) besprachen Neuerscheinungen, die ein rabbinisches- <und theologisches Interesse beanspruchen, wie die Bücher von Heschel „Die Prophetie" und Auerbach „Wüste und gelobtes. Land",- welch letzteres Buch schon deswegen bedeutsam ist, weil hier zum ersten Male die jüdische Geschichte in der Zeit der Bibel vom nichttheologischen Standpunkt aus betrachtet wird, aber auf-' Grund eingehender topographischer Kenntnisse. Palästinas, wodurch viele Angriffe und Entstellungen der Bibelkritik zurückgewiesen werden können. Gameinderabbiner Dir. Kober (Kölri) sprach über Ge* genwartsaufgaben des Rabbiners, der heute wieder im Mittelpunkt jüdischen Lebens zu stehen habe und unnachsichtlich den Finger auf alle religiösen Wunden des Gemeindelebens zu legen hat. Dieses Referat wurde von Bezirksrabbiner Dr. Auerbach (Recklinghausen) bezüglich der rabbinischen und seelsorgerischen Betreuung der nach Uebersee Ausgewanderten ergänzt. An alle Referate .schloß sich eine fruchtbare Aussprache an, und es' würde angeregt, derartige. Lern* tagungen häufiger zu veranstalten. Aus; <den Gemeinden. M annheim, 4. März. Nach einer Mitteilung im „Israelitischen Gemeirfdeblatt" Mannheim hat der Oberrat der Israeliten Badens eine Erhebung über die Zahl der Juden in Baden angestellt.^ Bei der. amtlichen Volkszählung im Jahre 1925 würden 24.064, bei der Völkszahlung im Jahre 1933 20.617 Juden festgestellt. Am 1. Ja=

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.