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Der Israelit · 1937-03-11 · Heft 10 (11.3.1937) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 10 (11.3.1937)
Date
1937-03-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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^f-v^f;^:?^,?-:;^ Seite 6 Nr. 10 D er 18 r 1(1 t vtl. Märt 1937 der Mazzothherstellung von r ä b b i ri x scher Seite, so lautet der Bescheid an die Qemeinde, sei in staatlichen U,nterneh: m u n g e n unzulässig. Daß eine solche Verordnung einem Verbote des Mazzothbackens gleich kommt und der Entrechtung noch d e n Hö jin hinzufügt, darüber-werden.sich auch die Organe der russischen 'Regierung, ,die„ zuni Teile wenigstens, in jüdischen Dingen noch einK gen Bescheid wissen, sich gewißlich im Klaren sein. " > .. v Volk. Eine Art Zwischenbilanz, Von Saly Geis in Jerusalem. Wir leben in einer großen Zeit, das heißt in einer Zeit revolutionärer Eruptionen in der Geschichte der Menschheit. Da' aber das, Geschick des jüdischen Volkes von jeher das Barometer für alle Veränderungen der Völker darstellt, so erleiden wir Juden jetzt die Schmerzen vielfacher Geburtswehen/ Einst hatte wohl der heidnische S^her wider Willen segnend sagen müssen, daß Israel ein gesondert wohnendes Volk sei und mit dem diplomatischen. Ränkespiel der Völker nicht zu rechnen habe. . R^ch dieses Wort betraf das .1 ... seinen Namen Israel verstehende Volk, das G'ttesvolk. Ein Israel, desaen Denken sich den Völkern assimiliert,; überantwortet sein Wohl und Wehe den Völkern," denn es ist das Schwächste der Völker. % Die moderne zionistische Bewegung sieht auf vier Jahrzehnte" zurück, und dieser kurze Zeitraum zeigt eine Fülle von Gesinnungen und Taten, auf die das jüdische Volk stolz sein, darf. Auch das, was die zionistische Bewegung . von den Völkern verlangte, wurde nur von der lautersten Gesinnung geleitet.;$ie wollte;,nach dem alten, seit zwei Jahrtausenden verwüsteten, menschenarmen Heimatlande wieder blühendes Leben bringen.. Der Schutz des Völkerbundes und seines Vertreters England sollte über das Werk walten. Nur G'ttes schützende liand war nicht erbeten worden. Ein;V.olk. unter den Völkern, aber nicht das..G'ttesvolk war vor den Rat der Völker getreten. Das G'ttesvolk hätte das Anrecht sich gegenüber gehabt, auf das Eingreifen G'ttes zu hoffen. Hat doch G'tt verheißen, wenn Israel Ihm ein heiliges Volk ist, es hoch über alle Völker zur Offenbarung der Anerkenntnis und Erkenntnis G'ttes und zu Seiner Verherrlichung hinzustellen. Nur Israel als heiliges G'ttesvolk wird vor den Augen der Völker den moralischen Sieg erringen, dem sie sich willig beugen. Nachdem; die zionistische' Bewegung in" ihren Führern und den von diesen propagierten Prinzipien und in der Mehrheit ihrer Masse sich in diesem Sinne nicht begriffen hat, erfährt sie nun schwere Enttäuschungen als Volk unter den Völ-, kern,,, Der Sturz ist um so .fühlbarer, da Iii den letzten Jahren Erez Israel im Gegensatz zu der; latenten Weltwirtschaftskrise prosperierte und die Ergebnisse der jüdischen Schaffehsf reude: und .Schaffenskraft dem sichtbaren glänzeridön>; Aufstieg des Landes zum Nutzen seiner gesamten Bevölkerung. , fortgesetzte . Fortschritte brachte. , . > ■ ' ,-..'*-.•;\ Alles kam wie plötzlich, wenn es atich längst vorberitet war. '■■ Plötzlich stellten die arabischen Politiker in fester Sprache Ültiiiiata an' die Regierung, daß sie die Einwandern^ und den Bodenkauf der Juden5 erdrossele."' Plötzlich sieht die jüdische Bevölkerung, daß die' arabischen Politiker im ganzen Lande herumfahren, um die arabischen Massen gegen die Juden aufzuwiegeln und zu organisieren. Die Regierung aber sieht untätig zu, trotzdem dieser Feldzuig gegen die Verpflichtungen der Mandatarmacht undf dann aber auch gegen die Mandatarmacht selber gerichtet ist. Nun beginnt tatsächlich der Streik der arabischen Bevölkerung, mit einem;, rücksichtslos geführten Terrorismus,der. nach .Vernichtung von Leben und von. Hab, und Gut;der: Juden lechzt. Aus Hinterhalten; pfeifen volle sechs Monate heimtückjsch Kugeln. Bomben werden geworfen, Felder und Plantagen angesteckt, Eisenbahnschienen aufgerissen, Telegraphen- und Telefondrähte durchgeschnitten, überhaupt : systematisch alle Versuche der Zerstörung unternommen. Harmlose friedliche Menschen — selbst Greise, Frauen, -Kinder und Säuglinge —-' werden — wenn es gelingt — skrupellos iü"blutige Fetzen gerissen. . . , Die Regierung greift wohl ein, doch ist ein gewisses vorsichtiges Manövrieren in ihren Maßnahmen unverkennbar. Wie kann die Oeff entlichkeit die geheimen Rücksichten der Diplomatie fassen? >; -'. ' - ..... Nun hat auch; die Untersuchurigskommission ihr Werk vollbrach t und wird €s demnächst mit dem Berichte krönen. 5 »Das Resultat ist heute schon genugsam bekannt, '"''. v. .>.: ■ _ ■ .f..'.-',.*' ..- -" Ist7 nichjt heute, die- Stunde' 'gekömmen, ctkß die .gesamet zionistische Bewegung sich endlieh der >Lehren der Geschichte des jüdischen Volkes bewußt werde und sich vergegenwärtige, wie das Viele Wertvolle, üri jüdischen,.Volk,. das trotz einer - Fülle von .^similätionsschlacken Vorhanden ist, im( G'Hest^ Ursprung hat? Mit dem Erringen dieser Selbsterkenntnis ist auch der; Weg-zur sicheren Rettung beschritten. , - ■ i';;.. '-'5. '-. Kommt aber jn dieser Stunde noch kein Zurückfinden zu G'tt, so möge Er in seiner ^großen Gnade sich erbarmen und die gefährlichen Einflüsse der Galuthwelt zur Entlastung ^anrechnen. Die neuen Der „ Jüdische Volksbund" (J. V. D.), ist in der Lage, über die für die jüdische Siedlung in Aussicht genommenen französischen Kolonien folgende Informationen zu geben: i Madagaskar. > Madagaskar ist eine der Ostküste Afrikas zwischen dem 12. und 25. Grad südlicher Breite vorgelagerte, langgestreckte Insel, die eine Fläche von 616.453 qikm und eine Einwohnerzahl von 3.759.019 (Zahlung 1931) hat. Die Insel ist von Norden nach Süden von Gebirgen durchzogen, deren höchster Punkt eine Höhe von 2680 m erreicht und die nach Osten Kleines Feuilleton, Zur Rektalernährung am D'HISb UV* Von Dr.. Elias Fink in Frankfurt a. M. In Nr. 8 des „Israelit" vom 25. Febr. wird in"- einem Artikel, der dem Andenken an den vor Jahresfrist heimgegangeneh Rogozower Gaon 5>"XT gewidmet ist, u. a. auch die iii unserer Ueberschrift bezeichnete Nahrungsaufnahme eingehend 'behandelt. Auf eine an ihn gerichtete Frage hat -der genannte psa diese Ernährungsweise als nicht mit der t~\-a~ Strafe belegt erachtet, weil mit nasm sVnffK ersan bp die Strafe nur für solche Nahrungsaufnahme ausgesprochen wird, bei der „die Seele einen Vollgenuß der Speise empfindet." Diese Begründung erscheint mir am ]iKxn bv niaa n^nna nicht ganz stichhaltig, denn der Ausdruck WM findet sich ja auch bei Tätigkeiten, bei denen von einem „Vollgenuß der Seele" schlechterdings gar keine . Rede sein kann, z, B. 8öb ^>33 yan »3 »Sil («"3'T Rij?''i). Außerdem stützt sie sich lediglich auf das sub j e k t i v e Empfinden des einzelnen Genießers und läßt den''Eihwand zu: jmyw'? *jn:n nns p nx Demgegenüber soll hier in aller Kürze eine andere Begründung für die in gewissen Fällen gegebene Zulässigkeit der in Rede stehenden Nahrungsaufnahme am D'lisa. üv ausgeführt werden. Mein Vater V"3t hat. sie schon vor mehr als vierzig Jahren veröffentlicht in seinem 'mim nnian ibd (ws t\w> -rin bv loisna ram sp**ip) einem größeren Glossarium zu vielen Stellen des ■»Vaa cw- In einer unserem Thema gewidmeten Broschüre hatte ihr Verfasser, dessen Namen mein Vater -rücksichtsvoll verschweigt, gegen den ''"w MKW mancherlei Einwendungen erhöben, die aber mein Vater gründlich mit Scharfsinn widerlegt hat. Zum Schlüsse (.nbyabn i mw r»»' ts a*y a~o tp?> weist er aus objektiven Gründen die.. fragliche Zulässigkeit nach: eine Nahrung, die per anum zugeführt, wird, hat auf diesem Wege den Charakter von t=rnt bltus. schon eingebüßt, ehe sie den Verdauungskanal erreicht, und gilt nur mehr als K'p. Selbst wenn man sich auf den Standpunkt stellte, daß die Füllung der, Verdauungswerkzeuge auch s unter Umgehung ifdeS" Gaumenkitzels am a^rir verboten sei, so träfe dies doch nur solche Nahrungsmittel; die noch nicht Wdj aiK Sosan sind, wie dies doch bei den hier angewandten" zweifellos der Fall ist. Trifft ja die :m3" .Strafe auch denjenigen nicht, der ungenießbare Spei* sen dem Magen durch denMundam 3*nv zuführt; Wollte man aber die rektale Nahrungszufuhr, anstatt unter den Begriff .unter den von na'D fassen,, so stände auöh dem der UAistand im Weg©! daÖ eben dem > gebrauchten WD -Mittel die'Eigenschaft t«K Vaws fehlt.. Ueberdies halten .viele tn'poig "^di^ H3?D überhaupt nicht für biblisch ..verboten. ■:■., }■< Demnach kömmt mein Väter : ^*st zn 'dpi', Iint> seheidung! bei (Kranken, die -durch Unterlassung' ^e^de:r Ladungsaufnahme am in Lebensgefahr geMtÖh',- ist rektale Nahrungszufuhr ohne ieden Zweifel smk. lässig; 'zweifelhaft kann sie höchstens sein, wenn,[einec solche Gefahr nicht vorliegt. ir* steilen Terrassen, nach Westen in sanften Abhängen zum Meere zu . abfallen. " Allein das mittlere Gebiet hat e^n. Klima; das frisch genug ist) um dem Europäer eine leichte Akklimatisierung zu ermöglichen... An der ganzen Küste droht das Sumpffi^herj^besondeirs^än der ^Regenzeit, die im Wes.tien und im mittleren Teile vom Oktober bis Ende' .März >,und im Qs£en fast ^cfäs ganze Jahr hindurch datiert. . :, ,., " "!; Beinahe ein Fünftel der läsel ist mit reichen Waldungen bedeckt, cjie' in^äer Zulcunft eine der wichtigsten ' Ausbeutitfgs^Uelleff :darstelleri werden, vorausgesetzt,:,daß^die: Erhaltung d^s Baumbestandes möglich ist. Man findet dort Ebenholz, Palisander, Rosenholz, Mahagoni und auch Bauhölzer, ferner gewinnt man *Gummi, Zuckerrohr, Baumwolle^ 'Kaffee, Kakao, Vanille, Gewürznelken, Pfeffer, Tee. Die Kulturen sind sehr mannigfaltig: Reis, Mais, Kartoffeln, Tabak, Seegras, (Raffiafaser), Hanf, Versuche mit^dem Anbau von Getreide und Wein haben nur mittelmäßig© Resultate ergeben. ■ ■ «Die Metallindustrie kommt' nicht zur Entwidklung, obwohl dort Eisen', Kupfer, Graphit und Kohle, in reichlichem Maße vorkommen. Irh'Hochland wird Viehzucht getrieben.. .Ein großer Bestand an Rindernf Hammeln, u&w. bildet die Grundlage für die Fabrikation von Gefrierfleisch und Fleischkonserven. Die .Hauptausfuhrartikel sind Kaffee, Fleischkonserven, Rabbiafasern, rohe Hautev. Vanille, Kaperbsen.' | Die BeYölkerimi beträgt .nach der fetzten; Zählung von 1 ^31 3.75^,019 Einwohner. Die ' Bej völkerungsdichte beträgt 6,1 Einwohner pro jqkm. Die- Haupts^dt. TarTa^ariyq. hßX 101.643 |Einwohnen* Besonders im'Westen der'Insel sind/ [weite Flächen noch völlig •wüst und harren noch | der- Bearbeitürig. Die Bevölkertirig be^ielit:''aus |Madagass'en. Ünter ihnen s'iiiü. am:.'i:anlre^cfistea ^die- Hovas öder''Merinos );;dib: über ''^.OÖQ '/zahlen iuhd' zu den In;dö^Meläh'esi'erh gehörend:.t'Sief..'sind' ■offiziell Christen, im Grunde aber noch?1 "Feti-

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