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Der Israelit · 1937-02-25 · Heft 8 (25.2.1937) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 8 (25.2.1937)
Date
1937-02-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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25 Februar 1937 D er 1 s r a e 1 i t Nr. 8 Seite 7 Korrespondenzen. Deutsches Reich. . Ehre dem Andenken de* 12 000! Eindrucksvoller Verlauf der Gefallenen-Gedenkfeiern. . Berlin, 22. Febr. Anläßlich, desHeldengedenktages am 21. Februar veranstalteten die Landesverbände lind Ortsgruppen <Jes Redchsbundes jüdischer Frontsoldaten in Berlin und in den größeren Städten des Reiches in den Synagogen und an den Heldengräbern Feiern, die dem, Andenken an die 12.Q00 Juden gewidmet, waren, die in den Reiben des deutschen Heeres im Weltkrieg, gefallen sind. Die Feiern. nahmen überall unter stärkster Beteiligung einen . eindrucksvollen, würdigen Verlauf. ,.•'.' In Berlin, fand der G e d e n k g' 11 e s d i e n s t* in der Neuen Synagoge in der Oramenburgerstraße statt. . ' ■ / Um 2 Uhr Nachmittag fand die Heldenehrung auf dem Friedhof in W(eißensee statt. Vom Haupteingang des Friedhofs zogen' <di« Mitglieder des Reichsbundes jüdischer 'Frontsoldaten in geschlossener Formation unter Vorantragung ihrer Fahnen zum Ehrenfriedhof an der Neuen HäUe.' Der Weite freie Platz war'dicht gefüllt von den Reihen der Kriegsteilnehmer,' diehier in Front zum Ehrenmal Aüfstelfung-'nahmen. Der Rezitation ergreifender Verse durch das- Mitglied des Bundes Guttmann folgte die Predigt des ehemaligen Feldräbbiners -'De,, rWint er .und.: eine .Minute .•.•«tjrÄ»»-.!;-.. v. j 1 ••?.<».<*.••.?;•,.i.t-Vi'' ••'• '■!/*>'<•!?■!>-•"','-.'" ■ vschweigenden Gedenkens. Bundesvorsitzender Dr. Löwenstein -legte namens , aller überlebenden jüdischen Frontsoldaten ein'* Blümerigewinde'~ an dem! Ehrenmal nieder. Der Lorbeerschild^ des Berliner Landesverbandes wurde von dessen Vorsitzenden an dem; Ehrenmal-.niedergelegt/ da«. Blumengewinde^ der, Kriegsopferabteilung de® Landesverbandes Berlin von ihrem Leiter, ,Reg.=Rat a. D. .Bloch. Nach dem Kaddisch rezitierte Herr Guttmann. [abermals Verse, dann erfolgte der Abmarsch in geschlossener Formäti_orf bis zum Ausgang des- Friedhofs. ,-,.,»• - .i, \"- Auch älls der Projvinz. liegen Berichte überdie> dort abgehaltenen Gottesdienste und. Gedenkfeiern vor. Sehr eindrucksvoll war, .insbesondere der -arn Sonnabend in -'der Großen1 Gemeindesynagoge in Hamburg abgehaltene Gedenkg'ttesdienst, an dem 200 Mitglieder das Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten teilnahmen. Ausgehend von dem Kampf der Israeliten ah der Wüste, schilderte Oberrabbdner Dr. C a r I e b a c h die soldatische ^Bewährung der' Juden im L*uf der Geschichte. Aber immer wenn^Jüda'das Schwert hob, dann hob es auchdie Hände zum Gebet, wie einst Mose, denn nur der Kampf um eine gerechte Sache lasse sich mit . dem Gebot des „Du sollst nicht töten" inEinklang bringen. Im Bewußtsein* und in der Ueberzeugung von, der.. Gerechtigkeit. der Sache'•'seifen die Juden auch 1914 in den'> Kampf gezogen.' ,'■,.'*•.'"; .V,-: Was sollen: die jüdischen Schulentlassenen '••/ ' - zu Ostern tun?; . t Aufruf der Jüdischen Jugeiudhilie und des Hechaluz. > Berlin, 17. Febr. Die Jüdische Jugendhilfe und der Deutsche Landesverband des .Hechaluz richten an die jüdische^ Schüler und; Schüleratmen, die. Ostern ((. die Schule,; verlassen, einen Aufruf, in dem es heißt, daß die Be-: nifotyahl für die Sc'hulentlaesenen zugleich' eine iEnt-' Scheidung, für das .Xand istI:» in das sie einmal später gehen woUen. Der,Aufruf wolle die Erwägungen vor' Augen führen^ die für Palästana sprechen. Der Auf-: ruf ( erwähnt; 'insbesondere 'die Notwendigkeit kor*'? Perlicher Arbeit ..und, einer ^ri^dliqhöh Vorbereitung: für das Leben in. Erez Israeli M,Wir: wollen. Euch- ~ '. heißt es zum' Schluß; die .-Vorbereitung für . das? Leben in Palästina •ermöglichen. Durchdenkt die Ent-! Die Woche. Berlin. Für die im März zur Aufführung gelangende komischet Oper- „Die. lustigen! Weiber von Windsor" hat der Jüdische Kulturbund Berlin Walter Ries als „Falstafr" verpflichtet. .Ries war bis 1933 Mitglied der Münchener Staa,tsoper. Den ' „Fluth" singt Wilhelm G u t im ä n n. Stuttgart. Aus Ulm wird gemeldet, daß bei den dortigen Zuchtyiehmärkten am Eingang zur Halle "Plakate angebracht worden sind, die Juden den Zutritt verbieten. Die Ulmer Vieh- und Pferdemärkte seien fudenfrei. Der Gemeinderat der Stadt Brackenheim beschloß; jüdischen' Händlern den Besuch und den Viehauftrieb; auf städtischen Vieh-, märkten zu untersagen. In Schwä.bisch- H a 11 verfügte der Bürgermeister im Ein* vernehmen mit den .Ratsherren, daßkünftig jüdische Händler von Pferde* und Viellmärkten ausgeschlossen sind. (ITA.) München. Der Präsident des Rates des Verbandes Bayerisoher Israelitischer Gemeinden und der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München, 'Oberstlandesgerichtsrat. i. R'., D^: Alfred; Nte ü mey er, beding am . 17.. Februar seinen 70. Geburtstag.; Seit dem" Jähre 1921 ist Dr. Neumeyer Vor» sitzender der -Gemeinde' München. Er ist auch Gründer des (Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Wien.. In den Räumen der .Organisation zionistischer Frauen wurde eine Ausstellung von Aquarellen und Radierungen Hermann Strucks feierlich, eröffnet, Der Eröffnung ..wohnten viele ^bekannte Persönlichkeiten des jüdi» sehen. Lebens bei. Unter "den ausgestellten Bildern'' 'befinden1 'sich Aquarellandschaften aus Tiberias und Haifa und ein Bild vom Toten Meer. Prag. Der Besitzer einer Metallschweiß erei in Karolinenthal, Franz K a s- ,per, ist ZÜ..1-4 Tagen Gefängnis und 200 Kronen Geldstrafe verurteilt worden, weil er im Juli 1936 in Prag ein illegales Flügblatt mit der Aufschrift //Tschechen, kauft nicht bei Juden" verbreitet hat. Warschau. Die polnischen Droschkenkutscher dn Wilna haben die. iForderung aufgestellt, daß die jüdischen; Droschkenkutscher gelbe Flecke .fragen und besondere Standplätze einnehjmen sollen. — Alexander H a f f t k a , ein 'höherer ijüdischer ' BeamtW im polnischen Innenministerium ist e n 11 as s en »worden. Hafftka war seit ^mehreren Jahren im Innenministerinm tätig. Wilna, In das Lebensmittelgeschäft des. Ephraim N o w o s i n i ä- •Ty n ist eine Bombe geworfen worden. Tür •' und Fenster wurden zertrümmert, verletzt wurde niemand. Rom. Das Denkmal des „L öw e n von J u d a " , das als Symbol der Macht des Negus auf einem Basaltsockel vor^der Station in Addis Abeba aufgestellt war, ist aus Neapel nach Rom gebracht worden, und soll in der Via ded Triomphi aufgestellt werden. London.' Die Exekutive des Weltverbandes der sephardisch-jüdis sehen Gemeinden beschloß die Schaffung eines Fonds von einer halben Million Dollar zur Gründung einer großen «efarddschen Jeschiwa in Jerusalem. — Zur Erinnerung'an das Krönurigsjahr hat der jüdische Philanthrop Sir Albert L e v y 10,000 Pfund für Wohlfahrtseihfichtungen gestiftet. DercBetrag wird unter /20 Wohlfahrtsinstitution«n aufgeteilt. Sir Albert hat 1929 einen' Wöhlfahißfsfoiids gegründet, dem er Wertpapiere; in;:Höhe . von , 250.000 Pfund zugeführt hai>P Paris. Die A k a d e - m i e d er^ S c h ö ö-en iiKün sie wählte lmit ' 31 - gegeii.'" 13 Stimmen Bär o n M a a - ' rice'de.Rothschild zu ihrem Mitglied an Stelle des verstorbenen Lemonnier. Der neue Akademiker -wurde am 19. Mai 1881 als Sohn des Barons Edmond de Rothschild in Bpulogae &ut , Seine bei Paris geboren; Er gehörte lange Jahre dar 'französischen Kammer" ah, seit 1929 ist er Senator des Departments Hautes=Alpes, Fiunie. Nach etwa 40jähriger Tätigkeit ist. In -FiumÄ dör dortige Oberrabbiner Dr,;,Jo^ seplh Fr aiik gestorben. Bei der Trauer» kuhdgei5ung würde der Verstorbene als hervorragender";Vertreter der tälmudischen Wissenschaft undihihgebungsvoller Führer seiner Gemeinde"' ^gewürdigt.; . < Scheidung, die Ihr heute '■ zu fällen habt! Sie ist bedeutsam für Euch, für alle Juden, für die kommenden Generationen." Die Zahl der jüdischen Rechtsanwälte in Berlin, Berlin, 18. Febr. Nach einer Mitteilung der Reichsrechtsanwalts* kammer waren Ende des Jahres 1936 in Berlin 2858 Rechtsanwälte zugelassen. Unter ihnen waren 934 oder' 32,6 Proz. Nichtarier. Ende des Jahres 1935 waren von 3007 Rechtsanwälten im Bezirk der Rechtsanwaltskammer Berlin 1036 nichtarisch, was einem Prozentsatz von 34,4 entspricht. ••■;.;•■ Keine Zulassung von Juden als Steuerberater. Berlin, 19. Febr. Staatssekretär Reinhardt kündigte in einem Vortrag an, daß mit Wirkung vom 1. März 1937 die Zulassungssperre, die seit Anfang April 1933 für den Beruf des Steuerberaters besteht, gelockert werden osll. Als Voraussetzung für die1 Zulassung wird u. a. die Forderung aufgestellt,.- daß der; Gesuchsteller nicht Jude im Sinne des Gesetze« zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums sein darf. Es darf demgemäß unter den vier Größeltern kein Jude sein. Jüdische Sozial- und Hilfsarbeit 1936. Berlin, 22. Febr. . Der eben erschienene Arbeitsbericht des Zens tralausschusses für Hilfe und Aufbau ergibt-' ein erhebendes Bild jüdischer Wohlfahrtsarbedt.. Das Jahr 1936 hat an den Zentralausschuß noch . größere. Anforderungen gestellt, als in den. vorangegangenen Jahren, da^iiiz^wischen viele Gemeinden bis zii 50 j^qz.^ilrrer Mitglieder verloren haben. 'Der Zen^ala,usschuß für. Hilfe .und Aufbau suchte überall der schwierigen Situation gerecht zu werden. Im Jahre 1936 sind 24.000 Juden au« Deutschland ausgewandert, und die(.Wanderfürsorge stand dm Mittelpunkt der jüdischen Sozialarbeit. Die Wohlfahrtspflege konnte mit Hilfe der Aküon, der(,.Blauen Bei-, tragskarte" große Erfolge aurweisen. Es wurde auch für die. Ausbildung von; Wohlfahrtspflegern, Lehr« Schwestern und Lehrpflegerb usw^, gesorgt. Auch die* bereits bekanntgegebenen Zahlen der' Winterhilfe werden im Berichte noch einmal angegeben. Das. jüdische Sc hui werk umfaßte 1936 -schätzungsweise 22.000 Kinder, womit 52 Proz. aller jüdischen Schüler auf jüdischen Schulen untergebracht waren. Die Zahl der jüdischen Arbeitssuchenden war dm Jahre 1936' auf' 40.000 angestiegen/ Ein eigenes Kapitel im '.Bericht ist der Berufsümschichtung gewidmet. ' Aus den Gemeinden^ Breslau, 15. Febr. In der Breslauer Synagögengemeinde ist im Jahre 1936 ein Rückgang von 954 Seelen eingetreten. Die Zahl der Abgänge durch Fortzug, Auswanderung, Tod und Austritt beträgt 226'i7 die Zahl der Zugänge durch Zuzug, Geburten, Ueber- oder Rücktritt 1308. Während am 31. Dezember 1935 die Synagogenge» me'inde '18.452 Personen zählte, umfaßte sie Ende 1936 17.498 Personen. - ■ Stuttgart, 15. Febr. Die Jüdische Gemeinde in Stuttgart hatte im Jahre 1936 einen so starken Zuzug aus Kleingemeinden, daß dhr Bevölkerungsrückgang relativ gering ist. Iin Jahre 1933 izählte sie noch 4490 Seelen, Ende 1936 4411. Der Rückgang seit 1933 beträgt also nur 2 Proz. 1936" zogen ^638. Personen fort und 523 zu. Schneidemühl, 15. Febr. Der, Bezirksverband der jüdischen Gemeinden der Grenzmark Posen-We»tp;reußen hielt in Schneidemühl eine - Tagung ab, . bei der. Bezirksrabbiner Dr. P1 o t k e , Schneddemühl, über die' 'Wohlfahrtsarbeit, über Scbulfragen und Fragen der Kantoren berichtete. Er kündigte die Gründung einer Bezirksvolksschule in Schneidemühl an. .Sie soll von

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