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Der Israelit · 1937-02-25 · Heft 8 (25.2.1937) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 8 (25.2.1937)
Date
1937-02-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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1 25. Februar 1937 D Ii t Nr. 8 Seit© 5 A n sie dl an g s p 1 ä n e Frankreichs, die erst im Stadium der Vorbereitung sind, aber eines Tages ganz gewiß verwirklicht werden, denn die fratt2Ösischen Regieruiigskreise stehen der Sache sehr wohlwollend gegenüber. Diese Eröffnung war vielleicht keine liebliche Zukunftsinusik für die von ihren Palästinaeindrücken noch ganz angefüllten Vertreter der jüdischen Arbeiterschaft. Allein gerade in Amerika wird man ohne Eifersucht neue jüdische Ansiedlungen außerhalb Palästinas begrüßen, vorausgesetzt, daß sie den jüdischen Menschen wirklich ein menschenwürdiges Dasein versprechen . Selbst die Revisionisten wissen, daß . ihr Zehnjahresplan zur Verbringung von 1% Millionen Juden nach Palästina vorerst ein Traum sei, der selbst bei seiner Erfüllung jüdische Kolonien in anderen Ländern nicht überflüssig machen könne. Die dem Mufti nahestehenden arabischen Zeitungen/erklären, daß die K$. Kommission für Palästina ihrem Berichte, der Mitte Mai erscheinen soll, Vorschläge beifügen werde, in denen die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Teil empfohlen wird; der arabische Teil solle Transjordanien angeschlossen werden und tinter die Herrschaft des Emirs Abdullah kommen, der jüdische Teil solle eine jüdische Regierung erhalten. Gewisse Punkte des Landes, wie z. B. Jerusalem, sollen auch nach der Teilung der britischen Verwaltung unterstellt sein. In den Meldungen wird weiter behauptet, die Kgl. Kommission werde auch andere fundamentale Aenderungen im .politischen Status Palästinas -vorschlagen. Gegen den sog. Kantpnisieruttgsp l a n haben sich, so oft er auftauchte, Juden sowohl wie Araber ausgesprochen. Es ist daher nicht ersichtlich, was mit der neuen arabischen Versuchsrakete beabsichtigt ist. Ein jüdischer Kanton in Palästina ohne Jerusalem — darüber sind sich alle jüdischen Kreise einig — ist für uns gar nicht vorstellbar.. \ Etwas anderes als das Kantonssystem ist der binationale Staat, über den sich David ben Gurion auf der Tel Awiwer Histadruthtagung etwa wie folgt äußerte: Ben Gurion betörte vor allem den Grundsatz, daß Palästina S a c h e d e s g e s a m t e n j ü d i s c h e n Volkes sei und nicht nur derjenigen Juden, die bereits in dem Lande leben. Die Formeln „politische Parität" und „binationaler Staat" rühren von der falschen Auffassung her, daß die jüdischen und die arabischen Ansprüche von gleicher Art se^en. In Wirklichkeit aber leiten die Juden auch in der Diaspora ihre Rechte, ins Land zu kommen, von dem Mandate her, durch welches der his torische Anspruch des gesamten jüdischen yplkes auf seine alte Heimat anerkannt worden ist. Es gehe nicht um das Problem; wie die Rechte det jenigen Juden, die in Palästina wohnen, geschützt werden sollen, sondern -wie die Tore des Landes für diejenigen offen bleiben, die noch nicht Einwohner Palästinas sind. Die Prämisse, von der Ben Gurion ausgeht, ist absolut richtig. Erez Israel ist für Gesamtisrael da, nicht allein nach den Grundsätzen des Mandates, sondern noch mehr im Sinne unserer Vergangenheit und unserer Zukunftshof fnung. Um so mehr sollte die Histadruth wissen, daß nicht eine radikale Partei im Judentum ihr Herrenrecht auf den Jischuw geltend machen darf, sondern, daß im Lande 'den Gefühlen des jüdischen Volkes in seinen breiten frommen Massen Rechnung getragen werden muß; daß in einem Lande, welches auf Israel in seiner Gesamtheit wartet, auch die Seeie Israels, der Sabbat und alle anderen Gesetze der Thora, zur Geltung kommen müssen. Findet dieser Anspruch überall Verständnis? Leider nicht einmal in den Kreisen derer, die es am besten wissen, wie Erez Israel auf Israel und Israel auf Erez Israel wartet. Rabbiner Dr. Emil Nathan L e v y veröffentlichte in dem Mitteilungsblatt der Histadruth „Olei Germania ". eine Mahnung an die aus Deutschland nach Palästina Ginge W/a äderten Juden, im Lande der Väter sich auch der Pflicht gegenüber dem Glauben der Väter bewußt zu sein. Das brachte Herr C. Z. K1 ö t - z e 1 in Harnisch, und das Mitteilungsblatt der Organisation der Juden aus Deutschland ist leider neutral genug, um sich als Abladeplatz für die Ausflüsse seiner Empörung herzugeben. Klötzel schreibt, nachdem er der Schriftleitung des Blattes und den Treuhändern der Organisation, der, wie er mit Stolz betont, „Hunderte von Amharazim" angehören, einen gesalzenen Verweis erteilt hat, u. a. wie folgt: „Schlimmer noch aber ist, daß es Herrn Rabbiner Levy gestattet war, uns nicht nur über „religiöses Empfinden" und „menschlichen Anstand" zu belehren, sondern auch über nationale Disziplin, das heißt also über Zionismus, Ein schlechter Zionist ist nach seiner Meinung derjenige, der in Erez Israel die „jüdische •Oeffentlichkeit" durch Verletzung des Religionsgesetzes „herausfordert". Herr Rabbiner Levy vergißt dabei zunächst, daß zur „jüdischen Oeffentlichk ei t" auch die vielen Tausende von Menschen in Stadt und Land, gehören, die nicht r.-eligiös zu leben wünschen und von denen GS durchaus »och nicht feststeht, ob sie nur eine sehr erhebliche Minorität' oder schon die Majorität im Lande sind. Er vergißt ferner, daß man uns alte Zio nisten, als wir der Bewegung beitraten, mit keinem Worte gefragt hat, ob wir regelmäßig Tefillim legen, am Sabbat nicht fahren oder — koscher essen. Um diese Dinge hat sich der Zionismus meines Wissiens bisher nicht gekümmert und sie gänzlich in das Beliehen eines jeden Mitglieds gestellt: und so wird es hoffentlich bleiben!" Sollte die „Intoleranz" nicht aufhören, dann droht Klötzel mit einer allgemeinen „Abstimmung" darüber, welche Dinge „öffentlich" erlaubt und welche verboten sein sollen. „Die „Freigeister" würden sich einem solchen Beschluß, falls er gegen sie ausfiele, selbstverständlich fügen, wie jeder auf demokratischem Wege gefallenen Entscheidung in Fragen des äußeren Verhaltens. „Die Frage ist nur, ob die andere Seite bereit ist, vox populi auch dann als vox dei anzuerkennen, wenn sie einmal gegen sie spricht." Wir können Herrn Klötzel die beruhigende Versicherung geben, daß wir nf^ynals eine Abstimmung zulassen werden über "Dinge, über die das Volk längst in. seiner Gesamtheit abgestimmt hat. Am Sinai rief Israel einmütig: „Wir wollen tun und hören!" Dieser einstimmige Beschluß gilt für alle Zeiten, auch für die „Amharazim" — der Ausdruck stammt von ihm — des Herrn Klötzel ... Der SturmumT ri p o 1 i s hat sich in der amerikanischen und englischen, leider auch in der fü d i s c h e n Presse gelegt. Nur da hinten, in K a i r o , weiß ein jüdisqhes Blatt mit Namen „Israel" zu berichten, daß einer von den wegen der Sabbathaltung öffentlich gezüchtigten Juden, Benzion. Bassada, 40 Jahre alt, aus Pein und Scham der geistigen Umnachtung verfallen ist und ins Irrenhaus überführt werden mußte. Noch weiter weiß das Blatt zu berichten, daß viele jüdische Kaufleute von Tripolis eiligst ihre Geschäfte liquidieren Und nach Tunis, Algerien und Französisch-Marokkö übersiedeln, da sie unter dem Marschall B a 1 b o , dem italienischen Gouverneur in Tripolis, auf keine Rücksicht noch Gnade rechnen können. Nach all dem ist die Bestimmung, nach der die Juden in Tripolis unter Androhung schwerer körperlicher und Freiheitsstrafen in d«n moder- Schriftdeuttmgen zum Wochenabschnitt. Mitgeteilt von S. Speier. Kap. 32. V. 5 u. 6. pns snp>i v>yeh nata p'i prnt tn'i ayn awi d'öV» iwi itf>y ibm mnaa waen •*inn/nV an mm ■pnzb mpi nnwi ^asV „Als Aharon dieses sah, baute er einen Altar vor sich hin, Und Aharon rief aus und sprach: Morgen ist G'tt ein Fest. Sie standen am anderen Tage früh auf, ließen Emporopfer aufsteigen und brachten Friedensopfer näher; das Volk setzte sich zu essen und zu trinsen, dann standen sie auf, um Mutwillen zu treiben." Der Text gibt nicht ausdrücklich an, wem die Opfer galten. Es bestanden wohl verschiedene Gruppen unter dem Volk. Diese opferten 'n* jene ließen Opfer zu Ehren des Kalbes aufsteigen. Kap. 32. V. 26. 'r\b 'n "WK'i nanan ijwa nwa wi "iV 'aa "n rbs iswi;,Da stellte sich Mosche an das Tor des Lagers lind sprach: Wer G'ttes ist,-zu mir! Da sammelten sich um ihn alle Söhne Lewis". Die Worte ^b 'aa Va berechtigen nicht zur Annahme, daß sich ausschldeß* lieh die Söhne Lewis um Mosche scharten. Vielmehr dürften^ auch Angehörige der anderen Stämme dem Rufe Mosches Folge geleistet haben. Der Vers erwähnt aber nur die Söhne Lewis, weil diese sich vollzählig ZU Mosche. gesellten. '3a *>3 vbm -isotPl. Jedoch nur ein Teil der Lewiten ergriff, dem Befehle G'ttes gemäß, das Schwert. n»a ia*ra »tf> « wv „Die Söhne Lewis taten nach Mosches Rede', (V. 28). Hier heißt es nicht ""b '3a bs Dann: mbvs Kinn oi>a D»n p b&>i vm 'S^R- „So fielen vom Volk an diesem Tag etwa dreitausend Mann." Kap. 33. V. 7. pnin minb pna tb noai bnxa an np' npai "iwr tjtto bns. bx ss> 'n vpa» bs 'vn tow bnx iV ninan p •nanab fina „Und Mosche nahm das Zelt und schlug es außerhalb -des Lagers auf, entfernt vom Lager und nannte es Zelt der Zusammenkunft; es sollte jeder, der G'tt suchte, in das Zelt der Zusammenkunft, das außerhalb des Lagers war, hinausgehen." Die Handlungsweise Mosches ergibt sich aus dem Vorhergehenden. Da die G'ttesgegenwart nicht mehr unter den Söhnen Jisroels weilt, entfernt Mosche sein Zelt aus ihrer Mitte, indem er damit die Hoffnung verbindet, G'tt werde sich ihm außerhalb des Lagers offenbaren, np-> ist mit „er nahm" wiederzugeben, Das Futurum zeigt zuweilen auch die Vergangenheit eines Zeitwortes an, das eine einmalige Handlung bezeichnet. Als Belegstellen seien angeführt: pR nnsn im »Vam „die Erde" - öffnete sich und verschlang Datan" {Tehillim . 106, I7)i; anna bw wjp „sie machten ein Kalb zu Chorew" [das. V, 19); Vaan iRa nptni?ir» wptn netrn yb* ma» r»iroi• „ . . . und woher kamen sie zu dir? Da sprach Chiskijahu: Aus fernem Lande sind sie gekommen, aus Babel" {Melachim II 20, 14); nra W «• „Damals sang Mosche" (Schemot 15, 1). Kap. 33. V. 14. ~\b ">nn.am is?»» »3B S»«»v „Er sprach: Mein Angesicht wird . gehen, und ach. werde dir Ruhe gewähren." . Einige Erklärer fassen "f? vinam im Sinne von „ich werde dir willfahren" auf. Nach dieser Deutung scheinen jedoch die Worte "]b Timm überflüssig zu sein, da das Willfahren bereits durch 'lbsr *JS zum Ausdruck kommt. Fehlt ja auch dieser Zusatz an analogen, .die Gewährung einer Bitte be* treffenden Stellen. So heißt es in Bemidbar 14, 20: -paia vmVo 'n ia«»v „Da sprach G'tt; Ich verzeihe nach deiner Rede". Hier finden wir nicht die Hinzufügung ~\b Tin im« Vielmehr ist der Zusatz mit ,^ch werde dir Ruhe gewähren" wiederzugeben und folgendermaßen zu verstehen: Ich persönlich werde 'dir voranziehen und dir Ruhe von-deinen Feinden verschaffen. Vgl. nymb n>v -rar« n?- „bi© G'tt euren Brüdern Ruhe verschafft. (Deworim 3. 20); 'n trana "pant "pö ypb* „wenn G'tt, dein G'tt, dir Ruhe von allen deinen Feinden verschafft" (das. 25, 19). Kap. 34. V. 10. 1»» ^3 133 nna ms »aas namn«-'! tanpa nns iwr ayn Va n*n D'ian toai pRn Vaa iRhai »6 W« mbtn •ia» n»$r »as ipk kw «na ">s 'n wsra jir „Da sprach er: Siehe, ich schließe einen Bund: in Gegenwart deines ganzen Volkes werde ich wunderbare Dinge verrichten, wie sie auf der ganzen Erde und unter allen Nationen noch nicht geschehen sind. Sehen soll dasi ganze Volk, in dessen Mitte du bist, das Werk G'ttes, wie es schauervoll ist, was ich mit dir tun will." Der von dir vorgetragenen Bitte nanRn '3s by ")vs D?n Van yxn ">3« wVaai ,,daß wir, ich und dein Volk, wunderbar von jedem Volk ausgezeichnet sind, das auf der Oberfläche des Erdbodens ist" (33, 16), werde ich 'willfahren, indem ich meine Herrlichkeit ausschließlich auf Jisrael ruhen lasse, hr^m nwys. Die Verheißung .D»n bz n«n zielt auf das Strahlen der Gesichtshaut Mosches hin.

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