Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1937-02-18 · Heft 7 (18.2.1937) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 7 (18.2.1937)
Date
1937-02-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2450961-2450968--82800-2540756
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

ER E Allerlei aus Palästina, Jerusalem, 11. Febr. Die Jüdische Gemeinde in Haifa hat für das Jahr 1937 ein Budget aufgestellt, .das Einnahmen in 4er Höhe von 29.180 Pfund (im vergangenen Jahr 23.730 Pfund) und Ausgaben in der Höhe von 30.717 Pfund (im vergangenen Jahr 24.190 Pfund) vorsieht. Der neue Etat bedarf noch der Bestätigung durch die Regierung. Die arabische Tageszeitung „El Liwaa" meldet aus Safed, -daß "mehrere Grundbesitzer aus Syrien und dem Libanon, die größere an das Hulehgebiet angrenzende Bodenkomplexe besitzen, zurcedt in Verhandlungen über deren Verkauf an Juden stehen. Einer Meldung des „Haboker" zufolge haben vermögende Araber in der letzten Zeit ihre Einlagen bei der Arabischen Bank abgehoben und sie in jüdische und ausländische Banken übertragen. Es soll dies eine Folge der unerträglichen Ansprüche sein, die zu „patriotischen Zwecken" an die; wohlhabende arabische Bevölkerung gestellt werden. Man glaubt, daß auch die vor kurzem erfolgte Schließung der arabischen Zigarettenfabrik in Haifa auf die fortwährenden Kapitalentziehungen in Form verschiedener „Spenden" zurückzuführen ist. Im Hinblick darauf, daß sich die jüdische Bevölkerung der Altstadt von Jerusalem durch Fortzug von Angehörigen des ,alten Jischuw immer mehr verringert, hat die Neziwut des Betar die Angehörigen des Bundes aufgefordert, sich für mindestens zwei Jahre in der Altstadt niederzulassen. Wie der ITA. berichtet wird, wird dieser Befehl streng befolgt. Der aus Wien' stammende junge Architekt Throdor Menkes in Haifa hat einen Plan zur Errichtung eines 28 Häuser umfassenden Wohnbaublocks im Herzen von Hadar Hacaxmel ausgearbeitet. Der Block soll 169 Zweizimmer-Wohnungen enthalten und von Grünflächen umgeben sein. Für diese ist eine 10 m breite Allee und ein Schwimmbassin vorgesehen. Die Wohnungen sollen eine gemeinsame Heizungsanlage und eine Anlage für Heizgas erhalten. Die Kosten sind auf 75.000 Pfund veranschlagt. Auf den jüdischen Bürgermeister von Tiberias, Haddaf, ist ein /Attentat verübt worden. Ein Araber gab einige Schüsse auf den Bürgermeister ab, die jedoch ihr Ziel verfehlten. Der Attentäter ist entkommen. Mehrere jüdische Wächter, die in den Bolania= Zitrusplantagen Dienst taten, sind am Freitag von Arabern angegriffen worden. Bei dem Feueriiberfaü wurde einer der Wächter, Joseph Blumenfeld, verwundet. Aus Afghanistan sind 50 Juden, .die vor Verfolgungen aus Buchara geflüchtet waren, mit Zertifikaten der Jewish Ageticy in Palästina eingetroffen. In den nächsten Tagen trifft eine zweite Gruppe bucharischer Flüchtlinge aus Afghanistan in Palästina ein. Zum Abbau d<hr Ausnahme-Gesetze. Jefü«alem, 12. Febr. Das Jerusalemer Oberste Gericht hat vor einiger Zeit in einem Urteil die grundsätzliche Meinung ausgesprochen, daß die nach dem 30. September 1936/ dem Tage der Aufhebung des Ausnahmezustandes, begangenen Verbrechen nicht mehr unter die Ausnahme-Jurisdiktion fallen, somit durch die Regierung Strafurteile im Zusammenhang mit solchen Verbrechen gemildert oder im Gnadenwege aufgehoben werden können. Im Zusammenhang mit dieser Meinung de© Ober* sten Gerichts hat die Regierung beschlossen, eine große Reihe von Strafen, die durch die Gerichte nach dem genannten Termin verhängt wurden, zu mildern oder aufzuheben. Unter den zahlreichen Verurteilten, die. auf Grund der soeben erlassenen Regierungsverordnung begnadigt werden, befindet sich ein einziger Jude, der aus Deutschland eingewanderte Georg Ernst Bogner, der am 3. Oktober v. J. in Haifa am Besitz eines Revolvers angeteroffen und deswegen zu fünf Jahren Gefängnis' verurteilt worden war. Alle übrigen Begnadigten sind Araber. Im Hinblick auf die letzten Terrorakte in Haifa hat die Polizei in der Nacht eine Straßenrazzia und mehrere Haussuchungen bei arabischen Nationalisten in Haifa durchgeführt. Dreißig Araber, die der Terroristenarganisation angehören, und denen eine Verbindung mit den letzten Terrorakten gegen gemäßigte Araber nachgewiesen werden konnte., wurden vers haftet. Gemäß einem vom High Commissioner Sir Arthur Wauchope unterschriebenen Abkommen verpachtete die Regierung der Gesellschaft „Schichon" 400 Dunam Staatsboden in Kirjat Awoda (Stadt der Arbeit) bei Tel Awiw auf 49 Jahre zwecks Errieh* tung von Arbeiterwohnhäusern. Sorge dafür, daß unsere Jugend in Erez Jisroel sich am Purim über Deine Spende für den Keren Hajischuw freut. Palast ina-Centrale der Agud as Jisroel Frankfurt am Main Postscheck-Konto Ffm. Nr. 53900 Die Bevölkerung Palästinas Ende 1936. Jerusalem, 9. Febr. Die Bevölkerung Palästinas Ende 1936 eraschließlich der im Lande sich aufhaltenden Reisenden, jedoch nicht unter Einrechnung der Angehörigen der britischen Streitkräfte und der Nomadenbevölkerung wird amltich auf 1,300.000 Seelen geschätzt. Davon sind 796.175 Mohammedaner, 384.085 Juden, 108.513 Christen und 11.378 Angehörige sonstiger Bekennt-- nisse. Die Gesamtzunahme der Bevölkerung im Jahre 1936 wird von dem Regierungsamt für Statistik mit 58.590 oder 4,62 Proz. angegeben. Die Zunahme der mohammedanischen Bevölkerung beträgt 26.040 Seelen, davon 25.917 natürlicher Zuwachs und 123 als Nettoeinwanderung. Die Zunahme der jüdischen Bevölkerung wird mit 28.933 angegeben, davon 21.183 als Ueberschuß der Einüber die Auswanderung und 7750 durch natürlichen Zuwachs. Das Statistische Büro der Jewish Agency hat so5 eben eine Zählung der Bevölkerung der jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen in Palästina beendet. Die Zählung ergab, daß Ende 1936 in Palästina 203 jüdische rein landwirtschaftliche Siedlungen mit einer Gesamtbevölkerung von 97.257 Seelen existierten. Rechnet man die Einwohner in den Siedlungen des Emek Zebulun und in industriellen Zentren mit landwirtschaftlicher Peripherie, wo eine Landwirtschaft treibende Bevölkerung von etwa 8000 Seelen lebt, RAEL hinzu, so ergibt sieb, daß über 105.000 jüdische Seelen in Palästina von der Landwirtschaft leben. Der Fremdenverkehr in Palästina ist im Jahre 1936 durch die Unruhen erheblich beeinträchtigt worden. Man rechnet für das vergangene Jahr mit einer Zahl von etwa 8000 Fremden, der Hälfte der Reisenden, die in den Jahren 1926, 1927 und 1928 nach Palästina kamen. Der Verband zur Förderung des Fremdenverkehrs will für Verkehrswerbung 1600 Pfd. aufwenden, von denen die Mandatsregierung 500 zu tragen versprochen hat. Im Frühjahr wird das Höchstmietengesetz in Tel Awiw ablaufen. Bei einer Erörterung über die Verlängerung wurde im Stadtrat von Tel Awiw zum Ausdruck gebracht, daß die Höchstmietenregeluug überflüssig geworden sei, da sich gegenwärtig die Mieten dadurch regulieren, daß die Nachfrage geringer ist als das Angebot, was schon zu Mietssenkungen geführt hat. Banden-Angriffe auf jüdische Heiligenstätten und Siedlungen. Jerusalem, 9. Febr. Die W e s t m a u'e r ist im Laufe der Nacht von Arabern besudelt worden. Der Vorfall hat im gesamten Jischuw tiefe Empörung ausgelöst. Das Mausoleum in der Nähe von Tiberias, die Grabstätte des,Rabbi M«ir Baal hanesÄ, ist erbrochen und ausgeraubt worden. Die jüdische Siedlung Giwat Ada im nördlichen Scharon ist am Dienstag von einer bewaffneten Araberbande angegriffen worden. Die Bande war mit Militärgewehren ausgerüstet und führt« den Angriff von drei Seiten her in geschlossener Formation durch. Ein jüdischer Arbeiter, dessen Namen noch nicht ermittelt werden konnte, wurde schwer verwundet. Es gelang den Angreifern, ein Maultier zu rauben. Außerhalb der Siedlung wurden zwei jüdische Arbeiter von einer bewaffneten Bande angegriffen, die die Pferde zu rauben versuchten. Es gelang den Arbeitern, sich in Sicherheit zu bringen. In Bethlehem sind die Häuser von zwei arabischen Notabein durch Terroristen beschossen worden. Ver» letzt wurde niemand. In der Nähe von Dschenin" überfielen Araber einen mit Juden besetzten Autobus. Der Chauffeur, Jehuda Benami, und ein Passagier wurden verletzt. Ein Agudaheim in Haifa. Haifa, 1. Febr. Ein Ereignis besonderer Art war für die gesetzestreuen Kreise Haifas die Einweihung de© neuen Heimes unserer Poalim am Chamischo=Osor B'schwat, Schon seit Wochen erwarteten die Poalim und mit ihnen wir diesen Tag, um an ihm vor die Oeffentlichkeit treten zu können und für den agudistischen Gedanken zu werben. Und der Verlauf dieser Feierstunden hat alle Erwartungen weit übertroffen. Vor überfülltem Saale eröffnete Raw Findling den Abend, indem er darauf hinwies, wieviel Mut Und Opferbereitschaft es bedeutet, wenn gerade in diesen Monaten Poalim es wagen, sich ein neues und größeres Heim zu schaffen, das ein Mittelpunkt für alle gesetzestreuen Juden unserer Stadt werden soll. Raw Findling begrüßte die zahlreich erschienenen Ehrengäste, vor allem den Haifaer Oberrabbiner Raw Marcus, der es ©ich trotz seiner Erkrankung nicht hat nehmen lassen, wenn auch nur für kurze Zeit, in diesem Kreise zu erscheinen. In kurzer, mit geistreichen Thoraworten geschmückter Rede beglückwünschte sodann Oberrabb. Marcus unsere Poalim zu ihrem Erfolge, den sie in wenigen Jahren in Haifa errungen hätten. Darauf folgten Begrüßungsansprachen von Raw Mendelsohn fKfarAtaj), Raw Scheinin (Realschule Jawneh) und Raw Chain.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.