Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 7 (18.2.1937)
- Date
- 1937-02-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 7 Der Israeli t 18; Februar 1937 auf die Verschiedenen Menschen, seine erzieherischen Kräfte und . das Verhalten der Wirtsvölker zum jüdischen Volk, das ihre Gastfreundschaft in Anspruch nahm. „Warum ist das Geflügel in Babel so fett?" „Weil es nie Golus kannte!" „Warum sind die Feste in Babel so fröhlich?" „Weil sie nicht unter Prophetenfluch fielen!"' „Warum sind Babels Gelehrte ausgezeichnet?" „Weil sie nicht zu Hause sind!" „Warum sind die Umweltsvölker sündig"? ..Weil sie nicht am Sinai gestanden!" 2- ' Bei dem Wort „Geflügel" mochte Rabbi Jauchonon an jene Menschen seiner Umwelt gedacht haben, die dem Geflügel gleich von einem Ast zum andern flattern, die, nur auf ihre tägliche Nahrung besorgt, über dem Heute nicht an das Morgen denken, die überhaupt nicht denken, die wie „das liebe Geflügel" immer nur in der Erde scharren, ob sich dort nicht ein Leckerbissen für sie findet! Er mochte daran denken, daß ein rechter Mensch sich /^lber trägt, das Tier aber immer nur zur Erde strebt '<</ a-p'tPDJ 'EPiniPZD «psn ">n nana lax» nx xiznj i'nnv (Sabbat 94a; siehe Raschi,) daß das Geflügel dem Sumpf entstampft (Chulin 27b) und seiner Herkunft immer treu bleibt. Und so s"ah er diese Menschen dahinleben, ganz unbeeinflußt vom Schicksal des jüdischen Volkes, das in dieses Golus gebracht Wörden iv#r, daß es in völliger Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit zu seinem Zweck, zur Tauro, zurückfinde DHJ3J1 ibaN'IP ,;T3 mini Ipoyi (Psöchim 88a), sah an ihnen erfüllt, was Jesaja (6,' 10) vorausgesagt hatte, daß sie ihr Herz verfetteten, ihre Ohren schwer: und'-'ihre Augen stumpf machten, um nur ja nicht zu begreifen, um was es gehe — und indem er sie in der Trägheit ihres Denkens, in der Aufgeblasenheit ihres Wesens sah, erkannte er zugleich die Ursache ihres geistigen und sittlichen Verfalles: 1*?} ■'SDn der Sinn des Golus war ihnen fremd geblieben, sie fühlten sich in Babel wohl, sie hatten sich gut — assimiliert. Demgegenüber: er sah Babels Gelehrte, sah sie und freute sich, daß sie Q^^ISö waren: aaVnn ^TSWl D^^ISn'sah sie tief und immer tiefer eindringen in den Geist und das Wesen des Gesetzes, sah sie in ihrer schöpferischen Arbeit, die unserm Volk eines seiner größten Güter brachte, den Talmud Babli, und er erkannte, daß die Wurzeln ihrer Kraft darin ruhten, daß sie wußten, sie sind nicht |ö1p» ^22' sie sind nicht zuhause, in die Fremde geschickt, um beständig Licht aufleuchten zu lassen." nnsi bezeichnet die an^Mosche gerichtete Aufforderung, persönlich dem Volke diesen G'ttesbefehl zu überbringen. 1*5»« '•^F,,■, daß sie dir bringen. Mosche' stelle fest, ob das Oel den von G'tt gestellten Bedingungen Genüge leistet. * * * Kap. 28. V, 2. irmifn in»? ym pnxV «np „Und mache heilige Gewänder' für deinen Bruder' Aharon, zur Ehre und zur Verherrlichung." Die Gewänder gereichen G'tt zur Ehre, sie dienen Seiner Verherrlichung. Vgl. Jeschajahu 60, 13: "iKS^ bipav'^ipn bij?» „zu verherrlichen die Stätte meines! Heiligtums, und die Stätte meiner Füße will ich ehren." * * Kap. 28. V. 30. Q'nnn ruti D'nsn m ■oavnn ]vn bx nnn lab by btmn rn tora m pns kwji 'n ->iab uni pns zb by vm •Tun 'n „Und in den Schild des Rechtes legst du die .Urim und die Tumim, daß sie auf Aharons Herz seien, wenn er eingeht vor G'tt; Aharon trage das Recht der Söhne Jisraels auf seinem Herzen stets vor G'tt." Die Urim und die Tumim sind G'ttesnamen, die dem Hohenpriester auf sein Befragen die Entscheidung G'ttes übermitteln. Während .die Urim das Aufleuchten.der auf dem Schild eingravierten Buchstaben bewirken, bewerkstelligen die Tumim deren sinngemäße" Aneinanderreihung.Beispiel: Der Hohepriester richtet an G'tt die Frage: 13 unbrh vbx\Kx '3y33n bx Mb r\by> 'tt „Wer soll zuerst für uns gegen den Kanaani hinaufziehen* um mit ihm zu kämpfen." (Schoftim 1, 1). Alsbald um dort dem Zweck des Golus zu leben: die G'uloh vorbereiten zu helfen! Ihre Körper waren heimatlos, ihre <Geister, ihre Seelen bereiteten den Wiederaufbau/ihrer wahren Heimat yor. ,,Die Kommenden machen wurzeltest Jacob, lasr sen Israel knospen und Blüten schlagen"! (Jes. 427, 6} das erklärt an unserer Stelle, gleichsam um den Gedanken Rabbi Jauchonons zu vertiefen, Raw Jausef: „das'sind die Thpragelehrten Babels, sie machW der Thora Knospen und" Blüten", Weil sie sich als „Gekommene" fühlten, weil sie wußten; daß sie Immijgranten waren, waren und bleiben wollten, weil sie in Babel an Zijaun dachten, an seinen Glanz und die Ursache seines Sturzes, darum wurden sie OT'IX»- Und sie brachten die Tauro zu neuem Blühen, sie hatten den Golussinn erkannt und waren treu geblieben, treuer geworden. Sie konnten ihre Feste freudig feiern! Der Fluch der Propheten hatte sich ja schon erfüllt. Nicht durch iht'e Schuld war das Golus gekommen, das alle judischen Feste in Trauer verwandelt hatte. Umgekehrt! Sie waren ja die' Menschen, die „den Weg zurück" bereiteten, sie waren schon durch das Leid gewandelt, das., der Prophet dem entarteten Volk prophezeit hatte, nun fühlten \ sie schon, wie der Trost ausder Trauer hervorkeimte, wie allmählich ihr Streben, ihr Wirken, ihre Sehnsucht, durch die Nacht "hindurch, den Tag, den großen Tag: NttfKT-DV heraufbringen half: und in jedem - Schabbos, in jedem Festtag erahnten sie schon etwas von dem Glück, das G'tt zu brijQgen:: verheißen hatte! Durch ihr Leben stellten sie die Frage: „Wächter, wie ist's mit der Nacht? Wächter, wie ist's mit der Nacht?" Und weit5 ihnen die Antwort wurde: „Der Morgen kommt, wenn's jetzt auch noch Nacht ist!" (Jes. 21, 11 und 12), darum lag über, ihren Golusfeiern schon etwas vom frohen Licht der Erlösüngshoffnung. Und auch über die vierte Frage wurde Rabbi Jauchonon sich klar: Warum lernen die Völker nichts aus dem. Judenschicksäl? Sie sehen doch, daß da ein G'tt lebt, zu strafen und zu rächen, ein G'tt voller Langmut wohl, aber doch schließlich. Sein Recht fordernd! Und er, fühlte; Die Juden hatten am Sinai gestanden, ihre Seelen hatten dem Ewigen gegenübergestanden, der" Sinn des Ewigen und Unendlichen, war ihnen klar geworden, darum mußten die Juden begreifen, was den Andern verschlossen bleiben mochte: G'tt! Den Völkern mochte Zufäll, Zerfall - scheinen, was Bestimmung, Erziehungsmittel war. Darum blieben sie vom Judenschicksal unberührt, Iieß jüdisches Leid sie kalt, wurde jüdisches Schicksal ihnen nicht zur Lehre. sieht der Hohepriester, daß die Buchstaben des Namens SilinV ferner V von y\y»m> •> von 'ib. b von 'iV und f von oma«- l] aufleuchten. Die Zusammensetzung dieser Lautzeicheh kann als Antwort ergeben: nun' bv \t~„Wehklagen, über Jehuda" oder rbw-rrm-» Die dvj/i geben nun Anweisungen hinsichtlich der Reihenfolge der Buchstaben: min'- 'n. Wi r\by- „Da sprach G'tt: Jehuda soll .hinaufziehen" (Schoftim 1) 2). arnsn sind mithin „die, Leuchten» den,". 'So heißt ~m »nnci" „ich sehe Flamme" (Jeschajahu 44, 16). crnnn sind ,rdie Zusamniensetzenden", vgl. D'an vollkommen, ganz (W^hkra 3, 9). ^Während die Anweisung betreffs der' Herstellung ..allejf übrigen Geräte, wie auch de.rön Ausführung in "den| Text; mit den Worten ...w'V'.'Wji verzeichnet ist,fefehlen analoge Angaben bezüglich der Urim und Tumim. Mosche schrieb diese G'ttesnamen auf Grund der . ihm von Q'it gesehenen Unterweisungen »idder. So fehlt jedoch jegliche weitere Erklärung über die Anfertigung der Urim Wetumim. Es entspricht •dies der ihnen innewohnenden Heiligkeit: „G'ttes Ehre ist, die Sache zu verbergen" "n*i .mon D'p^K *p3 (Mischle 25, 2). — In Einklang damit steht, der ' bestimmte Artikel in. D»i«n untl a'önn. Nachdem von den Urim und Tumim in den vorhergehenden Versen noch nicht die;Rede war, hätte man den unbestimmten Artikel erwartet. So heißt es n'Pssi, ]nbv fl'psn, Jiis wsh (SchefnWKap. 25, V.1 iÖ;,!23, 31). m bo*nt$m-$* ptffl* trj'sann Ji«i.ö»nRn bedeutet: Lege in den Schild des -Rechtes }die dir bekannten Urim und Tumim, deren Beschaffenheit ich «dir bereits:\ mitgeteilt ,habe. . / i Nach ^Ansicht einiger Kommentatoren,; sind unte,r. epiR die Namen der einzelnen Provinzen des Laü- I'1) Naöh der Ueb5e*rIieferung waren auf dem Schild die Namen der Stammväter verzeichnet. S ■; 3... \ .»■■ri*: - ■ ■ •-• "• f: J'- . r.j0-::'- '--J- Viele, viele hundert; ^hre ^t's^^lK, . daß Rabbi. Jauchonon an deff^Fragen^eines die Antwort auf . das „ jGplus. ablas,,. Rabbi.;; Jauchonon ist "tot, seine- Erkenntnissei sind lebendig! Wir schauen in unsere Zeit;: hinein und sehen, was Rabbi Jauchonon 'eipst sah: se||?a Einen fett und dreist; durch die'Welt gehen; wo man ihnen Gastrecht gab, wähnen sie sich in der Heimat und so radieren sie das Golus aus ihrem Bewußtsein und sogar; aus ihrem Gebetbuch. Und glauben so lange, ,an ihr Hausrecht, pochen ■ darauf, bis sie reines Tages unsanft — hinausgeworfen werden: Judenschicksal von heute — überall! S i e sind unsere Belastung! Und wir. sehen die Andern: :die; das Golus begriffen haben, die uns voranstellen. ...u|j,d. un.s zeigen, wie wir den Weg bahnen können, daß G'tt uns heraufführe ,jaus Dunkelheit zu großem Licht", sie warnen und mahnen .uns unermüdlich, vielen sind sie unbequem!. Sie sin d u n sere Hoffnung! Und jeder Schabbos, jeder Jaum Tauw wird uns zum Fest, sollte es uns werden! Denn aus diesen Tagen, spricht zu uns unser G'tt, in ihrer Feier erleben wir das, was niemand uns schmälern kann; die ,TJXB bw mpw> Diese Feste sind unsere Gewißheit! . Und daß die Umwelt aus unserem Schicksal nichts lernte, daß. sie oft aüsr,der Judennot ihre Erwähltheit herausliest, das ist, ' weil sie nicht, am Sinai war, die wahre firwähltheit nicht miterlebte und darum nich{ verstehen -kann,. Ihr Verhalten uns gegenüber: das i s t u ri.s e r e V e r s u.c.h u n g;,, a b.e r a u c h u n s e r e B e - Währung!,. fI . : ' ' , . G'tt vergißt uns ja doch nicht! „Und Ich gedenke meines Bundes, mit Jacob, und auch meines Bundes mit Jsaak,: und auch meines Bundesmit "Abraham gedenke Ich — und Ich gedenke des Landes"! ,,. , , Wochenkalender. Vom 20.^27.- FebruaE 1937 / Vom 9.-16, Adar 5697 •>12V SJT Samstag mmn 20 9 3;cii3T 's msn Sonntag 21 10 S3 Montag 22 11 33 Dienstag Febr. 23 -rts 12 53 Mittwoch 24 13 13 nnos fi'jyn Donnerstag 25 14 ns n^llö Freitag 26 15 / 13 a'iib ]vw Samstag 27!16 13 npcsn *s»n »3 des Kanaan zu verstehen, die Jisraels Stämme späterhin in Besitz nehmen. Die1 Grenzen "dieser Bezirke ■werden mit B»»n bezeichnet. Verteilte ja Jehoschua das Land unter Mitwirkung der Urim und Tumim.2} Da diese die durch das Los ausgesprochene Entscheidung bestätigten, wird kein Stamm die Klage führen können, Jehoschua habe ihm ein minderwertiges Gebiet zugewiesen. Hisib' nai tsöff» m; nn« »wv Sö trägt Aharon das den .Söhnen Jisraels Gebührende, das. jedem Emzelnen^der Söhne Jisraels Zukommende. — camii im Sinne von Provinzen finden wir in Jeschajahu'24, 15: 'H 1T33 o'IKa p bv deshalb verehret G'tt in den Gauen.*'Vgl.-'auch den Ortsnamen flP3 li3) Das , Wort,t.; P,'3^ ist in;: Verbindung/ zu i bringe;n. mit caan *w „bLs zu, ihrem Ende'', (Dewarim 31,.?0))(|4äher. Grenze. Eine Analogie für die obige Bedeutung der Worte ^8-i*v'33 osipö' bietet: -ö'ianDn öB*a yr> rin' ^uhtd dies sei das den Priestern Gebührende" (Dewarim 18, 3), Briefkasten. „Reform". Ein deutsches, t Gebet kann W>bio ,*rö3 nicht, ersetzen. Eben so wenig darf am '"m rob etwas gekürzt und>! gemindert (werden, wenn es sich nicht um (uralten .Ortsminhag handelt. .. , '■. I Auf -»n^a tfppn am Sabbat'.^darf-'.iin.^nier gesetzes» treuen Synagoge unter keinen Umständen, vernichtet wjerden. :' lv! IST und HwHj? pflegten b6i kleinen Frühg'ttesdiensten hie und da ausgelassen' zu werden; beim ' > H^uptg'ttesdienöt. d-ürfen.,sie;..aber.,,nichV,_a^j3.er Kurs gesetzt werden.; ' V (rr ^,£, ' -) Siehe Baba Bathra 122a. .., : :i) Vgl. Ewen Esra a. a. O.