Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 7 (18.2.1937)
- Date
- 1937-02-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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18. Februar 1937 Der I s r ä e 1 i t Nr. 7 Seite 3 König AchäschweroscH, Esther und Mordechai. Aus einem neuzeitliehen Frankfurter Purhnspiel. PURIM IMMER UND ÜBERALL. Fortsetzung von Seite 1.) > - dechai grüßte, als Garant der Siqherlieit, dejs verbürgte^^Minimums an Recht und Würde mitten in 'der [großen fremden Welt. Von Rabbi Joselman von Rosheim um 1500 bis Moses Montefiorezu Ende des . vorigen < Jahrhuriideits gab es imzählige^splch'eTT"jyiord[ecHais.tv4ie; äm „Tor£ des Königs" über die Lebensrechte ihres Volkes treu die Wacht hielten. Sie waren rimmer am rechten Platze. Irgendwo war immer eine Gefahrzone, irgendwo am Horizonte zogen sich stets schwarze Gewitterwolken zusammen. Die Nebelspalter setzten ein. Die Wendung zum G u t e n; stellte sich nicht immer so prompt wie in der Megilla ein; sie blieb auch zuweilen ganz aus. Gerade aus der Lebensgeschichte .von Don Jizchak Äbarbanel, von dem ''.nun die jüdische Welt aus Anlaß seines 500. Geburtstages wieder spricht, zeigt uns die Grenzt, wo auch die Kraft und der'Einfluß eines Mordechai aufhören muß. Hat in solchen Zeiten die Puritrigeschichte an Aktualität, an Wert und erzieherischer Kraft eingebüßt? Keineswegs! Die Esthergeschichte gliedert; sich in zwei Hauptteile: Gestaltung des jüdi'-' sehen Geschickes nach den Wandlungen der Weltpolitik und innere Erneuerung des jüdischen Volkes, als Reaktion auf die äußeren Geschehnisse. Wo hinsichtlich der Wandlung die Megillah aufhört, eine Gegenwartsgeschichte zu sein, da erfaßt uns um so überwältigender das zweite Moment, das der j ü d i s c h e n E r n e u e r u n g. Die Voraussetzungen der Erneuerung bleiben aber die gleichen, heute wie damals, da wie dort; Sammlung, äußere und innere; das Sichfinden des Einen zum Andern und das Sichfinden der jüdischen Gesamtheit zu ihrem G'tte, dem LenJ W aller Geschicke.! ' : Und cjamit ist die Bedeutung des, Purimfestes ( für unsere Tage klar ausgesprochen. Wenn unsere Weisen im Gebote des : O'Jl'i^iftljnaY ThV*h « E1 u 1 " , den JJ/ton-at .ideif; inneren Einkehr angedeutet finden, so wollieii sie darnit ganz gewiß keine Wortklauberei treiben.; Ein;,Sichfinden der Brüder .kann^v o ll und, restlos n u r i m~ V a te r h a u s e vor sich g e h e n. i;;Wenn der Bruder dem Bruder die . Hand reicht, wie es Purim wünscht, dann ist die innere Einkehr, die Rückkehr zu G'tt, die Er-; öeueruri^ des mit ihm geschlossenen Bünnes;' selbstverständliche Voraussetzung. ■;? Was >:$di\$$\ uns sonstä'neinanderf essein? 'Der Häfß der "w^ält allein Icann1, kein ausreichender. Kitt sein. Purim ist so etwas wie ein R o s c h H.a n.i sc h ä n a; d e r j ü di s c h en Brudc r.-l i e D'^jr w'ie aber i^psch Haschana nicht für sich alleig^ stehen kanti!/' sondern Ausgangspunkt für die' ijinh nere Erneuerung im ganzen kommenden Jahre ist, so muß uns auch. Purim eine Quelle des Wo hl t uns sein, aus der das ganze Jahr hindurch der Segen ersprießt. Ein harter Winter geht zu Ende, und die jüdische (Bruderliebe hat in Stadt und Land den Kampf gegen Hunger, T Not und Kälte in einer Weise geführt, die die Achtung der großen Welt abringt. Es kommt aber nun zu der Winterhilfe auch eine S o m m e r h i 1 f e , eine Hilfe, die jeder Tag des Jahres von uns gebieterisch fordert. Es warten auf uns die Menschen und Institute in E r ez Israel. Es warten auf uns die Jünger und Anstalten der Thora in unserem Lande und in allen Ländern. Es wartet auf (uns der Br Weifet. .u n d. d er. N,achb aEr,:äaß jwir ihm im. schweren Kampf ^tirik. seine-^Ej&^i^z helfen, daß er seinen Pflichten. Jehüdi nachkommen kann. , m^'u , r . f 1. Man hat vqn:,jeher die Pürimgelder n a p h ' Ere z I st a e\ geschickt -^ obwohl oder} gerade deswegen,.:, weil, sich , die;Rurimgeschichte ni.ch.t auf Erez Israels Boden abspielte» Denn wenn eine Begebenheit, . so zeigt doch diese alte, immer neu bleibende Geschichte die ganze Tragik der Heimatlosigkeit, in die Israel hinausgeschickt wurde. Purim, das Fest desGaluth, entflammt unsere, Herzen für den Auf b a n d e r Heimat. . : 2. Man hat Purim z um Fest de r Thora gemaoht. Obwohl, im Gegensätze zum Chanukageschehen, hier die Gefahr in erster Reihe den Körper des jüdischen Volkes, weniger aber seine Seele bedrohte. Aber von der Thora geht die Geschichte aus und in die Thora mündet sie ein. Mit der Abkehr vom Thoragesetz beginnt. die Gefahr, mit der; Ruckk eh r zum G e s e t z ist das Licht wieder erstrahlt min IT miK« Stützen wir am und nach dem Feste der judischen Wohltätigkeit die Stätten der Thora! 3. Und denken wir an das Nächste, an den Bruder ü n d N a c h bia^r. Im Mittelpunkt des Festes steht das Q'iTnS1? rmriai Visn1? E^K- Erst insnV! Helfen wir dem Nä chs t e n , durch Berücksichtigung und Bevorzugung seines Ladens, seiner Werkstatt, daß er auf bescheidener sozialer Höhe verbleiben kann, um damit dem tD">3T>aR^ DUDD vorzubeugen oder wenigstens das Heer derer, die auf sie angewiesen sind, zu vermindern. Zu K e r e n H a j i s c h u w und K e r e n H a t h o r a kommt ein dritter Keren, von dem im Psalm ,112 die Rede ist.; Haan önn uij? iyV mmir injm ü'jTaxV |m nrs Gestalten wir Purim zu einem Feste der Gegenwart, und er wird eine Segensquelle für alle Zukunft. Wochenrundschau. Also sprach Jabotinsky — Auch Rumänien will „evakuieren" —Wilnaer Studenten fasten — Menetekel in Österreich — Die Reinhaltung der Heiligen Stadt — Unerfreuliches aus Jemen. * Nun hat Wladimir Jabotinsky gesprochen und in London vor dem gleichen Tribunal alles gesagt, was ihm in Jerusalem zu sagen, ein Einwanderungsverbot verwehrt hatte. Was Jabotinsky in London sagte, Wußte man im voraus. Er forderte im Namen der NZO die Ermöglichung einer jüdischen Mehrheit zu beiden Seiten des Jordan, Legalisierung seines, Zehnjahresplanes zur Ansiedlung von anderthalb Millionen Juden in Palästina und die Möglichkeit, nötigenfalls das Mandat an eine andere Macht überzuleiten. Der Lieblingsgedanke Jabotinskys, Leben und Eigentum der jüdischen Bevölkerung in Palästina durch einen eigen e/n j ü d i s c h e n M i 1 i t ä rverband zu schützen, kam in allen Tonarten zum Ausdruck. Härten gegen die arabische Bevölkerungsminderheit sollen bei der Bildung der jüdischen Mehrheit vermieden werden. Die Anklage gegen die Palästina-Regierung als gegen die Alleinschuldige an den letzten Unruhen und Ausschreitungen fiel nicht so scharf aus, wie erwartet wurde. Wir können nur wiederholen, was wir bereits an dieser Stelle gesagt haben: Wenn man schon die arabischen Extremisten zu Worte kommen ließ, so werden England und Palästina ohne Thöraschreiber im persischen Hamadan, . wo sich angeblich die Gräber von Mordechai und. Esther befinden. ' .'Ii;