Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 6 (11.2.1937)
- Date
- 1937-02-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Nr. 6 Der Israelit 11. Februar 1937 Neue Terrorakte. Jerusalem, 2. Febr,: Auf der Chaussee Jaffa—Haifa ist am Dienstag Morgen der 30jährige.Mendel Minz, der einen Lastkraftwagen 'steuerte^ i» der Nähe von Ewen Jehuda erschossen worden. Er hatte den Wagen anhalten müssen, da: die Straße durch Fässer verbarrikadiert war. Die arabischen Wegelagerer eröffneten dann^sofort das Feuer. In einer belebten Straße in. Haifa ist ein Araber von Terroristen erschossen worden. Die Täter sind entkommen. Der Terror, den die arabischen Extremisten gegen die übrige arabische Bevölkerung f fPalästinas ausüben, wird immer stärker. In Näzareth wurde der frühere Richter Zaki Ousta, der jetzt in Jerusalem eine Rechtsanwaltspraxis ausübt, von dem arabischen Rechtsanwalt Shareff Zaubi durch Schüsse verwundet. Nur durch einen Zufall ist er dem Tode entgangen. In Nazareth sind in einer dunklen Straße mehrere Schüsse auf den englischen Arzt Dr. B a th g a t e, der in Begleitung von zwei Krankenschwestern von einem Krankenbesuch zurückkehrte, abgegeben worden. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Vier Einwohner^ eines benachbarten' Dorfes wurden unter dem Verbucht, diesen Anschlag sowie: einen früheren auf einen .arabischen Rechtsanwalt verübt zu haben, festgenommen. Von der Stelle, in der Nähe von Ewen Jehuda, wo der jüdische Chauffeur Mendel Minz ermordet wurde, hat die Polizei mit Hilfe von Spürhunden die Spuren der mutmaßlichen Täter bis . in ein arabische^ Dorf verfolgt. Zwei Araber wurden unter dem Verdacht der Tat verhaftet; . Sechs bewaffnete..Araber in militärischer.Uniform, überfielen in der Nähe .von. K i r j a t S c h mu e 1 bei Tiberias vier Araber, die einen der Pica .gehörenden Boden pflügten. Die Pflüger. wurden samt densZyu>gochsen in eine; Höhle verschleppt. Die Ochsen wurden von den Terroristen geschlachtet, die .arabischen Landarbeiter, mit. dem,. Tode bedroht, falls sie nochmals jüdischen Boden bearbeiten sollten. . r Aus einer arabischen Orangenpflanzung bei Klar S a b a sind Schüsse .auf zwei vorüber^.abrende Lastautos abgegeben worden, ,die mit arabischem Arbeitern besetzt waren. Ein,Arbeiter wurde, leicht verwundet.- , . Die arabische Pressen fordert die Regierung auf, von strengen Maßnahmen abzusehen, damit die Um Zufriedenheit der arabischen Bevölkerung nicht neuer* dings, zu Terrorakten größeren Umfanges anwachse.. Allerlei aus Erez Jisroel. Die. Anglo-Palestine-Bank bewilligte soeben eine Anleihe an Vierzehn jüdische Siedlungen im Emek Jesreel in der Gesamthöhe von 210.000 Pfund zu' 6 Proz. Zinsen. 120 bei den Werken am Südufer des Toten Meeres' beschäftigte jüdische Arbeiter schlössen sich zu einer neuen Siedlung zusammen. Die palästinensische Presse weist darauf hin, daß •dem palästinensischen Schatzamt neue Einnahmen m "der Höhe von zehntausehden Pfund dadurch' zufließenf daß Kautionen, die von Palästina-Touristen hinterlegt werden mußten, als Ve 'r f a 11 e n erklärt worden sind. :0ei diesen Touristen, die die ihnen gewährte Aufenthältstrist überschritten'' haben, (handelt es sich zumeist , um Madchen, die sich während ihres- Aufenthaltes im Lande mit paläitinerisifechen Bürgern > verheiratet haben. . Die Palästinapolizei ist beauftragt Worden, E r hebungen über die Tätigkeit arabischer und jüdischer Boykottorganisationen durchzuführen. Auf Grund dieser neuen Weisungen sind zahlreiche jüdische Geschäfte, in Tel Awiw, die sichverpflichtet haben,,ausschließlich palästinensische Waren zu führen, von Detektiven besucht worden. An die Geschäftseigentümer wurde die Frage gerichtet, ob sie sich der Vereinigung zur Förderung des Absatzes palästinensischer Erzeugnisse (Tozeret Haarez}: freiwillig oder unter Zwang angeschlossen haben.- Auch ' jüdische Straßenhändler, die palästinensische Erzeugnisse verkaufen, werden immer wieder von Polizisten gefragt, warum sie; ausschließlich mit palästinensischen Warenhandeln: . .Einer Meldung des „Dawar%zufolge soll der Leiteijs der Gesundheitsäbteilung der. Palästinaregierung, Objerst Heron, demnächst seinen* Posten aufgeben und inijden Ruhe&tänd treten. Ferner soll der Leiter'der Erziehungsabteilung, Pearl, in eine englische Kolonie versetzt werdenT Seinen gegenwärtigen Posten. behält er nur noch bis zum 1. April bei. Er bat seih Amt in Palästina nicht ganz ein Jahr verwaltet. ' Die Marquise Reading ist in'Palästina eingetroffen Sie wurde im Häfen von^ Haifa von dem Kreiskommis sar und von Vertretern der Jewish Agency und des Keren Hajessod begrüßt. ' ' ' - . Im Laufe der Werbewochen für den Keren Hajischuw (Sehwat/Adar 5697) soll die monatliche regelmäßige; Spende für den Keren Hajischuw, die RAUSCH - CHAUDESCH - SPENDE -systematisch ausgebaut werden. Zunächst wird erwartet, daß schon im Sinne des halachischen Grundsatzes, daß jede dreimal ausgeübte gute Handlung den Charakter eines Gelübdes trägt, jeder frühere Spender, der seine Spenden unterbrochen hat, sich, verpflichtet fühlt, sich wiederum an der Rausch-Chaudesch- Spende zu beteiligen. Aber auch diejenigen, welche bisher aus Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse - daß ohne eme^ regelmäßige,; wenn auch kleine monatliche Spende'ein Budggt des Keren Hajischuw unmöglich ist - oder aus ~, Gleichgültigkeit sich( bisherb nicht beteiligten4, "müssen, wenn-der. Begriff Agudas Jisroel Iceine leere Phrase sein soll, ihre Verbundenheit mit dem historischen Ringen um die Thora in Erez Jisroel durch eben diese Raüsch.-Chaudesch-:, Spende ausnahmslos'erweisen. An jedem Rausch-Ghäudesch geht an jeden ..Agudisten und^Ägudistm, der sich daran nicht ' beteiligt, die^Frag'e: ' 1 ■"• ' Warum zahlst Du Deine Rausch-Chaudesch- Spende nicht? . Etwa, weil dejr Keren Hajischuw zu wenig leistet?; Zahle Deine Räusch-Chaudesch-Spende und ", er wird inehr leisten- Etwa,-weil Dir die „Politik" der^Aguda nicht gefallt? ■ - äDie Rausch-Chaudesch-Sp'ende hat nichts mit vFolitik zu tun; sie dientausschließlich der 'Unterstützung unserer Poalim und unserer Schulen.' Etwa, weil Du schon Boden in Erez Jisroel gekauft hast? ' ''■ , Der jüdische Boden nützt-nichts, wenn dort keine jüdischen Menschen ihn bearbeiten. Etwa, weil Du in Deinem Orte zunächst die lokalen Aufgaben fördern willst? Du förderst die Jüdischkeit in Deinem Lande mit, wenn Du ein wahrhaft jüdisches Kulturzentrum in Erez Jisroel förderst. Etwa, weil Du nur über beschränkte" Mittel verfügst? Mit 5 bis 10 Pfennig pro Tag kannst Du schon Dein Scherflein beitragen. Etwa, weil Dir der Betrag zu geringfügig, um! jeden Monat ein Postscheckf'ormülar auszufüllen? Dann sendeihn für einViertel jähr zusammen ein. Etwa, weil die Rausch-Chaudesch-Spende bei Dir' nicht eingezogen wurde? Dann-sende sie direkt auf das Konto der PalästinarGentrale der Agudas. Jisroel, Frankfurt-am Main, Postscheckkonto.Nr. 5,3900. ..Die Polizei teilte der. Leitung der Partei de4r Zio<-, nisten-Revisionisten in Palästina mit, daß ralle frevsipni&tisphen Versammlungen, ob sie politische oder Kulturelle Themen haben, o h;n e p o li ze.i l i c h e .E r^-, laubnis nicht abgehalten werden dürfen. Kürzlich wurde eine revsionistische .Gedenk/ Versammlung für Max Nordau verboten. „ i:Das Oberst© Berufungsgericht in Jerusalem hat das; Von dem Strafgerichtshof; in Haifa gefällte Todesurteil gegen Ibrahim el Nuri^ der bei dem Zusammenstqß zwischen Truppen und arabischen „Ter-. roristen mit der Waffe in der Hand gefangen genpm-, men worden, war, bestätigt.■; . f 1 laüb. . antreten und sich nach ' England, begeben. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der High Commissioner während seiner Abwesenheit wie gewöhnlich, von dem Chefsekretär der Palästinaregierung, John Hathorn. Hall, vertreten werden-Seinen neuen Poste in Sansibar wird Chefsekretär Hall e$st in einigen Monaten -übemehtnen. In. Regiecungskreisen ist man der Ansicht, daß Chefsekretär.: ij^ -arücih der? .außerordentlichen Tagung der Mandatskommission, die für den 31. Mai zur Beratung der vPalästinafrä^en einbGrufen wurde, als akkreditierter Vertreter der Mandätarmächt beiwohnen wird. Die Einwanderung aus Deutschland nach Palästina; Jerusalem, 5. Febr. Trotz des Rückganges der Einwanderung nach Palästina i. J. 1936 ist der Anteil der Juden, "die aus Deutschland ins Land gekommen . sind, gestiegen. Während die Gasamteihwanderung in den ersten elf Monaten des Jahres- 1936 auf 30.712 im Vergleich zu 59.370 (davon 57.291 Juden) im Vorjahre fiel,'stieg die Einwanderung aus Deutschland von 7975, auf 7997 Personen, von denen 1213 die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen. Von den 7997 Personen waren 7913 Juden, von den 7975 des vergangenen Jahres hur '7854. ' - 4 4 ' '4 - ',! Cheisekrctär. Hall wird die Mandatarmacht Yor, i der .Mandats-Kommission ycrtrejtcn. j.^ iiJe'rusalem,-,f?., Febr.;!; Wie mitgeteilt;-wird High Commissioner Sir Ar/thur:, Wauchope im Laufe des Monats^Februareinen Ur-, -Erste Zahlungen der ICA für die Kolonisation ij^ - - des Huleh-Gebiets. : * / \'y J er u's a 1 erm, 7.fFe'bri- 4 Es wird mitgeteilt, daß die- Jewish C o 1 o n isation Äss o c.ia t-io.n (Icä) vor kurzemder P a 1 e s t i n e Land Development Comp. (PLDC) die ersten Zahlungen für .die -.Option: afaf4?das. \ Gebiet der H u l.e - K on res si.p n ' geleistet hat. j •j-.Auf. ^derji^Gen e r a 1 t V ers amm-1 u n g der •PLDC |m April, vorigen „Jahre® war berichtet worden, daß englische. Ingenieure mit i der Unterr/ suchungdes Land= und Sumpfgebietes beschäftigt seien. Im vergangenen Sommer wurde der Berichtjder .Ingenieure fertiggestellt. Da „er von der Ica aW zufriedeniStellend befunden, u^urde,{ hat^ sie beschlossen, die Verhandlungen mit anderen Palästina-Institutipnen; fortzusetzen. Eigentümer 'der. ,H(ule-Konze(ssion werden zu, 45 Proz.. die Ica, ebenfalls ,zu 45 Proz, (jd^r Keren Hajemeth . und,, zu ,i0 Proz. eine private palästinensische; Gruppe sein, Die, PLDC wird sich an ^der Verwertung der Hule-Konzession nicht .beteilige^n, da Kolonisation nicht zu (ihrem ^ufg-abengelnet .genort» Arbeiter-Mangel in den jüdischen Siedlungen. Jerusalem, 5, Febr.; Die" Lage auf dem palästinensischen Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch starken Mangel an Arbeit ^terri' in den' jüdiäeherii Siedlungen. Für 'die Eihbrin* gung der Zitrusernte und andere dringende' Arbeiten werden Taüsende Arbeiter benötigt. Der allgemeine Arbeiterverband Palästinas hat eine besondere Aktion eingeleitet, üni';die' Verhälthisse 'durch Ueberführüng von' Ärbeitelos'en aus den «tädtischen Gebieten in die ■Siedlungen m ' bessern. ■Dies'e' Aktion hat' eigentlich WKön im Mäi v. tT:.' begonnen! 'Damals wurden'pröbeweisfe; 200 Arbeiter'und Arbeiterinnen nach' Siehon 'Jacob geschickt. Im letzten Halbjahr sind' bereits über tausend '•'Arbeiter' in 'die Siedlungen "gegangen. .••,'-.••', . .__ :!:>'>]• -• •. -n' ' '••"\. < . , . ,rjn - . . - , - - •■•■'•' Von der Poale, Agudas Jisro«l. ""*" .■ , ■". : ' i >;:{•■ :,:u'-.. t ..Am t>at? n*"i. fand eine „Sitzung der, L a n,d eszentrale der Poale. Agudas Jisroel in Er©,z Jisroel statt, in der die Aussagen des Poa- )im-Vertretefs Fischer-Schein und der Vertreter, der Gesamt-Aguda vor der Kgl. Kommission in eingehen* •tler und , zum,-, ^Teü (,.erregter Aiissprache diskutiert wurden,. .Es? ,wi;rde,. ,bescihloissen, in, einer öff entlichen Erklärung "HerrnviFischer=Schein, ^sowie den Männern der., Gesamt-Äguda zu danken .. für ihr konsequent ägudistischesi, Auf treten jor der Kgl. Kommission und für; ihr Eintreten für die Forderungen der Poale- Aguda und de« allgsme'inen Jischuw, wiej . Boden-, kauf, unbeschränkte Einyan^eruhg'^ 'Säbbatxühe,;;Üntierstutzung agudistischer Schulen und größere Zuteilung öffentlicher Arbeiten^ anöden ,Gf;samt=Jischuw , und an die Poale Agudas Jisroel im besonderen.