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Der Israelit · 1937-02-11 · Heft 6 (11.2.1937) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 6 (11.2.1937)
Date
1937-02-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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11, ■Februar 1937 De r Iir a e 1 i t Nr. 6 Seite 11 EUE Z Von der Tätigkeit >&m& ISRAEL HAjisemjw. Gebäude der agudistischen Schule .„Scherith; Israel" Petach Tikwah Petach Tikwah. In Petach Tikwah, der „em hämo-, schawoth, die sich im letzten Jahre von einer Kolonie in eine Stadt umgewandelt hat, herrscht ein erfreuliches agudisti- -sches Leben. Die dortige Ortsgruppe, der auch .eine stattliche Zahl von Agudisten aus Deutschland angehören, steht unter Leitung von Herrn Koppel Wisoker, der einer der ältesten Familien Petach Tikwahs entstammt. Die Gruppe, die mehrere 100 Mitglieder zählt, ist besonders aktiv auf . dem Gebiete des Kaschruth, der Sabbathut, wie überhaupt dos Chisük ihadas. Die Talmud Thora „Scherith Israel" , der Agudas Jisroel zählt in sieben Klassen 150 Schüler, und sie wird von Tuwio Katz geleitet, dem sieben Lehrer unterstehen. Eine kleine Jeschiwa ist als .Eine. Klasse der „ßeth Jacpb"-Schule in Petach Tikwah Schüler der agudistischerf Knabenschule „Scherith Israel" Petach Tikwah Oberbau der Talmud Thora angeschlossen. — Die Beth Jacob-Sohule für Mädchen, unter Leitung des Herrn Moses Klein, umfaßt 130 Schülerinnen, für die kleinen Mädchen ist ein Kindergarten eingerichtet. Die Gruppe der Poale Agudath Israel in Petaoh Tikwah zählt 200 Mitglieder, die zur Zeit mit der Orangenernte beschäftigt sind. Der geistige Leiter ist Jacob Neumann. Die Gruppe hat ihre eigene Synagoge und eine Unterstützungskasse, die durch die Beiträge der -Mitglieder gespeist wird. Die Poaloth Agudath Israel haben ihre eigene Organisation mit 30 Mitgliedern. Frl. Ben Jakob leistet als Sekretärin Vorbildliches auf den Gebieten der Arbeitsbeschaffung. Auch hier sind regelmäßige Kurse für jüdische Fächer eingerichtet. , Eine Bilanz' der Unruhen. ' J erusa 1 e m , 6. Febr. Das politische Department der Jewish Agency hat eine Broschüre veröffentlicht, in der zahlenmäßig dargestellt wird, was.der Jischuw in den sechs Monaten der blutigen Unruhen zu ertragen hätte. Das in der Broschüre enthaltene Material ist auf Grund der von der Regierung veröffentlichten Mitteilungen und von Berichten ans anderen Quellen überprüft worden. . ■ •- Todesopfer: 82 Juden sind als Opfer der Unruhen in den Monaten April bis Oktober 1936 gefallen. 46 von ihnen wurden auf der Stelle getötet, 36 sind später ihren Verletzungen erlegen. Unter den Opfern sind 74 Männer und 8 Frauen. Außerdem sind 9 Juden aus Gründen gestorben, die mit -den Unruhen in Zusammenhang stehen. Verwundete: 369 Juden (327 Männer und 42 Frauen) wurden während1 der Unruhen verwundet. Schwer verwundet wurden 110; von diesen sind 36 gestorben. 172 Personen, wurden nach Leistung erster Hilfe in häusliche Pflege entlassen, 233 mußten in Krankenbauspflege bleiben. Ort der Verluste: Auf dem Weg von und zur Arbeit sind 33 Juden getötet/und 202 verwundet worden. Bei der Verteidigung von Siedlungen fielen 8 Juden und 30 wurden verwundet. Bei Ueberfällen auf Wohnungen wurden 11 Personen getötet und 24 verwundet. Bei Reisen auf den Landstraßen wurden 17 Personen getötet und 123 verwundet, bei Anschlägen auf« die Eisenbahn 26. Jugendliche Opfer; Unter den Ermordeten waren 2 Mädchen und 3 Knaben im Alter von unter 10 Jahren, ferner 4 Knaben Und 3 Mädchen im Alter von 10—20 Jahren. Insgesamt sind 1996 Ueberfälle in der Zeit der Unnuhen verübt worden. Gefällte Bäume: In 895 Fällen wurde jüdisches Hab und Gut angegriffen. 200 000 Obst- und Wald* bäume; etwa. 17.000 Dunam Felder, Hunderte Wohnungen, bedeutende Mengen Waren usw. wurden vernichtet. / - . Ueberfälle auf Militär und Polizei: In 795 Fällen wurden Polizei, Militär und Vertreter der Regierung angegriffen; 380 > Anschläge wurden auf Eisenbahnen, Autobusse und andere Verkehrsmittel verübt. Araber gegen Araber: 305 mal wurden Terrorakte von Arabern gegen Araber verübt. Außerdem wurde in zahlreichen Fällen arabisches' Eigentum durch arabische^Terrordsten vernichtet. Die Zahl der Bomben- und Sprengstoff anschlage beträgt 1369. Außerdem wurden bei Haussuchungen und Verhaftungen 263^ Bomben beschlagnahmt. - ■ Verhaftungen: Wegen Beteüigung an den Unruhen wurden 3111 Araber verhaftet. Nicht inbegriffen in diese Zahl sind diejenigen, die in Konzentrationslager gebracht wurden. Jaffa-an der Spitze der Mordstatistik: In der Mord* Statistik nimmt Jaffa den ersten Platz ein. In der Stadt selbst wurden 11, an der Grenze von Tel Awiw 8 Juden ermordet; femer wurden in der Stadt 90 und an der Stadtgrenze 60 Juden verwundet. An zweiter Stelle steht Jerusalem mit 11 Getöteten und 43 Verwundeten, dann folgen Haifa (7 Tote, 22 Verwundete), Kfar Saba (6 Tote) und Safed (4 Tote). Angegriffene Siedlungspünkte: Unter den jüdischen Siedlungspunkten waren die Vorstädte von Jerusalem: Mekor Chajim, Newe Jacob, Bet Hakerem, Bajit Wegan und Giwat Schaul am stärksten Angriffen ausgesetzt. Sie wurden 70 mal beschossen. Die vorstädtischen Siedlungen Schechuna Hatikwa und Bajit Wegan bei Jaffa wurden 46 mal beschossen, Neßziona 38 mal, Ramat Hakowesch 33 mal, En Charod und Tel Jossef 28 mal, Moza 25 mal, Tel Liwinski 24 mal, Atarot 18 mal Ramat Rachel 17 mal usw. Insgesamt wurden 28 ländliche und 9.städtische Siedlungen mehr als 10 mal beschossen. 11 mal wurden Bethäuser angegriffen, 3 mal Friedhöfe geschändet, Krankenhäuser 26 mal, Ambulanzen und Erholungsheime 9 mal be* schössen, 9 mal wurde versucht, jüdische Kinders und Waisenheime zu zerstören. Gegen Schulen wurden 19, gegen Altersheime 3 Sprengstoffanschläge verübt.

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