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Der Israelit · 1937-02-11 · Heft 6 (11.2.1937) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 6 (11.2.1937)
Date
1937-02-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 6 Der Israelit ' 11. Februar 1937 Im Tischri-Heft des NachalathZwi wurden von Herrn Rabbiner Dr. J. Breuer und in einer der jüngsten Nummern des „Israelit" von Herrn Saly Geis sehr beachtliche . Ausführungen über die Aufgaben, welche das kommende Jahr dem jüdischen Volke bringt, veröffentlicht. -— Gewiß werden die maßgeblichen Autoritäten, vor allem in Erez Jisroel selbst, dazu Stellung, nehmen. Unabhängig aber von dem Ergebnis dieser Stellungnahme steht es fest, daß auch jene rabbinischen Autoritäten, die nach Wegen suchten, die eine Erleichterung ermöglichen, es mit aller Entschiedenheit ausgesprochen haben, daß es primär anzustreben sei, das Schmittogebet nicht durch einen zeitweiligen Verkauf zu umgehen, sondern ungeschmälert und ungekürzt zu erfüllen. Der letzte Aufruf, den Rabbiner S. R. Hirsch ^»"XT noch in der Woche vor seinem Heimgang veröffentlichte, war eine Aufforderung zu einer Sammlung für jene Kolonisten, die durch die gewissenhafte Eitüllung des Schmittogesetzes" ihre Existenz erschwert sahen. Noch an seinem Todestage trafen Spenden für diesen Aufruf, wie aus den Akten ersichtlich ist, in Frankfurt ein. In dem Standardwerk des T*a*T,1 über Schmitto wird im Vorwort u. a. auch die Zuschrift von Oberrabbiner Ritter H»"^ Rotterdam, wiedergegeben. Er weist dabei auf einen Aufruf hin, den er gemeinsam mit Rabbiner Dr. M. Cahn, Fulda, Rabbiner Dr. Salomon Carlebach, Lübeck und Rabbiner Bamberger, Würzburg im „Israelit" veröffentlichte. Dieser Aufruf sei seiner Aktualität halber im Auszuge wiedergegeben: TiV na* pkn wntbi „Die Kolonisation des heiligen Landes hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht und zwar nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Während anfangs, wie man seinerzeit vernommen hat, das religiöse Leben wohl in manchen Kolonien zu wünschen übrig gelassen haben soll, 'ist es jetzt viel*' fach besser geworden und es gibt Kolonien, in denen ein sehr reges religiöses Leben herrscht und mit bewundernswerter Sorgfalt und Opferfreudigkeit, die göttlichen Vorschriften in Acht genommen werden. Im laufenden Jahre hat diese' Opferfreudigkeit eine' gar schwere Probe zu bestehen; Das Jahr 5670 ist ein Schmittajahiy an dem „das., Land feiernr-.-muß einen Sabbat dem, Ewigen". Herzerhebend ist es nun, , in einem von einer großen Anzahl hervorragenden Rabbinen Jerusalems unterzeichneten Aufruf folgendes zu lesen: '„Es ist uns bekannt, daß ' auch in> unsetfem Geschlechte, das so vielfach von Not und, Leid' um-, ringt ist, Israel..nicht verwaist dasteht, und v es ganze Kolonien, gibt, die es,auf sich, genommen haben, das siebente' Jahr zu feiern ganz nach den 'Vbrsphrift'en der Thorä, ohne ' jede Umgehung; die - Frage: >;Was sollen wir essen?" Anderen überlassen,, selbst ihx: Leben preisgeben, um,das Gebot des siebenten Jahres ganz nach Vprschrift' zu' erfüllen. > tonfe' pV« rVtw -his^nnr rimsa tpttin mn :wa; tj« ■»sciasn«^1 nmn ffjW' nv-m "natfV an^jr^ap im nv&vPW&xi'/Vyft. •a^ym am antrat winh bona na fl^inyfwn^w.'^a.nnw^w.M?-. ,, .njipn.D rmrüf m»a jj*>^ '*n faxa ohitofea Mit zu Herzen dringenden Worten" bitten nun drö D'^izrvv -»aan' alle '"IsräeSKteii' auf dem weiten Erden*- rattde,!-die.'sich noch ein^ warme«. JJiösz.*für das.;h«ejir lige^ Land, .und die;mit .«eifern Boden eng. verknüpften Geboteibewahrt haben, die das' Schmittajälirgebot. in, Treue' beobachtenden1 Kolöißsteli zh unterstützeh^dä*' mit' dieselben bis der 'Ertrag des achten Jahres 'ein*' gehölt sein . wird» aricht'.idem Hunger, preisgegeben seien.-.- Wie, bekannt, -.-harrt..der JB.oden .des^theiligen Landes immer noch der dereinst ihm gewährten Segenskraft, die eine Notlage durch das Schmittäjahr von vornherein nicht aufkommen ließ. Sollte dieser Weckruf von sq berufener Seite. nicht auch in unserem Herzen Widerhall finden und sollen auch wir nicht gerne die doppelte Mizwa Unterstützung glaubenstreuer'Brüder unjd Förderung des Sabbats dem Ewigen im Heiligen Lande — zu erfüllen bereit sein.?! Auch jener jTHXi liNV welcher unter dem Drücke der Umstände gewisse gesetzliche Erleichterungen in betreff der Beobachtung der Schmitta-Gebote genehmigen oder vielleicht richtiger gesagt, verteidigen zu müssen glaubt, spricht einerseits seine Freude, darüber aus, daß es Kolonisten in größerer Zahl gibt, die vollkommen feiern j?*nin r~n3 und warnt andererseits eindringlich davor; daß man nü»S>n nicht etwa; infolge seiner Worte in .der Erfüllung dieser heiligen und teuren.Mizwa lässiger werde. Im Gegenteil, ruft er aus, Jeder, in dessen Herz G'tt den Geist der Reinheit gelegt hat und in dessen: Seele genug Kraft; und G'ttvertraun, daß er das ganze Schmittagesetz nach Wort und Vorschrift erfüllt — er sei gesegnet vom Ewigen, derv In Zion thront, der'1 Wohlgefallen hat an dem herrlichen Lande und der Heiligkeit der mit der demselben verknüpften Gebote, in welchen ein verborgener Schatz bewahrt ist und 'die die Wurzel sind der ewigen Erlösung für das heilige Volk auf heiligem Boden. na ni'i^nn ''nuxa npnpm man pKa pann p's ]ow *f?-vn* 711a •©ipn naiK >y BmpruV n'a^iy rby*^ vrw\ tu* ]v>an isik .Dna .nws Bedarf es noch der Worte, um unsere Glaubens? brüder aufzufordern, „jene Starken in der Erfüllung des G'ttesgeboteö- ' ' .-)2iü awan jpyap naiiw pnx> -rx nai ">vw na rnaa tatkräftig zu unterstützen? Gern sinfy die Unterzeichneten bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und dafür zu sorgen, daß denselben die rechte Bestimmung gegeben werde." •oai ,bnnv> '»y n-av? m »nam. ainat? inp» "u»a»a b'ip.» nfiawai' "Di onaTK by DriffMi 'ai dj« m v\m trana lytin ia«m mnt?i nny; Soweit der Aufruf aus dem Jahre 1910 (5670). Heute ist aber die Frage noch von größerer Aktualität, da es;-5ich damals? hauptsächlich um,'Kolonisten handelte, heute aber um Arbeiter, d i e v o n d e m E r t r a g, i ,h r e r H ä n d e 1 e - b e n m ü s s en. Für ^diejenigen; Arbeiter, die in den, agudistischen Kibbuzim sich betätigen, oder sonstwie in f der Landwirtschaft beschäftigt sind, wird in. allererster 'Linie„, der Keren Hajischuw zu sorgen,..haben. . , ... I m Rahmen d e s K er en H a ji s c h u w soll jedem Juden äu'cii in d4>r Diaspora, der diese Sorge:mitträgen will, die Möglichkeit gegeben werden,1 seinerseits durch Beteiligung am S c h m i 11 o f 'o n d s diese Mizwo mit zu erfüllen. . . , : Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel bittet, Spenden für den i Schmittofonds unter dieser Bezeichnung auf ihr Konto Keren Haji» schuw Ff in., 1 3802 zu überweisen. Korrespondenzen. Deutsches Reich. Aus den Gemeinden, B e r 1 i n , 5. Febr. Am Donnerstag, den 4. Februar, fand, •die Amtseinführung und Verpflichtung des. neuen Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin statt. Im Verlaufe der Repräsentantenversammlung wurde ein Beschluß des Vorstandes bekannt gegeben, wonach R.-A. Heinrich Stern und R.-A. Philipp Kuzpwer auf ein Jahr zur Verwaltung von selbständigen T^ezematen in der Gemeindeverwaltung angestellt worden sind. Die Versammlung bestätigte weiterhin' die {Ernennung von Gerichtsassessor i. R. Seliger zum Generalsekretär der Gemeinde; r-, , . ■ . ■ . ■ f i -.':>• ■HX'in^ U..T S f Febr. | In einer',1 Sitzung der .Repräseö^inteftversammlungi;; der D"e.tbt s ch - Isrjj^e^.i t'i^c he;.n ' G e m.e'i nd elf in HambuFg wurde :ei,n Antrag des, Vorstandes über '-- die Neüwähl des Repräsentante^kollegiums angenommen: Die Amtszeit ' •d'erriSe'denWärtiöeii;' a!m 23. V. ' , i," \r i ' t ' März 1.930'gewählten. iRspräseniantenversammlung, die*' btereit« einmal verlängert ^.worden1, war, -endet, danach v . a|a 31. März 1937. An ^ihre Stelle tritt1 eine neue 1 I^prä^^tantenyersamnilimg, 'deren'.'Amtszeit am 3t. ', iMärz 19^40 ^Ialäuft.;M^t dgr ^ahT diesfes Repräsen-jj i tantenkollegiums;'. wirdeijye ^abjfcommsiss.iqn .4)^auf-|] itragt, -die aus vier Mitgliedern'! cLes ^Gemeindevörstan-| j d-e« und vier Mitgliedern" der : ge'genwäHtgen Reprä=|; sentantenyeVsammlung besteht. Die Wa^lkominiissioni 1 '••• . '-f* .'■<>■",'- •' K . £fC ' '■ '' - V, 'stellt mit einfacher M^hrhe^t eine.-Liste vq^; 21.yiiPer-! Uqnen auf, die Mitglieder-der neudn.-Repräsentanten ' v.ersamniluhg sein sollen" * und eine Ers&tzliste von |j ebenfalls 21 Personehr Die Auswähr der auf die beis den Listen zu setzenden Personen erfolgt in der Weise, daß auf jeder Liste sieben Personen der reli* giös-liberalen Richtung, fünf Personen der oVthodöxen rRichtung, - fünf 74en.;.Ziönisten.; und. vier,, der, Wirt-; Schaftspartei angehören sollen. Die Auswahl dieser 42' Personen erfolgt aus (Listen, die.die vier Fraktionen einreichen. Die von der Wahlkon^mission aufgestellten Listen gelten als Wahleinheitslisten. Nacfi länger rer Debatte .wurden die mit, diesem. Antrag1.verbundenen Aenderungen der ^Verfassung der Gemeinde einstimmig angenommen. . . ■■ in der Repr^sentantenversammlung gab der Vor-li sitzende der Gemeinde, Rechtsanwalt D^av i^d , ide'r; Meinung Ausdruck, daß''die Gemeinde bald in einen! 'Gedankenaustausch mit den anderen in Beträcht kammenden Gemeinden über die Maßnahmen .eintreten wird, die auf Grund des Reichsgesetzes über Groß= Hamburg vom 26. Januar 1937 notwendig sind. Duisburg, 7. Febr. Die Jüdische Gemeinde in D u i s,b u r.g;zählt gegenwärtig etwa 900 Seelen. Seit 1933 hat sie sichum 50 Proz. vermindert. Der Gemeinde-Etat konnte mit einem Steuersatz von 30 Proz. ausgeglichen werden. Dagegen reichen die örtlichen Mittel nicht aus, um den Anforderungen für Wohlfahrt, Auswanderung und Berufsumschichtung zu genügen. Die Jüdische Winterhilfe betreut etwa 275 Personen. «. Saarbrücken, 6. Febr. Einer Bemerkung'im „Nachrichtenblatt der Synagogengemeinden des Säarlandes" ist zu entnehmen, daß der Plan besteht, alle nicht mehr lebensfähigen jüdischen Gemeinden im Saarland zu einer neuen Gemeinde zusammenzuschließen. Dabei soll der Be= 'sitz&tand der einzelnen Gemeinden so verwertet werden, wie es im Interesse der'Gemeinden und der gesamten saarländischen ■ Judenheit liegt. Es besteht die Absicht,-1 neben der''engeren Zusammenarbeit der Gemeinden als solchen auch die einzelnen' Menschen dadurch zu stärken, daß sie das Empfinden haben, i wieder einer geschlossenen Gemeinde anzugehören. SBekanntlich ist die Zahl def-'JHiden im Saarland im Verlauftletzten^ Jahres vi&fehr zUinickgegangen.; *■ ■ ■ <$-v£ * ■ ...;.! i, •. \ ■/* \ .'. i.-v?.'.'' r-r^ >{<■-/: . Ste^ tvifn 7,i. Febr. " Eine ^-stätistische ''Uebereicht 'des ''Personenstandes <Ier! Syiiag<>gerigem'eiri^e ■ Stettin imletzten : Viertel^ jähr des'- äbgelaüfeneh' tJahres-- aeigt, daß die Gemeixide; um ' 47' Fersoriew zugettömmen, dagegen um 98 Personen abgenommen' hä"ti'-5hi'gezogen~ sinid^insger •samt 44;,fdarünter ^-39 Ledige^ fortgezo'geh iSO Persome^ vori'-denen 49 (SO-Männer-'und 191Frauen)/ledig jwai^en/' Der :'Gesamtverlust'?der« Gemefedebbeträgt in tder * aniegetyelieti Zeit ^64 »Perscmenj imi^dfitten-I Vier* jtelja'hr '19363 bfcliefher'! «i»ht«aälf 466 ^rsonen.nWähirend die Gemeinde am■'i'ti'Julirnoich'2031 'Seelen um- (faßte, warihre Seelenzahl am 30; September ' nur |nöch 1987; Jämi Dezemberi;i936' . zählte ^die Ge- .'meihde 1936-Mitgtfetlepnfam 31i Dezember»1935s;2153)'. Die Einwanderung aus Deutschland nach Palästina. Berlin, 5. Febr. .Nach' einer soeben Jbek'ahnt gewordenen Z&hlüng rder Jewish .Ägency sind11 i. X" 1936 ihsgesämt1 7896 |Juden aus Deutschland' häcn Palästina' eingewandert. 'Unter ihnen' befinden sich' 5Ö88\Juden deü'tscher jStaatsangehörigkeit, 1385 Juden polnischer' Staatsan* .gehörigkeit und 178 Personeh/'die eine andere Staats- ,angehörigkeit' b esitzen;; Derr Rest •; vfetteilt sich. u. a,.,;auf Personen,. die ^us> ianderen Einwanderungsländern jnach Palästina, kamen, aher früher in Deutschland (an- [sässig gewesen ^sind/: Dje. gesandte, -jüdische j,Ejpwanderüng von Deutschland nach iPalästin^ i für, (die; Jahre!1933 bis 1936 wird auf 38.500 gesch^zt.; .....' ,,.

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