Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 6 (11.2.1937)
- Date
- 1937-02-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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^^r'Aj?' .....____?rc^^*^ysg^?c*?r^Wj>Aw^zi^-fr^?: ^z4?Wt**®&fä<l&. I s r a e I i t Nn 6 Seite 3 Das Lehrhaus im Westen. ' ■'' ' -.•■>.-■;■...'•..-.<?'.:. V' — - "i-.;' " ' ■ ■ ■" '-;v- (Fortsetzung von : Seite!•), hat, daß . jene Lebenswerie alle anderen, die früher als Grundlagen unserer Existenz galten, überdauert haben. Man darf ohne Ueberheblichkeit sagen",! daß die Frankfurter Jeschiwa, die auf ein , Alter von über vierzig Jahren zurückblickt und somit die älteste in Westeuropa ist, mit zu den H eil mitte In gehört, -die eine liebende G'tteswaltürig im voraus gegen die Wunden des kommenden ■ Zusammenbruchs bereitgestellt hat.: , Durchalle Wandlungen Und auch bei ihrer heutigen Anpassung an die Anforderungen der Zeit hat: die .Jeschiwa im Grundkern ihre alte Struktur/erhalten und ist ihrem Programme treu geblieben, Die Seele des .Lehrplanes... bleibt das L e r n.e n nach alter guter Jeschiwaweise. „Die -Frankfurter Jeschiwa erstrebt die Heranbildung der jüdischen Jugend zu charaktervollen Jehudini und tüchtigen Bne Thöra", heißt es in einem Exposee, Gilt erateres Ziel für alle Schüler, so kann das letztgenannte Ziel naturgemäß nur bei den dazu Befähigten erreicht werden. Für alle Schüler aber erwächst die Forderung, daß sie im Rahmen der ihnen verliehenen Fähigkeiten in um s er e heilige Tfiorawi ss e n schal { ei n zu d r in g en s 1 c h b emühen. Auf diesen Erkenntnissen baut sich dann das Programm im einzelnen auf. ~" Dje uns ..vorliegendenBerichte über das Win-. tersemester 1935136 und das Sommersemester 1936 zeigen, wie ernst es der Jeschiwa war mit der Erfüllung dieser übernommenen Verpflichtungen. Und der Winter 1,936/37 zeigte wiederum einen Aufstieg, der in dieser Zeit der schweren Not Und Sorgen als wahres Wunder angesehen werden muß, ein Wunder, wie es nur erblühen kann, wenn sich Thoraeifer und Liebe zur jüdischen Jugend zusammentun. Die Jeschiwa wird mit Winterablauf ihr Semester beenden. Neue Aufgaben harren ihrer, eine große Zahl neuer Jünger wartet, daß sich ihr die Pforten auftun. (Üeber die Aufnahmebedingungen siehe Inseratenteil.) Die Verwaltung hat im Vertrauen auf die verständnisvolle Mitarbeit der Freunde alle Vorbereitungen getroffen, dem Drange der Jugend auch im nächsten Semester gerecht zu werden. Nach wie vor sollen neben den regu lären Hörern : auch die G h .a 1 u z i m eine gast liehe Stätte im ,Hause finden. Die Anstalt, die Di Frankfurter in der Thora-Lehranstalt Friedbergeranlage Jesdhiwa ihre Berechtigung in der Vergangenheit bewiesen hat, deren Notwendigkeit in der Gegenwart von allen anerkannt wird und deren Segen für' die Zukunft nicht angezweifelt werden kann, k.ann nur dann auf der Höhe ihrer Auf g ab e bleiben, w e tl n ihr v o n a 11 en Seiten der Judenheit rasche und nachhaltige H i 1 f e z u t e i 1 w i r d. Wochenrundschau. Wieder eine neue Organisation? — Genf macht ernst — .Unruhen in Palästina müssen nicht kommen — Bruderstreit am unrechten Platz — Konsistorialb «hör de in Litauen? — Seelische Winterhilfe -rt Jüdische Ärzte" in Rumänien. Zu den Ansiedlüngsplänen, die jetzt in Frankreich und England .aufgetaucht sind, nimmt, wie zu erwarten war, auch der R e i c.h S b un d j ü - discher Fr o n t so 1 d a t en in Deutschland Stellung. Sein Vorsitzender, Dr. L ö w e n s t e iny; weist in der letzten Nummer des „Schild" auf die bisherigen wiederholten Bestrebungen , des Reichsbundes hin, die jüdische" Jugend für die Landwirtschaft auch außerhalb Palästinas vorzubereiten und zu ertüchtigen. Solange Palästina, nicht in der Lage sei, in der hierfür erforderlichen? ■Zeit, eine-Einwanderung entsprechenden Ausmaßes, aufzunehmen, dürfen die Arisiedlungsver-: SUChß in anderen Ländern nicht aus unserem , Blickfelde verschwinden; Nun wird vorgeschlägen, innerhalb der jüdischen Gesamtheit eine 0 r g a ni.sa t.i o n zu. grün d en undäus - zuba ue n, die für die Siedlung außerhalb Palästinas etwa\ dasselbe bedeutet, wie die Pa-, lästinaämter für die »palästinensische; Siedlung,, Eine solche Stelle wäre allein kompetent, mit den in Betracht kommenden Ländern und Regierungen zu verhandeln. Es scheint dem Reichsbunde jüdischer Frontsoldaten, seinem Organe "und seinem Vorsitzenden nicht, bekannt zu sein, daß eine solche ,Organisation in der I. T. O. seit 1905 tatsächlich vorhanden und jetzt angesichts der neuen Pläne auch eifrig in Aktion getreten ist. Wir haben an leitender Stelle der vorletzten Nummer das Verhältnis" der Jewish Territorial Or g a n isation zu den neuen Ansiedlungsprojekten beleuchtet, ohne damit allzu gewagte Hoffnungen zu verbinden.. Auf alle Fälle wäre es ratsamer, wenn .man die Sache für1 gut und förderlich hält, der I. T. 0. den Arm zu stärken, als neue Organisationen ins Leben zu rufen, von denen wir schon mehr wie genug besitzen.; Packt nun Genf das Auswandererproblem energischer ah? Aus einer Aussprache im V e rw a 11 u n g s. r a t des Internationa 1 e n A r b ei t s a m t e s, in Genf am 7. Februar müßte man es schließen, Unterlage der Aussprache war der Bericht des St ä n d i g e n A u s s c h u s - se s , in dem mit dem Nachweis» daß eine Besserung der Weltwirtschaft von der Regelung der Auswanderung abhänge, - gefordert wird, daß nach;i Ausarbeitung eines Planes zur Urbarmachung; gewisser .Landstriche ' in Südamerik a ehestens eine Saehrer ständig e n k o n f e r e n z zur Prüfung und Verwirklichung der Pläneijeinberüfen werde. ■ Im -Berichte des Ständigen Ausschusses' wie bei! der Besprechung desselben im Verwaltungsrate des Internationalen. Arbeitsamtes: ist das Wort Jude nicht gefallen. Aber alle Beteiligten Wissen .es, daß mit der Regelung der Au^wand^^f r;ünig das zur Zeit brennendste aller j ü^-4 d i sehen Probleme berührt wird. Pas geht auch schon aus der Tatsache hervvor, daß in der Diskussion der polnische Delegierte, K o m af ni ck i, sich mit Feuereifer für die Einberufung der Konferenz einsetzte,'- Er rollte dabei die polnische Bevölkerungspolitik auf, die auf Schaffung eines Abflusses für die Emigration dränge. Es mutete dabei sympathisch an, daß er — soweit die politischen Zeitungen berichten, — liur von. der notleidenden polnischen Bevölkerung und nicht speziell von Juden sprach. Daß die Juden in Polen den weitesten Bezirk . im. großen Reiche der allgemeinen wirtschaftlichen Not einnehmen, und daß sie zur Auswanderung die absolute Mehrheit stellen, ist ja allbekannt. Und kommt es wirklich zu einer Regelung, dann wird sich ganz gewiß unverzüglich ein* großer Teil aus den jüdischen Millionenmassen in Polen in Bewegung setzen. Das dari: aber alles nicht.so aussehen, als müsse das Stiefkind das Vaterhaus verlassen, um den Lieblings- . söhnen Platz zu machen. Wenn die Juden, ger wiß nicht leichten Herzens, ihre Heimat, in der ihre Väter und Urväter seit vielen Generationen gelebt haben, in Ehren verlassen können, um — Vy mit Hilfe der heimatlichen Regierung — irgendwo in der Welt leichter Brot und Obdach zu finden! dapn wird sich zeigen, ob der Verlust wertvoller Menschen durch den Raumgewinn ausgeglichen wird. Auf Versuche, die wie Abschiebung aussehen, können Polens Juden nicht eingehen.; , Gibt es Unruhen in Palästina? Die ^el Awiwer Tageszeitung ,,Haarez" bestreitet.es und bezeichnet die über einzelne Vorfälle in die Welt hinausgehenden Berichte als übertrieben. "Zu danken sei es den a r a b i s c h e n F ü r s t e n; diö, wie früher während der Tagung der KönigL Kommission, auch jetzt noch darauf bestehen, daß Ruhe und Ordnung im Lande herrsche, mindestens solange die Kommission ihre Arbeit in London fortsetzt und mit der Ausarbeitung des Berichtes an die Regierung beschäftigt ist. In diesem Stadium der Dinge, also in den nächsten Monaten, seien Unruhen in Palästina nicht zu befürchten. , , Und die täglichen Vorfälle, Schießereien und» Angriffe? Das sind Einzelfälle, die auf die mangelhaften Maßnahmen zum Schutze der öffentlichen; Sicherheit zurückzuführen sind. Die palästinensische Polizei hätte nicht vorzeitig entwaffnet, die Strafbestimmungen der Ausnahmegesetze noch nicht außer Kraft gesetzt werden' sollen. Wir möchten unsere Hoffnung über die uns vom „Haarez" angegebene Frist hinaus ausdehnen. Ob 'auf Diktat der arabischen Fürsten oder nicht, die Araber in Palästina werden endlich selbst eingesehen haben, daß die Gewaltakte zu nichts führen Uhd ihre eigenen Interessen in riöch höherem Maße treffen als die des'Jischuw, der fest genug ist, um auch diesen Stürmen Stand zu halten. Man muß nicht Katastrophen vorausr, s'ehen und voraussagen, wo kein Anlaß gegeben ist. Ein Nachzittern des Unruhsommers ist leider ZU Spüren, daher .auch die kleinen Zwischenfälle1 des Taj*es. Allein, wollte man die tägliche Skandalchronik in den Großstädten Europas liebevoll sammeln und in allen Einzelheiten täglich in die Welt hinausposaunen, man müßte glauben, die Welt stehe in Flammen. Der Jischuw in Palästina arbeitet aber vom. ersten Tage seiner i Entstehung an in einem Glashaus e, und jede seiher Bewegungen steht unter Kontrolle. Palästina: i arbeitet und baut, lebt und lacht, hofft, und wägt, und das Räderwerk des tätigen Lebensj > geht in Stadt und Land ungestört weiter. Was. . bedeuten demgegenüber die kleinen Ereignisse am R a n d e des Lebens? Asoziale Elemente gibt es überall, ihre Opfer in Palästina sind sowohl A r ä; her w i e Juden, Juden etwas; mehr,,; weil sich das Banditentum, als letzter Rest der \