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Der Israelit · 1937-02-04 · Heft 5 (4.2.1937) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 5 (4.2.1937)
Date
1937-02-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Nr. 5 Von der Haifa. Haifa, als eine Stadt .der Zukunft, ist von ausschlaggebender Bedeutung für die jüdische Gestaltung Erez Jisroels. Schon deshalb, aber auch mit Rück-, sieht auf den. bisher 'dominierenden Einfluß der Histadruth bestand in Haifa ganz besondere Veranlassung, starke Stützpunkte der Aguda zu schaffen. Schon vor zehn Jahren bemühten sich die ersten agudisti^- 4. Februar 1937 Neben der vergrößerten und ausgebauten Talmud Thora, die im Sinne des alten. Jischuw geführt wird, wurde vor etwa 1% Jahren auch eine Schule ins Leben gerufen, die dem Erziehungssystem Rabbiner Hirschs entspricht. Entschlossene Persönlichkeiten aus Agudas Jisroel und Misrachi, die' mit den Erziehungserfolgen des Misrachi in Haifa nicht einverstanden waren, gründeten die Realschule „Jawne", unter Leitung des Führers Dr. A. Cohn (Marburg), HAJISCHUW mehr wie bisher in der Lage sind, den inzwischen gesteigerten Ansprüchen Rechnung zu tragen, um so mehr ist es Pflicht der Weltorganisation, für dieses Bollwerk der orthodoxen Jugenderziehung in Haifa in entsprechendem Maße zu sorgen, damit seine segensreich© Tätigkeit fortgesetzt werden kann, Die Schule wird nur von Knaben besucht, und es bestand die Notwendigkeit, eine Parallelschule für Mädchen einzurichten. . Während der Unruhen im .Realschule „Jawne", Haifa Kinder aus dem Kindergarten „Beth Jacob", Haifa sehen Einwanderer, eine Agudagruppe in Haifa ins Leben zu rufen, doch mangelte es an Führern und nicht nur Agudas Jisroel, sondern 'die Orthodoxie überhaupt konnte sich kaum entfalten. Die Histadruth. beherrschte das gesamte öffentliche Leben. Heute sieht man die verderblichen Erfolge für religiöses Leben jeglicher Art, welche durch •die Histadruth besonders in neutraler Beziehung ausgeübt. : wird, so sehr, daß das Rabbinat und die orthodoxen sogenannten politisch neutralen Juden der Agudas Jisrpel in Haifa sehr Wohlwollend gegenüber stehen. Seit ca. vier Jahren nahm das orthodoxe (Leben durch die starke Einwanderung einen großen Umschwung. Gerade die Agudisteii au® Deutschland waren eis, die sich hier ganz besonder© bewährten und Hand in Hand -mit. der gesamten religiösen Bevölkerung arbeiten. . Damals wurde die Poale Agudas Israel gegründet, die aus kleinen Anfängen sich unter der ausgezeichneten Führung von Jakob Katz zu einem' Mit* gliedbestand vori ca. 250 Poalim entwickelte. Im letzten. Jahre hat die Poale Aguda« Israel, wie überhaupt die agudistischen Bestrebungen, außerordentlich viel der Tätigkeit von Herrn Rabbiner Findling (früher Elberfeld) . zu verdanken. Vor allem ist, es ihm gelungen, der Aguda Achtung innerhalb der Haifaer Judenheit zu erringen. Auf seine Initiative wurde der Chug Schamschön; Refoel Hirsch gebildet, der in regel» mäßigen Zusammenkünften, Vorträgen und Schümm die Menschen für den Tageskampf und die Fülle der geistigen Auseinandersetzungen mit Andersdenkenden stählt und stärkt. Die Leitung des Chug Schamschon Re=. foel Hirsch liegt in den Händen der Chawerim PIeßner, Berliner, Zedernbaum, Balsam und Wetzler. . •Eine besondere Gruppe wurde von den •agudistischen Arbeiterinnen gegründet, sie besitzen ca. 50 Mitglieder. Für die Arbeitsbeschaffung wirkt in vorbildlicher Weise der jedem Agudisten in Deutschland bekannte Chawer Hugo Heinemann (Fürth). Kleine Anfänge einer agudistischen Jugendbewegung, inauguriert von Jizchak Bai* ©am (früher Hannover), sind bereits vorhanden, doch fehlt es bisher am Ausbau. Die Erstarkung der Orthodoxie in Haifa zeigt sich ganz besonders in dem Aufbau des unabhängigen religiösen Schulwerkes. Trotz großer finanzieller Opfer hat sich die Leitung nicht dem zionistischen Reschet angeschlossen. Zunächst sei der Jeschiwa gedacht, die ca. 60' Bachurim hat und unter Leitung von «Rabbiner - 'Ratmann steht. Für den Bau wurden ca. Lst. 2000.—, verausgabt, die zum größten Teile in Haifa selbst aufgebracht wurden. In der Jeschiwa ist ein Tagesheim mit Mensa für die Bachurim eingerichtet. der aus dem „Noar Agudati" hervorgegangen ist und Raw Scheinin. Die Schule begann vor l1/« Jahren mit einer Schülerzahl von 30 und hat heute 170 Schü* ler, ein Beweis ihrer Beliebtheit und des Erfolges. Der Etat beträgt monatlich Lst. 225.—, wovon die Hälfte durch Spenden hereingebracht wird. Selbstver= . *w3k>i ■ » t<u Snlilssilliilii WmlES£&&B§SB5K BwSEaäslRSE fS^R SgfejjMSwi* ®fJPl liPSw^ ^1 fiiiTimtTt % * ^-H -.v C :*-*m '. SSa - .-.<:« *,W vSn < .» *»l •♦ . Jj •\ "♦l. "■ .• -.4?* ■v'jRsa» - 1 ' „Beth Jacob"rSchule, Haifa ständlich stellt die Iria keine Subvention zu dem Schulbudget zur Verfügung, aber auch der Waad Hakehillo, der ganz in den Händen der Histadruth liegt, verweigert jeden Zuschuß, weil die Leitung es ablehnt, sich dem Reschet anzuschließen. Die wirt* schaftliche Krisis hat naturgemäß »die finanzielle Lage verschlimmert, da die interessierten Kreise nicht Lahde, welche naturgemäß auf jede kulturelle Tätigkeit hemmend wirkten, hat sich ein Komitee unter Führung von Herrn Rabbiner Findling zusammen gefunden, und nach Sukkoth wurde eine Beth Jacob- Schule eröffnet. Aus finanziellen Gründen würden vorläufig nur die vier untersten Klassen mit zwei Lehrerinnen eröffnet (Frau Anna Heckscher= Weingarten^ und .Frl. WoidislaWski);. Im Laufe eines Vierteljahres; seit; dem Bestehen dieser; Schule hat sich ihr. ^Bestand auf 40 verdoppelt. Man hofft; zu Pessach dife fehlenden Klassen eröffnen zu können, unld nach vorsichtiger Berechnung wird; man dann mit mindestens 120 Kindern zu., rechnen haben. In Haifa sind &e Mieten sehr, teuer. Ein Klassenzimmer., dashöchstensi., 20 Kinder fassen 'kann,; kostet" Lst. 3.-—. monatlich. .Die Beth .Jacob'Schuie . kannbei der fh^Mgen Wirtschaftslage nur mit', Lsit j'.% möilätHck Schulgeld rechnen, während; iedes- ICiil-ä 'mindestens Lst. 1.— Ausgaben ps^iMonat er- .. fordert. Auch hier wird'j'^s' Aufg/abfe der Agudas Jisroel sein;v'ldürch/;tätige Mithilfe der Beth Jacob-Schule zu einer Existenz zu verhelfen. ' /; ' Neben dieser- -Schule«., istein Beth Jacob=Kindergärten gegründet, der von Frl. Sänger (Frankfurt a,:jM;) \geleitet wiW. Ifir zur Seite stehen fünf Kindergärtnerinnen und Helferinnen. Der: Garteii wird von ca. 60 Kindern besucht. Sowohl fdie innere Arbeit, als auch die äußere Ausgestaltung ist mustergültig. Der Etat beträgt. monatlich ca, Lst, 50,—, die Hälfte; wird durch" Schüigeld aufgebracht, die andere , muß'! 'durch Spenden resp. Untef-sfüizung .des jf Keren Hajischuw hereirikömmen. Dem Garßen ist auch ein Tagesheim angeschlossen. )j' j, 'iy:. Anläßlich; der 'H'äjischuw-Direktoriums nach Erez Israel konstituierte sich auch' in Haifa«; ein Keran rpa-!'•;■ jischuw=Komitee^ an dessenfSpitze Herr M. . Flörsheim stecht. Dieses Komitee hatlin we- ^nigeh Tagen, aus'Haifa; um dringende Änf= ' .gaben des Keren Hajischuwj bewältigen :f^u 1 ^können, einen Ueberbfückungskre|tit U^n tHöhevon Lst. 200.— auf gebrächt, 1k dem Vertrauen darauf, daß: die. Gola . ,auch|s|ihiierseits alles tun wird, um dem Keren Hajischuw die Möglichkeit zu geben, seinen dringenden Aufgaben in Haifa gerecht zü werden. , ■ . l'i'l' Zum-Schlüsse, sei noch auf die Chewi-ath Ml Öhbwei- Thorä ningewiesen;jl'"die eiiae .'Zusammenfassung aller' Jereiml;'; aus D^teÄlarid darstellt. : Sje ist organisatorisch yöl« lig neutral, aber tritt für Thöra un^d J^ra im eigenen Kreis und bei der gesamten jüdischjen Bevölkerung Haifas' mit Energie; ijnd ErfolgB*in- A^p11 kann sie wohl mit Recht als das religiöse gewissen des jüdischen Haifa bezeichnen. Unter der Leitung der Herren M. Gutmann, J-Dr. Keßler, .iDr. Grünwald und Rabb. Findling hat^diese Vereinigung bis-' jetzt ca. 150 Mitglieder gewonnen. *»f» Mt

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