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Der Israelit · 1937-02-04 · Heft 5 (4.2.1937) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 5 (4.2.1937)
Date
1937-02-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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^^^^^^^hVl^WiV* ilftf.'*- *r^™jr.->-T<wi < ^^f^ft,? >-rtf-^ 4 Februar 1937 Der Israelit Nr. 5 Seite 9 ERE Z Neue Terrorakte. In der Nähe der Moschee in Haifa ist Dr. Khalil Taha,, der Sohn des bekannten arabischen Nationalistenführers, der ^im September 1936 ermordet wurde, e rs c h o s s ea worden. Ein in der Nähe stehender Araber wurde verwundet und ist später sei* nen Verletzungen erlegen. Im Zusammenhang mit dem Attentat wurden zwei Araber verhaftet. Bei Akko wurde der deutsche christliche Farmer Jacob Speker ermordet aufgefunden. Man nimmt an, daß es sich um einen Raubmord handelt. Das Generalinspektorat der Palästinapolizei hat für die Ergreifung des Arabers, der das Attentat auf den Bürgermeister von Haifa, Hassan S h u k r i, verübt hat, eine Prämie von 500 Pfund ausgesetzt. Zu dem Attentat schreibt der Jerusalemer Korrespondent der Kairoer Tageszeitung „El Ahram"', es sei sehr leicht möglich, daß das Attentat wegen einer Rede verübt wurde, die der Bürgermeister in Kirjat Chajim gehalten hat, in der er den jüdischen Landwirten Unterstützung zugesagt habe. Am Sonnabend Nachmittag explodierte an der Klagemauer eine Bombe, ohne Schaden anzurichten. Drei Araber wurden im Zusammenhang mit dem Anschlag verhaftet. Wegen Aufhetzung zu antijüdischem Boykott sind zwei Araber zu je einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. „Haarez" berichtet, daß 'die Polizei in Haifa ein Zentrum der arabischen Terroristen entdeckt und 13 Mitglieder der berüchtigten Bande des Scheichs El Kassam verhaftet hat. Eine Polizeipatrouille stieß auf der Straße Nablus-Tulkerem mit 8 bewaffneten Arabern zusammen. Nachdem ein Mitglied der Bande gefallen war, entflohen die übrigen ins Gebirge. In Jerusalem wurde ein Araber, der eine arabische Händlerin unter, Drohungen auf gefordert hatte, keine Ware von Juden^mehr zu beziehen, zu einem Jahr G e f a% g n i s verurteilt, obwohl die Klägerin die Klage später zurückgezogen hatte. Der Richter erklärte, ©r sei mit einer strengen Strafe vorgegan-, gen, da die Boykottagitatdon aufs, schärfste bekämpft werden müsse. — In Petach Tikwah wurde der Vorsitzende des Tozeret Haarez=Komitees unter der Beschuldigung verhaftet, einen Gemüsehändler wegen Einkaufe bei Arabern bedroht zu haben. Der Oberste Gerichtshof hat das. Todesurteil gegen den Araber Mahmud A b b a d i v e , der am 17, Februar 1936 die aus Deutschland eingewanderte Frau Julie Koller auf einem Spaziergang, den sie von Haifa nach Atlit unternommen hatte, ermordete, bestätigt. Der Mörder war bald nach der Tat fest» genommen worden und hatte den Mord eingestanden. Von der Tagung des Rates der palästinensischen Arbeiterpartei. H a i f a , 24. Jan. Am 23. und 24. Januar fand auf dem Hadarhacarmel in Haifa die Landeskonferenz des, Rates der palästinensischen Arbeiterpartei (Mapai) in Anwesenheit von etwa 180 Delegierten aus allen Teilen des Landes statt. Mosche S h e r - t o k und Ben G u r i o n hielten ausführliche Referate über die gegenwärtige politische Fraget in denen *ie darlegten, welche Mittel angewandt werden müssen, um den Angriff auf die jüdische Aufbauarbeit in Palästina abzuwehren. / Mosbhg Shertok erörterte u..a. 'die internationale VerpflichÄng&kraft 4es Mandat«. Zum jüdiseh-arafeistiien Problem bemerkte er, daß für die arabischen Nachbarländer Palästinas jetzt eine völlig neue Sis hiation geschaffen worden sei. Für sie sex die Zeit vorüber, in der man nlit nationalen Vorbehalten spielen konnte. Jetzt hätten sie die Aufgabe, Massenbedürfnisse zu befriedigen, Arbeit zu schaffen. Die Orangenernte im Scharon ist im vollen Gange Je mehr die wirtschaftliche und staatliche Kraft der Juden in Palästina wachsen werde, um so näher werde die Möglichkeit der Verständigung mit den arabischen Nachbarn sein. Unsere Aufgabe, erklärte Shertok, besteht dariny-das Maximum unserer Kräfte zu entfalten und unseren Abwehrkampf gegen den Versuch, die Einwanderung einzuschränken, auf der ganzen Welt zu verstärken. Ben Gurion sagte u. a., der Gedanke des Friedens zwischen Juden und Arabern sei eine der organischen Grundlagen der Bewegung. Man dürfe nicht sagen, daß es keine Aussichten für einen solchen Frieden gebe, man dürfe sichaber auch von diesen Aussichten nicht die Augen verblenden lassen. Die jüdische Wirklichkeit in Palästina sei nicht weniger bedroht als es die menschlichen Freiheiten in manchen Ländern sind. Wir sind, schloß Ben Gurion, nicht hierher gekommen, um zu kämpfen. Wir müssen aber kämpfen, um unsere Aufbauarbeit zu schützen. Die letzte Entscheidung in dem kommenden Kampf hängt von uns selbst ab. Welt-Zentrum für jüdische Musik in Erez IsracL Jerusalem, 20. Jan. Ein Initiativ'Komitee hat sich die Aufgabe gestellt, die Schaffung eines „Welt-Zentrums, für jüdische Musik in Erez Israel" in die Wege zu leiten. Dieses Musikzentrum wird die . Aufgabe haben, den Kontakt zwischen Erez Israel und den jüdischen Komponisten der Welt herzustellen, um so der nationalen Musikbewegung einen Aufschwung zu verleihen. Die Künstler sollen zum Schaffen von Werken angeregt werden,-die auf dem Wege zu einem neuen jüdischen Musikstil richtungweisend sind. ISRAEL Eine möglichst restlose Erfassung des schon vorhandenen Materials an Schöpfungen (auch unveröffentlichter Manuskripte) soll in einer Zentralstelle erfolgen. Es besteht die Absicht, die auf diesem Wege einlaufenden Druckschriften und Noten der Jüdischen National* und Universitätsbibliothek zu übergeben. Außerdem wird 'dieses Material der Musikabteilung des Palestine Broadcasting Service (Pal, Rundfunk) eingereicht und es ist eine ersprießliche Cooperation mit dieser Institution zu erwarten. Eine „Gesellschaft für jüdische Musik" soll ins Leben gerufen werden, sowie eine Zeitschrift für jüdische Musik, die in gewissen Abständen über dje Arbeit der Gesellschaft berichten wird. Ein zu gründender Musikverlag soll den jüdischen Komponisten die Veröffentlichung ihrer Schöpfungen erleichtern. Kräfte sollen konzentriert werden, um das jüdische Musikleben in Erez Israel, in Stadt und Siedlung, in Konzerten, Schulen, Seminaren, bei Festen und Massentreffen usw. dahin zu beeinflussen, daß einer gehaltstarken jüdischen Musik von hohem Niveau der ihr entsprechende Platz eingeräumt wird. Mittel und Wege sind in Aussicht genommen für die Erhaltung und Entwicklung der musikalischen Kulturwerte, die zu unserem innersten Wesen gehören und auf deren gemeinschaftsbildende Funktion wir nicht verzichten dürfen. In allen musikalischen Zentren der Welt sollen Komitees gebildet werden, die im Zusammenhang mit der Zentrale an diesem Werk mitarbeiten. Eine Zusammenkunft aller jüdischen Musiker von Erez Israel, auf der dieses Programm zur Diskussion gestellt und beraten wird, wird demnächst stattfinden. In keinem jüdischen Hause darf die SAMMELBUCHSE des KEREN HAJISCHUW des Palästina-Aufbaufonds der gesetzestreuen Judenhelt, fehlen. Durch regelmäßiges Einwerfen in die Büchse kann der Keren Hajischuw seine bisherigen Leistungen um ein vielfaches erhöhen. Bestelle sofort eine Büchse Palästina Centrale der Agudas Jisroel Frankfurt a. M., Schwanenstraße 12 Neue Schiffs- und Flugverbindungen. Jerusalem, 26. Jan. Die Schiffahrtsgesellschaft Compagnie des Messageries Maritimes wird auf ihrer Nordlinie im Mittelmeer von Mitte Februar ab zwei Schiffe bis nach Konstanza-Istambul führen. Damit ist eine neue Verbindung zwischen Konstanza und Palästina geschaffen worden. B e t a r i m haben im Galil. das erste jüdische Schulflugzeug fertiggestellt. Aus diesem Anlaß fand in Tel Awiw eine Feier statt, bei der Bürgermeister Israel R o k a c h die Begrüßungsansprache hielt.' Rokach führte aus, daß von den Juden Palästinas alles mit Verspätung getan werde. So hätte der Hafen von Tel Awiw schon längst fertiggestellt sein sollen. Dann hätte man jetzt nicht Aktien für die Hafengesellschaft, sondern für ein jüdisches Flugwesen zur. Zeichnung aufgelegt. Wenn wir bisher'den Sand erobert haben, schloß der Bürgermeister, so müssen wir jetzt an die Eroberung der Luft heran* gehen. Nach langen Unterhandlungen zwischen der Jewish Agency und der Regierung wurden soeben 100 neue jüdische Träger im Haifa er Hafen eingestellt. Insgesamt arbeiten jetzt im Haifaer Hafen 850 Juden, die 40 Proz. der. gesamten Belegschaft bilden. Starke UeberschwemmuBgen in Erez Israel. Jerusalem, 2. Febr. Anhaltende Regenströme verursachten große Ueberschwemmungen, denen in verschiedenen Teilen de® Landes, besonders in den Niederungen, Häuser und Menschen zum Opfer gefallen sind. Im Distrikte J e n i n zwischen Jerusalem und Nablus wurden beim Einsturz von Häusern 11 Personen begraben. In Jerusalem betrug die Regenmenge viermal soviel als im vorigen Jahre um diese Zeit. (JPB.)

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