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Der Israelit · 1937-02-04 · Heft 5 (4.2.1937) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 5 (4.2.1937)
Date
1937-02-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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^aas^wvv^ir-fc« Seite 8 Nr. 5 Der 1 s r'a e 1 i t 4. Februar 1937 Ein Pogromprozeß hat vor dem Kreisgericht L o m z a begonnen. Zwanzig Personen sind beschuldigt, an judenfeindlichen Ausschreitungen im August v. J. in einem Städtchen bei Lomza teilgenommen zu haben. Neue judenfeindliche Ausschreitungen fanden am letzten Markttage im Kreis W i © 1 u n statt. Die Verkaufsstände der jüdischen Händler wurden demoliert und die Ware ausgeplündert. Mehrere Händler wurden schwer verletzt. Die Polizei griff scharf ein und stellte die Ruhe wieder her. Wie die „ITA" berichtet, ist in zwei Gymnasien in Lemberg und mehreren Gymnasien in der Provinz der jüdische Religionsunterricht abgeschafft worden. Die Maßnahme ist offenbar auf den starken Rückgang der Zahl der jüdischen Schüler an den höheren Schulen zurückzuführen. Dcr 15. Schwat, ein Tag der Rettungsaktion in Polen. Warschau, 1. Febr. Der 15, Schwat wurde von den Agudainstanzen als Tag des „Miphal Hazalah" für Erez Israel proklamiert, für den alle jüdischen Führer und auch die gesamte religiöse Jugend mobilisiert wurden. Aufrufe, von den Mitgliedern der Exekutive der „Rettungsaktion", wie E. Masur, Senator Trockenheim, Präses J. M. Lewin u. a. m. unterzeichnet, gaben bekannt, daß an diesem Tage jedes jüdische Haus besucht und jede jüdische Familie an ihre Pflicht gegen Erez Israel erinnert werden soll. Im „Jiddischen Togblatt" erschien ein größerer Aufsatz von Rabbi Zwi Hirschhorn, dem Jawosner Raw, der, ein Weck tili an die Jugend, die Bedeutung ■der Reffungsaktion für Palästina „Miphal Hazalah" nach allen Richtun* gen beleuchtete. Es wird in dem Artikel auch darauf hingewiesen, daß durch die Uebernahme des Direktoriums des Keren Hajischuw durch Dr. Isaac Breuer das ganze Palästinawerk auf eine neue Basis gestellt wurde, in dessen Dienst sich auch nun der „Miphal Hazalah" als Instrument einzureihen hat. Nach den sorgfältigen Vorbereitungen für die Aktion darf erwartet werden, daß der finanzielle Erfolg dementsprechend gut war. Einzelne Ziffern fehlen noch. Die Woche. Rabbi Mosche Blau in Warschau. Warschau, 1. Febr. Etwas später als erwartet, kam Rabbi Mosche Blau aus Jerusalem in Warschau an, so daß er an der großen Versammlung, für die er neben anderen als Redner auf dem Programme stand, nicht teilnehmen konnte. Am letzten Donnerstag kam Rabbi Blau in Begleitung von Rabbi Elieser S i r k i s und Rabbi Löbl Heine in Warschau an und hatte noch am selben Tage eine Sitzung mit dem Direktorium des „Miphal Hazalah". Die Exekutive der Agudazenträle hielt zu Ehren der Gäste nach Sabbatausgang eine Sitzung ab, an der auch die Vorsteher der Zeiire Agudas Jisroel teilnahmen. Nach einer warmen Begrüßungsrede vom Präses der polnischen Aguda, Herrn J. M. Lewin, erstattete Rabbi Mosche Blau einen längeren Bericht über die Lage in Erez Israel im allgemeinen und den religiösen Jischuw im sonderen, U, a, ging er auch auf die bekannten Erklärungen Shertocks im Namen der Jewish Agency vor der Königl. Kommission über die Stel* lung der jüdischen Arbeiter zum Sabbat ein und auf die Erbitterung, die diese Erklärung im gesamten Jischuw hervorgerufen hat. Es sei eine erfreuliche Tatsache, daß die Aguda-Kehilla in Jerusalem durch den Anschluß der Chassidim sich um das Doppelte vergrößert hat, so daß die beiden reorganisierten Bes Din=Instanzen unter Leitung von Oberrabbiner Duschinski jetzt fast die gesamte Orthodoxie Jerusalems vertreten. Damit sei ein Riß, der in langen Jahrzehnten der Orthodoxie in der heiligen Stadt viel Schaden zugefügt hat, restlos überbrückt. Der Redner spricht auch eingehend über das orthodoxe Schulwesen, in Palästina und die Not der orthodoxen Arbeiter, für die die Rettung jetzt von dem neuorganisierten Keren Hajischuw und dem „Michal Hazalah" kommen mag und muß. In der Debatte hatte Redner Gelegenheit, viele Anfragen, die sich zum Teil auf die Untersuchungskommission bezogen, zu beantworten. Berlin. Am 15. Februar feiert Rabbiner Dr. E. Fankel das 30jährige Jubiläum seiner Tätigkeit als Sekretär der Großloge U, O. B, B. in Deutschland. An allen sozialen und kulturellen Aufgaben, die die Organisation seit einem Menschenalter geleistet hat, wirkte Dr. Finkel in entscheidender Weise mit; — Der arabische Unterricht an der Hebräischen Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin wurde mit einer Eröffnungssitzung in größerem Kreise eingeleitet. Für den Kursus hat sich eine überaus große Anzahl von Teilnehmern gemeldet, so daß alsbald ein Parallelkursus eingerichtet werden mußte. — Der Jüdische Kulturbund Berlin teilt mit: Kapellmeister Hans Wilhelm S t e i n b e r g hat die Leitung des Jüdischen Kulturbundes Berlin niedergelegt, um in Palästina zu bleiben. Steinberg leitete früher als Kapellmeister den Jüd. Kulturbund in Frankfurt (M.) Breslau. Das Jüdisch-Theologische Seminar in Breslau hat mit Rücksicht auf die 500. Wiederkehr des Geburtstages von Don Isaac Abarbanel für die Hörer und Studierenden des Seminars eine Preis.aufgäbe gestellt mit dem Thema: „Die messianischen Lehren im Bibelkommentar des Aibarbanel". Danzig, Infolge des Schächtverbotes in Polen, das mit dem 1. Januar in Kraft getreten ist, ist die jüdische Gemeinde zu Danzig, die bisher ihren Fleischbedarf aus Polen bezogen hat, seit einiger Zeit ohne Koscherfleisch, Wien. Zu Ehren de$ jüdischen Gelehrten Prof, Leopold Freund hielt die österreichische Gesellschaft für Röntgenologie eine Festversammlung ab, bei der der Direktor der Universitätsklinik in Erlangen. Prof, Hermann W i n t z, die Bedeutung Prof. Freunds eingehend würdigte. Gesandter v. P a p e n ließ sich bei der Feier durch einen Beamten der Botschaft vertreten. Bukarest. Wie das JPB mitteilt, wurden in Rumänien die Sammlungen für die a g u d i s t i s c h e n Fonds vorerst verboten. Die bereits gesammelten Gelder wurden beschlagnahmt. Warschau, Der frühere Präses der jüdischen Gemeinde in Warschau, E. Masur, hat 26 polnische Zeitungen, die unwahre Gerüchte über ihn verbreiteten, wegen Beleidigung verklagt. — Die in Krynica, einem polnischen Winterkurort, zum Wintersport weilende holländische Kronprinzessin Julia na war dort an Grippe erkrankt, konnte sich aber bereits nach einer Woche erholen. Der Arzt, der sie behandelte, war Dr. Melodista von Sosnowice, der zufällig in Krynica weilte, und von dem Gatten der Prinzessin und früheren Prinzen von Lippe - Biesterfeld gebeten wurde, die Kronprinzessin zu behandeln. London. Das soeben veröffentlichte Verzeichnis der anläßlich des Neujahrs ausgezeichneten und in den Adelstand erhobenen Personen enthält auch die Namen einer Reihe jüdischer Persönlichkeiten. Der konservative Abgeordnete Sir Arthur Michael Samuel wurde zum Lord mit dem Range eines Barons ernannt. — In dem Programm für den Besuch des englischen Königspaares im Londoner East End am 13. Februar ist u. a. eine Ehrengarde von vier Kompanien vorgesehen. Eine dieser Ehrenkompanien wird von dem Verband der ehemaligen jüdischen Kriegs* teilnehm er gestellt. — Der bekannte Londoner jüdische Rechtsanwalt Leonard Stein, der vor kurzem vor der Kgl. Kommission über die juristische Interpretation des Mandats vernommen wurde, ist von der Liberalen Partei als Un terhauskandid a t für den Wahlkreis Whitechapel in Aussicht genommen worden. Die Kandidatur Leonard Steins ist in einem Schreiben von Innenminister Sir John Simon warm unterstützt worden. — Der Abgeordnete Mac Covern, ein Mitglied der von der Unabhängigen Arbeiterpartei nach Palästina entsandten Abordnung, hätte im Palästina» Rund funk eine Ansprache über seine Eindrücke vom Lande halten sollen. Die Sendung mußte, j&doch unterbleiben, weil der Abgeordnete einen von der Rundfunkleitung beanstandeten Passus, in dem er sich für freie jüdische Einwanderung ein* setzt, nicht streichen wollte. Senator Trockenheim teilt mit, daß von der polnischen Devisenzentrale bereits die Erlaubnis eingegangen sei, .eine bestimmte Summe aus der Aktion „Miphal Hazalah" nach Erez Israel zu schicken und daß die ersten Gelder bereits überwiesen sind. Neuer Vorstoß der Abgeordneten Prystor im polnischen Sejm. Warschau, 27. Jan. Die Abgeordnete Frau Prystor, auf deren Betreiben hauptsächlich das die rituelle Schächtung kontingentierende neue Tierschlachtungsgesetz in Polen zustande gekommen ist, hat in der Budgetkommission des Sejm, obwohl sie dieser nicht angehött, als Gast einen neuen Vorstoß gegen die Schechita unternommen, Sie erklärte, das neue Schlachtungsgesetz habe bisher keine Sanierung der ungesunden Verhältnisse auf den Fleischmärkten der größeren Städte herbeigeführt. Es bestehe auch gar nicht die Aussicht, daß der wirtschaftliche Zweck des Gesetzes, der neben dem Motiv des Tierschutzes. wesentlieh ©ei, in naher Zukunft verwirklicht werden wird. Die Rednerin versuchte die Loyalität der jüdischen Bürger Polens in Zweifel zu ziehen und behauptete, daß die Durchführung de® Gesetzes von den Juden sabotiert werde. Dabei erklärte sie, man habe ihr zu Unrecht judenfresserische Neigungen vorgeworfen, die ihrer weiblichen Natur ganz fremd seien, Sie würde gerne die Juden als loyale, gleichberechtigte Bürger sehen, aber die jüdische Gegenseite köffime diesem Wunsch nicht entgegen. Obwohl der Lafldwirtschaftsminister den ursprünglichen Entwurf zugunsten der jüdischen religiösen Bedürfnisse abgeändert habe, werde das Gesetz von den Juden weiter bekämpft» Sollten die Juden weiterhin auf eine Kapitulation der peinischen Oeffentlichkeit in dieser Frage spekulieren, sö werde sie den Antrag einbringen, die Ausnahmebestimmungen des Tierschlachtungsgesetzes zugunsten der Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung zu streichen, (ITA.) China. Eine Synagoge in China. S h a n g h a i, ( f0". Dez. Neben den alteingesessenen sog. „gelben Juden" im Innern Chinas entstanden um die Mitte des 19. Jahrhunderts Judenniederiassungen in den Hafenstädten des Landes, zunächst in S h a n g h a i , durch die Einwanderung von Bagdader Juden. Seit 1850 besteht in Shanghai die Firma S ass o o n, deren Begründer, Abdullah David Sa&soon, 1850 aus Bagdad nach Shanghai gekommen war. Seit jener Zeit, also seit der Mitte des 19, Jahrhunderts, besteht eine sefardische Gemeinde in Shanghai. Die Asch* k e n a s i m , die, zunächst aus Rußland kommend, am Ausgang des 19. Jahrhunderts eine eigene Gemeinde bildeten, erhielten erst in den letzten Jahren einigen Zuzug aus Deutschland und anderen Ländern Europas. Das Bild zeigt uns die vor kurzem eingeweihte Synagoge der s e f a r d i s c h e n Gemeinde in Shanghai. Bemerkt sei noch, daß in Shanghai eine jüdische Monatsschrift in eng5 lischer Sprache unter .dem Titel „Israels'Messenger" erscheint. a?as.vfl««***3g^fi3;fi<

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