Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 5 (4.2.1937)
- Date
- 1937-02-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Nr. 5 P e>r I 8,r a ed^ t 4; Februar>1937 worauf sie als auf das, größte fllDJ ihrer JTDX hinblicken, wird die Familien des Adels \unserer Gemeinden dazu bewegen, auch den jüngsten und fremdesten Thoraverkünder bald als einen der Ihrigen zu erkennen. Bleibt ein Rest des Abstandes gegenüber den Vielen, die der Umbruch,, unserer Tage zu religiösem oder moralischem Stranden getrieben hat? Ich gestehe, daß unsere Situation, gegenüber denen, die aus Sorglosigkeit gefrevelt,? eine schwierigere war: sie konnten leicht die Weltklügeren spielen und bedurften unseres Rates nicht. Und dennoch verkennen wir auch die jetzigen seelischen Nöte nicht: Es ist gerade jetzt ein hartes und schmerzreiches Umkehren, schwer nachzufühlen für den, den es so nie packen konnte, der in elterlicher, gesellschaftlicher und später häuslicher Obhut seinen Lebensweg ging., Nicht die Hilfsbedürftigkeit, der Heimkehrsuchenden erleichtert uns hier das Werk, wohl aber unser aus der Zeit entspringendes eigenes .Unsicherheitsgefühl, die in uns lebende Frage; Wie, wenn wir morgen selber irgendwohin verweht sind, wo Gewalt, Hohn und Verkeilung gegen das G'ttes^ wort und aller Nutzen au* Seiten der Sünde zu stehen scheint? Dies alles sind Fingerzeige, die durch die Nöte der Zeit der himmlische Vater seinen Kin-, dem gibt, damit sie wieder Brüder werden. Aber der Allgütige,, als Lenker} d^g-v Reiten, und Geschicke, belehrt uns nicht nurj^turch diese harte;', „Erweckung von. oben her//,,, ^r-. ließ, jxßs,,.;. auch, eine Zeit des „Erwachens von t:unteit/herv-eir?: leben, in der auch,, in, friedlicheren .Ländern;,die? Welt alles überwindet, was sich; der äaphliGheü, und herzlichen Einigung ziwischen;J^lenschei?,-v brüdern in den Weg stellt.; Dje Wissenschaft, freier Forscher, die Menschenk^inde f tatsächeTtf;- treuer Soziologen, . die Kunst* -die?,Le:beinsform,< alles in unserer Zeit,, kündet das. Nahen des,. Menschheitmorgens; und da sollten ^nicht' Rabr;., biner und „Gemeinde", — Jissaehar; und* Sebu*?' hin, aufs Neue Brüder werden? . Bleibt ein Rest des Abstandes gegenüber denen, die nicht mehr, vom jüdischen Stamme, vom jüdischen Lande, von jüdischer Sitte, von jüdischen Geboten und Lehren wußten,"~ nichts davon mehr auch nur dem Begriffe nach ahnten? Rauhe Schicksalsschläge haben alle diesen entschlummerten /Begriffe in den Sinnen aller derer neu geweckt, die nicht völlig um-ihren jüdischen Sinn gekommen waren. Woher sie n i c h t stammen, wohin sie nicht gehören, haben sie da draußen genug erfahren; wo ihr Geist und ihre Seele zuhause sind, das soll ihnen die Gemeinschaft zeigen,- die früher Seelsorger und 'Gemeinde hieß und heute 'Rabbiner und „Kinder der Thora" heißt, -— die Familie Israels. Hunger, Kälte u. jüdische Liebe. Was das jüdische Berlin im Winter leistet. Dieser Tage fand eine Führung von Vertretern der jüdischen Presse durch die Zentrale, einige Ausgabestellen und sonstige Einrichtungen der Jüdischen Winterhilfe der Berliner Gemeinde statt. Die Führung vermittelte ein eindrucksvolles Bild von dem Aufgabengebiet, und der Tätigkeit der jüdischen Winterhilfe. Sie zeigte die weitverzweigte, vielgestaltige Organisation der Berliner Jüdischen ^interhilfe, die in den yerschiedensteii Stadtgebieten die unterschiedlichsten Menschen zu .betreuen hat. Sie zeigte, um welche Größenordnungen es sich bei r der Jüdischen Winterhilfe in Berlin handelt und welch;ein Massehfoetrieb von ihr zt£'bewältigen ist. Sie vermittelte' eine' Anschauung darüber," welch eine Arbeit 'von der -Leitung der "Berliner Jüdischen Winterhilfe und' vonv den''vielen namenlosen, 'u^beki^Qii^^riR'el!er^; ÜniT Helferinnen geleistet,Wird. SWi^f^äb'i^wetc^'eiri'eiä^Paktor im'.} jüdischen Leben die Jüdische Winterhilfe überhaupt darstellt. Nicht mit Unrecht nannte ein Mitglied des Vorstandes die Jüdische Winterhilfe den M i k - rokösmos aller jüdische ri, P r/o b - lerne. Die Jüdische Winterhilfe sei eine moralische Kraftquelle für die jüdische Gemeinschaft und in Berlin ein Hilfsmittel zur Ueberwihdüng der lokalen Zerstreuung deir Gemeindemitglieder in den einzeltien Stadtteilen.' Die Heranziehung der Massen durch Sammler stärke die Verbindung mit"'der jüdischen Gemeinschaftsarbeit; Durch' die Jüdische Winterhilfe haben wir gesehen, daß Kräfte da sind, die Aufgäben' 'zu bewältigen imstande sind. •' j 'Aus der gegehwärtrgeri' Tätigkeit' der: JuHi- 'schen "'Winterhilfe'1 erführ man 'folgendeis:'. Die* Zahl der Spender ist gefin'ger gewordendie der' Uritef stützten1 'ist gestiegen. Gegenwärtig 'bettelt**' die 'Jüdiscn'e' Winterhilfe tn/Berlin etwa' 30.600'; Menschen.'1 Die' Zähl" der Bedürftigen" 'ist' iiif Westen r der Stadt größer, als im Nordend; Auf; jeden., Antrag, -? der auf v Untejrstutzung gestellt i wird, <; kommen zwei Köpf e r ^^nterstützxings- . empfänger; im Vorjahre waren/ös ^LßO^ ^i^xoz. : der; Anträge -werden >v6h einzelnen t Personen; gestallt,- 30 Proz. von Fämilien mW-zwei'rPefso- - nenj. 25 JRrozV von; Familien mit drei Personen. , Nur 230. Anträge oder-1,5 Proz. sind von -Famiilien mit mehrmals sechs Personen gestellt. "Brei- : undzwanzig Zweigstellen' und dreißig Ausgabej stellen sind eingerichtet worden; . 2000 Sammler y'md tätig. 1500 Frauen rsammeln für die'Pfund- Spende. Insgesamt wirken;"-in der Berliner Jüdischen Winterhilfe 5000 ehrenamtliche Helfer und 150 Angestellte. Unter den Unterstützungserhp1fängern befinden sich gegenwärtig 2? Prpz. .Staatenlose und Ausländer und 7 Proz., die nicht ,melir öder nicfit dem Judentum angehören, aber •rass'eflTriäßig'' als. Jujden"/gelten; ./. Ini M^nät November 1936/hat die Jüdische Winterhilfe^.in?;Berlin fürr ihre- Betreuten insgesamt 15C).OÖ'0^ RM/' aufgewendet. Im. Januar 1937 waren es über 160.000. RM. Es wurden im Oktober 1936/Kqh|.en\im .-Werte; .-von 16^000 RM. Jzur Verteilung gebracht; im Monat Dezember stieg diese Zahl auf 28.000 RM.; im Januar betrug sie 15,000 RM. Durch die. Jüdische Winterhilfe werden nur. etwa /V? der betreuten Parteien mit Kohlen bedacht, da ein Drittel durch die öffentliche Fürsorge Kohlen erhalten, Lebens- •mittelscheine werden im Werte vöü monatlich 55.000 bis 60.000 jRM. verausgabt. Die Pfundspende, die von den Frauenverbänderi durchgeführt wird, verteilt monatlich i5.0OCT.bis 16.000 Pakete im Werte von 45.000 bis 50.000 RM. Es werden weiterhin Kartoffeln verausgabt. In der ersten Hälfte des Winterhalbjahres sind für etwa 45.000 RM. Kartoffeln verteilt worden; in der .zweiten Hälfte des Winters wird noch , einmal die gleiche Summe hierfür aufgewendet werden. 'Insgesamt sollen 100 Elsenbahnwaggohs mit Kartoffeln zur Verteilung gelängen; im vergangenen Winter waren es 60 Waggon. Im Monat November 1936 erfnelten 26.000 Bedürftige1 Kartoffeln, im Januar 1937 29.000.":1 r: ""' ' Die Aufwendungen für Kleidung machen ein Drittel der Leistungen},;detf?.«;Jüdischen Winterihilfe aus. Im VöEi'ahr wurdeji für diesen Posten ■ Ti' *'\f* rji .""j J~i ""fT*?^" f \ "f -^"1"* ,600.000 RM. aufgewendet, in diesem Jahre schon ,500.000 RM. Jm; Jahre 1936 wurden 53.990 Personen, in/der ^leiä^rkammerGerneinde abgefertigt. Davon fc^meft' ^J^'^Pif'äön^'y-ö^d&f-', ^Jüdischen Winterhilfe;' r: Im ,. Mtfnäl, Dezember;1936 r-e'r.hfelie.9'' ^jB^^Wso^en MeMun^sstücke. Hinzu kommt die' 'Betreuung voiT 4$C>6 -Kindern ( Zu Chanukah/ Die iCleiderkammier hätt0 im Mo-, :_: - - <. . - - - * i ■•.,<•> -i .? j? rl f> » 1. n ■- W ■- A_ -den Worten: '/^Machet' ~> nichts ,#eben■' niir;:* Götter-aüs Silber'; :und .Götter-- .-aus-)GölcCrr solltür,r! euch- Vnicht machen." (20, %))., iDie Schlußsätze. Jes Bunde«]bucH«a lauten: „Schliel3e mit ihnen und ihren Göttern keinen Bund. Sie'sollen1 in deinem .Lahde nicht' wohnen' bleiben, damit sie dich.- nicht zur Sünde wider mich' verleiten;. denn ,du würdest., ihren .Göttern ^dienen; denn.es würde dir zum 'Fallstrick werden" [23, 32—33).. jübn nvyi yh isViWÄ bph»>a ' bezient'sich a'uf die ' 'n 'nal 'wm"1 %lickt äuf u die ä'ÖSJffö'hm.' Wo?* Bedeutet gehorchen, befolgen;.:So gibt Onk*elosj!dieses- Wört;^ mit ,V'3?Jv ,,un.d,wir nehmen es an": wieder; •Vglrjwq»','\ im* seine, Bruder* gehorchten- (ßereschit 37, 27); anrattniakh seid ihr willig und gehorchet 'CJeschäjhaHiV' 19)/ Nach einigen Kommentatoren ist döf'NäcH'sätz wie folgt zu^verstehen:' Alles^ was G'tt bereit« geredet hat, wollen wir tun. VWS\ Und wir wollen hören auf die Worte, die,Er in Zukunft an uns richtet. Bemerkung zur Sidrä. •Kin rn: iw p ymr w,... .. ,,..; .< . Die Erklärer sind, darüber %einig, daß .das Wörtchen 1K hier nicht „oder" bedeuten kann. Ärjier eine wortgetreue Uebersetzung ist in den Kommentatoren nicht zu. finden; Dr., Simon~ Epp enstein hat im hebräischen Teil,des „Jeschurun.YJI, 3/4, eine Erklärung, veröffentlicht, die hier wiedergegeben sein mag. Dr. E. teilt mit, daß Vf!irwn jmä yc\r> "»31; welcher zu Ende des elften Jahrhundertsin Saragossalebte, 1R mit t? — bis> wie im. Arabischen, ^übersetzte. .Die Erklärung des i?ics lautet .dann nach, Dr. E. folgendermaßen: Der Ochse ist als an zu hetrach* ten — J>iVs "i»» "»» —, solange "bis bekannt würd^ - «in nii 118» »3 ^- daß er ein >]&tößiger Ochse" ist. Danach wird der Satz leicht verständlich. Es werden, idort'noch einige Beispiele aus yan : angeführt, wo 1» gleichbedeutend. <;niit? ."»y > * ist.. i .i - h vi <,.; j ■■ \ . E. H. in Jerusalem.; Kleina i —? ' -ü£HW--!- Ue^Jr^uiig,^es ^orffi.|adWil^ 1HS,:. Ms^tß^mß^j^b rot--- >* b-hf Bftiiü ' In fortsoh?ittlieheh Mio)^4türitedkmsdk^il^ Kreisen gibt sich lebhaftes ,Literesse für die hebräische Ausgabe des Koran kund, die von der Hebräischen Universität "vor kurzem auf Grund der von dem Mitglied des-2' OrientälistisChen Instituts, der -Universität;r>JXty> Joseph Rivlin, hergestellten Uebersetzung veraüstaK. tet worden ist. Die in Lahore (Indien) in englischer . Sprache erscheinendemoh^'mmedänische Wochen* schrift „Th^ .Light"'würdigt in' einem :.L'eitartikel/die 20jährige Arbeit;' die DrV 1 -RiVlin, der emi^ründlicheij. Kenner der: hebräischen .undrarabischen Literatur sei* bei,dieser. JJeb.epse^zung geleistet hajbe. |n .dem Leitartikel wird, weiter betont, daß Dr/;-RiyiiiV Koran- Üebersetzünjg ein Ausdruck '^Üten W4fIensJ,"6nd freund- ' schaftlicher Gesinnung gegenüber dem Islam'sei. Diese; weltoffene ^Haltung des modernen Juden iunterscheide sich vorteilhaft . von dem häufig engherzigen...Stand?.; punkt des! .heutigen Mohammedaners, einem Stand-/ punkt, der iii stärkstem Gegensatz stehe dzti dert AHif- : fassungen "jener Zeit, in der der Islam' Julden undr Christen als die beiden anderen „Völker, des 3uches"'-! begrüßte. . , s, ..,; > ' . ■ :,b •:;C! r.-;i;t,ri . j Briefkasten: a [ .S. 'TH' jyo.' Sir/'/jEs.^ sin<i'. vn^efioli: JVr^kel daeae^. 'Art bei Uns'' 'erscnien&n;' S?e" Äu^eh^^unEs' schön 'die1 gewünschte -Kummer-'^Qäicfeäfr:b%fe$clai#nV>''!*••'•''••» 4 ,); tXwtE»->rJ/L in.;Chi/ (Die/fürbunsi.in r-Betracht. körn-: inenden .Blätter^ haben?Rezer^gnsex;emphir.e., erjba^en; I j: P. w. Ja. /"'" A* "' : " . i Tr. öiifu8:?f1ri^afö^lM&f r-<:- - "~ '« b/TB? JiJili.S'i^ ü ' W :-,hJ w cr:\j 1:; \'< 1 jtnti' SO »«« v Wochenkälenderh^ » Vom 6.-13. Febrüar •'iroTV Vom Ööfaebät' bii' 2? Adar'- ' ...t ■i - ffitria^ Q">bpv 's ansson Samstag 6 25 , . ,i . Sonntag 7 26 Ifi r wnnnpaisa %x - a. , tii>:> us'-üo. >' Nejunopd: Mittwocfuibd$ Montag , PaVÜ» i» A?7 <-m :Hn'. »?i"«rS*rt 25*fc M*br-?■ •r?> - Dienstag reor 9 V2V :tiifc* 28 i 1-i Ä Mittwoch ,- 1P "r >'i P •> ]üp -)1D3 DT Donnerstag H.K.'l 11 »r- -.■ r",' 3 p - *' .:, \<3 'S " freitag 12 y-iii i ,,, 3?, j , j. wm.w«m. ^i 0 Samstag., » " »••'»••• 5. ' 13 i ' •» ..2 ^y-r , fljaoan., np.wn. :) 1 -. . j-.v.viih «Ct -!; - :■ -h, -. y. in der heutigen Nummer/^^^^'.'^''.m^d^^Jilij' druck einer Novelle, in dfer/uns.; die' aus ihren Sjnderbüchern bekannte fe)nsinni£e Schr^t^tellerin Ä\ice 6 pp enh eim er ein packendes Zeitbild entwirft^ ..mTo " > ■' "i!"..'. ..=.,.;.;'~^:->'ti' . '.vi . '