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Der Israelit · 1937-02-04 · Heft 5 (4.2.1937) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 5 (4.2.1937)
Date
1937-02-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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4: Februar 1937 D ei r : L &. r-a . e 1 i t Nr. 5 Seite 3 Der Schekalimruf heute. (Fortsetzung von Seite 1.) ben der Gemeinde und der Familie'schlechthin nicht wegdenken und sie haben uns die Verbindung mit der Heimat durch Jahrhunderte der Not und Verzweiflung aufrecht erhalten. Heute verlangt Erez Israel einen anderen Beiträg von uns. Eigentlich nicht viel mehr als früher; er soll aus der gleichen Innigkeit und Herzlichkeit fließen, aber bewußter und planmäßiger, dem Ziele zugeführt werden. Von anderer Seitewerden Millionen gesammelt; und großzügige Organisationen und Bewegungen arbeiten anstelle jener kleinen treuen Wächter, um die Ruinen, die diese gehütet haben, auf ihre Art aufzubauen. Wir haben Teil am Aufbau, denn wir haben gehofft, gewartet und gespendet, als die Anderen noch kalt im Hintergrunde standen. Wenn unsere Hoffnung, soweit wir an die geistigen Früchte \ der Tränensaat denken, getäuscht wurde, wenn, um mit Jesajas zu sprechen, „der treulich gehegte und gepflegte Weinberg mit Turm und Kelter teilweise statt der Trauben Säuerlinge gezeitigt hat," so kann es nicht unser Wunsch und Wille sein, den Bauplatz zu meiden und den Anderen zu. überlassen, Bauen müssen wir auf eigenemGfund, aber in unserem gemeinsamen Erez Israel; so bauen, daß unsere Saaten auch für Andere, fü r alle, die-sich zu Israel ' zählen Fruchte tragen. - Die Exulanten im Babylon der Gaonim wie die Juden im kastilischen Spanien hatten ihren Obolus nach Israels Land abgeführt! gleichsam, um sich selber das Fremdsein in der neuen Heimat in Erinnerung zu bringen. Im Mittelalter und später bedurfte es für uns der Anstrengung nicht, um uns des Fremi^seiris zu erinnern. Von hier wanderte der Schekel zu den heiligen Ruinen; schon mehr als Gruß des armen Kindes ,a n d i e. n o c h äx me re M u 11 e r. Heute wissen <wir es: Nirgendwo sonst und nuri'im Lande der Väter wird, trotz allem und allem, an einem Heime für uns gearbeitet, das, wie das echte Mutterhaus, Platz, f ü r alle Wochenrundschau- Warum in die Ferne? — Die Assimilationsklausel in Südafrika — Jabotinsky kommt in London zu Wort — Wackelige Staatsangehörigkeit in Rumänien — Ein „Tag ohne Juden" an den polnischen Hochschulen — AbarbaneL Eine, große Musterkollektion vcm Kolonien wird dem armen jüdischen Wandervolk vorgelegt. Madagaskar,- die. Neuen Hebriden, Neu-Kaledqnien, Französisch-Guyana ... Bitte sehr,;foratfchen;> nurv zu wählen!" . . Unid was Frankreich kann, kann natürlich auch En g- 1 a n d. Sir Robert Y. öu n g (siehe; wLInterhausde^atte" siii der 'Spitze der jüngsten 'Nummer) ist überzeugt, daß sich die Juden in A u s t r aie n sehr wohl fühlen würden. Q u e e n s - and und N e u s e e l and wären auch nicht zu yerächten. Also was wolle man noch mehr? — Für eine Erweiterung der Palästinaeinwanderung traten .ein paar Freunde des! jüdischen, Volkes ebenfalls'ein, aber nur so nebenbei. -; •Die. Sache, hat <nur. einen Haken, nämlich den, daß ' die Donuriien, &e -Leberismögta^ : biejhabe n wir d. jJede Schekelmünze, die heute : ■ ,. ■■. ■ ] nach Erez Israel geht, nach unserem Erez Israel, wie es in den orthodoxen Arbeiterkwuzoth; in den .orthodoxen Schulen blüht,- ist B e itrag zu dieser Heimarbeit, dient der eigenen Z u k n n ft, für dieeigen e n Kinder. Diev/Judenfrage wurde äu einer Weltfrage. Und die Welt sucht die Frage zu lösen — durch Entdeckung neuer Länder auf allen denkbaren Länge- und Breitegraden, .auf Inseln der Menschenfresser und Pfefferpflanzen. Das jüdische;Yplk kann auf Grund seiner tausendjährigen Erfahrungen sich zutrauen, mit G'ttes Hilfe auch diese Wüsten zu Gebieten menschlicher Siedlungen zu machen. Aber nicht dahin ruft uns unser G'tt, nicht dahin führt uns der Weg der Geschichte, nicht dahin weist tausendjährige Hoffnung. Antworten wir .auf diese Experimente, diese Spekulationen auf unsere Not, — so gut sie gemeint sein mögen, — mit intensiver Arbeit für Erez Israel, Man lege keine Aufrufe des K e - r e n t H ä j i s c h u w zur Seite, wie eine Druck s a c h e zu Drucksache? Drucksac.ihe?; Ja, aus Druck geboren, wie ihn die jüdische Welt in diesem Umfange vielleicht noch nicht gesehen hat. Und Sache? Ja, unsere Sache, Sa che unserer Zukunft, unserer Kinder, unseres Erez Israel, das auf uns wartet, daß wir kommen und der im eigenen Lande heimatlos gewordenen Jüdischkeit ein Haus bauten. Zunächst ein kleines Haus wohl, in dem aber, nach Ausspruch der Mischna, keiner, der guten Willens kommt, sagen darf, „mir ist zu eng;:hier''.der Ort, daß ich hier übernachte! Wenn wir heute unseren Beitrag im Geiste des alten halben Schekels abführen, so arbeiten wir in der Richtung des „feststehenden und erhabenen Hauses", in das wir, wie wir beten und singen, dermaleinst unseren Schekel mit Jubel tragen ... ten, noch gar keine Begeisterung für die Aufnahme von Juden gezeigt, haben und daß gerade Kan a d a lund Neuseeland schon wiederholt kundgetän haben, daß ihr Bedarf an neuen Einwanderern fürs erste vollkommen gedeckt sei. Was die obgenannten französischen Gebiete betrifft, so können sie zunächst nur den Traum von Abenteurern beflügeln. Palästina ist ein großes, in seinen reichen Schätzen Und seinem fruchtbaren Boden noch unerschöpftes, ja unerschöpfliches Land vorgelagert, nämlich Ab essinien. Wenn schon außerhalb "Palästinas Ansiedlungsboden für jüdische Auswanderer erworben werden soll, warum nicht in diesem Lande, das nun unter der italienischen; Sonne doch gewiß einer großen Zukunft;:.entgegensteht, Italien, das sich stets der jüdisphen Kr^ft zu seinem Nutzen zu bedienen wußte, dürfte doch der Schaff ung eines Jüdischen Heims, oder'!sagen wir mit Nordau eines Na ch ta s y 1 s , gewiß nicht abgeneigt sein. ..'...< Man-.-hörte;vor;, einiger Zeit, etwas von großzügigen Plänen in Abessinien und hörte dann spater nichts mehr davon. Es verstimmt, 'daß zu einer Zeit, da täglich von neuem die Fata Morgana schöner Heimstätten für Juden aus allen Meeren aufsteigt, gerade von jener he st en der M o g;Li c h keilen in Abessinien nicht mehr die Rede j ist. •„Kühn* ist das Wort, weil es die Tat nicht ist." Mani hört liebenswürdige Worte an die Adresse der Juden im Parlamente zu Kapstadt, manUobi1 -i'nre Treue und Zuverlässigkeit, man lobt ihre Aufbauleistungen in Palästina und ihre gedeihliche Mitarbeit am politischen und wirtschaftlichen Aufstieg in Südafrika. Und all die schönen Worte sind ja nur die Begleitm u s i k für Gesetze, die die Einwanderungso erschweren, daß sich dadurch für Viele buchstäblich das letzte Tor der Hoffnung schließt. Selbst unser alter lieber Freund, General S m u t s , kann es sich nicht versagen, den Einwanderungsgesetzen warm das Wort zu reden — mit Rücksicht auf die Juden Südafrikas, deren Rechte durch eine neue Invasion und den daraus zu erwartenden neuen Auftrieb der judenfeindlichen Strömung nicht bedroht werden dürfe. Das Land brauche das qualitativ beste Element für seine Zukunft usw. Wir zweifeln nicht an dem ehrlichen Willen General Smuts. Aber es beunruhigt, daß das beste Element für das Land in d e n Einwanderern gesehen wird, die den höchsten Grad von Assimilationsfähigkeit aufweisen. Was sich daraus für einen findigen Einwanderungsbeamten alles machen läßt, geht ganz gewiß über die Intentionen der Gesetzgeber hinaus. Es kann leicht dazu kommen, daß Einwanderer aus Osteuropa, die wertvolle Arbeitskraft, ehrlichen Arbeitswillen und alle anderen menschlichen Qualitäten mitbringen, nur ihrer Bärte, ihrer Röcke und ihrer Sprache wegen zurückgewiesen werden. Wir glauben nicht, daß die Regierung in Südafrika mit der „Assimilationsklausel" eine Assimilation im religiösen Sinne gemeint hat. Man weiß auch in Südafrika, daß zur gedeihlichen Entwicklung des Landes die V i e.l f a 11 d e r M e n s c h e n g r u p p e n in Glauben, Denken und Lebensform unbedingt notwendig ist, sofern sich alle Teile um Gesetz und Heimatsliebe finden. Aber es kommt selten auf den Geist eines Gesetzes als mehr auf die Methoden seiner Handhabung an. Und hier ist der Punkt, wo das Gesetz zu Besorgnis Anlaß gibt — trotz der von Judenliebe übertriefenden Erklärungen und Beteuerungen. * * * Also wird Jabotinsky doch noch zu Worte kommen. Nach einem Berichte der ITA. habe die Königl. Kommission der NZO ihre Bereitschaft erklärt, die. Aussägen Jabotinskys 'in London entgegenzunehmen. Die Kommission hätte es schon gerne in Jerusalem im Rahmen der allgemeinen Vernehmungen getan, aber die Palästinaregierung ließ den Zeugen nicht ins Land. Jabotinsky hätte bekanntgegeben, daß er vor der Kommission unter Beweis stellen wollte, daß einzig und allein die Regierung die Unruhen in Palästina verschuldet habe und daß alle Blutopfer ihr zur Last fallen. Daß solche Absicht kein geeigneter Schlüssel für die Tore des Landes, die dem Führer der Revisionisten schon seit Jahren verschlossen sind, ist, konnte man verstehen. Für uns ergibt sich daraus, daß die Palästinaregierung nicht in allem bereit war, der Untersuchungskommission in die Hand zu arbeiten. Was wir aus den Aussagen Jabotinskys zu erwarten haben, ist nicht v£el, und das Minimum der Erwartungen sinkt zum Nullpunkt herab durch die Andeutung, in welcher Richtung sich seine Aussagen bewegen sollten. Was er sagen wird, —r - dasmuß von vornherein betont, werden, — wird nicht die Meinung des jüdischen Volkes, nicht einmal des im Zionismus organisierten nationalen Judentums sein, sondern einer extremen Gruppe innerhalb des Judentums. Aber immerhin: Wenn man einmal die Extremisten des arabischen Volkes zu Worte kommen ließ und ihre radikalen Forderungen und Verstiegenheiten bis zum Märchen 4es n^ie Omarmoschee bedrohenden" Eroberungswillens der Zionisten angehört hat, dann hätte Palästina und hätten die Arbeiten der Kommission keinen Schaden daran, genommen, wenn auch ein Exponent der jüdischen Maximalforderungen, wie sie eine dar S

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