Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 4 (28.1.1937)
- Date
- 1937-01-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite. 14. Nr. 4 D e 1 s r a e 1 :i t1 28." Januar^ 1937' KÜRIOSA. •■ In der Loge neben mir sitzt ean biederer, behäbiger Herr. Ein Star steht auf der Bühne und singt Ein Räuspern und Hüsteln und dann geht es los Die ersten Töne des Bajazzo erklingen, als sollten wir alle in die Lüfte entführt werden. Mein, Nachbar greift erschrocken in die Tasche und setzt rasch sein 'Käppchen auf. „Verzeihen, mein Herr, es ist ja italienisch," belehrt ihn jemand flüsternd. „Danke, danke!" Der Herr schämt sich ein wenig seiner Unwissenheit und setzt rasch das Käppchen wieder ab. Nach der Pause gegen Schluß: Der Star, dessen Kehle scheinbar nach oben keine' Grenze gezogen ist, trällert: „Eli, Eli lama asawtani . . /' „Nun ist es wirklich hebräisch," flüstere 'ch meinem#iNachbar ins Ohr. „Sie haben mich zum Besten, mein Herr," wird der Andere mißtrauisch und ärgerlich, „der Sänger selbst hat ja kein Käppchen auf." Er hatte auch wirklich keines auf. Und schrie aus Leibeskräften, warum er so „gottverlassen" sei . . . Wer kennt nicht die Geschichte vom Topf, von, dem der Beklagte, auf Schadenersatz verklagt, behauptet, daß er ihn erstens gar nicht geliehen und zweitens schon in zerbrochenem Zustande erhalten hatte? Ein prominenter Vertreter der Araber vor der Untersuchungskomimissiön in Jerusalem erklärte: Erstens sei das Mandat von Anfang an null und nichtig gewesen, und zweitens werde das Mandat nicht richtig durch geführt. Wer ist der rechte Sohn? Diese Frage des Sultan Saladin, die auch der weise Nathan nicht restlos beantworten kann, erhebt sich wiederum beim Lesen folgender Nachricht, für die wir der ITA. die Verantwortung überlassen müssen; „Der Sohn des früheren türkischen Sultans Abdul Hamid erhebt Anspruch auf die ehemaligen türkischen Staatsländereien in Palästina, mit der Begründung, daß diese Ländereien nicht Staats1, sondern Privateigentum des Sultans waren. Im Auftrag des Sohnes Abdul Hamids hat der Haifaer Rechtsanwalt A. Weinschal eine entsprechende Eingabe allen palästinensischen Kreisgerichten vorgelegt." Gedenkt der Sultanssohn die väterlichen Staatsländereien, sollten sie ihm zugesprochen werden, denen zuzuführen, die das älteste Recht auf Palästina in all seinen Teilen erheben, den Juden? Die Tatsache, daß er Advokat Weinschal und nicht irgend einen Alli Bey zum Anwalt seiner Sache genommen >.at, ließe vielleicht darauf schließen, Trotzdem wünschten wir Herrn Weinschal aussichtsvollere Prozesse ... Die von P. bediente Rubrik „Wort der Lehre ' im „Israelitischen Familienblatt" bildet sich nachgerade zur „Lustigen Ecke" aus. In jüngster Nummer geht die Schrifterklärung g&ut Sidra unter dem Titel 7, Wajischlach" vor sich. Irgend ein böser Geist hat dem Schriftgelehrten auf dem Schreibtisch die Konzepte durcheinandergeworfen. Vielleicht macht es auch die Witterung, die mehr an den Vorherbst zwischen Tischri und Chanuka, als an den strengen Schwat erinnert. Der Schriftgelehrte — er stand einmal auf einer Berliner Kanzel — zitiert zum Schluß einen schönen Midraschj „Nur einmal sangen wir aus voller Kehle: Dank, Freude, Lust — das ganze wunderbare Geschehen. Aber kaum taten wir es, so rührte der Engel an unsere Schultern und sagte: „Ihr singt im Angesicht des Todes? Menschen sinken in die Tiefe und ringen vergeblich mit den Wellen — Ihr aber sängt?" i Mit Verlaub, verehrter Herr Prinz, in der M''= drascherzählung verhält es sich ein wenig anders. Es trug sich .dieses nicht nach der Rettung, sondern beim Uebergang zu. Nicht Israel wollte in diesem Momente singen, sondern die gütlichen Heerscharen. Und es waren nicht die Engel, die Israel Halt geboten, sondern G'tt gebot den Engeln Schweigen, mit Rücksicht auf seiner „Hände Werk", das mit den Wellen rang. Sonst stimmt alle© ... Und außerdem heißt der Wpchenabsehnitt des Liedes nicht „Wajischlach", sondern „Beschalach". B. R. in L. Dank! Briefkasten« Zu spät für den 15. Schwat. Besten Aus der Agudas Jisroel-Bewegung. Treffen der westslovalrischen Agudo-Jugend1 in Galanta. •■ Vergangenen Sonntag, den 13. Tewes, fand auf Anregung und Einladung der Zentral? der Agudas Jisröel-Jugendgruppen in Galanta ein Jugendtreffen, verbunden mit einer Konferenz, statt, an dem sich eine große Anzahl von jugendlichen Agudisten aus der ganzen Westslovakei beteiligt haben. Vertreten waren die Gruppen: Bratislava, Dun. Streda, Galanta, Komarno, Nitra, Säla, Surany, Topolcany und Trnava. In Vertretung der karpäthorussischen Agudojugend war das leitende Mitglied Herr Mendel Kahan- Chust anwesend. Nachdem sich die Chawerim in einer geselligen Zusammenkunft näher kennengelernt hatten, würde um 14 Uhr mit der eigentlichen Tagung begonnen, die vom Präsidialmitglied, Herrn Emil Koth, auf vorzügliche Weise geleitet würde. Die zahlreich Erschienenen würden zuerst mit einer herzlichen Ansprache von dem.Präses der Galantaer Jugendgruppe, Herrn L. Deutsch, begrüßt, ' Seitens der1 Orts- (Baale BatimJ-Gruppe der Agudas Jisroel begrüßt Herr Link und seitens der Galantaer orthodoxen Kultusgemeinde Herr Gemeindepräses M. K a 1 i s c h. Vorsitzender H. Koth behandelt in seiner Begrüßungs* ansprach© namens der Jugendorganisation die Lage der Agudas Jisroel in unserem Lande. Für den Seniorenrat der, Jugendorganisation begrüßt Herr Ä. S. Ungar, Bratislava; die Tagung. Darauf folgt die zündende Ansprache der Begrüßung dürch Herrn Oberrabbiner M. L. Eckstein, Sered, im Namen der Landesorganisation, in welcher er das Verhältnis der Jugend zum Alter innerhalb des orthodoxen Judentums besprach. Auf seine Anregung wird die Abschickung eines Begrüßungsschreibens an Raw Du* schinsky, Jerusalem beschlossen, in welchem ihm die vollste Ergebenheit der slovakischen Agudojugend zum Ausdrucke gebracht werden soll. Den Gruß der Wiener Jugendgruppe verdolmetschte Herr M. Spitzer, Wien, der ihren Kampf um Verselbständigung der Orthodoxie in Wien schilderte. Nachdem das Tagespräsidium ernannt war, dem außer dem Vorsitzenden die Herren E. Singer, Bratislava, B. Porges, Dun. Streda, S. Kaiisch, Galanta, J. Mayer, Komarno, A. Rosenthal, Nitra angehörten, erstattete Sekretär J. Taub, Bratislava, den Tätigkeits- und Kassenbericht über die Arbeitsperiode seit dem Delegiertentag in Presov, 'der auch den Stoff der darauffolgenden sehr ebhc.<£ten und ernsten Debat'e bildete, die bei großer Beteiligung der Anwesenden vom Vorsitzenden, Herrn Koth, vorzüglich geführt wurde. Vor der allgemeinen Debatte wurde auch durch die Vertreter der einzelnen Gruppen Bericht über ihre lokale Arbeit in den einzelnen Orten erstattet. Nach einer mehrstündigen, auf hohem Niveau stehenden Debatte schloß das Mitglied der Leitung, Herr A. S. Ungar, Bratislava, mit einem begeisterten Schlußwort, in-dem er Rückblick über die Tagung hielt und mit Freude für die rege Beteiligung an derselben und an ihrer Debatte dankte, die Konferenz. Zu dem programmgemäß am selben Abend um 8 Uhr im großen Saale der Restauration Fischhof veranstalteten Meeting, das jedem 'zugänglich war, hatten sich außer den zahlreichen Vertretern der, Jugendgruppen auch eine große Anzahl von Gästen, darunter viele angesehene Baale Batim, eingefunden. Präses L, Deutsch eröffnet und gibt der Freude Ausdruck, daß die Zentrale Galanta zum Tagungsort gewählt hat, wodurch ihr die Gelegenheit geboten wurde, prominente agudistische Persönlichkeiten in ihrer Mitte sprechen zu hören und ersucht hierauf den Sereder Raw, mit seinem Vortrage zu beginnen. Redner behandelt in seinem, gespannt angehörten Vortrage die Bedeutung der Organisation für das orthoaoxe Judentum und die Rolle der Jugend In* nerhalb derselben. Er sieht in derselben keinen Selbstzweck, sondern die Organisation ist es, die die Taten eines jeden Einzelnen zu einer großen Tat vereinigen soll und muß, da sie nur so ihre Existenz berechtigt. Agudist sein heißt vor allem, Opfer jeder Art für die gesetzestreue jüdische Gesamtheit zu bringen. Sereder Raw kam dann auf die Aufgabe des religiösen Führers zu sprechen, die er darin erbtickt, die kühle Abwägung des überlegten Alters mit dem warmen Temperament der stürmischen Jugend zu einer fruchtbringenden Tat für Thora und Judentum vefständnisvöll zu verbinden. Seihe'Ausführungen, die mit treffenden Zjtaten aus .dem Midrasch und Gemoro ausgefüllt waren, wurden mit großem Beifall aufgenommen. Nach ihm entrollte Akiwo S.jUngar, Bratislava, in kurzen, trefflichen Worten,, die. er an^ einem Possukr der laufenden Sidro anikn^ip|te> <$e; ägudisKsche Ideologie, und gelangteeben in ihrem' Sinne zti dein Grundsatz, daß" die Größe r eines wahren jüdischen ....... ....... '.»-j.iJ^ii.;»iü.. .. mi. . ' Fünfers hauptsächlich in dem liegt, was er für die * lhofatreuev Gesamtheit- •leistet.-?-Ajlch sem^oWolJl^ red- \ ne*ls»h räls auch inhaltlich '3ui' einer Höhe Ätehendar . Vortrag löste einen großen- Applaus def Zunqrer aus. : Mit dem Absingen., agudistischer Lieder schloß auch diese schöne Veranstaltung im , Rahmen des ganzen , Treffens. b. j.- Agudas Jisroel-Ortsgruppe Berlin; : Die, Agudas - Jdsroel-Ortsigruppe Berlin sieht für die kommende Woche folgende Vorträge vor: Donnerstag, den 28.< Jan.: Dr. phiL Siegbert'Halberstadt': Das Verhältnis religiöser undprofaner Bildung m Erez Jisreal. 20:30 Uhr Synagoge Lessingstr.r28. Sonntag, den 31. Jan.: 1. Gottfried Goldschmidt'. Der jüdische 'Sprachgeist nach S; R. Hirsch. (Nachgehölt vom 24. Jan.) 20.30 Uhr Beth HämidräschEz Ghäjirii, Klopstockstr. 25/-pt. — 2. Max Neubefger: Sinngehalt der Mizwoth (nach S. JR-. Hirsch „Choreb"). 16.30 Uhr Artilleriestr. 31, Befsaal (für Herren). Mittwoch, den 3, Februar: Dr. iPäul Galewski: Arbeitsgemeinschaft: Di© Wodhensidra. 20.36 Uhr Pariser Str. 4> Synagoge, Bei den S i n a i - L e h r g ä.n gen fallen folgende ■ Vorträge, vorläufig aus: Rabb. Dr. Heinrich Cohn am 30. Januar; Rabb. Dr. Hermann Klein am 31. Jan. Familien-Nachrichten. Barnxizwoth; Erich, Sohn des Herrn S, Blum ' und Frau Rosel geb. Levi, Strasbourg, 24 rue Kuhn; nn* t~)2V —James Josef, Sohn des Herrn Saul Dzialdow und Frau Jenny geb. Malina, Berlin NW 87, Elberfelderstr. 15 D'ösw» » Synagoge Adaß Jisroel, Siegmundshof 11. — Adolf Tay er, Israelitische Waisenanstalt, Frankfurt a. M., Röderberg weg 87, 13. Februar 1937. nmnn na». , **" Vermählte: Schlomoh Josefi (Dzialozinski) mit Klärchen Josefi geb. Rosenthal, Leipzig,, Köln, Haifa. 9. Schwat 5697. 7 0. Geburtstag: Fraü Dina Seelig Ww„ geb. Blumenthai, Schlüchtern, 31. Januar. —■ Frau Fanny Ulimann geb. Mayer, Tel Awiw, Fischmannstr. 47. 9. Februar. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim, Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro- Vortrag Herr Nathan Weiß. Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: D'JH, Herr R.-A. Dr. E. Posen. — nachmittags 3.30 Uhr im Vereinslokal, npsr ]»y Herr Rabb. H. Mayer. — nachm. 3.15 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul* föiR «jdv. Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, omas pn, Herr R.A. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, «im, Herr J. Soff er. — nachnv 5-15 Uhr im Hörsaal, Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Bamberger, Mainz über: „Jüdische Einwanderung nach Erez Israel im Laufe der Jahrhunderte". Montag (auch Donnerstag) nach Schul im Hörsaal; mvn- Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: Op^ri) mm, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, TtiVB, Herr R.-A. Dr. E. Posen. — abends 7 Uhr (auch Donnerstag") im Lokal, mm, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiftnngen. Schabbos, 30. Januar: Josef Hermann Jülich-Stiftung- Montag, 1. Februar; Josef Grebenau-Stiftung. Dienstag, 2. Februar: Maximilian Michel-Stiftung. „Jüdisch-wissenschaftliche LehrkurSe". Sonntag abend 8 Uhr im Vereinslokal: „Ausgewählte Stücke aus der Tefillo", Herr Studienrat J. Kaufmann. Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho 4 15 Uhr im Hörsaale Friedberger-Anlage, Vortrag des Herrn Schachnowitz über: „Vor den Toren des Sinai". Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und Mnssar. (Alle Schümm wie üblich) Judische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den I.Februar, abends 8.45 Uhr wird Herr Dr. Ph. Biberfeld im Hörsaal, Friedberg.-Aniage 5 sprechen über: „Menschheitsentwicklung"" Gäste,Damen .willkommen. Gebetzeiten. VW Mtt Freitag abend 4.50 ' Samstag n»s»n 7.00 Samstag mörg. 8.0d Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 6.05 Wocheng' ttesdienst: - Hauptminjan in der Synagoge 6.55 2. Minjan 8,00 An G'ttesdienst anschließend: Lernen des pT'n?j^D- Vereins im Hörsaal .,.. > Nachmittags 5.ÖÖ: .' ^- ^efUliniegeni am Morgen .7,03;