Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 4 (28.1.1937)
- Date
- 1937-01-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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F R F" 7 mbm 11; &ar; mmm i ~ . ■ •< ■ Neue Terrorakte in Palästina« .••'•' JeTus-alem, 26. Jan.'1 Die Terrorakte, die in der vorigen Woche nach Beendigung der Untersuchungen der Kgl. Kommission in steigendem Maße zugenommen haben, halten an. Aus allen Teilen des1 Landes werden Zwischenfälle gemeldet«In Haifa wurde in der Nähe der Eisenbahnstation ein Lastzug "beschossen. In einen Privatkraft wagen wurde eine Bombe geworfen. Das Automobil brannte vollständig aus. 1 Am späten Abend überfiel eine Gruppe Araber Juden im .jüdischen Vierteil von S a f ed Und bewarf £ie mit Steinen. Einige Juden würden leicht verletzt, dagegenerhielt ein englischer Polizist, der den Ueberfallenen zu Hilfe kam, so schwere Verletzungen, daß er in ernstem Zustand ins Hospital gebracht, werden mußte. In Nablus wurde ein. großes befestigtes Militärlager errichtet. Im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Festung gingen aus Jerusalem nach Nablujs technische Militärabteilungen ab. Während der jüngsten Unruhen war dieses Gebiet das Zens trum des arabischen Äufstandes. Die Errichtung des Militärlagers wird in einen Zusammenhang mit . der Abreise der Kgl. Kommission gebracht. Bekanntlich drohten die arabischen Terroristen mit Erneuerung der Unruhen nach Abreise der Kommission. „El Liwaa" teilt mit, daß in der Umgebung von Jerusalem wiederum Patrouillen berittener P o l i z e i eingesetzt wurden, Die Chausseen Jericho- Jerusalem werden ebenfalls von berittener Polizei bewacht. Hingegen sei die Zahl der Polizisten in den Kolonien vermindert worden. Bombenanschläge in Nordpalästina. Ferner wird geschrieben: Nach dem Abschluß der Untersuchungen der Kgl. Kommission haben sich die Terroraktionen in ganz Palästina wieder verstärkt. In der Nacht zum Freitag erlebte ganz Palästina eine neue Terrorwelle, die insbesondere in den nördlichen-Bezirken des Landes zum Ausbruch kam. Es gab wieder zahlreiche B o :nbenansch läge Und S c h i e ß e rei en. Die Aktionen der Terroristen rdchteteh sich idieses Mal besonders gegen;gemäßigte Araber. -So wurden in arabischen Läden in Haifa und Äkko ßömben geworfen oder reicht Araber beschossen, weil sre sich geweigert hätten; lilie sogehahnten „Steuern" an die Terroristenbanden abzuführen. Auf den arabischen Bürgerhieister von Haifa, Has= -san Bey Shukri, wurde -ein Revo 1 veranschlag verübt. Als der Bürgermeister sich in das Rathaus begeben wollte, trat ein Araber auf ihn. zu und gab mehrere Schüsse auf ahn ab. Der Bür^erineiS^r blieb unverle£zt. Der Ättentätier ist entkommen. Bürgermeister Hassan Bey Shukri ist den arabischen Radikalis ten seit langem verhaßt. Er gilt als -zu rkgieftögss freundlich und in den Fragen, die das Oberste Arabische Komatee zu seinen HaüptprogramMp%hkteh erhoben hat, als zu sehr 'zu Kompromissen geneigt. Es heißt, daß, der Bürgermeister deshalb aus dem Wege geräumt werden soll. Cheisekretär der Palästina-Regiening wird abberufen. Jerusalem, 19. Jan. Amtlich wurde bekanntgegeben, daß der Chef- •sekretär der Pälästiharegierung, John HathornHall, vqn seinem jetzigen Posten abberufen wird und das. Amt eines britischen Residenten' beim Sultanat San1 s i b a r erhält. Sansibar ist die größte Insei. 'ih einem Archipel an de* falrikankclien Ostkü®te:' Die Bevölkerung be-, Rabbiner Dr. Isaac Herzog, der neue Oberrabbiner der KenesseS' Israel -■Gemeinden in Palästina trat YOrige Woche in Jerusalem sein Amt an. rungsgewalt wird von dem Sultan gemeinsam mit dem britischen Residenten ausgeübt. v Zum Generalsekretär der Palästinaregierung war John Hathorn Hall im Jahre 1931 nach dem Rücktritt des früheren Chefseferetärs Marc Atchinson Young berufen worden. Der Vorgänger Youngs war Chefsekretär Luke, der nach den blutigen Unruhen des Jahres. 1929 zurücktrat. Auch der zweite Sekretär der Palästinaregierung, der jüdische Beamte Max N u r o k , verläßt, wie vor kurzem mii^&i&ili, Palästina, lim in gleicher Stellung nach Tanganyika zu gehen. In der jüdischen Öffentlichkeit Palästinas erwartet man, daß ein nichtjüdischer Beamter auf den Posten Nüroks berufen werden wird. Es herrscht starke Mißstimmung über die seit einigen Jahren anscheinend systematisch durchgeführte Entfernung der jüdischen Beamten aus dem höheren Verwaltungsdienst Palästinas. Allerlei aus Palästina, Jerusalem, 24. Jan. Den&ächst soll in Palästina eine jüdische Zeitung in arabischer Spräche herausgegeben werden. Die Mittel hierzu sind von ägyptischen Juden zur Vers die nach Erez Jisroel wandern, um den Boden des Helligen Landes mit ihrer Hände Arbeit in Fruchtland umzuwandeln und dort ein der Thorä geweihtes Leben erblühen zu lassen. Frankfurt arti Main Postseheck-Konto< Ffm. Nr; 53900 Iii! ■ZU l Ufa!«lUWwWw«!«!»« »■*■»■* W »Vi fügung gestelltworden. Als Schriftleiter wurde ein bekannter ägyptischer Journalist gewonnen. Eine, Abordnung der U n a b.h'ä 114J igen A r b e it e r p art iei E n g 1 a n d.s , bestehend aus den Abgeordneter», McGovern und Campbell Stephen, ist ani ^Mittwoch in Palästina eingetroffen. Die Tageszeitung »jiaarez" widmet dem Abigang de« S«kr«tärs der Parls^stin^regierung, Max N li r o Je , •der bekanntlich Jude ist, einen Leitartikel. Die Meldung des „Dawar", Nurok werde nach Palästina •wieder zurückkehren, treffe nicht zu. In der Nähe des arabischen Dorfes Bet Dagon stieß ein kleines mit jüdischen Passagieren besetztes Personenauto mit einem arabischen Lastkraftwagen zusammen. Das Personenauto stürzte um. Hierbei wurden fünf Passagiere schwer verletzt, unter ihnen der bekannte Jerusalemer Arzl^'Z. A vi gd o.r i, der 'ernste Verwundungen am Kopf und eine Gehirnerschütterung davontrug. Nach einer von der landwirtschaftlichen Abteilung der Jewish Agency veranstalteten Zählung gab es Ende 1936 in Palästina 203 jüdische landwirtschaftliche Kolonien mit einer Bevölkerung von 105.000 Seelen. Somit befaßt sich ein Viertel der jüdischen Bevölkerung Palästinas mit Landwirtschaft. Nach der Zählung im Jahre 1927 gab es damals in Palästina 110 jüdische landwirtschaftliche Siedlungen mit insgesamt rund 30.000 Seelen. Die landwirtschaftliche Bevölkerung Palästinas hat sich also seit neun Jahren mehr als verdreifacht. Die italienische Schiffahrtsgesellschaft „Adriatdca", die seit Anfang des Jahres an Stelle des Lloyd Triestino den Verkehr nach dem Fernen Osten besorgt, wird ihre Frachtschiffe neben Haifa auch Jaffa und die' neue Landungsbrücke bei Tel Awiw anlaufen lassen. Der Lloyd Triestino hatte im Oktober 1936 beschlossen, nur noch den Haifaer Hafen anzulaufen. Bis zum Jahresende 1936 wurden über den Hafen von Tel Awiw 45.000 Kisten Zitrusfrüchte zur Verladung gebracht. Damit werden 1,4 Proz. des gesamten Zitrusexports über Tel Awiw verschifft. Knapp 60 Proz. gingen über Haifa, etwa 35 Proz. über Jaffa und der Rest auf dem Bahnwege nach Port Said. In. 'de'n 'ersteh ze^in Monaten 1936 sind die behörd* liehen Baüerlaubnisse, ^gemessen an der Grundfläche, für die sie erteilt werden, um 41 "Proz. gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1935 ^zurückgegangen. Wie die Zeitung „A Difaä" berichtet, haben fünf arabische Notablen, die große 'Besitzungen Im Bei- SEn-G'ebiet haben, dort wohnende syrische Araber beauftragt, dem Jüdischen Nätionalfonds 1000 Dunam zum Kauf anzubieten. Seit vier Tagen stehen drei sogenannte illegale judis'che Einwanderer im Gefängnis von Jerusalem im Hungerstreik. Sie foirÄerri ihre sofortige Freilassung. In dem Januarheft des Monätsbulletins für Statistik wird mitgeteilt, daß die Ausgaben der Paläsimäfegiierung vom i. April bis 30. November 1936 2^7.iÖÖ0 pfund •betrugen, Für Verteidigungszwecke wurden 125,250 Pfund und für außerordentliche Ausgaben im Zusammenhang mit der Entsendung von Verstärkungen nach Palästina 50.000 Pfund verwendet. In den ersten acht Monaten des Finanzjahres, in die die ganze Zeit der Unruhen fällt, waren die Ausgaben um 22.000 Pfund größer als die Einnahmen. Der Verwaltungsüberschuß der Palästinaregierung, ist infolgedessen von 6,246.000 Pfund auf 6,228.000 Pfd. Ende November gesunken. Zu den Feierlichkeiten anläßlich der Krönung König Georg VI% ist neben den Vertretern der jüdischen •Bevölkerung Palästinas als Vertreter der palästinen* sischen Araber auch Emin Bey Abdul Hadi ein* geladen worden. Die arabische Presse richtet heftige Angriffe gegen Abdul Hadi, weil dieser die Einladung angenommen hat.