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Der Israelit · 1937-01-28 · Heft 4 (28.1.1937) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 4 (28.1.1937)
Date
1937-01-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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3$. Januar 1937 J- H 1 -j Holland, Einweihung' eines Klubhauses mit einer Synagoge im jüdischen. Werkdorf int ' Wieringer-Meer-Polder. - A m s t e rd a. m , 18. Jan., "Am 17. Januar wurde im jüdischen Werkdorf im Wieringer Meer Polder, wo Jugendliche 'aU®:-Deutschland zur spateren Niederlassung m Palastina- und Uebersee handwerklich' und landwirtschaftlich geschult werden, ein neues ,von den, Zöglingen , selbst errichtetes, - Klubhaus mit; S y n .a g o.g e. 'durch Prof, Dr.' G; vän dfen Berga feierlich' eröffnet. Die Grundsteinlegung hatte vor zwei Jahren der da» malige Oberkommissair für Aus Wandererfürsorge, James .G. ^MacDonald, vorgenommen. Prof.,: van den Bergh dankte in meiner Ansprache der niederländischen Regierung für. die Förderung dieses Ausbildungswerkes, das seit 1934 b.ereits zweihundert . Zögf linge entlassen hat/die, sich zur Hälfte-jn Palästina, zur, Hälfte.,in-, Südamerika, und. Südafrika niedergelassen haben. S. Adler-Rudql=London - bezeichnete den Neubau als Sinnbild: der Tatkraft und des Lebensmutes der jungen Leute und .ermahnte sie, sich als wertvolle, Menschen und gute Juden, zu bewähren. Weitere Ansprachen hielten Prof. Dr. D. Cohen im Namen der holländischen Judenheit, Dr. Ab el>, J Herzberg, der Leiter des Werkdorfes, J. K ä t z en e 1 s on , und' J. S i l f e r b e r £ : im Namen der Zöglinge. ''' , '' ' ■ ■ . - Polen. , Warsehauer Brief, Die „Hochschalkrawalle" im Sejm. — Die .letzten jüdischen Beamten. — Auflösung eines jüdischen Hilisvereins. Die Territorialisten Polens für die französischen Projekte. . . -. W,a,r« c h a u, 26. Jan. , In, - der - Haushaltskommission des. polnischen Sejm äußerte sich der Unterrichtsminister Szwiento.= s 1 a w,s k i in einer längeren Rede über die Lage in den Hochschulen. Er verurteilte schärf die judenfeindlichen Ausschreitungen und erklärte die Errieütung von „Ghettobänken" an der Hochschule .fürunmöglich und indiskutabel. Für weitere Widersetzlichkeiten der' jungen Akademiker 'drohte er scharte Strafen an. Die jungen'Leute sollten wissen, daß sie, indem sie Anderen das Studium verleiden, sich selber den größten Schaden" amkj^^.da 'sie' htü> figen Üniver^ wichtige Jahre ihrer Studienzeit verlieren. Insbesondere ging" er 'auch auf die Zustände . in Wii n a ein, .wo ,die Revolten .'an'; der Üniversitat 'mit. besonderer Hartnäckigkeit aus- geführt würden. - - .. . , ■ ■{ '; s . y. ■ ■- v!-'i/;>^S';i':.:-Lc •. . *uu4 •)..< ) In der Aussprache ^teilte .der Referent, Abgaordnete? P o chmärski, fest, daß der Prozentsatz der jüdischen. Studentenan Hochschulen, den prozentuellen Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung Polens nicht,.übersteigt". Dj&r .a g n dis,tis;c h.e A b g e o rd n e t e Mi:n zb e;r g sagte.:; „Der Ruf „Schlagt die: Juden!" läßt sich mit'der Ehre. Polen®..nicht yer- , ieinbaxen. Ehre und Vaterlandsliebe sollen -aber zu- i .... . ■ .. ■ ic ii-v. ,-t :• •.<!'•> .•).••• . •. 'sammen .gehören/'. < Selbstverständlich ergriff aiich.\' ider berüchtigte ..-y.Äbgeordnete_. B.'u_.d'izyn sk; das; Wort,/ Et sajt, weitece Toleranz gegen die Juden wäre>Ve'rskjayüng,' Abgeordneter -M fh z b;e r g\ nimmt-; npch'"^einmai 'xfas? ^Wort,'_ um -diese Ausführungen; zu ^parieren. Solange '.-vamjünterric^t'smin^V^üni} nicht -eindeutig : erklärt werdet daß die Juden" äiich 1 auf dem Gebiete des ' Schulwesens .vollberechtigt - D e r I s^a e 1 t t seien, werden :die- Unruhen< nicht, aufhören. Sowohl1 Minzberg wie' .'anderer Abgeordnete ^erinnern an die; ^/orte - des ilMiöistBipräsidenten, wonach jene;1 Ausschreitungen, 'zur ^Anarchie ijührten. -1 ■ ■ * ■ •» Ferner brachte bei der Behandlung des. Budgets Abgeordneter Minzberg die "Lage der letz t en j ü - diso h-e n Beamten in Polen zur Sprache.- Aus der österreichischen . Zeit her sind noch einige Juden in 'Galizien vim ßahndienst, die aber -ein unsägliches Martyrium ^durchzumachen haben. Em jüdischer'Bahn» ' beamter, der Selbstmord beging,' begründete seine-Tat ■in.einemhinterlaseenen- Schreiben damit, daß er die fortwahrenden Schikanen wegen seiner jüdischen Zu- Die Woche. Berlin. Auf einem Tee-Nachmittag zugunsten-der 'Judischen Winterhilf e1 Berlin wurden zahlreiche künstlerische Vorr. ■,; fuhrungen einem beifallsfreudigen Publikum, geboten. U. a. spielte das Orchester der Jüdischen K ünst 1 e rh'i 1 f e. Hannöver. Die „Chewra Kadischa", der Beetdigungs- und Wohltätigkeitsverein der Synai. >.<gqgenyerein. Hannover feierte sein 175j ä h ri g es B.e s t eh en. In einer Feier sprach' der1' Vorsitzende, Rudolf Herz b er gvüber die Geschichte, der Chewra,' Warschau. Das Polnische Verrechnungsinstitut, das für den Abschluß . von Claeringr '; Abkommen zuständig ist> hat den nach langen 1 Verhandlungen zustande gekommenen Entwurf für ein Transfer ab kö m m e n zwischen Polen und Palästina nunmehr gebilligt. Das .Abkommen, soll ..he-, , reits in der zweiten Hälfte des Februar in Kraft treten. — Im April wird die polnische ' Fluggesellschaft;;,Lot'!' den" regelmäßigen . Ppst= und Passagierdienst von Warschau nach Tel Awiw aufnehmen. Die Strecke soll 'in 36' Stunden zurückgelegt werden und zweimal in der Woche beflogen werden.. Der Fahrpreis beträgt1 einschl. der Rückfahrt 50 Pfund. Lemberg. Im Jahre 1936 sind in Lemberg insgesamt 71 Juden zum'. Christentum . übergetreten. 'Unter ihnen befinden-: sich viele, die eine höhere Bildung ".besitzen,., Rom. Die italienische Fluggesell/ schaff ,,Ala Littoria" wrird mit Wasserflug-: zeugen .einen regelmäßigen Dienst auf. der' Strecke Brindisi—Haifa einrichten, die in 8 Stunden bewältigt werden soll. Sämtliche fremden Fluglinien werden den Flughafen von. Ijydda benutzen. , Der. Lufthafen wird gegenwärtig ausgebaut und' wird nach sei- : ner Vollendung der größte des Nähen Ostens' sein. Mit 2500 Dunam Bodenfläche ist Leij/^doppelt so groß als der Flugplatz >: . " iri. Alexandrien. (, London. r>Daily Telegraph" will erfahren habeh^ daß der Bericht der Kgl. Kommission in*r April vorliegen wird. Gleichzeitig werde die englische Regierung . ein Statement of Policy über das Palästinamaridat veröffentlichen. Damit würden alle ff Vorbereitungen für die im Juni stattfindende Tagung der Ständigen Mandatskommis.siön; des Völkerbundes getroffen sein. New York. Der im: November v... J. wiedergewählte . Gouverneur von Illinois, Horner, ist für seine zweite Amtsperiode vereidigt worden. >. Gouverneur Horner, ein Jude, spielt im (amerikanisch - jüdischen G'esellschaftsleben Amerikas eine große Rolle; : %■•. ] '. gehö'rigkeit ^nicht mehr ertragen konnte. „Solange' man; ünst nicht auf die, .Inseln der Menschenfresser] schicken ük^QS,'.' schloß Minzberg, >,spll man unsere; :rMencheny^:d(e: nicht mit*,Füßen-, treten."^.;' ' ' Das'' nach Inkraftsetzen des Schächtverbotes hier gebildete J ü d ische Komitee f ü r H i 1 f &. an die brotlos gewordenen jüdischen Fl eischh ändl er und Fleische r arb eiter wurde von dfet- Benorde: ohne Grundangabe , a u f 'g e =, lö:st.' ■ ■ ■'■ . --. v ■• - ■■.--. :.-.""! Im Gegensatz zur Mehrzahl dfefr"jüdischen Zeitungen treten'' die 'temtorialfstische'n- Kreise^ die in der. Liga „Freilanid" organisiert ' sind, sehr warm für die. . heuenfranlö^ibchen1 Ansiedlungspläne ein/ Die Ge- . seÜschäft ',;Eni'cor'- ruft die Judenheit1 der 'Welt;"'a-uf; ' den ' Plänen ' volles Ihteresse11 entgegenzubringen; Es seien in' de& -^eäännteh'; Gebieten Läridereien genug vorhanden^ die sich' zur.^Kultivierung^ eignen, wenn "nur die hötipih Mittel zur1'Verfügung gestellt werden;. Nr. 4 Seite 7 < , ,. „, ., .. . .." ...•~*~~^~~^ ' ';-'" ':jEin Appclh der polnisclieii Rabbiner. .! , Warschau, 25, Jan; Seit einigen Tagen prangt ein.Ki esenp 1 a(k at an den Mauern in Warschau und Wiina sowie in den jüdischen Bezirken anderer -größeren und kleineren Städte, auf , dem alle jüdischen Brüder.. und Schwestern mit flammenden Worten ,zu r. Ei n ke h r und Rückkehr und zu einer Hinwendung zum Lesben der Thora aufgefordert werden. Mit ergreifenden, lapidaren Worten wird die. jüdische Lage in der Welt und speziell in, Polen gezeichnet, in der wir einen mahnenden und warnenden G'ttes* finger zu erblicken hätten. „Wenn nicht heute, wann dann?" Speziell richtet sich 'der Appell an alle, für eine bessere, thoragemäße". E rz'i ehung ihrer Ki.n-d er besorgt zu''sein,. mehr als' bisher auf die 3, a b,b a t h e i 1 i g u n g in ihren Familien und auf der Gasse zu achten, die S p e i s e.g e s et« e aufs ^einlichste, zu beachten und alle Uebel, die gegen die , j üdis ch e R'einheit verstoßen, abzustellen. Gerade mit Rücksicht auf das Schächtyerbot in Polen ,gelte , es für da® polnische ^Judentumj die. ihm von G'tt..auf erlegte, Prüfung bis; zur Selbstaufopferung in Ehren zu bestehen. Der Aufruf ist in, hebräisch und jiddisch abgefaßt und von ü b e r 5 0 0 R a b b i n e n , . die: sich auf sämtliche Gemeinden Polens verteilen, unterschrieben. , - . Rabbiner aus ganz Polen geraten über die Auswirkungen der Schechita-Beschränkung. Warschau, 20, Jan^ Am 18. Januar -wurde in. Warschau eine/Landeskonferenz der Rabbiner Polens eröffnet, an der auch der Gaon von Wilna, Rabbi Chaim Oser Grpdzenski, der _ Rabbi' von Beiz tundv andere Thoragrößen teilnahmen! Die nichtöffentlichen Beratungen, der Konferenz waren für zwei Tage anberaumt. Sie galten hauptsächlich den Auswirkungen des am 1. Januar in Kraft getretenen Tierschlachtungsgesetzes. Bie-Agudas Jisroel an erster Stelle im jüdischen Polen. . W a rschau, 13. Jan.. In dem vom Zentralverband der jüdischen- Darlehenskassen Polens (Zekaba) herausgegebenen wirts schaftsstatistischen Bulletin werden j bemerkenswerte Zahlen über die Ergebnisse der Ende 1935 in Polen - durchgeführten Neuwählen der Vertretungeh'jüdischer Gemeinden veröffentlicht. In einer statistischen Tabelle werden 97 Städte der Wojwodschaften Warschau, Lodz, Lublin, Kielce und Bialystok erfaßt. Die Stadt Warschau selbst ist dabei niBht berücksichtigt. Die Gesamtzahl der Gemeindevertreter in diesen 97 Gemeinden beträgt 959. Die Gruppenzugehörigkeit dieser Gemeindevertreter ist aufschlußreich für das Stärkeverhältnis der jüdischen Parteien in Polen. Es entfallen auf die Aguda 21 Pröz., auf die Zionistische, Organisation 17,2 Proz., auf den Misrachi 6,2 Proz., auf die Rechten Poale Zion 5,5 Proz., auf den „Bund" 8,8 Proz., auf die Linken Poale Zion 1,8 Proz., auf die Revisionisten 2,7 Proz., auf die Folkisten 1 Proz., auf denfVerbc,^i der Kriegsteilnehmer 0,3 Pröz., auf die Handwerker 9,4 Proz., auf die Kaufleüte 1,1 Pro'z., auf Unparteiische religiöse Gruppen 15,5 Proz. und auf ändere Unabhängige'9,5 Proz. Auf Grund der zuerst angeführten neun politischen! Listen würden somit 64{5 Proz. der Gemeindevertre* i'er-gewählt,' 10,5 entfielen' auf die beiden Wirtschäftsgrupperi (HändNivfferker und Kaufleüte) und 25 Proz. auf parteilose Splittergruppen. Unter den politischen Richtungen steht die A g ud a an erster Stelle, wenn die einzelnen zionistischen Parteien gesondert angeführt werden. Auch weist * sie die stärkste' Wahlbeteiligung bei Gemeindewählen auf] Es muß auch, in Betracht gezogen werden, daß die auf : die: Wirtschaftsverbände und unpolitischen Listen entfallenden 35,5 Proz. der Mandate partei* politisch, aufgefeilt werden können. 'Dieun p.a-r t eiis c.h.en, r e ligi ö s en- Gru p p en sindder Aguda und dem Misrachi zuzurechnen, die Vertreter ,der übrigen Unabhängigen in ihrer großen Mehrheit den Zionisten; diese, zählen -. auch . einen;er|iehlichen Teil der Vertreter von Kaufmännschaft und,. Handwerk zu

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