Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 4 (28.1.1937)
- Date
- 1937-01-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 4 U e r l > f i e l i' t '28. Januar 1937 KEREN HATORAH ist der Treuhänder des, jüdischen-.Volkes für die Erhältung seines' nationalen Gutes vom Sinai. ■»BjjSp Helfet dem KEREN HMÖR^H! HB Keren Hato.rah, H am b u rg,H e i n r i c h ß a r t h s1 r o ß e 2 1,Pos t sc h ee kkonfo; Hamburg 24753 WSÜm ruhe erfüllt, sagte der Minister, obwohl es an der Oberfläche ruhig aussieht. Es ist für uns kein großer Trost, daß die letzten Ueberfälle weniger , aus politischen Motiven verübt wurden und mehr kriminelle Verbrechen darstellen. Die Raub- und Mordgier ist aber von den po- 1 i t i s c h e n Führern entfesselt worden, und. die Banden als deren Instrument denken nicht daran, gleich dem\ General und seinen Truppen, heimzugehen. Ob der unschuldige jemenitische Arbeiter David Haman'i, der am 5. Januar bei Chedera verwundet wurde und dieser Tage seinen Verletzungen erlegen ist, ein Opfer politischer Umtriebe oder einfacher krimineller Verbrechen wurde, ist für die "arme verlassene Familie belanglos. Auch für uns, wenn, was G'tt verhüten mag, die Geister, die aus dem Sumpfe der Streikbewegung aufgestiegen sind, ihr böses Spiel weiter treiben sollten. Hoffen wir, daß das Vertrauen, das der Minister nunmehr auf die reguläre Polizei in Palästina setzt, sich als gerechtfertigt erweist. Franklin D. Roosevelt, der Präsident der Vereinigten Staaten, mag von „ U e b e r - schüssigen" und „Ueberflüssigen" in Amerika nichts hören. Er sprach es dieser läge aus Anlaß seiner Wiedervereidigung als altneuer Präsident der Vereinigten Staaten deutlich aus. Daß er dabei die Gleichberechtiguag und Gleichbewertung aller Bürger und Bürgergruppen in Amerika betonte und unterstrich, ist gut amerikanische Tradition und fiel nicht auf. Wenn er aber dann sagte' „Wir werden niemals irgend eine treue, den Gesetzen ergebene Gruppe innerhalb unserer Grenzen als überflüssig ansehen," so darf man mit Recht annehmen, daß diese Redewendung an Warschau adressiert ist. Eine Kopie dieses Sendschreibens dürfen auch .gewisse Gruppen in Amerika selbst, die die „Ueberschüssigen" nicht an der Freiheitsstatue vorbeilassen möchten, zu ihren Akten nehmen. In Prag wurde dieser Tage ein Gesetz über die jüdischen Kultusgemeinden in der Tschechoslovakei ini Parlamente angenomme n. Das Gesetz umfaßt die historischen Länder B 5 h m e n und Mäh r e n - Schlesien; somit bleibt die Gemedndeordnung in der Slovakei, also in den früheren ungarischen Provinzen, von der* Neuregelung unberührt. Das neue Gesetz soll, nach einer Ansprache des Abgeordneten Dr. Goldstein, dazu dienen, „die Judenheit in den genannten Ländern zu einer festeren Einheit zusammenzufassen'." Mit dem Gesetze sind auch zwei Resolutionen angenommen, -die auf eine V ereinigung aller jüdischen K u 11 u s g e - meinden Groß-Prags und auf Einführung des demokratischen Wahlrechts für alle Kultusgemeinden in der Tschechoslovakei hinauslaufen. . Wir wissen nicht, ob sich nicht aus dem Nebel des „demokratischen Wahlrechts" eines Tages das aktive und passive F,r a u e n - Wahlrecht herausschälen werde. Daß die Führer der (jüdischen Gemeinden in der Tschechoslovakei noch andere Sorgen und Aufgaben hätten, die zu beheben und zu lösen man vielleicht mit der neu erreichten und gesetzlich geschützten Organisation versuchen könnte, ergibt sich aus einer wenig ermutigenden Statistik, die der Berichterstatter des Verfassungsausschusses . aufstellt. Nach diesen Zahlen befinden sich die Juden in Böhmen im steten und rapiden Sinken, so daß ihre Zahl sich in den letzten Jahrzehnten um volle 20 Proz. verminderte. Im Jahre 1890 lebten noch in Böhmen 94 479 Juden und machten 1,62 Proz, der gesamten Bevölkerung in Böhmen aus. Im Jahre 1930 zählte man aber in Böhmen nur noch 76.301 Seelen, von denen ungefähr die Hälfte in Groß-Prag lebt, In den weiteren sieben Jahren bis heute hat sich das Bild noch wesentlich verschlechtert. Die jüdische Auswanderung aus Böhmen ist nicht so übermäßig groß, im Gegenteil hat in den letzten Jahren Prag einen jüdischen Zuzug aus einigen Ländern in Mitteleuropa erhalten. Ueber den geistigen Rückgang in deV Stadt des „Hohen Rabbi Low" und des „Nöda b'Jehuda" und in den Gemeinden, die früher einen Teil der jüdischen Welt mit-Thorageist versorgten, fehlen Zahlen, er ist auch in Zahlen gar nicht mehr zu fassen. Der Grund für diese Erscheinung? Taufei Mischehe, Äbtrünnigkeit ohne konfessionelle Bindungen, Geburtenrückgang usw. ... Aus all dem ergibt' sich klar genug,- ■■ daß wenn die nun staatlich fundierte Organisation der jüdischen Kultusgemeinden Böhmens v als Gefäß — jede Organisation ist ja nur ein Gefäß — Inhalt erhalten soll, ihre Leiter die Hebel wo andersanzusetzen hätten,, als nach.'.der Richtung: eines Frauenwahlrechtes. > Die Tel Awiwer Stadtbehörden führen darüber Klage, daß die bei E r r i c h tun g d e r L an d ungs brück e in Tel Awi.w gemachten Versprechungen von der Regierung nicht ganz eingehalten, wurden. Die Landungsbrücke war aus der Streiknot geboren und als A n s ä t z ein es j ü d i s c h en H af e ns gedacht Wie ein Wunder empfand man es, als die ersten Laririungseinriehtungen über Nacht aus dem Boden gestampft wurden, und die Aus- und Verladungsarbeiten nehmen seitdem einen recht guten Verlauf. Aber die Voraussetzungen zum Weiterausbäu des „Hafens" sind,, allen Versprechungen zum Trotze, noch nicht in ausreichendem Maße gegeben, und Tel Awiwhät all e n Gr und, sich zu beschweren. / Es sei uns aber gestattet, bei-dieser Gelegenheit auch von uns aus eine Beschwerde "anzxibringen. Gleich bei Errichtung der Landungsbrücke wurde uns, den sabbattreuen Juden/ versprochen, die Arbeit a m S ab bat an der L a n d u n g s s t e 11 e 'u n t e r a 11 e n U mständen ruh e.n zu lassen. Als einmal ein Verstoß vorkam, führte die Beschwerde dazu, daß der inzwischen verstorbene Bürgermeister D i z e n g o f f wie Vizebürgermeister R o k a c h nochmals das feierliche Versprechen abgaben, daß Derartiges nie wieder vorkd m - m e n dar f u n d wird. Diese Zusagen werden nicht eingehalten. Es wird im Haie n a m Sabbat gearbeitet, und zu der Religionsschändung kommt noch eine menschliche Tragik hinzu: Hafenarbeiter aus Saloniki, die unter den Türken wie unter den Griechen dort ungestört den Sabbat -halten konnten, werden in der jüdischen Stadt von Juden gezwungen, den Sabbat zu entweihen. Wir stützen uns dabei nicht auf Behauptungen, wir stützen uns auf eine Interpellation des Abgeordneten Pinkas im Stadtrate von Tel Awiw, den die konservativen Wähler Schriftdeutungen zu den Wochenabschnitten. Mitgeteilt von S. Speier. , Kap. 18. V. 5. bx nw» bt* itns>*ti vam nvn jnn «a»i •o'pVKfi in av nan «in ick nainn „Es kam Jithro, Mosches Schwiegervater, und seine Söhne und seine Frau zu Mosche in die Wüste, wo er lagerte, an dem Berg G'ttes". Nach der von einigen Kommentatoren vertretenen Ansicht begab sich Jithro erst nach der Gesetzgebung in die Wüste. Die Thora sehließt aber -den Bericht über Jithros Besuch unmittelbar an die Schilderung der Amalekiterschlacht an, um dadurch den Kontrast zwischen Jithro und Amalek desto schärfer hervortreten zu lassen. Amalek überfällt das friedlich dahinziehende Volk. Der Priester von Midjan organisiert das Rechtswesen der Söhne Jisraels. Späterhin versäumt es aber Jisrael nicht, sich den Nachkommen des Kernten Jithro (Schoftim 1, 16} erkenntlich •zu zeigen. König Schatd, im Begriffe die Amalekiter zu bekriegen, wendet sich an ,den in ihrer Mitte wohnenden Keniten mit den Worten: „Gehet, weichet, ziehet hinab aus der Mitte des Amalekiters, daß ich dich nicht mit ihm hinraffe, da gerade du ja Liebe geübt hast an allen Söhnen Jisraels, als sie aus Aegypten hinaufgezogen." (Schemuel I 15,6). Kap. 18. V. 6. iiwsi -fim sa vw "\im 'as n»a ims'I «nny "»aa ->3cn „Und er ließ zu Mosche sprechen: Ich, dein Schwie* gervater Jithro, komme zu dir, und deine Frau und ihre beiden Söhne mit ihr". Der üblichen Auffassung entsprechend bedeutet rwn bx -inim er ließ zu Mosche durch einen Boten sprechen. Das Wort '38 scheint aber nach dieser Deutung überflüssig zu sein. Man hätte dann erwartet: -"\im nvnbtt iör'I „Er ließ zu Mosche sprechen: Dein Schwiegervater Jithro kommt zu dir." Wir finden jedoch das" Zeitwort nas im Sinne von schreiben. So heißt es in Diwre ha-, jamim II 2, 10: nvfrw bx nbwi anaa ix -\bn mm -ms-n „Es* sagte Chiram, der König von Tyrus, in einem Schrei* ben und sandte es an Schelomo." Mithin könnte nvn b& ->B8'i bedeuten: Er teilte Mosche schriftlich mit. Der Inhalt dieses Schreibens lautete: ~]inn '38 ybtt »ta iw „Ich, dein Schwiegervater Jithro, komm«? zu dir." . , Kap. 19. V, 1. Q'isa fix» b&w *aa rwtzb wbvn wnna .'a'o -ma lsa ntn m>a _ - ■■ „Am dritten Neumond nach dein Auszüge der Söhne Jisraels aüs dem Lande Aegypten, an demselben'Tage waren sie in die Wüste Sinai -^ekö-iämeii".. 'Gibt ."man wbvn «nna wieder mit „im dritten Mph'at," so ist der Nachsatz ,»nr.t oi?a unverständlich. --Infi;Vordersätze ist la nur der Monat, niciht aber der Tag angegeben. Daö'mit c^n neu verwandte Wört 'Bnft bezeichnet jedoch zuweilen den Neumondstag, den ersteh Tag de® Monats. ">w>bvn vira bedeutet somit': am ersten Tage des dritten Monats. Als Belegstellen für diese Bedeutung des Wortes wm seien angeführt: Schemuel I 20, 5 in» vin nan , siehe,. Neumond ist morgen"; das. V. 18 win ma ]nainvi^ inK'i „Und Jonatan sprach zu ihm: Morgen ist Neumond"; .Melachim II 4, 23 flai^ 8Vv»m vb ara i'Vs raba n« ifiiti „warum gehst du denn heute zu ihm, es ist ja nicht Neumond und nicht Schabbat"; Jeschajahu 1, 13: Xip hat?i wirr mpa „Neumond und Schabbat, Berufung verkünden". . Kap. 19. V. 8 und 9. "iws bs nas'i 'nn» osn bi tijm 'aas nan ns?a ^8 'n "las'v-'n^s os?n?*iaT m nwa.a^'i nwwn -m ix>\ obiyb na'as' i? oai iay nana ovn ynw' ^ava aya -j^8 'sa ''n bx byn ^vt h« n»a , . ' V ,JJas ganze Volk antwortete einmütig und sprach: Alles, was G'tt geredet, wollen wir tun. Mosche brachte die Worte des. Volkes zurück zu G'tt.". Als G'tt zu Mosche sprach, siehe, ich, komme zu .dir in einer Verdichtung der Wolke, damit das Volk höre, wenn ich mit dir 'rede, und so . auch dir für immer vertraue, da berichtete Mosche G'tt die Worte des Volkes", awi besagt nicht, daß Mosche sogleich G'tt die Antwort des Volkes . mitteilte. Aehnlich heißt es in Bemidbar 13, 26: psn na ns jaw-i-'vmyn .^a mrnat pmia'«?^.- . „Und sie brachten ihnen Antwort und . der ganzen Gemeinde und zeigten ihnen die; Frucht, des Landes" wbbik kann abernicht bedeuten,;sie ^erstatteten'ihnen Bericht, da uns <dies^ersi ^ydem-^davaiclf« folgenden Vers mitgeteilt wird: lasa nas'i iido'I „Sie erzählten ihm und sagten: Wir sind .gekommen" usw." (27).'- Vielmehr ■ will'n b« ayn.'ro^/is nwa'aw'r.besp gen: Mosche kehrte zu seihem Standorte am'Berge