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Der Israelit · 1937-01-28 · Heft 4 (28.1.1937) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 4 (28.1.1937)
Date
1937-01-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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^^^r,!r^^?^^(^^Kf^^^:?^^^^^^^^^^^^^ Seite 2 Nr.. 4 D e 1 s r a "e I i i y&3? t to I :4 ■« Guardian" kommt das dm- Parlament feeratencP Reichssiedlungsgesetz überhaupt erst für einte' vorläufig: noch ungewisse Zukunft in Betracht. Praktische Bedeutung werde es erst erlangen, sobald die Domlhi&fl gicjat Wv&t* &kYsfc€& tWir*- den, filier tnW ReieHslfllte^tiiföiritg' durchgeführt ten Wanderung zuzustimmen. Kanada und Netiseeland seien bisher hierzu nicht bereit. > Wer darf in Südafrika einwandern? Basneue Gesetz über die Einwanderung in Südafrika, das in zweiter Lesung; angenommen vtföMe'n ist und nach der dritten Lösung: am 27. Jantiätf am 1. Februar in Kräff Mi% wirlct' sich in seiher" nun bekannt gewordenen Form . noch meür g; e g e n d i e jüdischen Einwänder &r aus, als man . zuerst befürchtet hat. Der Ministerpräsident H e r t zog müßte ja auch zugeben", daß', obwohl die Vorlage nicht" aus einer äntlsneniitischen Einstellung heraus geboren sei, sie doch den Zweck hat, den Z u z u g* j ü d i - scher Emigranten einzudäm me n — „mit* Rücksicht auf die Juden selbst, die in Südafrika eine Heimat gefunden haben und vielfach politischen Anfeindungen ausgesetzt sind." In Zukunft wird kein Einwanderer ins Land gelangen können, ohne vorher eine Erlaubnis von der südafrikanischen Regierung eingeholt zu haben. Die Erteilung der Erlaubnis wird aber von der Erfüllung verschärfter Bedingungen abhängen. Die zu diesem Zwecke gebildete Einwanderungskommission handelt autonom, und ihre Entscheidungen können von keiner anderen Behörde rückgängig gemacht werden. In der Hauptsache hat. der Einwanderer folgende Voraussetzungen zu erfüllen: Er muß vollkommen gesund und gut beleumundet sein, aber auch fähig sein, sich dem Kultur leb e n i n S ü d - af.rikaleichtanzupa.ssen. Gerade diese Bestimmung könnte für die Behörden ein Anlaß sein, Juden älterer Jahrgänge aus Osteuropa zurückzuweisen. Daß der Einwanderer die Gewähr bieten muß, daß er sich den Gesetzen des Landes fügt, ist eine selbstverständliche Forderung, ein Kautschukbegriff ist ijedoch die Bestimmung, daß er keinem Berufe angehören darf, der in Südafrika schon überfüllt sei. Es wird doch in den meisten Fällen so sein, daß der Auswanderer nicht gerade mit festen, klaren beruflichen Zielen die Reise antritt, sondern sich erst im Lande die ihm angemessene Beschäftigung sucht. Die nächsten Verwandten (Frauen, unmündige Kinder und alte Eltern), darf der in Südafrika Ansässige nur dann nachkommen lassen, wenn er den Nachweis erbringt, daß er sie auch ernähren und unterhalten kann. Ob die bis jetzt erforderliche Mindetft- 1 u in m'c von ItK) Pfund für d«n Einwanderer 'beibehalten oder erhölit wird, ist in den Bestim- ' müngen des Gesetzes' nicht gesagt. * * In einer am 25. Januar in Kapstadt abgehal- >. tenen Kundgebung trat der Justizminister und frühere Ministerpräsident, General S m ut s , dent Bestrebungen, weiteren Zuzug von Europäern vom Lande fernzuhalten-, entgegen und betonte die Notwendigkeit, die Zahl der europäischen Bevölkerung zu vergrößern und die Tore Südafrikas für eine großzügige Einwanderung offen zu halten. Südafrika werde in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren nicht nur innerhalb des Britischen Reiches eine erhöhte «Bedeutung erlangen, sondern auch im gesamten Weltgefüge eine wesentlich wichtigere Stellung einnehmen als heute. Es sei vorauszusehen, daß das Land eine Stufe der Entwicklung erlangen wird, 'die sich heute nur die wenigsten träumen lassen;* Die künftige Einwanderungspolitik, durch die dieser Aufschwung herbeigeführt werden soll, müsse so beschaffen sein, daß das beste Menschenmaterial für die Einwanderung ausgewählt wird. Wenn die Zahl der Europäer durch den Zuzug solcher Elemente entsprechend erhöht wird, dann werde den Erfordernissen des Landes Genüge getan werden können. In der maßgebenden Presse Südafrikas haben diese Aeußerungen des Justizministers lebhafte Zustimmung gefunden. Die „Cape Times" weist darauf hin, daß die durch das neue Einwanderungsgesetz vorgesehene Beschränkung der Einwanderung auf die geeigneten Elemente nur eine, und zwar die negative Seite des Einwanderungsproblems löse. Es handle sich vor allem darum, im Hinblick auf die zu erwartende Entwicklung des Landes den Gesamtumfang der Einwanderung zu vergrößern. Der durch den Aufschwung des Landes bedingte Zustrom von Einwanderern allein reiche nicht aus. Man müsse sich fragen, ob in fünfzig Jahren eine europäische Bevölkerung von sogar 4 Millionen zur Bewältigung der Aufgaben ausreichen würde, die sich bei der gewaltigen Entwicklung Südafrikas ergeben werden. Die nächste außerordentliche Tagung der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes. Genf, 26. Januar. Der Völkerbundsrat hat den Antrag angenommen, daß die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes am 31. Mai zu einer außerordentlichen Tagung zusammentreten soll, um die Probleme Palästinas zu besprechen. .- Auswanderer im Jahre 1936- Paris, 25. Januar. Die Auswanderungsgesellschaft HIAS-ICA (Hicem) übergibt der ITA. einen Bericht über ihre Tätigkeit im Jahre 1936. Danach hat Hicem auch im abgelaufenen Jahre sich im wesentlichen der Betreuung der Auswanderer aus Deutschland und der Förderung der Auswanderung aus den osteuropäischen Ländern gewidmet. Im Verlaufe des Jahres 1936 hat Hicem 2396 Auswanderer aus Deutschland befördert, davon 1965 nach Uebersee. Im einzelnem gingen nach Palästina 693 Personen, nach Argentinien 508, nach Brasilien 113, nach Paraguay 234 und m andere südamerikanische Länder 175; nach Süd-, afrika wanderten 165 Personen, nach den Ver-; einigten Staaten, Kanada und nach anderen Län-; dern 26. ■ 165 Auswanderer wurden in verschiedene Länder Europas gebracht, damit sie , sich dort niederlassen. Die Betreuung dieser Kategorie von Aus-:. Wanderern wurde durch finanzielle Beihilfenider,; Jewish Golonisation Association (Ica), des American Joint Distribution Committee, des Council for German Jewry u. a. ermöglicht. Aus den Ländern Osteuropas hat Hicem :m Jahre 1936 insgesamt 6687 jüdische Auswanderer. befördert.;Von ihnen gingen -2368, nach^Argentihien, 1691 nach Palästina, 346 nach Südafrika, 335 nach Uruguay,. 254 nach Brasilien und .145 nach;anderen!^Ü0.amer^aiiiisp]|jen; Li&de'i;Qij-' '413 wanderten nach den Vereinigten S.taaten und t tyP] */' . nach Kanada: 47 nach verschiedenen Ländern ^erscm^fflieiv I t Mitt^km^rj^. GIB #ni^ f Läudenn Westfeuncgjass. i& sl^l wiM&t inH inra Heimat zurückgeschickt^ w^öiäl^ti. Von; den Auffw^dfei^cd-K:di&s&f m itaiii^; 655,| aüj&Änlij|idi&cHe stammten 3996: aüs£ IÄ$ aus- Rumänien, 249? tftis I reich; 'U. iM.-u 1 ,Im< Jähre 1935 hätte. BucÄ Auswanderer aus Osteuropa 'Beraisg^fc: DasVbe i deutet, daß' im Jahre 1936 die Zahl, der aus*. Osteuropa zur Auswäfeierurig gebrachten Persohen mit 6687 um einen erheblichen Prozentsatz^,zeu - r ü c k g e g a n g e n ist. Auf der anderen, Sißite ist zu bemerken,.daß im Jahre 1935 1 1 H2i Per- sonen aus Frankr e i c h in ihre Heiniäii zurückgebracht werden mußten. Im Jahre 1936> ist diese Ziffer der Personen, die aus Frankreich repratiiert wurden, auf nur 453 zurückgegangen. Dieser Rückgang ist vorwiegend durch die Besserung der Lage der Ausländer in Frankreich zu erklären, die als Folge der von der Regierung durchgeführten Wirtschaftsmaßnahmen und der neuen Haltung der Regierung zu den Ausländern anzusehen ist. „Keine Kantonisierung in Palästina. Und Legislative Council? London, 25., Januar. „Daily Telegraph" meldet, daß die Gerüchte, die Kgl. Kommission werde eine K a n t o n i s i er u n g Palästinas empfehlen, grundlos seien. Das Blatt weiß dagegen zu berichten,' daß unmittelbar nach Fertigstellung des Berichts der Kommission der High Commissioner Sir Arthur Wauchope nach London kommen werde, um mit den zuständigen Stellen die weiteren Entschließungen zu beraten. Seinem Vorschlag, ein L e g i s 1 a - t i v e C o u n c i 1 in Palästina einzurichten, werde von offizieller Seite große Wichtigkeit beigemes- J sen, obgleich im vergangenen Jähre im Unterhaus in einer großen Debatte dieses Projekt scharf kritisiert worden ist. Wie die „Times" die Lage in Palästina sieht. London, 25. Januar. Die ,,Times" hat in der vergangenen Woche zwei Aufsätze ihres Jerusälemer Korrespondenten veröffentlicht, in denen nach Beendigung der Arbeiten der Kgl. Kommission in Palästina eine Zusammenfassung des jüdischen und arabischen Vorbringens vor der Kommission gegeben wurde. In einem redaktionellen Leitartikel nimmt das Blatt nunmehr abschließend zur Palästinafrage Stellung. Es hebt hervor, welche eingehende und sorgfältige Arbeit die Kommission im Lande geleistet habe, um sich über alle einschlägigen Fragen zu informieren. Glücklicherweise sei die Kommission nicht abgereist, ohne die Beschwerden der Araber gehört zu haben; Das Erscheinen der Araber vor der Kommission sei ein Erfolg der gemäßigten Nashashibi-Partei, deren Gedankengänge sich alles in allem als konstruktiver erwiesen hätten als die der Husseini-Gruppe, die vom Mufti von Jerusalem geführt wird. Als Ergebnis der öffentlichen Verhandlungen vor der Kommission ergebe sich die mangelnde Bereitschaft der beiden Seiten, der jüdischen und arabischen, für ein Kompromiß.. Es sei nur fair,, zuzugeben, daß die; ijüdischen Zeugen sich veranlaßt gesehenhaben,- < keine Konzessionenauf Kosten der leidenden Massen der polnischen Juden und der Mitteleuropas zu machen. Aber selbst so scheine die zionistische Interpretation des Mandats höchst einseitig. Die Behauptungen, die von den Wortführern der Zionisten vorgebracht wurden, seien darauf hinausgelaufen, daß nur die Arbeit der Juden, ein Jüdisches Nationa'h^eim aufzurichten,* als positiv zu betrachten sei. (Dafür wurden (Beweise genug geliefert. Red. d. ,.Israelit"!': ' *; Winter- Schluß- Verkauf BILLIGE SONDER-ANGEBOTE

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