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Der Israelit · 1937-01-28 · Heft 4 (28.1.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 4 (28.1.1937)
Date
1937-01-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Pl^^^^^S^^^^^^^^^^J^^P^^p^s^^^^s^fl^^^S^^^^^^^^^pÄ f7*.«:-BW»!!!*fl.vi;jafBfijg,..' Frankfurt a. 28.'Januar 1937 16. Schebat 5697 Nummer 4 Unterhaus debattiert über sehe Einwanderung in Palästina. London, 26. Januar. Anläßlich der zweiten Lesung der E m p i r e S e 111 e me n t s B i 11 kam es im Unte r - ha us zu einer Aussprache über j ü-di s c h e Einwanderung in Palästina uiid in Do'min ien des Britischen Reiches. Während von einem Redner, dem Abgeordneten "der L'abour Party; Sir Robert Y. o u n g , die politischen Schwierigkeiten betont wurden, die" für das Britische Reich von einer fortdauernden verstärkten jüdischen Einwanderung nach Palästina zu befürchten seien, und darum die Ablenkung eines Teils des Einwandererstroms in die.Dominien 'befürwortet wurde, hob ein zweiter Redner derselben Partei, der Abgeordnete F. J.. Bell enger, die Leistungen der Juden in Palästina als vorbildlich. für die Lösung von Kolonisätionsproblemen" hervor. Sir Robert Yo uii g erklärte u. a. bei dem Wanderungsproblem gebe es eine Reihe industrieller und wirtschaftlicher Faktoren, die nicht leicht zu behandeln seien. Trotzdem müsse er sich manchmal darüber wundern, daß ein Wanüerungsproblem überhaupt vorhanden ist und daß die unbevölkerten Gebiete des Reiches nicht so schnell aufgefüllt worden sind, wie dies seinerzeit in Amerika der Fäll war. Der Grund hierfür sei keineswegs darin zu sehen, daß es an Menschen hierzu fehlt. Es gebe viele Tausende, "die aus Deutschland, Polen, Rußland und anderen Ländern ausgewandert sind und sich gerne in einem-Land innerhalb des Britischen Reiches niederlassen würden, um dort ein Leben in Freiheit und in dem Genuß aller Bürgerrechte zu führen. Warum werde nicht ein Teil der. Mittel der mit Auswandererfürsorge befaßten Stellen dazu benutzt, die Ausgewanderten dort anzusiedeln? So könnten z. B. die Juden Heimstätten «-für ihre Glaubensgenossen etwa in Australien finden. Der Redner gab spiner vollen Sympathie für die Juden Ausdruck, die in verschiedenen Teilen der. Welt in Not geraten seien. Aber im Hinblick auf die Ereignisse in Palästina — eine Unruhe, die vermutlich nicht leicht werde beschwichtigtwerden können, in naher Zukunft vielleicht wieder aufflammen und politische Wir-- Ten. in vielen Teilen des Britischen Reiches und in anderen Teilen der Welt hervorrufen werde — raüsse man fragen, warum nicht das jüdische Volk einen großen Teil seines Reichtums. benutzen sollte, üm neue Heimstätten für seine Glaubensgenossen in Austr alien zu finden. Es :sei sicher, daß sie dort .ebenso glücklich, zufrieden und erfolgreich sein würden wie in anderen Teilen der. Welt. Der Abgeordnete Bellenger bezeichnete diesen Ausführungen gegenüber Palästina als Vorbild für das übrige Britische Reich. Haben die Mitglieder des Hauses, so fragte der Redner, bei der Behandlung dieses Problems über Palästina nachgedacht? Das Land war völlig entvölkert, jedenfalls gab es sehr wenige Juden dort. Dadurch aber, daß Palästina infolge der Balfour- Deklaration zu einer neuen Heimat für die Juden, geworden ist, kam es in den letzten Jahren zur Blüte. Palästina hat anscheinend dieses Problem in weit wirksamerer Weise gelöst, als es für die Lösung der Reichsprobleme hier vorgeschlagen wird. Aus dem Verlauf der Debatte ging im übrigen hervor, daß Q ueensland und Südaustr tili e n bereit sind, Einwanderer bestimmter Arbeiterkategorien in beschränkter Zahl aufzunehmen. Nach Auffassung des „Manchester (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt: Wer darf nach Südafrika?......Seite 2 Wie die „Times" die Lage in Palästina ansieht Seite 2 Jüdische Auswanderung ......Seite 2 Ein Palästina-Pavillon auf der Pariser Ausstellung ......... . Seite 2 Wochenrundschau ......... Seite 3 Vom jüdischen Wesen. Von Saul Maus. Seite 5 Aus den Gemeinden.........Seite 6 Warschauer Brief ........ . . Seite 7 Erez Israel ...... . Seite 11 u. 12 Literarische Beilage: Neue Denkformen » Bücherbesprechungen uer iuöisc in neuer Der jüdische Territorialismus ist älter als sein Name. Das Bestreben, jüdische AnsiedlungenJ ih großem Maßstabe außerhalb Palästinas zu errichten, ist auch älter als der politische Zionismus, Der Gedanke stammt von Baron -Hirsch, mit dessen Millionen die ICA- Kolonien in Argentinien seit 1891 erhalten werden. Die IT O („Jewish Territorial Organisation") etablierte sich unter diesem Titel nach dem siebenten Zionisterikongreß 1905, nachdem das U g a n d a p r o j e k t wie eine Bombe in die Verhandlungen eingeschlagen und den Kongreß in zwei Teile auseinandergerissen hatte. Nach Ablehnung des englischen Projektes hatten die „Jasager", unter Z.ang will den Exodus aus dem Kongreßsaal und zum Teile auch aus der Organisation vollzogen. Eine Ugandikoloriisätion ist zwar nie zustande gekommen, aber die „Ugandisten" wie kleine Reste der ITO hielten sich noch bis zuletzt in verschiedenen Formen am Leben, , noch gerade genug, um sich jetzt mit der alten Zangwill sehen Begeisterung auf -''-die französischen Experimente zur Schaffung neuer <*olusländer stürzen zu können. Ob der neue Territörialismus in französischer Ausgabe, wirklich jemals Boden unter die' Füße bekommt, oder nur eine zeitliche Neubelebung der ITa brhjgt? ,; Die Prognose ist, nach der Aufnahme zu schließen, die die französischen Pläne in der weiten jüdischen Oeffentlichkeit gefunden haben,, nicht sehrgünstig. Wir wollen im Folgenden über die Art,; wie der Plan von Frankreich gedacht ist und wie die jüdischen Instanzen auf ihn reagieren, kurz und zusammenfassend berichten. Wie es gedacht ist und was zunächst geschieht. Die Pläne der französischen Regierung hat der Uhterstaatssekretär im Kolonienministerium, ßouteille, näher umrissen. Die französische Regierung wird danach nur sehr beschränkte Emwanderungsmöglichkeiten eröTnen können. Zu übertriebenen Hoffnungen geben sie keinen Anlaß. Es wird im Jahre 1937 nur möglich sein, zehn jüdische Farn i 1 i e n in französischen Kolonien unterzubringen. Im Jahre 1938 wird die Ansiedlung von dreißig Familien in Frage kommen, eine Zahl, die im Jahre 1939 auf 50 Familien steigen könne. Von einer großen Kolonisation könne keine Rede sein. Es sollten vor allem, die jüdischen Auswanderer, die sich gegenwärtig in Frankreich befinden, in den. Kolonien untergebracht werden; und von ihnen wieder in erster Reihe Spezialkräfte wie (Fortsetzung siehe Seile i.) S

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