Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1937)
- Date
- 1937-01-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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-c^^^^^^f^^f^i^W^^^^^i^i prB^{ p?* yr*™v fSSSHSSfPPSIS$W!! w&Seti&#Q®B58feS; IMffP ^^M^flPjiyjU.,^. [i > 21. Januar 1937 Oer Israelit Nr. 3 Seite 9 E R E 2 ISRA Zeichen und Werkarbeitsausstellung im Beth Hasseier „Chor^b'S Jerusalem, Mit drei Bildern, ' In den Chantikahtagen dieses Jahres fand im Beth Hassefer „Choieb" die erste Zeichen- und Werkarbeitsausstellung statt. Es waren ausgestellt.' Zeichnungen aus allen Schuh klassen, Pappaibeiten aus einzelnen Jungen- und fast allen Mädchenklassen. Dieser Ted enthielt: Batikpapiere für Einbände,. Klebearbeiten aus Buntpapier, Schreibblocks, Bucheinbände, Schreib- und Lesemap- Zeicfcnungen und Pappärbeiten pen, Holiarbeiten der mittleren Jungenklassen: Gesägte Buchstaben und Schilder, Papierkörbe, Puppenmöbel, Ghanukahleuchter, Serienspielzeuge, Briefs halter, ein Vorbeterpult und Turngeräte. Metallarbeiten der höheren Jungenklassen: Broschen, Gürtel, Serviettenhalter, getriebene Schalen und Aschenbecher, e'ne Sederschüssel. Handarbeiten der verse-hiedenea MädchenkLassen, wie Strick- und Häkelarbeiten, Schürzen, Kleider u. ä. Die Ausstellung wurde am zv/eiten Chanukah* abend vor den "Eltern und zahlreichen Freunden der Schule mit einer Rede de® Schulleiters Dr. Jonas Cohn eröffnet, in der er den- Aufbau der Ausstellung erklärte und auf die besondere erzieherische Aufgabe der Linzeimen hands und werkarbeitlichyn fächer hinwies- Für die Kinder der deutschen Olim sowohl wie auch für die anderen Kreise, aus denen Kinder die Schule besuchen, sind diese Fächer heute von besoiic'eref Wichtigkeit. Viele Generationen hindurch 'st ti.e Arbeit der Hand vernachlässigt worden." So Jilt es heute m Ere-z Jisrael zunächst einmal die Hand cier Kinder zu öffnen, sie aus einfachstem Material Ijinge des. täglichen Gebrauchs und des religiösen Lebern gestalten zu lassen, damit bei späterer Berufswahl die Freude an körperlicher Betätigung einen entscheidenden Ausschlag gibt. Auch den Sinn für <ias Schöne , gilt es 7u wecken, oder wach zu halten. Die Kinder können heute im Lande, in der Gestaltung des Straßenbildes, in Bildern und Formen noch v/enig Geschmackvolles und Ausgeprägtes sehen, es ■st nötig, vor allem in den höheren Klassen, .. den Willen zu eigener Gestaltung in Zeichnungen und i" ormen zu entwickeln. Einen besonderen Rahmen nahmen die Arbeiten der Klasse 1 ein, Hefte mit Randverzierungen und ^lustrationen der Kinder, erste Zeichenversuche, ^'astellmarbeitfcn und einfachste Handarbeiten. In den Zeichnungen ist die zentrale Bedeutung des jüdischen Erlebnisses erkennbar. Illustrationen zu Bezahlungen des Tenach bei den Kleinen, bei den Größeren werdendie Teile ausgewertet, die gerade Sclernt wurden. Die Träume Joseph®, Zeichnungen 2uni Buche Jona, Illustrationen des jüdischen Kaien- Aber auch Gemarastellen waren für den Zei* en- und Handfertigkeiteunterricht nutzbar. gemacht worden. Zeichnungen und schematische Aufstellungen?-ur Gemiara Schabbath, eine Darstellung der Suggjah von Chanukah, von dem mit Flachs beladenen Kam^I, das an einem Laden vorübergeht, und das dadurch Schaden anrichLet, daß der Flach® sich an dem Chanukahleuchter entzündet. Hier konnten die Kinder aus eigener Kenntnis der Verhältnisse gestalten. Der enge Schuk der Altstadt, mit den offenen Verkaufsiständen, zwischen der Menschenmenge drängen sich Kamelkarav-anen hindurch. Die angefühften Fälle der Gemara brauchenin ihrer Aktualität nicht erst lange erklärt zu werden, sie sind durch das Leben hier selbstverständlich geworden. Viele Arbeiten wurden für den eigenen Bedarf der Schule hergestellt: Kreide und Schwammkästen, Papierkörbe, Bürogeg«nstände, Wandtafeln und Turngeräte. Die Kinder sollen den praktischen Wert ihrer Arbeit sehen, das Geleistete wird , von ihnen im täglichen Gebrauch geachtet und geschont. Die Ausstellung fand in weiten Kreisen Jerusalems großes Interesse undx war auf Wunsch während aller Chanukah*age den zahlreichen Besuchern, darunter auch viele Lehrer anderer Schulen, geöffnet. Das Geleistete wurde, insbesondere bei der kurzen Zeit seit Gründung der Schule [2}4 Jahre), dankbar anerkannt, ebenso wie die Anordnung der Ausstellung, ein Werk der Zeichen: und Werklehrerin Fri. Prenzlau, als vorbildlich bezeichnet wenden darf. Klebarbeiten aus Buntpapier Die weitere Vernehmung der Araber vor der Königl. Kommission. Jerusalem, 15. Jan. Am Mittwoch wurde nach dem Mufti der Generalsekretär des Obersten Arabischen Komitees, Auni Bey Abdul H a d i , vernommen. Er äußerte sich über das Jüdische Nationalheim, mit dem sich -die Araber nicht abfinden könnten. Dr. Weizmann definiere den Begriff des Nationalheims dahin, daß „Palästina so jüdisch sein solle, wie England englisch!" So was dürfe keinem Volke und auch den Arabern nicht 2Ugemutet werden. Die britische Regierung habe Kein» Recht, Länder zu Terschenken/ die nicht ihr Eigentum seien. Die Balfourdeklaration lreße sich nur mit Gewalt durchführen. Der Zeug« befaßt eich dann. eingehend mit dem ChurchiH'schen Weißbuch. Nach dem Weißbuch solle nicht Palästina ein Natiönalheim sein, sondern in Palästina e i r: N a t i o n a 1 h e i m errichtet werdet Er verliest aus dem Weißbuch, alle Stellen, die seiner These dienen .und verschweigt geflissentlich alles, was weniger in sein Konzept hineinpäß't. Die Forde* rungen Auni Beys bewegen sich auf dem gleichen Geleise wie die des Mufti, es fiel jedoch auf, daß er die Abschaffung des Mandates nicht forderte, und damit trat der Unterschied in der Taktik der beiden Pichtungen deutlich hervor. Daß auch die Forderungen Auni Beys letzten Endes auf die Annullierung des Mandates hinauslaufen, mußte er später trotzdem zugeben. Der Zeuge führte im ferneren Beschwerde darüber, daß die Juden sich der Naturschätze des Landes bemächtigt hätten, so des Salzes im Toten Meere Metallarbeiten, Material und Werkzeuge und der Wasserkräfte durch Ruthenberg. Der Voreitzende fragt, ob die Araber je daran gedacht hätten, diese Kräfte auszubeuten, sie seien ja auch nie um Konzession dafür eingekommen. Statt einer klaren Antwort äußerte der Zeuge Zweifel darüber, ob die Regierung überhaupt berechtigt sei, diese Kon= Zession zu vergeben. Auni Bey beschwert sich über die Ausbreitung der hebräischen Sprache und die Benutzung derselben als Amtssprache. Auf die Frage H a m m o n d s , wer dadurch beeinträchtigt werde, meinte der Zeuge, da® sei Empfindungssache. Die Tatsache, daß die Juden heimatlos seien, meint der Zeuge, könne kein Grund dafür sein, die Araber zu vernichten, darum wünscht er Einstellung •der jüdischen Einwanderung und Verbot des Bodenverkau£s an Juden, Wie eine Drohung hörte sich an, als der Zeuge emphatisch ausrief: „Die Araber waren in der Türkenzeit Herren ihres Landes und haben den Willen, es auch jetzt unter allen Umständen /u bleiben. Läßt ihnen England keine Gerechtigkeit widerfahren, so werden sie es verstehen, sich selbst ihr Pecht zu verschaffen." Bei seiner weiteren Vernehmung erklärte der Mufti, daß die Araber das Palästinamandat als illegal betrachten. Der Vorsitzende, Lord Peel, machte den Zeugen darauf aufmerksam, daß er nicht behaupten könne, das Mandat werde nicht richtig durchgeführt, wenn er auf der anderen Seite dieses Mandat überhaupt nicht anerkenne. Auf die Präge, warum die Araber die Gesetzgebende Körperschaft ablehnen, meinte er, das werde immer geschehen, solange den Arabern;n Palästina nicht das gleiche Recht wie im Irak gewährt werde. Er verstieg sich auch zu der Behauptung, daß die jüdische Einwanderung das sitts hohe Niveau Palästinas herabdrücke. Der nächste Zeuge, Fuad S a b a, sprach von angeblichen wirtschaftlichen Ursachen der Palästinaunruhen. Am 15. Januar wurde der Generalsekretär des Obersten Arabischen Ko'mitees, Auni Bey Abdjl H a d i, zum zweiten Male vernommen. Die Lage der Fellachen, behauptet er, habe sich durch die zionistische Wirtschaft sehr verschlechtert. Eine arabisch jüdische Round Table-Konferenz lehnten die Araber unter allen Umständ e n ab, auch würden die Araber auf keine Kantonisierting eingehen. Die Verhinderung einer weiteren Einwanderung genüge den Arabern nicht, da 'die heutige Zahl der Juden im Lande ihnen schon zu hoch fcei BB