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Der Israelit · 1937-01-21 · Heft 3 (21.1.1937) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 3 (21.1.1937)
Date
1937-01-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 3 Der Israelit v 21. Januar 1937 Wenn jeder, der die Keren Hatorah-Ziele begreift, in die KöTSn HötOrClh - SQfTI ITIöIcloSS täglich wenige Pfennige legt, dann können wir allen unseren Aufgaben gerecht werden. Dosen anfordern bei: Keren Hatorah, Hamburg 13, Heinrich Barthstraße 21 dbgezerrt wird, hört die Rücksicht auf Thorav/issen und Thorakönnen auf. IV. Der Kampf um die Herrschaft der Thora gibt unserem jüdischen Zeitalter das Gepräge. Diese Herrschaft war in den vergangenen Jahrhunderten niemals bedroht. Der furchtbaren Judennot unserer Tage entspricht die furchtbare Thoranot unserer Tage. Sollte rieht die letztere die Erklärung der ersteren sein? Der Kampf um die Herrschaft der Thora kann nur mit reinen Waffen geführt werden. Unsere eigentlichen Waffen sind unsere Thoragrößen. Halten wir unsere Waffen rein. Wochenrundschau. Die Araber haben gesprochen. — Wieder Madagaskar? — Auch Polen sucht weiter. — Erklärungen in Tripolis, aber keine Rücknahme der Bestimmung. — Einer der letzten Zufluchtsorte. Nun haben die, arabischen Führer vor der Königlichen Kommission ihre Ansprüche und Wünsche angemeldet. Sie sind so radikal ausgefallen, wie man sie nach allem, was vorausgegangen ist, nicht anders erwarten konnte. Die Araber gehen aufs Ganze: Einwanderungs¬ und .Bodenkaufsverbot für Juden. Die Verhinderung der Einwanderung genügt ihnen noch gar nicht, auch die jetzige Zahl der Juden in Palästina müsse dezimiert werden. Keine Round Table -Konferenz, keine Kantonisierung, keine Konzession, kein Entgegenkommen. Kampf auf der ganzen Linie. Leise und vernehmlich klingt die Drohung gegen England mit: „Und bist Du nicht willig, so brauche ich Gewalt." Man gab auch wieder das Märchen zum besten, die Juden seien darauf aus, die Omarmoschee zu erobern'. Ein Ziel, sehnlich zu erwünschen, ist für die Herren der Modus von Jr ak. Innerhalb eines großen arabischen Palästinas wären sie vielleicht, — vielleicht auch nicht — bereit, einer kleinen jüdischen Minderheit einige Rechte zu gewähren. So der Tenor aller arabischen Reden, wenn sie sich auch m der Form nach Temperament und Schattierung der Redner ein wenig voneinander unterscheiden. •Nun wissen wir, weiß England, weiß die Welt, was die Herren wollen. Und es ist gut so. Bei diesen Maximalansprüchen wird nirgendwo noch Zweifel darüber bestehen, wer für die unerfreulichen Zustände in Palästina die Verantwortung trägt. Wir nicht. Wir suchten stetig, — von einigen Heißspornen abgesehen, — neue Wege zur Freundschaft. Aber „wenn der Nachbar nicht will . . ." Und wieder Madagaskar? An anderer Stelle berichten wir über Besprechungen jüdischer Verbände im franzosisc h'e n Kolonialministerium über ,,die Möglichkeit einer jüdischen Änsiedlung in französischen Kolonien," vor allem in M a d a g s k a r. Es könne freilich an eine massenhafte Kolonisierung nicht gedacht werden, da in Gebieten, die sich für Änsiedlung eignen, wenig Beden vorhanden sei. Madagaskar käme vielleicht in Betracht, wenn fühlende jüdische Organisationen die nötigen Geldmittel zur Verfügung stellten. Weitere Möglichkeiten beständen in Neu-Kaledonien, auf den Neuen Hebriden, sogar in Indiana, Also in Gegenden, die der Volksmund in Frank - leich bis dahin als „Teufelsinseln" bezeichnete. Der Madagaskarplan ging früher schon von Polen aus und galt, wie wir jüngsthin an dieser Stelle berichteten, bereits' als abgetan. Nunmehr wird die Sache von französischer Seite neu aufgegriffen. Durch diesen Firmenwechsel bessert sich aber das Klima in Madagaskar nicht im geringsten ... Im übrigen horchte man in Polen, als die Gespräche in Paris bekannt wurden, gespannt auf. Aus Warschau wird unter dem 18. Januar gemeldet: Die von dem französischen Kolonienminister M o u t e t bekannt gegebenen Pläne über die Änsiedlung von Juden in gewissen französischen Kolonien werden von der jüdischen Presse Polens zwar mit dem Ausdruck der Genugtuung aufgenommen, im übrigen jedoch entschieden abgelehnt. Die Blatter erklären, man könne Juden nicht in Wüsten ansiedeln. Es gebe keine praktischen Kolonisationsmöglichkeiten in den genannten Gebieten. Es wäre richtiger, Transj o r d a n i e n und Syrien für die Änsiedlung freizugeben. In den Aufsätzen wird weiter betont, daß bei richtiger Organisation und entsprechender Anstrengung Juden in Australien und in Argentinien unter weit besseren Bedingungen, angesiedelt werden könnten, als in den vorgeschlagenen entlegenen und wüsten Gebieten.. Die gutgemeinten Vorschläge seien nicht zu verwirklichen und würden nur Wasser auf die Mühlen der Antisemiten treiben, die die „Evakuierung" der Juden fordern. — Die antisemitische Presse erwartet von den französischen Plänea eine Beschleunigung der jüdischen Auswanderung. * * - In Polen selbst kommen Regierung, Parlament und öffentliche Meinung, seitdem Jabotinskvf vielleicht ohne die Tragweite seines Tuns zu bedenken, die „Judenabwanderung" in die Diskussion geworfen hat, von dem Worte einfach nicht, mehr los. Im polnischen Sejm gab es am 11. Januar wieder eine Aussprache über dieses Thema, wobei von vielen Seiten offen erklärt wurde, die Abwanderung sei der einzige Weg zur Lösung der Judenfrage in Polen. Wie schon so öitr begründete der Außenminister, Oberst Beck, mit der Notwendigkeit solchen Aderlasses den dringenden Wunsch Polens nach Kolonien, Andere Redner propagierten die „Judenabwanderung" als Selbstzweck. Was Wunder, daß nach solchen theoretischen Auseinandersetzungen sich der Antisemitismus; der Tat auf der Straße und an den Hochschulen hemmungslos austobt. In Warschau wie in W i 1 ji a ging die Wiedereröffnung der Universitäten unter wüsten Schlägereien vor sich. Eine' Abstimmung über die Einführung von sog. ,.Ghe^ttobänken"- ist an der Wilnaer Universität ergebnislos verlaufen. Aber dieses Ergeb- Schriftdeutungen zu den Wochenabschnitten. Mitgeteilt von S. Speier, Kap. 14. V. 10—12. nx bxw 'ja ix»'i anpn nsnsi •nnx'i .'n bx bs-w 'ja ipsx'i ™aitn"i nnnnx yoa onsa nam an'j'y nb jtz>5? mr na -moa rmb nnnpb cisaa önap px '^aan nvn bx «no b~m -ios^ a'-ixaa t^>x U"m -wx "mn nr xVn -d'-ixbb lax'xw^ •-anaa unaa nnxa nx nav naV an> 'a omta nx mryai „Und Pharao rückte näher; da erhoben die Söhne Jisraels ihre Augen, und siehe, Aegypten zieht ihnen nach; da fürchteten sie sich sehr, und die Söhne Jisraels schrieen zu G'tt. Und sie sprachen zu Mosehe: Es gab wohl keine Gräber in Aegypten, daß du uns fortgenommen, um in der Wüste zu sterben? Was hast du uns da getan, uns aus< der Wüste zu führen? Ist das nicht die Rede, die wir zu dir in Aegypten redeten, sprechend: Laß ab von uns, wir wollen Aegypten dienen; denn es ist besser für uns, Aegypten zu dienen, als daß wir in der Wüste sterben." Faßt man ipss^i im Sinne von „sie beteten" auf, so bedürfen Vers 11 und 12 der Erklärung. Wie lassen sich die von Jisrael erhobenen Vorwürfe mit dem Flehen in Einklang bringen? Antwort: Jisraels Söhne erwarten als unmittelbare Folge ihres Gebetes den sofortigen Rückzug des Feindes. Da sie sich aber weiterhin von Pharao verfolgt sehen, beginnen sie zu hadern. Weitere Deutung: Die an Aegypten geübten Strafgerichte hatten Jisraels Söhne von der Allmacht G'ttes überzeugt; Jedoch hegten sie Zweifel hinsichtlich der Mission Mosches. Hatte Mosche sie nicht eigenmächtig aus Aegypten geführt, um s;ch an ihre Spitze zu stellen? Und solch eigennützigen Beweggründen verdanken sie ihre jetzige gefahrvolle Lage! Sie beteten zu G'tt. Sie sprachen aber zu M o s c h e ' Es gab wohl usw. Andere Deutung: Es bestanden zwei Gruppen im Volke, Diese betet. Jene lästert. Vers 11 und 12 enthalten die Reden der Aufständischen, In diesem Sinne gibt Jonatan ben Usiel unsere Stelle wieder: rwnb «n •>y>cn "nnxi 'n mo btnw"»in ibm. „Die Söhne Jisraels flehten zu G'tt. Die Frevler jener •Zeit sprachen zu Mosche." Diese Auffassung wird durch das Erwähnen des Subjektes in dem Satzteile 'ü b*t bm~w> »Ja ipyx'i bestätigt. Der Ausdruck bstv '33 erscheint überflüssig, da es bereits zu Beginn des Verses heißt: nn>3>? ns bxiw »3a «p»i. Hw-iw* '3a im Nachsätze ßoll aber als Bezeichnung für die Elite Jisraels dienen. — Einige Kommentatoren verstehen unier "lpyx'i ein Schreien als Ausdruck de® Hadems. Aehnlich heißt es' in Schemot 5, 15: •"ftisb na newi rmb *ibxV nyis Vx ipyx'i „Sie schrieen zu Pharao, sprechend: Warum verfährst du so mit deinen Knechten?" * * * ' ' Kap. 14. V. 28. a'iznsn nxi asnn m nos'i ernn i3«ri in« ons nxwi *b Q'a an'nnx n'xaniwns bin W». „Das Wasser kehrte zurück -und bedeckte die .Wa* gen und 'die Reiter des ganzen Heeres Pharaos, die ihnen nach ins Meer gekommen waren; nicht einer von ihnen blieb übrig." Das .dem ^a voranstehende dient zur Bezeichnung des Genitive. Analogien bieten Eszter 10. 2. oiSTiö >3>»> d-ö'H'"»1*190 >y „im Buche der Chronik der Könige von Medien und Persien," sowie die Ueberschrift Tn^ TiBto „Gesang von David" (TehilÜm 3, 1), ny-ia b">n bib D'Ensn nxi aam nx bedeutet mithin: die Wagen und die Reiter des> ganzen Heeres Pharaos. Kap. 15. V. 16.. ibt ismi Vvua imsi nna'x nrr^y btsrt mp ir ny w iy 'n -jay w ny Taxa» „Es fällt über sie Angst und Schrecken, ob der Größe Deines Armes verstummen sie wie Stein, bis hinübergezogen Dein Volk, G'tt, bis hinübergezogen, dies- Volk, da® Du erworben. Gemäß der üblichen Auffassung bedeutet DrrVy bsn es fällt über sie. Danach stellen diese Worte eine Wiederholung des m. V. '4- und 15 ausgesprochenen Gedankens dar. Wir finden jedoch da® Zeitwort ""rsa zuweilen im , Sinne, von liegen, ruhen, wohnen. So lautet die dems Ausdruck law vnx ^a '3B ^si (Beireschit 16, 12} analoge Wendung:; *-7aa vnx ^a 'as bv „Angesichts aller seiner Brüder wohnte er" (Bereschdt 25, 18; vgl. Onkelos und Raschi a. a, O,). j?aya a^bsi oip 'ja Soi pbnyi jhbi (Schoftim 7, 12) heißt: „Midjan und Amalek und alle Söhne des Morgenlandes lagen im Tale;" Der Sinn unserer Stelle ist mithin: Möge, so betet Mosche, die Furcht, die >die Völker angesichts des Wunders am Meer ergriffen, nie von ihnen weichen. - Dn'by Von „Es mö^eüber ihnen ruhen Angst und Schrecken, ob der Größe Deine® Armes mögen sie verstummen usw, ~iay; i'jr bezieht sich auf das Ueberschreiten des Jardens in den Tagen Jehosehuas.

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