Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1937-01-14 · Heft 2 (14.1.1937) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 2 (14.1.1937)
Date
1937-01-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450961-2450963--82706-2540657
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Seit© 4 Nr. 2 D er 1 s r a e1i t .14. Januar. 1937 KEREN HATORAH steht im Dienste unserer Jugend! Talmud Tora-Schulen - für unsere Jugend! Religionsunterricht in lehrerlosen Gemeinden - für unsere Jugend! Keren Hatorah-H.eime - für, unsere Jugend! Subventionierung des Jeschiwa-Besuches - für unsere Jugend! Landesdirektorium des Keren Hatorah, Hamburg, Postscheckkonto: Hamburg 24753 Juden in der Nähe von B i a 1 y s t o k statt, wobei es Tote und Verwundete gab. Die Ortschaft heißt Czyzew und soll, wie es scheint, Przytyk ablösen. Max Nordau sagte einmal, jeder Pogrom schaffe die Atmosphäre für neue Pogrome, da die Bestraften auf Rache sinnen. Das scheint im Falle Czyzew wirklich zuzutreffen. Erfreulich ist, daß die polnischen Juden in Amerika ihren Heimat- und Glaubensbrüdern so wacker beistehen. So wird berichtet, daß der Verband der polnischen Juden in Amerika der Notstandshilfe für Juden in Polen als erste Spende den Betrag von Doli, 40.000 zur Verfügung gestellt hat. * * * Es ehrt die polnische Justiz, daß sie heute den Mut aufbringt, einen vor 17 Jahren begangenen Justizmord wenigstens aufzuklären und als solchen einzugestehen. Die jüdische Welt erinnert sich noch, daß im Jahre 1920 beim Einzug der Polen in die polnische Stadt P1 o c k der Stadtrabbiner, eine anerkannte Thoragröße, Rabbi Chajim Schapiro, unter dem Verdacht der Spionage von einem obersten Militärgericht im Schnellverfahren zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tage erschossen wurde. „Augenzeugen" wollten gesehen haben, wie der Rabbi vom Balkone seines Hauses her den abziehenden russischen Truppen Signale gegeben hätte. Als Wahrheit stellte sich nachträglich heraus, daß der etwas schwerhörige, an politischen Dingen vollkommen uninteressierte, bei Thorastudium und G'ttesfurcht dahinlebende Gelehrte um die fragliche Zeit auf seinem Balkone das Minchagebet verrichtet hatte und dabei, seiner Gewohnheit gemäß, in lebhaften Gestikulationen seine Andacht äußerte. Seit 17 Jahren kämpft die jüdische Oeffentlichkeit in Polen unablässig um Rehabilitierung des Angeklagten, um Wiederherstellung seiner Ehre und der damit geschändeten Ehre der jüdischen Gemeinschaft in Polen. Jetzt erst, nach vollen 17 Jahren, entschloß sich das Oberste Militärgericht, dem Verlangen der jüdischen Gemeinde zu entsprechen und das Verfahren, das das Militärgericht selbst als übereilt und mangelhaft anerkennt, noch einmal aufzunehmen. Ueber dem Ausgang des neuen Verfahrens kann Schriftdeutungen zu den Wochenabschnitten. Mitgeteilt von S. Speier. Kap, 6. V. 6, aans 'nssim 'n m bnriv> ">nb i»k p^> D'csüai ">m ynta oanx Tötui omasn osns »rftsni b»is» j&aöMft» ■B^VU „Deshalb sprach zu den Söhnen Israels: Ich bin G'tt. Ich werde euch unter den Lasten Aegyptens hervorführen, euch aus ihrem Dienst retten, ich löse euch aus mit ausgestrecktem Arm und mit großen Gerichten," ^Vsm bezeichnet viKXlfn gegenüber eine Steigerung. In dem euch verheißenen Lande werdet ihr in keinem Dienstverhältnis zu den Aegyptern stehen und ihnen nicht tributpflichtig sedn, omayn nan« »n>sm „Ich werde euch ihrer Abhängigkeit entziehen" pxn bedeutet entreißen, wegnehmen, entziehen, so in Tehillim 119, 43: na« nal 'sa bxn btnv entziehe meinem Munde nicht das Wort der Wahrheit.) — oanR »nVittl Aus Furcht vor dem Tode werden, euch die Aegypter als Lösegeld für ihr eigenes Leben ziehen lassen. So heißt es in Kap, 12, V. 33: *in»^> osn bv o-nxa prnni •D'na vbs nas 'a pun t» onbvb „Die Aegypter drangen an das Volk, sie rasch aus dem Lande fortzuschicken, denn -sie sprachen: Wir alle müssen sterben. heißt auslösen, vgl, J?pbV; wbsi 3'»' ihnen entsprechend erstatte er sein Lösegeld, Wajikra 25, 51). nirgends Zweifel herrschen. Damit wird demnächst wenn auch leider nicht mehr das Leben, so doch die Ehre eines Exponenten der jüdischen Lehre wieder hergestellt werden. In London-Ost wird, wie bereits in voriger Nummer ausführlich mitgeteilt, durch das Inkrafttreten der neuen Verordnungen die Befriedung nicht ausbleiben. Es ist erfreulich, daß von den höchsten kirchlichen Behörden nichts versäumt wird, dem neuen Frieden festen Boden zu sichern. So hat dieser Tage der Rat der Bürger 0 st - Londons unter Vorsitz des Erzbischofs von Canterbury getagt und eine planmäßige Aktion gegen die Verbreitung von Judenhaß in London-Ost eingeleitet. Es werden gemischte jüdisch-christliche Klubs errichtet, um einen engeren gesellschaftlichen Kontakt zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten zu schaffen. Es wurde bei dieser Gelegenheit festgestellt, daß die nichtjüdische Bevölkerung in London-Ost all den von außen hineingetragenen Treibereien fremd und fern stehe und an den Unruhen der letzten Monate so gut wie gar nicht beteiligt war. Man darf nun hoffen, daß jene Periode der Unruhen endgültig liquidiert ist. An den Juden, die gar nicht den Ehrgeiz haben, sich in die politischen Streitigkeiten einzumischen, wird es gewiß nicht fehlen, ■ * * * Daß sich die Araber Palästinas nun entschlossen haben, vor der Königlichen Untersuchungs-Kommission zu erscheinen, kann auch von jüdischer Seite nur begrüßt werden. Gewiß werden die arabischen Vertreter, unter welchen uns rühmlich bekannte Namen genannt werden, an scharfen Ausfällen gegen die Juden und das jüdische Nationalheim nicht fehlen lassen. Und trotzdem ist es ungemein wichtig, daß die Untersuchurigskommission ihre Arbeiten nicht ohne Anhören der Araber heimfährt. „Versäumnisurteile gibt es," wie sich Dr. Isaac Breuer in seinem zusammenfassenden Artikel an leitender Stelle der jüngsten Nummer ausdrückte, „in der Politik n i c h t." Kap. 6. V. 10. laxV rwa bx 'n wi „G'tt sprach zu Mosche," Einige Erklärer geben Itixb mit „um dies anderen zu sagen" wieder, Mosche soll den fcl* halt des an ihn gerichteten G'tteswortes Anderen mitteilen. Zuweilen wird jedoch diese Aufforderung im Anschluß an da® itsxb ausdrücklich erwähnt. So hier in Vers 11 D'isa -^a nsns bx im. xa „Geh hin, sprich zu Pharao, dem König von Aegypten," und in Kap. 14, V. 1. und 2: wi.bnw> ^a bx im -nnxb n»a bx 'n.im'i „G'tt sprach zu Mosche: Sprich zu den Söhnen Jisraels, daß sie umkehren." Vielmehr bezeichnet ~mxb in Verbindung mit dem voranstehenden im»i bezw. IbR'l die klare, deutliche Rede. IbkV ,1»» bx 'n im'i G'tt spricht zu Mosche in Klarheit und nicht in Rätseln. * * ", Kap. 7. V. 15. mxipb nasal na»an kx' nan ipaa «uns bx "\b •TP3 npn vnib ^ru ipk nuani iK'n risv by „Geh zu Pharao am Morgen, siehe, er geht zum Wasser hinaus, stelle dich ihm entgegen am Ufer des Flusses, und den Stab, der zu einer Schlange umgewandelt worden, nimmst du in deine Hand." Alltäglich in den frühen Morgenstunden lustwandelt Pharao, an den Ufern-des Nils. Gehe dem König zum. Wasser entgegen und zeige 'ihm durch dein entschiedenes. Auftreten, daß ich dich. gesandt, nattn darf im. Sinne von nasa tnsi „und sie blieb ufrecht stehen'.', .-(Bere-. schith 37, 7) aufgefaßt werden, wie com iks* o^asvTn*n; „Datan u nd Awiram ■ traten heraus und standen* aufrecht'' (Bemidbar 16, 27). Kap. 8. V. 5 und 6. v>a> >Vr -ixann nyisfy., fiP&.iBK'i niiRtwi "wa pi Tnani^»»' D^jniasn a^-on*-|»yVn -payynVTnjw. •U'P^k 'na 1'« 'a snn ]mb iima inR'i -\rmb mwi I Und jede Entscheidung ohne Mitwirkung des Kontrahenten hätte sich später unliebsam für das jüdische Nationalheim auswirken können. Nun( da es zur gegenseitigen Aussprache kommt, kann auch eine Reibung der Elemente zur Reinigung der Luft beitragen. Nichts wäre uns erwünschter, als eine friedliche Verständigung und Zusammenarbeit an einer gemeinsamen großen Sache. Ob „Nationalheim" oder „Judenstaat" — dieses Spiel mit Worten vor der Kommission verblaßt zu einem Phantom gegenüber der r ealen Notwendigkeit," daß alle Bevölkerungsteile in Palästina statt sich gegenseitig zu befehden, Schulter an Schulter am Ausbau des Landes und an der Ausschöpfung seiner im wüsten Boden noch schlummernden Schätze mitarbeiten. * * * Daß diverse Aeußerungen eines der Kommissionsmitglieder nicht gerade das Vertrauen des jüdischen Jischuw erwecken, können wir verstehen. Ein Mann, in dessen Hand das Vizepräsidium der Kommission liegt, darf nicht von Juden als von „einer fremden Rasse" sprechen. Sir Rumbold entschuldigte sich damit, daß er nur von der Fremdheit der Juden im Vergleich zu den alteingesessenen Arabern gesprochen hätte. Auch das ist ein starkes Stück. Ein Angehöriger eines treu zur Bibel haltenden Volkes muß wissen, daß die Juden nicht als Fremde ins Land kommen, sondern heimkehren und daß Erez Jisroel ein ihnen von G'tt zugesprochenes Vätererbe ist. * * * „Seit Samstag steht die große Oelleitung vomlr akhackPalästina bei ihrer Einmündung in die großen Tanks in H a i f a in Flammen. Die ganze Gegend ist ein Flammenmeer und die Rauchwolke reicht weit über die Stadt hinaus. Ob Sabotage in Verbindung mit den scheinbar liquidierten Streikunruhen vorliegt oder ein Unglücksfall, ist bis jetzt nicht festgestellt," — So melden alle deutschen und ausländischen Tageszeitungen. Demgegenüber wird durch die ITA, vom 10. Januar verbreitet,, daß es sich „nur um die V e r b r e n n ü n g einer kleinen Menge überflüssigen O e 1 s „Mosche sprach zu Pharao: Suche dir einen Ruhm über mich, auf wann soll ich für dich, deine Diener- und dein Volk flehen, die Frösche von dir und deJneit Häusern zu vernichten? Nur im Flusse sollen sie bleiben. Er sprach: Auf morgen. Und er sprach: Nach, deinem Worte! Damit du erkennst, daß keiner ist wie G'tt unser G'tt." Raschi unterscheidet zwischen 'fia wann und 'finV auf wann, zwischen "ihn morgen, und! ~\nnb für morgen. Ich werde heute flehen, wähle dir den Zeitpunkt für das Aufhören der Plage, 'Jini» "]b 1'nyx. auf wann soll ich für dich flehen, Pharao bestimmt den darauffolgenden Tag als Termin für das Vernichten der Frösche, nntf» ins"1! Jedoch hätte man nach dieser Auffassung in Vers 9 ..*ri'WJpi die Zeitangabe ninna erwartet: „G'tt tat a m na chstea Tag nach Mosches Wort." In der Tat darf aber ynnb mit V^a und. "iriaV mit ma identifiziert .werden.. So heißt ntn JiRn rr>n'> *inaV morgen wird diesei Zeichen sein (8, 19), n-ns» nsn -rerä dt>ti yabseit dem Tage, da du aus Aegypten gezogen (Dewarim 9, 7), Danach ist "]b iwk ^mb wiederzugeben mit „wann soll ich für dich flehen," irmb „Er sprach: Morgen". Es bedarf der Erklärung, weshalb Pharao nicht wünscht, daß die Plage sofort aufhöre. Der König entnimmt aus den Worten . *iKsnn „Verlange etwas Außergewöhnliches," , daß . es im Bereiche Mosches wohl liege, die Frösche sogleich weiche zu lassen, dieser-aber außerstande sei, die- Tiere erst, an einem späteren Tenom zu .vertreiben. Aus, diesem Grundesteiit Pharao Mosche auf die. Probe,| indem: er dem;nächstep Tag bestimmt., . , * * ' ■■■ •; .«..'•:. •* ' .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.