Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1937-01-07 · Heft 1 (7.1.1937) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 1 (7.1.1937)
Date
1937-01-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450961-2450962--82687-2540637
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 2 Nr, 1___ 2. Auf Grund des Versprechens, daß der Geldbedarf der agudistischen Jugendälijäh, auch wenn er durch die agudistischen Spezialspenden nicht gedeckt wird, aus der allgemeinen Jugend- Alijah-Kasse seine Befriedigung findet, unterläßt die Aguda fortan eigene Sammlungen für Ju~ gendälijah-Zwecke und,=.unterstützt die allgemeine j Sammlung, aber nur unter dem u n t e r Ziffer 1 angegebenen wichtigen Vorbehalte. 3. Bei der äußeren Organisation der Jugend-! Alijah (Verhandlungen mit Paß- und Verkehrsbehörden, Eisenbahnen, Dampfschiffen usw.) ferner bei Häuserbau, der Wahl hygienisch einwandfreier Unterkünfte usw. fügt sich die agudistische Jugendalijah in den allgemeinen Rahmen ein und bedient sich dadurch der wertvollen Erfährungen der älteren, von Henriette Szold erfolgreich aufgebauten Organisation. e r 1 e f i t Dagegen hat die Organisation mit der inneren Einrichtung der agudistischen J ü g e n d a 1 i j ä h , vor nehmlich mit allem, was Erziehung,, L e •bensführung, Lehrer und E r z i e h_ e r Anstellung betrifft, nicht das mindeste zu tun, und man darf das Zutrauen zu den pälästi nensischen Instanzen der Aguda haben, daß äie jeden Versuöh einer Einmischung rückhaltlos zurückweisen werden. Die agudistische Oeffentlichkeit wird sicherlich mit starkem Interesse die praktische Entwicklung des Experiments verfolgen, das mit dem Abkommen zweifellos unternommen worden ist Der jüdischen Presse wird dabei die wichtigste Aufgabe zufallen, auf der Warte zu stehen und zu verhüten, daß der bitter notwendige Kampf gegen die unjüdischen Elemente im Erziehungswesen des heiligen Landes notleidet, oder in seiner Energie geschwächt wird. Die arabischen Vertreter erscheinen vor der Königlichen Kommission« — Der Boykott definitiv aufgegeben. Jerusalem, 6. Januar. Nach einer Meldung des Europapreß hat das Hohe Arabische Komitee am Mittwoch beschlossen, den Boykott gegen die englische Untersuchungskommission wegen der Palästina-Unruhen aufzugeben. Es verlautet, daß die Araber an den Vorsitzenden der englischen Kommission herangetreten sind, um ihn um die Festsetzung eines Zeitpunktes zu bitten, an dem ein Vertreter des Arabischen Komitees die Sache der Araber vortragen kann. Diese Entscheidung des Hohen Arabischen Komitees ist die Folge des Eingreifens der Könige von Saudi-Arabien und vom Irak. Beide Könige haben den Vertretern des Arabischen Komitees Botschaften für die Araber Palästina« mitgegeben, in denen tue eine Aufhebung des Boykotts empfahlen. Von anderer Seite wird berichtet: Die arabischen Führer werden von der Kommission in nichtöffentlicher Sitzung vernommen werden. Man rechnet mit dem Erscheinen folgender Mitglieder des Obersten Arabischen Komitees vor der Kommission: Großmufti von Jerusalem, Hadsch Emin el Husseini, Rechtsanwalt Auny Bey Abdul H a d i, Dschemal Husseini und Ragheb Bey Nashashibi. Der Irak und die Bestrebungen der palästinensischen Araber. — Erklärung des irakischen Außenministers. London, 31. Dezember. In einem Gespräch mit dem Berichterstatter der „Times" in Bagdad hat der Außenminister des Irak, Dr. Nadschi el Asil, es in Abrede gestellt, daß die Irak-Regierung dem Führer der palästinensischen Terroristen, Fauzi Bey el Kaukadyi, gestattet habe, eine antibritische Kampagne durchzuführen. Weder dieser Mann, noch sonst jemand, sagte der Minister, hat in diesem Lande eine antibritische Kampagne durchgeführt. Die Irak-Regierung hat Kaukadyi ausdrücklich mitgeteilt, daß seine Stellung die eines politischen Flüchtlings sei und daß sie es daher nicht dulden werde, daß er sich in irgendwelche politische Tätigkeit einläßt. Der Minister fügte hinzu, die gegenwärtige Regierung hoffe natürlich, daß das neue Jahr ihren arabischen Freunden in Palästina eine friedliche Lösung und glücklichere Verhältnisse bringen werde; sie wünsche aber, daß eine solche Lösung als Ergebnis vollster und freundschaftlichster Zusammenarbeit zwischen diesen Arabern und Großbritannien, dem Verbündeten des Irak, zustande komme. Die Zulassung zur Promotion« Berlin, 6. Januar. Der Reichserziehungsminister hat einen Erlaß an die Unterrichtsverwaltungen gerichtet, durch den einige bemerkenswerte Aenderungen der Promotionsordnungen verfügt worden sind. Der Minister hat in diesem Erlaß vom 16. Dezember 1936 unter anderem verfügt, daß die Promotionsordnungen verschiedener Fakultäten, wonach nur solche Kandidaten zur Promotion zugelassen werden könnten, die mindestens zwei Semester an der betreffenden Universität (Hochschule) studiert hätten, für alle Fakultäten sämtlicher Universitäten und Hochschulen künftig gelten. Von dieser Voraussetzung für die Zulassung zur Promotion könne künftig nur mit Zustimmung des Rektors abgesehen werden. In neuen Bestimmungen über die Prüfung und Abfassung der. Dissertation hat den Minister angeordnet, daß die Dissertation von nun an stets in deutscher Spräche abzufassen ist. Zu den Vorschriften über die Entziehung der Doktorwürde macht der Minister ergänzend darauf aufmerksam, daß sich einer deutschen Doktorwürde in jedem Falle1 als unwürdig erweist, wer gemäß § 2 des'. Reichs^esetzes über den Widerruf von Einbürgerungen; und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt worden ist, nicht aber schon derjenige, dessen Einbürgerunglediglichaus rassischen Gründen widerrufen worden ist. Auch rechtfertige die Tatsache der jüdischen Abstammung allein nicht die Entziehung der Doktorwürde. - Das neue Schlachtungsgesetz in Polen in Kraft getreten. Warschau, 3. Januar. Mit dem neuen Jahre ist in Polen das neue Schlachtungsgesetz, durch das die Menge des Schlachtviehs, das rituell geschlachtet werden darf, nach dem Bedarf der j u d ischefl j mohammedanischen und1 karäischen« Bevölkerung kontingentiert wird, in Kraft getreten. Bei der Festsetzung der lokalen Kontingente, die in Warschau dem Magistrat, sonst den Wojwodschaften obliegt, haben sich weitere Härten für die jüdische Bevölkerung ergeben. So hat der Warschauer Magistrat die .ursprünglich beafc.sj.cfcjtigte -Quote um .50 Pro2. gekürzt. Die Bevölkerung ist daher in stärkerem Maß auf d-sn Konsum von Geflügel angewiesen. Die Preise für;7. ^^tiar 1937 Rindfleisch sind um üp^r il*roz*, die für Geflügel um über, 30 Prpfc. gestiegen. Eine Versammlung, die das Zionistische Zentralkomitee zur Erörterung der mit dein Inkrafttreten des Gesetzes verbundenen Probleme einberufen hatte, ist mit der Begründung verboten worden, daß sie Anlaß zur Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung bieten könnte., * Aus K o w n o wird der ITA. berichtet: Dem Beispiel der Judengegner in Polen fqU gend haben antisemitische Gruppen in L i tauen der Regierung eine Denkschrift überreicht, in der sie die Einführung der Kontingentierung von Koscherfleisch fordern. Der Beirat der kommissarischen Gemeindevertretung in Warschau. Warschau, 4. Januar. Die Zusammensetzung des neuen Bei r a t s der kommissarischen Gemeindeverwaltung der Warschauer Jüdischen Gemeinde ist amtlich noch nicht bekanntgegeben worden. Von maßgebender Seite wird mitgeteilt, daß er aus folgenden Personen bestehen soll: Senator Trockenheim,, Kaminer, Runro, D.avidpwi.c z (Vertreter der Aguda), Dr. S o 1 o w ei t s c h i k , Adv. Malkin, Adv» K a 1 i s k i, Ing. Schwarz und Ing. Goldstrauß, die beiden letzten sind Vertreter des Frontkämpferverbandes. (Siehe Wochenrundschau.) - Neuregelung der Einwanderung in Südafrika« Einem Berichte der „Frankfurter Zeitung" aus Kapstadt über die gesetzliche Neuregelung der Einwanderung in Südafrika entnehmen' wir folgende Stellen: „Die Regierung mußte sich zu neuen Maßnahmen in der Frage der Einwanderungspolitik entschließen, die nun aber nicht mehr, wie die bisherigen Anordnungen, lediglich verwaltungstechnischer Natur, sondern grundlegend und gesetzesändernd sein werden. Die neue Vorlage wird, das ist bereits sicher, als erste und wichtigste im Parlament zur Beratung kommen. Ueber ihren Inhalt wird noch völliges Schweigen „ bewahrt, die Oeffentlichkeit ist lediglich auf Vermutungen angewiesen, und zwar an Hand der über dieses Thema in der letzten Zeit gehaltenen Ministerreden. Gerade auf dem Höhepunkt, der Diskussionen in Versammlungen und Presse trat ein für diese Frage nicht unbedeutsamer M i - nister Wechsel ein: Der bisherige Innenminister Hofmeyr gab dieses Amt — unter Beibehaltung seiner sonstigen Ressorts — ab, um als Nachfolger des als erster Südafrikaner zum Generalgouverneur ernannten Ministers Patrick Duncan das ßergbauwesen zu verwalten. Der neue Innenminister, Stuttaford, betonte in einer Rede, daß Südafrika keineswegs zum Sammelbecken für in anderen Ländern unerwünschte Elemente werden dürfe, In seinem Wahlkreis Smithfield im Oranje- Freistaat erklärte Ministerpräsident General Hertzog — der an dieser Stelle regelmäßig vor Parlamentsbeginn programmatische Ausführungen vor seinen Wählern macht —, die Union werde künftighin die Einwanderung nach dem Gesichtspunkt neuregeln, daß der Neuankömmling nach Erziehung, Charaktere i g e n s c >h a f - t e n und B e r u f auch einen wirklichen Zuwachs für das Land bedeute. Sowohl Hertzog als auch — bei anderer Gelegenheit — General S m u t s versicherten, daß i r g e n d eine D i skr iminierung b e stimmt er Einwanderer-Elemente durchausnic ht.bea b s i c h t i g t sei, sondern daß Südafrika sich lediglich gegen eine Uebersetzung einzelner Berufsgruppen schützen und solche Einwanderer fernhalten wolle, die unter Berücksichtigung der gen5annten,|Vor4Ws.etzüngeni. kulturell nicht in die SU4afri^«W:iiscne.;tjnion hineinpaßten^; .(Siehe K6r- resp.ond.enz^ äuf^^te^ 10.) (' . . . \n

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.