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Der Israelit · 1937-01-07 · Heft 1 (7.1.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 1 (7.1.1937)
Date
1937-01-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Jugend-Alijah und Aguda. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Ju |e n d -Alijah, Berlin - Charlottenburg, und die P a 1 ä s t i n a. - Z e n t r a 1 e der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M, teilen mit: Zwischen der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend-Alijah, iBerlin-Charlottenburg, und der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., ist soeben ein Abkommen getroffen worden, gemäß dem die Durchführung der agudistischen Jugendalijah .durch die Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendalijah bezw. durch die Jüdische Jugendhilfe mit übernommen worden ist. Der Vertrag ist auf das Bestreben zurückzuführen, daß einerseits die Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendalijah sich bemüht, ihre Arbeit in völlig überparteilicher Weise zu gestalten, während es auf der anderen Seite die Aguda im Interesse ihrer eigenen Jugendalijah für ratsam hält, sich den zentralen JugendalijaKinst-mzen anzuschließen und nicht einen gesonderten Apparat dafür ins Leben zu rufen. Der Vertrag sichert der Aguda in allen religiösen und Erziehungsfragen für ihre eigene Jugendalijah vollständige Autonomie, ebenso ist die Agudas Jisroel selbständig in Bezug auf die Unterbringung der Jugendlichen in Erez Jisroel, für die natürlich die allgemeinen Bestimmungen einer Jugendalijah gelten. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendalijah wird sich auf Grund dieser Abmachung von nun an ebenso an agudistische wie an alle anderen Kreise wenden und erwartet, daß die Förderung ihrer Arbeiten nun auch von dieser Seite her in weitestem »Maße erfolgen wird. Künftige Zuwendungen für die agudistische Jugendalijah sind mit dem ausdrücklichen Vermerk „für die agudistische Jugendalijah" zu verstehen. Diese Gelder werden dann ausschließlich für die agudistische Jugendalijah verwandt. Vom kompetenter Seite wird dazu geschrieben: Dieses Abkommen wird, wie sich voraussehen läßt, bei Agudisten und Nicljtagudisten «in gewisses Aufsehen erregen und zu mancherlei Bemerkungen Anlaß geben. Die einen werden darin mit Befriedigung den ersten Schritt zu einer Befreiung der Agudas Jisroel aus ihrer splendid isolation, den ersten Schritt zu einer [ntimen Zusammenarbeit mit religiös Andersdenkenden im Rahmen eines und desselben organisatorischen Apparates erblicken und daraus eine Hinentwicklung der Aguda zum Misrachismus diagnostizieren. Die anderen dürften eben darum-das-Abkommen als eine Abkehr von der* agudistischen Prinzipien verurteilen, als . eine im Interesse des praktischen Erfolges gemessene Konzession auf einem Gebiete, das solche Konzessionen am wenigsten verträgt, dem der jüdischen Erziehung. Wir halten es daher für. unsere Pflicht, objektiv Stellung zu nehmen und folgenden Tatbestand festzustellen: In Wirklichkeit ist, wie das Communique besagt, folgendes vereinbart:^ 1. Kein Pfennig Geld, das aus agudistischen, bezw. religiösen Kreisen für Zwecke der Jugendalijah gespendet wird, darf für die zum Teil religiöswidrigen, unjüdischen Erziehungsinstitutionen der „überparteilichen" allgemeinen Jugendalijah, etwa für das berühmte Beth Schemen, oder En Charod, Verwendung finden. Erste Vorausset zu ng ist natürlich, daß der Sp ender ausdrücklich die Verwendung „für agudistische Jugendalijah" vorschreibt, was wohl fortan niemand unterlassen wird, der auch nur einen Funken religiöser Gewissenhaftigkeit besitzt. (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt: Die Araher erscheinen vor der Untersuchungskommission . Seite 2 u. 12 Neuregelung der Einwanderung tn Südafrika....... . Seite 2 u- 10 Das Postamt in Tel Awiw am Sabbath geschlossen . Seite 4 u. 11 Der Skandal von Tripolis......Seite 5 Lebt der Meister noch? Zum Andenken an S. R. Hirsch. Von Rabb. Fischer . Seite 6 Zum zehnjährigen Todestage von Rabb. Dr. Ehrentreu . . Seite 7 Die jüdische Schule in Deutschland. Von Dir. Dr- Elias, Frankfurt-M- . Seite 7 Budgetsorgen der Wiener Kultusgemeinde Seite 8 Aus deu Niederlanden.......Seite 9 Londoner Brief...........Seite 9 Nachrichten aus und über Erez Jisroel Seite 11 u- 12 Die Aguda vor der Royal Commission Von Dr. Isaac Breuer. I. Als das Land von wildem Aufruhr der Araber erfüllt war und fast jeder Tag eine neue Blutschuld brachte, beschloß die Mandatsregierung, eine unabhängige politische Kommission, zusammengesetzt aus ersten Persönlichkeiten, unter der Bedingung zu entsenden, daß zuvor die Ruhe und Ordnung wiederhergestellt seien. Diese Bedingung beweist, daß die Ankündigung der Kommission zur Beschwichtigung der Araber dienen und ihnen die Aussicht eröffnen sollte, triftige Beschwerden auf friedlichem Wege anmelden, berechtigte Ansprüche ohne Mord und Brand durchsetzen zu können. Die Haltung der Juden gab zur Entsendung der Kommission keinen Anlaß. Die Araber, nach einem Streik von sechs Monaten in ihren Kräften erschöpft und durch die unmittelbar bevorstehende Orangenernte unter Druck gesetzt, ließen sich von den arabischen Königen unter Hinweis auf die Kommission „bewegen", den Streik in Ehren zu beenden. Sie sahen sich aus einer schweren Situation befreit. Die Kommission hatte ihnen gehoI: fen, noch ehe sie überhaupt mit der Arbeit begonnen hatte. Mehr wollten sie von ihr nicht. Die höchst spärliche neue Schedule nahmen sie alsdann zum. Anlaß, wiewohl sie die Förderung der zeitlichen Sperrung der Alijah bei Beendigung des Streiks fallen gelassen hatten, um über die Kommission den Boykott zu verhängen. Angesichts dieser Tatsachen eröffneten sich den Juden zwei Wege: 1. Die Juden konnten sich auf den Standpunkt stellen, daß die Kommission, politisch betrachtet, nur wegen der arabischen Haltung ins Land gekommen sei, und daß daher die einseitige Vernehmung der Juden des politischen Sinnes entbehre. In der Politik gibt es keine Versäumnisurteile. Mit anderen Worten: die Juden konnten das Erscheinen vor der Kommission ablehnen, solange die Araber den Boykott aufrecht erhielten. 2. Die Juden konnten sich streng an das eigentliche politische Thema halten: den Angriff der Araber auf das jüdische Nationalheim überhaupt, auf die jüdische Alijah und den jüdischen Bodenerwerb im Besonderen, Da diesem AngrjlP gegenüber das jüdische Volk tatsächlich eine durchaus geschlossene Einheitsfront zu bilden vermag, mußte Sorge getroffen werden, daß eine alle Schichten des jüdischen Volkes umfassende, streng sich an das politische Thema haltende einzige Vertretung vor der Kommission erscheine, die in der Kunst der Antwort bewandeter zu sein hatte, als in der Kunst des — Worts. . , Beide Wege sind nicht beschritten worden. Mag sein, daß der erste Weg zu gefährlich war. Der zweite Weg war gewiß nicht, zu, gefä^lich. . (Fortsetzung siAe^Sejte^^,);

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