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Der Israelit · 1936-12-31 · Heft 52 (31.12.1936) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 52 (31.12.1936)
Date
1936-12-31
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 52 Der Israelit 31. Dezember 1936 Ein Lebenswerk im Dienste Palästinas und der Menschheit. Zum 70. Geburtstag von San.-Rat Dr. Wallach in Jerusalem am 20. Tewes (3. Januar 1937.) Vor vierzig Jahren gab es noch keinen Zionismus, kein Nationalheim und keinen systematischen Aufbau, es gab nur reine, fromme Zionsliebe, die sich in Sehnsuchtstränen und kleinen Spenden in der ganzen Welt, wo Juden leben, leiden und hoffen, äußerte, eine Zionsliebe in Scheidemünzen, welche sich in roten Büchsen und Sammeltellern häuften, um als Gabe des Volkes nach den heiligen Stätten, wo fromme Menschen in Studium und Gebet die treue Wacht hielten, abgeführt zu werden. Damals aber bestand schon der Wille im gesetzestreuen Judentum Deutschlands und Hollands, über die Hilfe für den Tag hinaus auch produktive Arbeit in Palästina zu leisten — zuallernächst den vielen Kranken im Heiligen Lande, Opfer der Wirtschaft1 liehen Lage und der damaligen klimatischen und sanitären Verhältnisse, Hilfe und Heilung zu bringen, und man schickte den jungen Arzt Dr. M. Wallach hin, dessen ärztliche Kunst so verbürgt war wie seine Energie und sein frommer unentwegter Sinn. So kam Dr. Wallach aus den blühenden Gestaden des deutschen Rheines nach Jerusalem, von wo der Weg über die Wüste Judäa zur Jordanebene führt. Gering waren die Mittel, die seine Auftraggeber ihm zur Verfügung stellen konnten, klein und armselig die Verhältnisse, die er vorfand, nicht immer willig und entgegenkommend die Menschen, denen der junge deutsche Arzt entweder zu fromm — die Bilu-Generation lebte und herrschte •damals in den Kolonien — oder zu modern erschien. Aber eine Liebe im Herzen hatte der junge Arzt, die Widerstände nicht auslöschen konnten, die mit ihnen wuchs; sie wuchs mit seinen Jahren und wuchs mit -seiner Tätigkeit, so daß sie schließlich alle, rechts und links, erfaßte. Im Jahre 1896 wurde der Grundstein zum Krankenhause gelegt, und seit 1902 steht am Eingang der heiligen Stadt in der Jaffastraße der stolze barocke Bau, wie er auch jeder europäischen Hauptstadt zur Zierde gereichen könnte; eines der schönsten und bedeutendsten Krankenhäuser des vorderen Orientes. Und der Inhalt, die Seele, der bewegende Motor dieses Hauses heißt Dr. Wallach, seit fast einem halben Jahrhundert schon. Der Mann, der hier am Werk ist, steht als Siebenziger nicht als geschwächter Greis da, sondern ins Riesenhafte gewachsen durch die Summe von Erfahrungen, durch die Summe gelöster schwieriger Aufgaben, durch die Summe von ausgestreuter und empfangener Liebe in vollen vier Jahrzehnten. Wenn heute auf der anderen Seite des öfteren von dem unproduktiven Charakter der alten orthodoxen Palästinahilfsarbeit gesprochen wird, so weisen wir mit Stolz auf das Schaar e-Zedek-Spital hin, das ohne die Millionen einer weltumfassenden Organisation und ohne den Klingelbeutel der große Fonds zum Eckpfeiler des altneuen Jischuw geworden ist. Spricht man heute so gern von Chaluzim, Pionieren, die schwere Opfer für den Heimatboden auf sich genommen haben, so weisen wir mit Stolz auf unseren Dr. Wallach hin, der als Zionspionier ältester und erhabenster Art mit dem Einsatz seines Ichs, mit der Frische seiner Jugend und der abgeklärten Weisheit seines Alters eine Arbeit geleistet hat und leistet und s. G. w. noch Jahrzehnte leisten wird, die an die Pionierarbeit der ganz Großen im Mittelalter, des Nachmanides und Rabbenu Obadiah aus Bartenora, anknüpft. Er hört es nicht gern, aber er kann es heute nicht verhindern, daß wir es zur eigenen Rechtfertigung aussprechen: Dr. Wallach ist unser Ruhm und unser Stolz und das Ehrenzeugnis für unsere traditionelle Zionsliebe, die sich nicht in Tränen erschöpft, sondern zu Taten drängt. San.=Rat Dr. Wallach dürfte heute zu den populärsten Persönlichkeiten des gesamten Landes zählen. Der Mann, der der erste morgens im Hause ist und noch lange nach Mitternacht die Runde durch die Korridore und die Krankenzimmer macht, der neben der ärztlichen aufreibenden Arbeit auch noch die ganze materielle Sorgenlast des Hauses auf den Schultern trägt, der Mann, dessen Arbeitsenergie auch die Angestellten bis zum letzten Hausburschen zur vollen Hingabe an das Werk zwingt — dieser Mann hat noch Zeit, auch eine Privatpraxis auszuüben, dem Ruf zu Konzilien bis in die weitestgelegenen Gegenden des Landes in später Nachtstunde zu folgen. Er hat auch Zeit, an Sitzungen und Beratungen der Führer der Charedimgemsinde, in deren Mittelpunkt er steht, teilzunehmen. Sein Wort, zuweilen schroff und stets unverblümt gesprochen, ist immer von Gewicht. Und obwohl er in diesem Kreise wurzelt, strahlt seine Autorität und Beliebtheit v/eit hinaus bis in die letzte Kolonie, ja, bis zu den Araber katen, wo man in „unserem Doktor" den Freund und Helfer sieht. Hier machen nationaler Haß und primitive Leidenschaft halt. Wer aber einmal als deutscher Tourist in den Privatgemächern Dr .Wallachs im Schaare-Zedak-Spital geweilt hat, weiß, welche Bewandtnis es mit der jüdischen Gastfreundschaft hat, wenn sie in Abrahams Land den Geist und die Farbe der Heimat angenommen hat ... Wenn wir hier einen Wunsch aussprechen, so gilt er uns, uns allen und unserem Erez Israel! Möge Herr San.-Rat D.r Wallach noch weiter mit seinem Werke steigen und wachsen und mittels eigener ungetrübter Gesundheit und Arbeitsfreude auch ferner in diesem Maße für qum VBin ntrsn seiner Brüder und Mitmenschen im Heiligen Lande wirken. D'-iwsn nsa —tz. Der jüdische Herr von Labrador. Ee ist erst ein .Meuschenalter her, als ganz Kanada und England von einem einzigen Prozeß sprachen. Die Richter, die über die merkwürdige Klage des Senor Isaac de la Penha, seines Zeichens Rabbiner der sephardischen jüdischen Gemeinde von Montreal in Kanada, zu beraten hatten, waren in keiner allzu beneidenswerten Situation: erhob doch der Rabbiner Anspruch auf die Besitztitel von nichts anderem als der riesigen Halbinsel Labrador mit den I Gebieten Cortereal und Estoh=Land. Der eigentümliche Gerichtsfall hatte eine wenn möglich nc«:h eigentümlichere Vorgeschichte. Der Kläger trat nämlich mit einem Besitztitel auf, der von niemand anderem als König Wilhelm der Niederlande am 1. November 1797 eigenhändig gezeichnet worden war. Es ist eine nicht ganz als wahr verbürgte Geschichte, die davon erzählt, wie Josef, der Vorfahre des Rabbiners, zu der Urkunde gekommen war. Jedenfalls behauptete Senor de la Penha vor Gericht, daß sein Ahne den Herrscher während eines Sturmes unter Lebensgefahr vor dem Tode gerettet habe. Bei einem Spaziergange an der Küste während eines Gewitters habe eine Sturzwelle den König erfaßt und ihn ins Meer hinausgetrieben; während seine Begleiter starr vor Schrecken dastanden, sei der jüdische Leibarzt ohne Zögern an das Rettungswerk geschritten. A.uf die Frage des Königs, was er für diese Tat wünsche, habe der Arzt nur geantwortet, daß er auf nichts Anspruch habe, da er ja nur seine Pflicht getan hätte. „Ich gebe Dir Labrador," soll der König hierauf geantwortet haben. Und am nächsten Tage sei die Urkunde über die Schenkung des gerade entdeckten Gebietes ausgefertigt worden. Dieser Vorfall hätte wohl noch länger im Verborgenen geschlummert, wenn nicht der Rabbiner von Montreal beim Studium des Nachlasses seines Vorfahren auf das seltsame Dokument gestoßen wäre. von leistungsfähigen Q^scih&fieii fortan ueis@re inse^esiten! j Auswanderer-Kisten | | Geflügel | | Pelze | | Schreibmaschinen | Tapeten fluswandersr-Kisten ^nllol^ Ottenbach a.M.. Glockengüsse 26, Tel. 84223 Einzige jüd. Kistenfabrik i. Frankf. u.Offbch. Geflügel J^S. Siegel, ZeiS 37 _!____Z.ä-- Telefon 23738/39 Unt. Aufsicht Ritualkomm. d. Isr. Gemeinde Feine Mafianfertigung — UMARBEITUNG billigst — reichhaltiges Fell-Lager KürsclmereiMülilgayTKei,Snrer2trof Alle Systeme in allen Sprachen (Spezialtastaturen für Auswanderer) Eudoll L. Kaufmann Leerbachstraße 116 Telefon 55593 Japelen-Linoleum-Teppicfofiaus Gustav Schwarz & G° REUTERWEG 53 TELEFON 78590 | Bürobedarf Herrenhemden 1 1 1 | Polsterer und Dekorateure j Bürou. Reise-Scrireibiitaschinen jed. 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