Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 52 (31.12.1936)
- Date
- 1936-12-31
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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31. Dezember 1936 Der Israelit Nr. 52 Seite 15 Und kein Gericht hätte sich über den Fall zu unterhalten brauchen, wenn nicht gerade in jenen Tagen ein Prozeß um den Besitz der wertvollen Waldungen von Labrador von zwei Parteien geführt worden wäre, die beide zu Unrecht über das Eigentum dar Familie de la Penha willkürlich verfügt hatten, Das Urteil dieses ungewöhnlichen Falles ist allei dings bis zum heutigen Tage noch nicht verkündet worden. Immer wieder wurden die Akten anderen Instanzen zur Begutachtung unterbreitet. Immer wieder wurde der Fall auf die lange Bank geschoben. Die Nachkommen der Familie de la Penha, die heute zum Großteil als wohlhabende Kaufleute in Amsterdam leben, sind jedenfalls sehr überrascht gewesen, als sie von diesem Prozeß hörten, der -sie beinahe zu Besitzern eines riesigen Kontinents gemacht hätte. L. Die Frankfurter Woche. Gusta Grünebaum Nach kurzer Krankheit wurde am Freitag, den 25. Dezember, Frau Gusta Grünebaum geb. Maier abberufen. Eine jüdische Frau und Mutter geht mit ihr dahin, wie sie dem Dichter des Esches Chajil- Liedes als Modell gestanden haben könnte. Aus einer altangesehenen Familie in Schöllkrippen hervorgegangen, stand sie in annähernd vierzigjähriger Ehe ihrem Gatten( dem allverehrten Herrn Abraham Grünebaum, tapfer und mitschaffend zur Seite. Das Haus Abraham Grünebaums in Brückenau, der Gemeinde, die sich noch bis in die letzten Jahre hinein eines so blühenden Lebens erfreute, stand im Mittelpunkt der Kehilla, und die Frau des Hauses war es, die diesem Heime der Jüdischkeit, der Frömmigkeit und der warmen Gastlichkeit den Glanz und das Gepräge gab. Hier im Hause wurden allsabbatlich und auch an Wochenabenden ide Schiurim abgehalten, hier fand jeder Arme Rat und Hilfe. Frau Gusta Grünebaum gehörte auch zu den eifrigsten Vorstandsmitgliedern des Jüdischen Frauenvereins in Brückenau. Und in diesem Hause sind sechs Kinder, fünf Töchter und ein Sohn, unter der Sonne der Elternliebe herangeblüht, die alle in ihren eigenen frommen jüdischen Häusern heute Zeugnis für die Mutter ablegen. Neben den Kindern waren es elf Enkel und Enkelinnen, die die Heimgegangene bis zuletzt mit glühender Liebe umgaben und ihren früh eingetretenen. Lebensabend verschönten. Erst vor kurzer Zeit verlegte sie mit ihrem Gatten ihren Wohnsitz von Brückenau nach Frankfurt, wohin einige der Kinder ihnen schon vorausgegangen waren und wo der Sohn sich schon lange in hervorragender Weise für die Kehilla betätigt. Wie rasch hatte Frau Grünebaum gleich ihrem Gatten ihren seelischen Anschluß an die Gemeinde gefunden und wie dankte sie G'tt, hier im Zentrum der Jüdischkeit in der Nähe ihrer Kinder, die Ruhe ihres arbeitsvollen Lebens zu genießen. Im Boden dieser ihr auch zur geistigen Heimat gewordenen Gemeinde findet sie nun die letzte Ruhe, im Alter von erst 69 Jahren. Mit dem Gatten und den Kindern beweint ein großer Kreis von Freunden die bescheidene liebevolle Frau. Wir werden ihr ein ewiges liebevolles Andenken bewahren. Am Sonntag fand unter überaus großer Beteiligung die Bestattung auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgesellschaft statt. Oeffentliche Nachrufe hatte sich die Heimgegangene noch in letzter Stunde verbeten. Im Hause, Am Tiergarten 50, wird im Kreise der Familie und der Freunde zum Abschluß des Liwjath Chen-Lernens am Freitag vormittag, 10.30 Uhr, eine kleine Gedenkfeier stattfinden. rrasj/i Jüdische Frauenvereinigung und Agudistische Frauenortsgruppe. Am Montag, den 21. Dezember, sprach Herr Rab binatsassessor Dr. Elieser Posen über „Und wieder sinds die Frauen . . ." Redner führte folgendes aus: Die Tauroh sieht für Männer und Frauen verschiedenartige Rechte und Pflichten vor. Die Tatsache, daß die Tauroh für die Frau das Lernen im engeren Sinn nicht verlangt, andererseits aber durch verschiedene Aussprüche der Chachomim immer wieder betont wird, daß die Frauen zur Erhaltung der Tauroh jederzeit hesentliches beigetragen haben, läßt die Frage angebracht erscheinen, welchen Anteil die Tauroh der Frau an der Förderung des G'ttesgesetzes zumißt. Die Aufwärtsbewegung des jüdischen Volkes ist eine doppelte, die des Einzelnen und die der Gesamtheit. Der Mann hat die Pflicht, durch immer tieferes Eindringen in das Studium der Tauroh, durch immer gewissenhaftere Erfüllung aller ihrer Gesetze und durch immer weitere Vervollkommnung seiner Persönlichkeit sich stets höher zur G'ttesnähe emporzuarbeiten. Die Frau hat demgegenüber die Aufgabe, die von dem einzelnen Mann erreichte Höhe als Niveau für ihren Kreis und damit in gewissem Sinne für die Gesamtheit zu halten und das Milieu zu schaffen, innerhalb dessen dem Einzelnen wiederum die Möglichkeit gegeben ist, höher zu kommen. Die Frau verarbeitet sozusagen das Streben des Mannes zum irdischen Bestand. Die heutige Frau muß sich ihre geistige Spannkraft bewahren, trotz der schweren Zeitverhältnisse, die sie in den Alltag mehr als seither einspannen, um dieser ergänzenden Pflicht für die Tauroh auch jetzt wieder nachkommen zu können. Die zahlreichen Anwesenden folgten mit größter Aufmerksamkeit den interessanten Ausführungen des Redners, die den Frauen neuen Mut und Tatkraft einflößten. Das Jüdische Lehrhaus, Zur Erinnerung an Nehemia A. Nobel spricht im Jüdischen Lehrhause am Jahrzeittag (24. Tewet) Donnerstag, den 7. Januar, 20.30 Uhr, im Vortragssaal, Unterlindau 21, bei freiem Eintritt Rabb. Dr. Jakob Horovitz über ,,Das Ideal der Frömmigkeit nach dem Mischne Thora des Maimonides". Der Winterlehrgang beginnt am 18. Januar 1937. Arbetisplätze sind ab 7. Januar in der Geschäftsstelle und den Vorverkaufsstellen zu haben. Noar Agudati. Wir suchen einen trockenen Lagerraum für Akten und Kisten. Gefl. Mitteilungen erbeten an die Hanhala, Schwanenstr. 12, 1. Joseph Schmidt in Frankfurt. Man schreibt uns: Der berühmte Tenor und Filmstar tritt am Samstag, den 16. Januar, im großen Saal des Saalbaues persönlich auf und zwar ist dies das einzige Konzert des Künstlers in Südwestdeutschland. Joseph Schmidt, der besonders durch seinen Tonfilm „Ein Lied geht um die Welt" weltberühmt geworden ist, feiert zurzeit im Ausland unerhörte Erfolge als Sänger und Filmstar. Sein letzter in England gedrehter achter Film „Ein Star fällt vom Himmel" hatte bei seiner Uraufführung in London stürmischen Erfolg und läuft dort seit drei Monaten täglich in einer großen Anzahl von Lichtspieltheatern. In seinem Frankfurter Konzert singt Joseph Schmidt Arien aus beliebten Opern, u. a. „Afrikanerin", Barbier von Sevilla", „Liebestrank", ..Turandot", altitalienische Gesänge, neapolitanische Volkslieder und Tonfilmschlager. Gastspiel des Berliner Winawer-Chores, Chemjo Winawer mit seinen 30 Sängern kommt am Montag, den 4. Januar 1937, zum ersten Male zu einem Gastspiel nach Frankfurt. Der Kulturbund wird zusammen mit der Ortsgruppe der Zionistischen Vereinigung in einer Sonderveranstaltung seinem Publikum durch diesen Chorabend einen Kunstgenuß bereiten, wie ihn die Berlin näher liegenden Kulturbünde wiederholt erleben konnten. Das Konzert findet im Vereinshaus statt und beginnt pünktlich um 8 Uhr abends. Palestine & Oriemt Lloyd. Nächste Abfahrten nach Palästina: 1 937: 1. Januar ab Marseille Mariette Pacha; an Haifa 7. Jan. 6. Jan. ab Triest Galilea; an Haifa 11. Jan. 8. Jan. ab Mrseille Patria; an Haifa 14. Jan. 9. Jan. ab Genua Esperia;; an Haifa 14. Jan. 13. Jan. ab Triest Gerusalemme; an Haifa 18. Jan. 15. Jan. ab Marseille Champollion; an Haifa 21. Jan. 20. Jan. ab Trie-st Galilea; an Haifa 25. Jan. 22. Jan. ab Marseille Providence; an Haifa 28, Jan. 23. Jan. ab Genua Esperia; an Haifa 28. Jan. 27. Jan. ab Triest Gerusalemme; an Haifa 1. Febr. 29, Jan. ab Marseille Marietta Pacha; an Haifa 4. Febr. 3. Febr. ab Triest Galilea; an Haifa 8. Febr. 5. Febr. ab Marseille Patria; an Haifa 10. Febr. 6. Febr. ab Genua Esperia; an Haifa 11. Febr. 10. Febr. ab Triest Gerusalemme; an Haifa 15. Febr. — 11. Febr. ab Neapel Sonderfahrt mit 33.000 Tonnen- Dampfer „Roma" an Haifa 16. Febr. Mitgeteilt von: Palestine & Orient Lloyd, Frankfurt a. M., Steinweg 9. Notiz. Das bei uns besprochene Sefer Niw Sefataj i m ist im Verlag J. Kauffmann, Frankfurt a. M. erschienen. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag, Herr Rabb. H. Mayer. Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: o'a'T, Herr R.-A. Dr. E. Posen- — nachmittags 3.30 Uhr im Vereinsiokal, ap»' i'j? Herr Rabb. H. Mayer. — nachm. 3-15 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, faiK t]0T>. Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, nnnas pn, Herr R.A. Dr. Schlesinger. — vorm- 9 Uhr im Vereinslokal. xiaa, Herr J. Soffer. — nachm. 4,30 Uhr im Hörsaal, Midraschvortrag des Herrn Gemeinderabbiner Josef Horovitz. Montag (auch Donnerstag) nach Schul im Hörsaal : mwa- Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: (f Vtn) mm, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, nivü, Herr R.-A- Dr. E. Posen. — abends 7 Uhr (auch Donnerstag") im Lokal, snna. Herr R.-A. Dr. E. Posen- Jahrzeitsstiftungen. Montag, 4. Januar: Tobias Schapiro-Stiftung. Mittwoch, 6. Januar: Emil Goldschmidt-Stiftung. Donnerstag, 7. Januar: Hermann Lehmann-Stiftung- Donnerstag, 7. Januar; Jacob Seelig-Stiftung. „Jüdisch-wissenschaftliche LehrkurSe". Sonntag abend 8.30 Uhr im Vereinslokal: „Grundlagen der religiösen Praxis", Herr Rabb. H. Mayer. Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho 4 15 Uhr im Hörsaale Friedberger-Anlage, Vortrag des Herrn Schachnowitz über : („Namen und Häuser" ) Agudas Jisioei-Ortsgruppe. Thora und Mussar. Herr Rabbiner Josef Horovitz, Fichtestr. 5, jeden naw, 15 45 Uhr, D"n psn -\so. Herr Dozent J. Ehrentreu. vwn mit D'üns», Sonntag nach nrcn nban, Uhlandstr. 39- Herr Rabbiner Mannes, mann 'ri, Schabbos 4 Uhr Hans Handwerkstr. 38. Herr R.-A. Dr. E. Posen diph rma, Sonntag 18-19 Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr B- Rachelsohn, mru ruvn Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. R.-A- Dr. M. Schlesinger, 'na für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr und Schabbos 16.15 Uhr, Schwanenstraße 12. Herr J. Sofer, '»v rp, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18. Herr Zuntz, a^n mix, Sonntag nach n'inE>, Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Herr M. Feuerwerger, i"3 'Da xisa (für Jugendliche) Sonntag und Dienstag 20-30 Uhr, Fichtestr. 5 für Jugendliche, Schabbos Uhr im mm? mna (für Baalebatim), Montag und Mittwoch 18.30- 19-30 Uhr ebenda- Der Schiur vor ry-mw unter Leitung des Herrn Feuerwerger (myiatz? 'na) findet um 6-15 Uhr, Montag bis Donnerstag im Hörsaal der I. R, G statt- Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Schabbos vormitt. IOY2 Uhr im Heime, Schwanenstraße 12, Tnach-Schiur des Herrn Julius Lewin. „Das Buch Samuel". Gäste willkommen- Schomer Mizwoh. Am mntf naip findet das Lernen bei A. Grünebaum Am Tiergarten 50, statt. Gebetzeiten. niattr Freitag abend 4.10 Samstag nnswn 7.10 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.25 Wocheng 'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 7.10 2. Minjan 8,10 AnG'ttesdienstanschließend: Lernendes D'"n 1?2- Vereins im Hörsaal Nachmittags 4.15 Tefillinlegen am Morgen 7.19 Wir haben einige Außenfilialen abgegeben und machen wiederholt darauf aufmerksam, daß unter der Firma geführten Geschäfte weiterhin nserem Besitz bleiben. Inhaber: Alfr. Mayer & Jul. Sommer